Meine Meinung zur Reiseblogger Szene und Digitale Nomaden

Ich bin seit 2012 Reiseblogger und habe in den letzten Jahren viel gelernt und gesehen. In dem Artikel würde ich gern mal ein Zwischenfazit ziehen. Mehr oder weniger sind das auch nur Kommentare zur Reiseblogger Szene und dem aktuellem Trend um Digitale Nomaden. Ich bin sicher kein Pionier, aber ich habe viele der deutschen Reiseblogs und Digitalen Nomaden Sternchen auf den Schirm gehabt. Derzeit gibt es aber auch eine extrem breite „Mittelschicht“ von Reisebloggern und angehenden Digital Nomaden. Es ist sicher ein positiver Trend, denn ich bin der Meinung, je mehr Menschen so leben desto besser können sich Unternehmen darauf einstellen… Ich will aber jetzt schon ganz explizit darauf hinweisen, dass dieser Artikel nur meine persönliche Meinung und Einschätzung spiegelt. Andere sehen die Dinge vielleicht anders! Vielmehr verstehe ich die Punkte als Diskussionsanregungen.

Warum ich über das Thema schreiben will

Die Inspiration zum Artikel kam von einem anderem Reiseblogger. Dieser jemand ist kein anderer als Patrick von 101places, der im Artikel „Wovor ich als digitaler Nomade davonlief“ seine ganz persönliche Geschichte als Digitaler Nomade wiedergibt. Patrick ist einer der wenigen Reiseblogger, deren Seite ich wirklich regelmäßig (ok – oft) besuche. Nicht nur, weil ich immer wieder schaue was andere Reiseblogger schreiben, sondern auch weil seine Artikel immer sehr ehrlich, authentisch und aufschlussreich sind. Obwohl Patrick introvertiert ist, hat er das Talent andere Menschen zu inspirieren. Man kann sich oft mit dem Artikel und den Erkentnissen daraus identifizieren.

Ich hatte vor Kurzem auch ein Interview mit ihm, in dem ich meine Sicht zum Digitalen Nomadentum kundgetan habe. Was ich dort unter anderem gesagt habe, führe ich spaeter aus… Ein anderer Grund ist der Ausschluss aus einer Reiseblogger Gruppe in Facebook. Das klingt dramatischer als es ist, aber auch so etwas möchte ich im Artikel verarbeiten. Legen wir mal los…

Was passiert gerade in der Reiseblogger Szene

Es ist ja fast Tradition, dass jedes Jahr immer wieder neue Reiseblogs auftauchen. Die meisten davon wollen wie immer nur Freunde und Familie auf dem Laufenden halten, aber immer mehr wollen damit auch etwas dazu verdienen. Das liegt wohl daran, dass viele Reiseblogger damit werben. Neben dem Blog Camp von Conni und Sebastian ist zum Beispiel auch die Blogging University von Ben an den Start gegangen. Was vorher oft individuelles Coaching war, wird jetzt zum massentauglichen Training. Das muss ja nicht schlecht sein, weil dadurch auch der Preis für ein solches Training sinkt. Das Faszinierende ist eher der Markt, der anscheinend immer noch ein großes Potenziel für solche Kurse bieten. Daraus resultiere ich, dass mehr Leute mit dem Bloggen Geld verdienen wollen…

Wie immer lockt das Geld

Wenn das Geld lockt...
Wenn das Geld lockt…

Wenn jemand veröffentlicht, dass er innerhalb von 6 Monaten 20.000 Euro verdient, dann lockt das natürlich Nachahmer an. Wer würde es schon ablehnen zu reisen und nebenbei noch so viel Geld zu verdienen? Ich auch nicht! Die Vorträge und Werbung für ein solches Leben werden immer traumhafter. Die Euphorie lässt sich nach einem Artikel, Workshop oder Gespräch mit einem Reiseblogger oder Digital Nomaden kaum verbergen. Jeder ist der Meinung, dass er/sie das auch schaffen kann. Es wird ja auch jedem Mut gemacht. Versteht mich nicht falsch – Natürlich kann es jeder schaffen, aber das Bild und Image, das verkauft wird ist nicht immer das, was suggeriert wird. Vielmehr steckt extrem viel Arbeit dahinter und der Weg zum Erfolg dauert lange!

Beispiel: Der Digitale Nomade am Strand

Es ist richtig… Als Digitaler Nomade kann ich ortsunabhängig arbeiten, aber sobald ich die tollen Strandbilder von den Nomaden sehe, dann muss ich nur mit dem Kopf schütteln. Jetzt mal ehrlich… Da kann man vielleicht ein paar Stunden E-Mails lesen oder recherchieren, aber richtig was schaffen?! Für mich sieht das so aus: Wenn die Sonne mir länger als 2-3 Stunden auf den Kopf knallt, dann hab ich genug für den Tag. Nicht zu vergessen, dass ich auf dem Bildschirm eh kaum was erkenne, weil die Sonne mich blendet (inklusive anstrengenes Augen zusammenkneifen). Wenn ich dann doch länger sitzen sollte und mich regelmäßig mit Sonnencreme eincreme, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis die Tastatur völlig eingesaut ist. Vergessen wir mal nicht, dass ich auch irgendwann mal wieder Strom brauche. Ich glaube auch nicht, dass die salzhaltige Luft und der Sand so gut für den Laptop wären. Nochmal – natürlich ist das ein überspitztes Beispiel, aber nicht alles was glänzt ist gleich Gold =)

Ein Digitaler Nomade ist nicht gleich Reiseblogger und andersrum

Manchmal habe ich das Gefühl, dass man Reiseblogger und Digitale Nomade gleich setzt. Das eine inkludiert nicht das andere. Das ist eigentliche eine einfache Definitionssache. Ich bin ein Digitaler Nomade, wenn ich ortsunabhängig arbeiten kann! Man kann also jede Art von Job (ob als Freelancer, Selbstständiger oder Blogger) ausführen. In der Vergangenheit könnte man damit viele Expats oder Arbeiter mit einem Telearbeitsplatz als Digitalen Nomaden schimpfen. Die Sache an sich ist nicht neu, aber die Bezeichnung durchaus ein Trend.

Erster Backpack Trip
Erster Backpack Trip als Tramper 2008

Reiseblogger bin ich offensichtlich, wenn ich einen Blog habe und mich mit dem Thema Reisen beschäftige. Den Blog kann man als Business betrachten oder klassisch als Hobby. Man sollte sich vorher Gedanken darüber machen, ob man damit irgendwann mal Geld verdienen will oder nicht. Dementsprechend sollte man auch Zeit oder Geld einplanen, denn ohne Investition (das kann auch Zeit sein) wird man so schnell kein Verdienst sehen. Eine inoffizielle Grundregel sagt, dass man mindestens 1 Jahr braucht, um dann auch was mit dem Reiseblog zu verdienen. Diese Regel gilt meiner Meinung nach vor allem dann, wenn man komplett von 0 anfängt (also kein Netzwerk oder Plattform hat, die einen pushen). Um das Beispiel von oben aufzugreifen (20.000 Euro in 6 Monaten). Das schafft man nur, wenn man vorher Erfahrung gesammelt hat mit anderen Projekten. Wenn man nicht zumindest Kontakte hat, die einem helfen und man selber wirklich weiß was man tut. Niemand sonst wird das Schaffen – Sry Sebastian das musste mal gesagt werden ;).

Immer mehr wollen ein Stück vom Kuchen

Diskussionsstoff hat auch der Reiseblogger Kodex auf die Tagesordnung gebracht. Der Reiseblog Kodex ist eine freiwillige Gemeinschaft von Reisebloggern, die sich an einen Ehrenkodex halten wollen. Dies soll Vertrauen beim Leser erzeugen und dem Blogger ein professionelles Verhalten bescheinigen. Dieser Kodex möchte jetzt für ein Einzelprofil Geld (50 Euro?!) haben. Nun, neue Reiseblogger möchten jetzt meinen, dass dies ganz wichtig ist um sich so dem Leser zu präsentieren. Ich glaube es ist nicht sehr sinnvoll

Ich muss aber dazu betonen, dass ich es für eine gute Sache halte, wenn man sich an gewisse Grundregeln hält. Diese werden aber schon durch andere Instanzen gegeben. Zum Beispiel den Google Webmaster Richtlinien oder dem Grundgesetz (z.B. Urheberrecht)… Ich habe auch noch nie von einem Leser gehört, dass er nur auf eine Seite geht, weil der- oder diejenige im Blogger Kodex ist. Zumal ich auch nicht glaube, dass sich alle im Kodex an die beschriebenen Regeln halten (ob nun wissentlich oder nicht ist wieder eine andere Frage).

Fehlender Respekt und Toleranz unter Reisebloggern

Vielmehr ärgere ich mich um den fehlenden Respekt und Toleranz gegenüber anderen Reisebloggern. Ich war leider nie ein Fan davon auf irgendwelche Events zu fahren, viel Geld dafür zu bezahlen und mir Vorträge anzuhören. Der einzige Grund, der Sinn für mich macht dahin zu fahren, ist das Networking. Ich halte es auch für sehr wichtig, dass man sich mit anderen austauscht und oder gemeinsam mal etwas umsetzt. In der Masse ist man oft viel erfolgreicher. Allein (also wenn niemand für einen arbeitet) kann man ja auch kein Apple, Microsoft oder Facebook aufbauen… Ich bin mir sicher, dass viele ganz tolle Business-Ideen haben, aber einfach nicht die Mittel um diese umzusetzen. Ein Projekt, was ich erst in der Planung hatte, musste ich schlichtweg aufgeben, weil es zu groß war! Wenn man ganz allein arbeitet, muss man halt auch alle Bereiche abdecken. Es macht vielmehr Sinn unterschiedliche Charaktere und Talente in einem Team zu haben.

Ausschluss aus einer Reiseblogger Community

Networking ist wichtig
Networking ist wichtig

Was ich eigentlich schreiben wollte… Vor einigen Monaten kam ich zu einer Facebook Gruppe mit ca. 30 anderen Reisebloggern, die auf einem ähnlichen Stand waren wir ich. Es wurden viele Themen diskutiert und Beitrage geteilt. Ich konnte viele Tipps und Hinweise verarbeiten und bin den Beteiligten dafür auch sehr dankbar. Nachdem ich einen Blog, den ich SEO-technisch betreue, gepostet und nach Feedback gefragt habe, wurde ich leider etwas beschimpft wie frauenfeindlich und wiederwertig der Reiseblog doch sei. Ein anderes Mal habe ich nach den Preisen für ein FB Post gefragt. Ich wurde dann erst einmal darauf hingewiesen, dass ich den FB Post als „Sponsored“ hätte markieren sollen. Nun… ich habe noch nie einen FB Post von einem Reiseblogger gesehen, der als bezahlt markiert war! Dabei bin ich mir zu 100% sicher, dass es davon schon einige gab, die für einen Kunden geworben haben. Zumindest haben die beiden Aktionen gereicht um bei manchen in Ungnade zu fallen… Ich wurde gebeten die Gruppe zu verlassen.

Ich fand das sehr schade und unverständlich, denn letztendlich muss jeder selber entscheiden was er mit seinem Reiseblog macht. Manche sehen eben ihren Reiseblog als Business an. Ich muss doch noch selber entscheiden können dürfen mit welchen Kunden ich zusammenarbeite und wie ich das mache… Ich sage anderen Reisebloggern ja auch nicht wie sie Ihren Blog zu führen haben. In dem Sinne spielt der Blogger Kodex schon eine wichtige Rolle. ABER, wenn ich eine andere Business Strategie verfolge und weder durch gesetzliche, noch durch andere Bestimmungen und Regeln bestraft wurde, dann kann ich doch gar nicht so viel falsch gemacht haben, oder? Ich halte es für wichtig, dass jeder sein Ding macht und unterschiedliches ausprobiert, anstatt alles nur nachzuahmen.

Gerade weil es so viele unterschiedliche Sichtweisen gibt, werden auch die unterschiedlichsten Reiseblogs von den Leuten gelesen. Ganz egal, ob ich nun der emotionale oder informative Typ bin. Findet jemand die Seite nicht gut, wird er nicht mehr wiederkommen. Ganz einfach! Gerade als Reisender muss man doch so viel Courage mitbringen andere zu akzeptieren, respektieren und tolerieren…

Wenn ich mir das nochmal durchlese klingt das wie eine verwirrende Schimpftirade… Es geht hier gegen keine Personen. Mir geht es um das Gefühl, was ich derzeit habe. Ich habe ANGST mich mit anderen Reisebloggern auszutauschen, weil ich denke, dass diese meine Art nicht mögen / tolerieren. Ich bin nicht erfolgreich genug um zu sagen „Ach geht mir doch am Arsch vorbei“. Ich bin aber selbstbewusst genug, um die Art und Weise einfach Scheiße zu finden und nicht einfach so hinzunehmen…

Der Steile Trend als Digitaler Nomade

Ich habe es oben schon einmal angedeutet… Ich finde der Trend um Digital Nomaden wird derzeit etwas hochgeschaukelt. Die Arbeitsform ist nicht neu und gab es vorher schon. Vielmehr wird jetzt der Lifestyle verkauft. Es spielt ja noch viel mehr im Begriff Digitaler Nomade mit rein. Im gleichen Atemzug wird oft das Wort Minimalismus benutzt. Minimalist ist man, wenn man wirklich nur die nötigsten Dinge zum Leben besitzt. Das heißt nicht, dass man auf Luxusgüter verzichten muss! Backpacker sind ja für die Zeit auf Reisen auch Minimalisten! In Medien und manchen Workshops wird es aber als etwas völlig Revolutionäres aufgebauscht. Es ist ja auch unpraktisch mit Möbeln, 3 Koffern Kleidung und unbeschreiblich viel Kram alle paar Monate umzuziehen… Digitale Nomaden sind aber auch nicht gleich Backpacker. Das liegt vor allem auch daran, dass Digitale Nomaden bevorzugen etwas länger an einem Ort zu bleiben. Man kann das als Backpacker zwar auch machen, aber meist bleibt man nicht länger als zwei Wochen an einem Ort.

Das Digital Nomadentum ist nicht die Lösung für alle Probleme

Es gibt immer mehr als eine Lösung
Es gibt immer mehr als eine Lösung

Ich sehe immer leuchtende Augen, wenn ich jemanden erzähle, wie man als Digitaler Nomade lebt. Die Faszination zu Reisen und nebenbei noch Geld zu verdienen ist für viele sehr verlockend. Kaum einer fragt wie viel Zeit man mit der Arbeit verbringt. Kaum einer fragt nach den Problemen und Nachteilen als Digitaler Nomade. Zu schön ist der Traum einfach nur zu reisen und das auch noch irgendwie zu finanzieren. Viele wollen einfach aus ihrem Alltagstrott raus und das Abenteuer erleben. Dabei ist das digitale Nomaden Leben gar nichts für jeden und die Probleme aus dem Alltag haben einen ganz anderen Grund.

Auch hier wieder ein überspitztes Beispiel. Du hast einen typischen 8 bis 17 Uhr Job, verdienst durchschnittlich, dein Boss nervt nur und generell ist die Arbeit ziemlich langweilig. Nach der Arbeit bist du trotzdem irgendwie K.O. und hast keine Lust mehr was zu unternehmen. Zu Hause wartet vielleicht der/die Freund/in und am Wochenende wird ab und zu mal was unternommen. Natürlich hast du auch Freunde und Familie, aber grundsätzlich schon alles ziemlich durchschnittlich. Du fragst dich also was du bisher mit deinem Leben angefangen hast und wie das weitergehen soll. Du surfst etwas im Internet und auf einmal triffst du auf so einen Digitalen Nomaden, der dir den Himmel auf Erden erzählt. Ab da lässt sich dieser Traum nicht mehr los…

Nun kommen wir gleich mal zu den Nachteilen als Digitaler Nomade, an die du vielleicht nicht gleich denkst. Danach komme ich mal zu den typischen Alltagsproblemen und einigen Lösungsansätzen…

Nachteile eines Digitalen Nomaden

Nachdem ich nochmal etwas geschaut habe, macht es vielleicht nicht viel Sinn jetzt alle Probleme als Digitaler Nomade nochmal aufzukochen, da ich oben schon etwas verlinkt habe und ihr, nachdem ihr Google angeworfen habt, auch noch viel mehr Quellen findet. Trotzdem möchte ich die aus meiner Perspektive wichtigsten Punkte nochmal kurz erwähnen.

  1. Als Digitaler Nomade hast du kein wirkliches zu Hause! Das ist in dem Sinne wichtig zu wissen, weil du es dir nirgends richtig heimisch machen kannst. Du bist an einem Ort ja nie wirklich länger als ein paar Monate. Deine nächste Zwischenstation zu Leben wird nicht immer im selben Land sein. Du wirst wahrscheinlich nicht das Bett austauschen können, in dem du schläfst und du musst dich mit den Gegebenheiten, die du vor Ort vorfindest, abfinden. Wenn die Dusche nicht richtig funktioniert, dann wirst du sehr wahrscheinlich damit leben müssen =)
  2. Jede Art von Beziehung ist eher schwierig! Richtige Freundschaften gibt es vor Ort nur selten. Dir wird ab und zu ein tiefes Gespräch fehlen. Sexuelle Kontakte findet man immer, aber irgendwann sehnt man sich doch mal nach einem Partner. Ganz zu schweigen von dem Aufwand mit deinen echten Freunden in Kontakt zu bleiben. Manchmal nervt es auch neue Leute kennenzulernen, weil es am Anfang immer dieselben Fragen sind…
  3. Du musst mehr Arbeiten als du denkst! Von nichts kommt nichts. Du musst dir das Leben als Digitaler Nomade auch verdienen. Je nach Land hast du ungefähr dieselben Ausgaben wie in Deutschland. Die musst du auch erstmal verdienen. Als Backpacker gebe ich ca. 600-1000 Euro pro Monat aus. Wenn du dein Business gerade erst gestartet hast, dann wird es etwas dauern um mal etwas Pause zu machen. Aber immerhin kannst du arbeiten wann du willst. Keiner schenkt dir was! Du musst als Unternehmer bestehen. Das muss dir mit allen Risiken und Vorzügen, die die Selbständigkeit mit sich bringt, bewusst sein.

Deine Probleme und mögliche Lösungsansätze

Emotionale Geschichte eines Mannes
Wenn das Leben auf einmal langweilig und doof ist

Kommen wir zu dem obigen Beispiel zurück. In dem Beispiel ist die Person davon überzeugt ihr Leben ändern zu können, wenn sie/er einen Weg findet sich als Digitaler Nomade zu etablieren. Mal davon abgesehen, dass die meisten Leute eh nur Reisen wollen, musst du Fähigkeiten besitzen einen Job auszuführen, den du von überall wahrnehmen kannst. Hast du diese, kann man schon weiter in die Richtung überlegen. Aber vorher würde ich noch ein paar Schritte zurückgehen und überlegen warum ich derzeit so unzufrieden bin mit dem Leben.

Fühlt man sich gestresst und ausgebrannt, ist vielleicht eine Pause ganz gut?! Vielleicht magst du einfach weniger arbeiten, dann kann man mit dem Arbeitgeber reden und versuchen von 40 auf 32 Stunden zu reduzieren. Vielleicht willst du aber auch eine längere Pause am Stück (Sabbatical) machen und zwischen 3-12 Monaten vom Job aussetzen. Das sind schon zwei Möglichkeiten, die man mit seinem Arbeitgeber besprechen kann. Vielleicht ist dein Job schon ortsunabhängig und du könntest theoretisch auch von zu Hause arbeiten? Home Office wäre in vielen Fällen auch ein sinnvoller Schritt Richtung Digital Nomade. Natürlich wenn der Arbeitgeber das mitmacht. Übrigens zählt die Ausrede nicht, dass man mit dem Boss über so etwas nicht reden kann oder man Angst hat, dass man vielleicht mittelfristig entlassen werden könnte. Du solltest dir deiner Fähigkeiten schon bewusst sein. Ein gesundes Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorausgesetzt!

Nachdem wir den Probleme und Lösungen im Job geklärt hätten, kommen wir mal zu deiner Freizeit. Du suchst also das Abenteuer und möchtest Reisen. Nun hast du denn schon alles in deiner Umgebung abgegrast? Kennst du jeden Winkel in deiner Umgebung. Ich wage mal zu behaupten, dass wir Deutschen unser Land reisetechnisch deutlich unterschätzen. Außerdem sind wir in Europa und jegliche Ziele sind meist nicht weiter als drei Flugstunden entfernt. Da reicht oft ein verlängertes Wochenende für eine Städtetour.

Ach…?! Die Abenteuer im Ausland sind spannender? Nun gut, du wirst vielleicht keinen 6000er besteigen können, aber vielen Aktivitäten kannst du auch in Deutschland nachgehen. Hast du dich mal erkundigt, ob es in der Gegend eine Kletterwand, Tauchkurse, Gleitflüge und Co. gibt? Du wärst überrascht was es alles gibt. Vielleicht hast du eher ein Motivationsproblem? Man muss auf gut deutsch gesagt nur mal seinen Arsch hochkriegen! Ich sage das aus eigener Erfahrung, weil ich in Deutschland dazu tendiere etwas fauler zu sein…

Zum letzten Punkt! Der Liebe! Die Beziehung ist zwar ganz toll, aber irgendwie auch nicht mehr das was es mal war oder du bist im Urlaub viel lockerer und träumst davon den Partner fürs Leben zu finden, der mit dir die Welt erkundet. Nun lass mich dir sagen, außer kurzen Affären und Abenteuern findet man meistens nichts. Ganz zu schweigen von den kulturellen Unterschieden, die man oft unterschätzt. Vielleicht überdenkst du deine Beziehung und bringst selber wieder etwas Schwung in die Sache? Es gibt auch Swingen oder polygame Beziehungen, über die wenige sprechen, die aber immer beliebter werden… Als Single kann ich nur unterstreichen, dass man sein Ding machen muss und vielleicht mal über seinen Schatten springen muss, um jemanden anzusprechen (bitte nicht in Clubs, da gibt es meist eine ganz andere Erwartungshaltung).

Fazit zu meinen Gedanken

Es ist nicht so, dass ich unzufrieden bin mit der Situation, aber ich bin auch nicht zufrieden. In dem Artikel wollte ich wirklich nur meine aktuellen Gedanken zur Situation darlegen. Ich finde es ist immer gut Vorhandenes in Frage zu stellen…

Ich empfinde den derzeitigen Hype um die Digital Nomaden nervig, weil es etwas ist, was es vorher schon gab, und nichts Neues oder Revolutionäres ist. Viele springen gerade auf diesen Zug auf und ich frage mich wirklich, ob ich das Bild und Image, was von vielen Blogs verkauft wird, so weiter transportieren und suggerieren will.

Die Reiseblogger Szene wird immer größer und ich mag es, dass man sich mehr abspricht und austauscht, denn dadurch findet man auch einen Konsens, um sich gegenüber Unternehmen zu präsentieren. Das gilt vielleicht eher für businessorientierte Reiseblogs?! Mir fehlt aber mehr Toleranz und Verständnis. Jeder muss für sich selber entscheiden dürfen wie er Dinge macht. Selbst wenn es nur der Erfahrung wegen ist.

Sich als Digitaler Nomade zu etablieren und den Lifestyle anzunehmen ist nicht die Lösung für jeden! Man muss sich den Nachteilen bewusst sein und fundamental mit seinem aktuellen Leben beschäftigen. Es gibt für alles eine Lösung, nur ist es das Digitale Nomaden Leben nur für wenige die richtige! Es wird meiner Meinung nach eine Nische bleiben. Das gilt allerdings nicht für die allgemeine Entwicklung in Unternehmen, die immer offener für diese Arbeitsformen werden. Unter anderem auch, weil der Trend in Generation Y in die Richtung geht.