Die schönsten Länder der Welt
Schönste Länder der Welt, das ist erstmal Geschmackssache. Der eine will Palmen und Karibikwasser, der andere steht auf Gletscher und Nieselregen. Trotzdem tauchen in fast jedem Ranking dieselben Namen auf: Neuseeland, Italien, Griechenland, die Schweiz. Kein Zufall. Aber auch nicht die ganze Wahrheit.
Die meisten dieser Listen sind Leser-Abstimmungen. Rough Guides fragt seine Community, US News lässt Tausende Leute Länder nach „landschaftlicher Schönheit“ bewerten. Dabei gewinnen logischerweise die Klassiker, die eh schon jeder auf dem Schirm hat. Länder wie Kolumbien landen bei US News auf Platz 39, obwohl sie mich mehr weggehauen haben als so mancher Top-10-Kandidat.
Ich war in vielen dieser Länder selbst unterwegs. Bei vieren gehe ich richtig in die Tiefe, weil ich da war und dir mehr erzählen kann als eine Hochglanzbroschüre. Der Rest ist meine ehrliche Einordnung, mit Preisen und Warnungen, wo sie hingehören. Eine Reihenfolge gibt es nicht, das wäre bei so unterschiedlichen Ländern eh Quatsch.
Neuseeland: der Wanderhimmel, den die Rankings zurecht lieben
Wenn ein Land in gefühlt jeder Umfrage ganz oben steht, wird man skeptisch. Bei Neuseeland ist der Hype berechtigt. Rough Guides hat die Kiwi-Nation zum schönsten Land der Welt gewählt, bei US News steht sie auf Platz zwei. Und ja, das Land liefert.
Für mich ist Neuseeland vor allem eins: das beste Wanderland, in dem ich je war. Die Natur wechselt auf engstem Raum von Regenwald zu Gletscher zu Vulkanlandschaft. Du fährst drei Stunden und bist in einer komplett anderen Welt. Kein Wunder, dass Peter Jackson hier „Herr der Ringe“ gedreht hat, mehr Mittelerde geht nicht.
Was mich besonders geflasht hat, ist die Ruhe da draußen. Auf den Mehrtageswanderungen läufst du teils stundenlang, ohne jemandem zu begegnen, und abends sitzt du mit ein paar anderen Wanderern in einer einfachen Hütte, ohne Handynetz, und redest tatsächlich miteinander. Das gibt es in dieser Form kaum noch. Ein Tipp gleich vorweg für alle, die aus Deutschland kommen: Halte dich an den Outdoor Safety Code der Naturschutzbehörde, das Wetter kann hier auch im Sommer binnen einer Stunde umschlagen und aus einem gemütlichen Tag eine echte Nummer machen.
Das Herzstück fürs Wandern sind die sogenannten Great Walks. Das ist ein Netz aus offiziellen Premium-Mehrtageswegen, gepflegt von der Naturschutzbehörde DOC. Aktuell gibt es elf davon. Zehn buchst du direkt über das DOC-Buchungssystem, der elfte, der Hump Ridge Track im tiefen Süden, kam im Oktober 2024 dazu und läuft über einen eigenen Trust. Dazu zählt übrigens auch der Whanganui Journey, der genau genommen keine Wanderung ist, sondern eine mehrtägige Kanutour über den Fluss. Klassiker sind der Milford Track, der Routeburn und der Kepler rund um Te Anau.
Jetzt zum Geld, denn billig ist der Spaß nicht. Auf den Great Walks schläfst du in Hütten oder auf Campsites, beides musst du vorab buchen. Als internationaler Gast zahlst du in der Sommersaison deutlich mehr als Einheimische. Eine Hüttennacht auf dem Milford Track kostet rund 152 NZ-Dollar (grob 85 Euro), Routeburn und Kepler liegen bei etwa 132 NZ-Dollar, günstigere Wege wie Tongariro, Heaphy oder Rakiura bei rund 66 NZ-Dollar. Wer zeltet, kommt billiger weg: Great-Walk-Campsites kosten international meist zwischen 28 und 42 NZ-Dollar pro Nacht. Die Saison läuft ungefähr von Ende Oktober bis April.
Und jetzt die Warnung, die dir sonst keiner so deutlich sagt: Buchen ist Pflicht, und zwar früh. Die Buchungen fürs kommende Jahr öffnen im Mai davor, und die Top-Wege sind teils in unter zwei Stunden weg. Der Milford Track ist berüchtigt dafür. Tauchst du ohne Buchung in einer Hütte auf, kann dir der Hüttenwart die doppelte Gebühr aufbrummen. Wenn alles ausgebucht ist, weich auf normale Backcountry-Tracks aus, für die reicht oft ein Backcountry Hut Pass für rund 160 NZ-Dollar im Jahr, oder du machst starke Tageswanderungen. Landschaftlich verpasst du dabei fast nichts. Alle Infos und Routen findest du in meinem Neuseeland-Guide.

Kolumbien: fühlt sich jeden Tag nach Abenteuer an
Kolumbien schafft es in kaum eine deutsche „schönste Länder“-Liste. Ein Fehler. Für mich gehört es ganz nach oben, und zwar aus einem Grund, den keine Landschaftsaufnahme einfängt: Kolumbien fühlt sich jeden einzelnen Tag nach Abenteuer an.
Das liegt zum großen Teil an den Menschen. Die Paisa, wie sich die Leute aus der Region um Medellín und das Kaffeedreieck nennen, sind mit die herzlichsten, die mir auf Reisen begegnet sind. Offen, stolz, hilfsbereit, immer für einen Spruch zu haben. Diese Wärme färbt auf die ganze Reise ab. Du kommst mit fremden Leuten ins Gespräch, wirst eingeladen, landest auf einer Fiesta, mit der du nie gerechnet hättest. Kann man also machen. Muss man sogar.
Dazu die Vielfalt, die kaum ein Land auf so kleiner Fläche bündelt. Karibikstrände und Kolonialgassen in Cartagena, der Dschungel und Ruinentrek zur Ciudad Perdida bei Santa Marta, die grünen Kaffeehügel und Wachspalmen im Valle de Cocora bei Salento, die rote Tatacoa-Wüste, dazu Medellín, das sich vom Sorgenkind zur Kreativ-Metropole gedreht hat. Für aktive Leute ist das ein Spielplatz: wandern, tauchen, paragliden, Salsa lernen, alles an einem Trip machbar.
Was Kolumbien für mich abhebt, ist dieser Rhythmuswechsel. Vormittags stehst du mit einem Kaffeebauern zwischen seinen Sträuchern und lässt dir zeigen, wie eine gute Bohne aussieht, abends sitzt du in Medellín in einer Seilbahn, die über die Armenviertel gleitet, die früher No-go-Zonen waren und heute für ihre Umgestaltung gefeiert werden. Die Stadt hat eine Wandlung hingelegt, die dich baff zurücklässt, wenn du ihre Geschichte kennst. Und in San Gil, dem Abenteuer-Mekka, kannst du Raften, Canyoning und Höhlentouren an einem Wochenende durchziehen, für Preise, bei denen du in den Alpen nur müde lächelst. Wer Action sucht, der wird in Kolumbien pausenlos fündig.
Ehrlich bleiben gehört dazu: Der Ruf hängt Kolumbien nach, und komplett harmlos ist es nicht. In Großstädten gilt die Regel „no dar papaya“, gib niemandem eine offene Flanke. Heißt: teures Handy nicht auf den Tisch legen, nachts nicht allein durch tote Ecken laufen, Taxi per App statt auf der Straße. Halte dich dran, dann ist Kolumbien viel entspannter als sein Ruf. Und günstig ist es obendrein, dein Backpacker-Budget hält hier lange durch. Meine ausführliche Route mit allen Stopps steht im Kolumbien-Guide, weitere Ideen fürs Weiterreisen im Südamerika-Überblick.

Japan: warum ich für Onsen und Sushi immer wiederkomme
Japan ist so ein Land, das jede Definition von Schönheit bedient. Kirschblüten vor dem Fuji, der goldene Kinkaku-ji am stillen See, die roten Tore von Fushimi Inari. Bei den Reise-Redaktionen von Condé Nast Traveler war Japan sogar mal auf Platz eins der schönsten Länder. Was mich hält, ist aber etwas anderes.
Erstens das Essen. Ich liebe Sushi, und in Japan bekommst du eine Qualität, für die du zu Hause das Dreifache zahlst und trotzdem nicht rankommst. Aber verkürz das Land nicht auf Sushi. Ramen, das dich nach einer kalten Wandertour von innen aufwärmt, Izakaya-Abende, an denen du dich durch zehn kleine Teller isst, dazu die absurd guten Sachen aus dem Konbini um die Ecke. Kulinarisch ist Japan für mich Weltspitze.
Zweitens die Onsen und Saunen, absolut mein Ding. Nach einem langen Tag in ein heißes Vulkanbad zu steigen, während draußen der Schnee fällt, das ist Erholung auf einem anderen Level. Ein Hinweis, den viele erst vor Ort lernen: Etliche Onsen lassen Leute mit Tattoos nicht rein, weil Tätowierungen traditionell mit der Yakuza verbunden werden. Such dir vorher tattoo-freundliche Bäder raus oder nimm wasserfeste Cover, sonst stehst du blöd da.
Drittens die Natur. Japan ist zu rund 70 Prozent Berge, und die Japaner wandern für ihr Leben gern, oft bis ins hohe Alter. Auf dem Kumano Kodo, einem uralten Pilgerweg durch bewaldete Berge, oder in den Japanischen Alpen überholen dich rüstige 80-Jährige mit Wanderstöcken, das relativiert die eigene Kondition ganz gut. Diese Wanderkultur macht das Land für Aktivurlauber unterschätzt stark. Am schönsten fand ich die Kombination aus Tag und Abend: erst stundenlang durch Bergwälder und an kleinen Schreinen vorbei, dann in einem Ryokan im heißen Bad die müden Beine ausdampfen lassen, während dir ein mehrgängiges Abendessen aufs Zimmer kommt. Genau dafür komme ich wieder.
Und der Punkt mit der sozialen Verbundenheit? Der hat zwei Seiten. Die japanische Höflichkeit und dieses Gefühl, dass alles funktioniert und jeder Rücksicht nimmt, ist als Gast unglaublich angenehm. Als Außenseiter spürst du aber auch die Kehrseite: Die Regeln sind streng, der Konformitätsdruck spürbar, und richtig reinkommen in die Gesellschaft ist als Ausländer schwer. Für ein paar Wochen Reise ist das kein Problem, im Gegenteil. Mehr zum Land der Kontraste steht in meinem Japan-Guide.

Antarktis: kein Land, aber der schönste Ort, den ich kenne
Jetzt kommt der Ausreißer. Die Antarktis taucht in keinem einzigen „schönste Länder“-Ranking auf, aus einem simplen Grund: Sie ist kein Land. Kein Staat, keine Bevölkerung, kein Sitz in den Vereinten Nationen. Genau deshalb steht sie hier. Denn landschaftlich ist sie das Beeindruckendste, was ich je gesehen habe, und keine dieser Listen wird dir das je verraten.
Antarktis ist Natur und Wildlife in Reinform. Kein Kiosk, keine Werbung, kein Handynetz. Nur Eis, Wasser, Himmel, und mittendrin Pinguinkolonien, Wale, die neben dem Zodiac auftauchen, Robben, die faul auf Eisschollen liegen. Der Maßstab dieser Landschaft haut dich um, weiße Wände so hoch wie Hochhäuser, Stille, die in den Ohren dröhnt.
Und dann diese Sache mit der Einsamkeit. Nach ein paar Wochen da unten, weit weg von allem, wird es tatsächlich einsam. Aber genau das hat was. Ohne den ganzen Lärm des Alltags lernst du die Basics wieder wertzuschätzen: eine warme Mahlzeit, ein trockenes Bett, ein Gespräch mit einem echten Menschen. Die Antarktis erdet dich auf eine Art, die kein Strandurlaub hinbekommt.
Es gibt Momente, die kleben. Wenn morgens absolute Stille herrscht und du nur das Knacken des Packeises hörst. Wenn ein Buckelwal so nah neben dem Schlauchboot auftaucht, dass du den Atem aus seinem Blasloch riechst. Wenn du abends an Deck stehst, die Sonne um Mitternacht kaum untergeht und dir schlagartig klar wird, wie klein du bist. Das relativiert den ganzen Alltagskram, über den du dich zu Hause aufregst. Ich bin von wenigen Orten so verändert zurückgekommen.
Praktisch heißt das: Rund 98 Prozent aller Reisenden starten von Ushuaia in Argentinien, dem südlichsten Zipfel Südamerikas. Von dort geht es per Expeditionsschiff über die berüchtigte Drake Passage, etwa zwei Tage pro Richtung, und die kann dich seekrank machen wie nichts sonst. Wer das umgehen will, fliegt ab Punta Arenas in Chile in rund zwei Stunden zur King George Island und steigt dort aufs Schiff, das kostet aber ordentlich Aufpreis. Saison ist der Südsommer von November bis März.
Billig ist keine dieser Optionen. Einfache Expeditionen starten bei etwa 5.000 bis 7.500 US-Dollar pro Person, der Schnitt liegt eher bei 9.000 bis 10.000, Luxus-Trips knacken locker die 20.000 bis 30.000. Ein wichtiger Punkt für die Planung: Seit dem 1. Juli 2025 verlangt Argentinien von allen ausländischen Besuchern eine gültige Reisekrankenversicherung für den kompletten Aufenthalt, ohne die kommst du gar nicht erst los. Wenn du irgendwie kannst, spar dafür. Die Antarktis ist jeden Cent wert.

Norwegen: Fjorde satt, aber ein saftiger Preis
Norwegen ist der Fjord-König. Der Geirangerfjord gehört zum UNESCO-Welterbe, die Lofoten mit ihren spitzen Bergen direkt am Meer sehen im Winter aus wie gemalt, und im Sommer geht oben im Norden die Sonne wochenlang nicht unter. Im Winter dafür Nordlicht satt. Landschaftlich spielt Norwegen ganz oben mit, keine Frage.
Der Haken: Es ist saukalt und noch teurer. Ein Bier kann dich zwölf Euro kosten, ein Restaurantbesuch tut richtig weh. Der Trick für Backpacker heißt „allemannsrett“, das norwegische Jedermannsrecht. Wildcampen ist grundsätzlich erlaubt, solange du Abstand zu Häusern hältst und nichts kaputt machst. Mit Zelt und Selbstversorgung drückst du die Kosten massiv. Sonst verbrennst du hier nur Geld.
Island: Feuer und Eis auf kleinstem Raum
Island packt mehr Naturspektakel auf seine kleine Insel als die meisten Kontinente. Vulkane, Gletscher, Geysire, dazu Wasserfälle wie der wuchtige Dettifoss und die Gletscherlagune Jökulsárlón, in der blaue Eisberge treiben. Der schwarze Lavastrand Reynisfjara sieht aus wie von einem anderen Planeten. Im Winter tanzt das Nordlicht über allem.
Auch hier gilt: teuer. Die klassische Runde ist die Ringstraße mit dem Mietwagen, plan die Kosten realistisch, sonst wird der Trip zum Budget-Killer. Und unterschätz das Wetter nicht, das kippt in Minuten von Sonne auf Sturm.
Schweiz: Alpen wie aus dem Bilderbuch, Preise wie aus dem Albtraum
Die Schweiz ist der Inbegriff der Postkarten-Alpen. Das Matterhorn, das Tal von Lauterbrunnen mit seinen 72 Wasserfällen, verschlafene Bergdörfer zwischen Gipfeln. In fast jeder Schönheitsumfrage steht die Schweiz weit vorne, und beim Wandern und Skifahren macht ihr so schnell keiner was vor.
Ehrlich gesagt: Als Backpacker blutest du hier finanziell aus. Übernachtung, Essen, Bergbahn, alles Spitzenpreise. Wer die Alpen ohne Schweizer Rechnung will, der schaut ins benachbarte Österreich oder gleich weiter runter nach Slowenien. Dazu später mehr.
Vietnam: Landschaft satt zum kleinen Preis
Vietnam packt eine Wahnsinns-Bandbreite in ein Land. Die Kalksteinfelsen der Halong-Bucht, die grünen Reisterrassen bei Sapa im Norden, die Laternen-Altstadt von Hoi An, dazu ein Streetfood, das dich allein die Reise wert ist. Und das alles zu Preisen, bei denen du staunst, wie weit dein Geld reicht.
Ehrlich: Der Verkehr in Hanoi und Saigon ist purer Wahnsinn, und die bekanntesten Spots sind längst touristisch. Aber weich ein paar Kilometer aus, geh in den Norden nach Ha Giang oder in den Mekong-Delta-Süden, und du hast das ursprüngliche Vietnam wieder für dich. Wer Südostasien mag, kommt an diesem Land nicht vorbei.

Italien: mehr Welterbe als jedes andere Land
Italien hat weltweit die meisten UNESCO-Welterbestätten, und das merkt man an jeder Ecke. Rom als riesiges Freilichtmuseum, die Kanäle von Venedig, die Hügeldörfer der Toskana, die Steilküste an der Amalfiküste, dazu die Dolomiten für Bergfans. Kulinarisch sowieso Weltklasse, und das schon in der einfachsten Trattoria.
Der ehrliche Teil: Venedig und die Cinque Terre sind im Hochsommer so überlaufen, dass Venedig inzwischen an vielen Tagen Eintritt für Tagesbesucher verlangt. Willst du das echte Italien, fahr in die Nebensaison oder in weniger geflutete Regionen wie Apulien oder die Basilikata. Da hast du die schönen Gassen fast für dich.
Griechenland: Ranking-Sieger mit Überlauf-Problem
Bei US News ist Griechenland das schönste Land überhaupt. Und man versteht warum: die weißen Häuser mit blauen Kuppeln auf Santorini, die schwebenden Klöster von Meteora, dazu Hunderte Inseln mit Wasser in jeder erdenklichen Blaustufe. Für viele ist das der Inbegriff von Mittelmeer-Schönheit.
Nur ist Santorini im Hochsommer die Hölle. Kreuzfahrtschiffe spucken Tausende Leute aus, in Oia stehst du beim Sonnenuntergang in einer Menschentraube. Meine Alternative: kleinere Inseln wie Naxos oder Milos. Fast genauso schön, halb so voll, deutlich günstiger. Da bekommst du das Griechenland-Gefühl, ohne dich durch Selfie-Sticks zu quetschen.
Kanada: Rocky Mountains und die nettesten Leute
Kanada landet bei Rough Guides auf Platz drei, und die Rockies sind der Grund. Türkise Bergseen wie Lake Louise und Moraine Lake, endlose Wälder, Bären am Straßenrand, im Norden Nordlicht. Dazu die vielleicht freundlichsten Leute der Welt, ein Ruf, den das Land zurecht hat.
Was du einkalkulieren musst, sind die Distanzen. Kanada ist gigantisch, zwischen zwei Highlights liegen schnell mal viele Fahrstunden. Plan lieber eine Region richtig durch, statt das halbe Land in zwei Wochen abklappern zu wollen. Das geht schief.
Slowenien: die Alpen, die keiner auf dem Schirm hat
Slowenien ist mein Geheimtipp in dieser Liste. Das kleine Land zwischen Italien, Österreich und Kroatien fühlt sich an wie ein Märchen: der Bleder See mit seiner Inselkirche, das türkise Soča-Tal, der Triglav-Nationalpark, dazu die riesigen Tropfsteinhöhlen von Postojna und Škocjan.
Der Clou: Du bekommst Alpen-Schönheit zu einem Bruchteil der Schweizer Preise, und die Massen sind noch nicht da. Wer die Berge liebt, aber weder Schweizer Rechnungen noch Tiroler Gedränge will, der ist in Slowenien goldrichtig. Für mich eines der am meisten unterschätzten Länder Europas.

Südafrika: Safari und Küste in einem Trip
Südafrika liefert das, wovon viele bei „schönstes Land“ nicht sofort denken: Wildlife auf Weltklasse-Niveau. Im Kruger-Nationalpark siehst du mit etwas Glück die Big Five an einem Tag. Dazu die dramatische Kap-Halbinsel, die Garden Route entlang der Küste, das Weinland um Stellenbosch. Kaum ein Land bündelt so viel Verschiedenes.
Und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist stark, gerade Essen und Wein sind für europäische Verhältnisse günstig. Beim Thema Sicherheit solltest du dich aber vorher schlau machen und dich an die lokalen Empfehlungen halten, besonders in den Großstädten. Wer das beherzigt, erlebt einen der abwechslungsreichsten Trips überhaupt.
Peru: Machu Picchu und die Anden
Peru steht bei den Reise-Redaktionen von Condé Nast und Travel+Leisure regelmäßig auf der Schönheitsliste, und Machu Picchu ist der Grund. Die Inka-Stadt im Nebel über dem Urubamba-Tal ist so ikonisch wie kaum ein Ort auf der Welt. Dazu der Regenbogenberg, die weiße Kolonialstadt Arequipa, der Colca-Canyon mit seinen Kondoren.
Zwei Warnungen: Wenn du den klassischen Inka-Trail laufen willst, buch Monate vorher, die Permits sind streng limitiert und schnell weg. Und nimm die Höhenkrankheit ernst, Cusco liegt auf über 3.400 Metern. Gib deinem Körper ein paar Tage zum Akklimatisieren, sonst liegst du flach. Wer auf Andentrekking steht, findet auch im Nachbarland tolle Routen, siehe meine Trekkingtouren in Bolivien.
Indonesien: mehr als nur Bali
Indonesien ist ein Insel-Universum mit über 17.000 Inseln. Die Traumstrände von Bali, der Sonnenaufgang über dem Vulkan Bromo auf Java, der 1.200 Jahre alte Tempel Borobudur, dazu die Komodowarane, die größten Echsen der Welt. Landschaftlich und kulturell ein Kraftpaket.
Bali selbst ist allerdings streckenweise ein Opfer des eigenen Erfolgs, in Canggu und Ubud stapeln sich Cafés und Roller-Karawanen. Meine Alternative: raus aus dem Süden Balis, rüber nach Flores, Sumatra oder auf die Gili-Inseln. Da findest du das Indonesien, für das die Leute eigentlich kommen.
Portugal: viel Küste zum fairen Preis
Portugal ist der Preis-Leistungs-Sieger in Westeuropa. Die zerklüftete Algarve-Küste mit ihren Höhlen und Buchten, die Hügelstadt Lissabon, das gemütliche Porto am Douro, dazu die grünen Vulkaninseln der Azoren und Madeira draußen im Atlantik. Wer Surfen lernen will, ist an der Westküste bei Ericeira oder Sagres genau richtig.
Dazu ist das Essen gut und bezahlbar, ein Land, in dem dein Budget nicht sofort in Rauch aufgeht. Für einen ersten Solo-Trip oder eine entspannte Küstenrunde ist Portugal fast unschlagbar.
