Backpacking in Simbabwe
Es gibt Länder, die kennt jeder wegen einer einzigen Sehenswürdigkeit. Simbabwe ist so ein Fall. Victoria Falls kennt jeder, den Rest des Landes kaum jemand. Dabei liegt zwischen den Wasserfällen im Nordwesten und den Bergen an der Grenze zu Mosambik ein Land, in dem du an einem Vormittag zu Fuß Nashörnern hinterherlaufen und am selben Abend in einer Steinruine sitzen kannst, die älter ist als jede Kathedrale in Deutschland. Und meistens bist du dabei ziemlich allein.
Simbabwe hat keine Küste. Kein Meer, keine Strände, kein Inselhopping. Was es hat, ist der Sambesi, ein Stausee so groß wie ein kleines Land und eine der besten Wildnis-Infrastrukturen im südlichen Afrika. Wer aus dem Nachbarland Südafrika anreist, merkt den Unterschied sofort: weniger Zäune, weniger Menschen, deutlich mehr Improvisation. Reden wir also über die Parkgebühren, die 2026 kräftig angezogen haben, über zwei Routen, über den Nachtzug und darüber, wo du dein Geld in diesem Land wirklich verbrennst.
Reisen in Simbabwe ist anders
Der Tourismus in Simbabwe ist extrem ungleich verteilt. Rund um Victoria Falls ist alles durchorganisiert: Shuttles, Aktivitätsbüros, Backpackers mit Pool, Leute, die dir auf der Straße Rafting verkaufen. Fahr zwei Stunden weiter und du stehst plötzlich vor einem Nationalparktor, an dem der Ranger dein Geld in ein Quittungsbuch mit Kohlepapier einträgt. Beides ist Simbabwe. Der Sprung dazwischen ist größer, als du denkst.
2025 hat das Forbes Magazine Simbabwe zum weltweit besten Reiseziel gekürt. Das hat im Land für ordentlich Selbstbewusstsein gesorgt, und man merkt es an den Preisen. Anfang 2026 hat die Parkbehörde ZimParks ihre Tarife angehoben, weil auf touristische Leistungen jetzt Mehrwertsteuer erhoben wird. Der Eintritt in den Regenwald an den Victoria Falls kostet internationale Besucher seitdem 58 USD, also rund 51 Euro pro Person und Tag. Vor ein paar Jahren waren es noch 30 USD. Für einen Blick auf einen Wasserfall ist das viel Geld, und ich sage das als jemand, der die Fälle richtig gut findet.
Die zweite Sache, die dich sofort trifft: Bargeld. Simbabwe hat 2024 den ZiG (Zimbabwe Gold) als Landeswährung eingeführt, aber im Tourismus läuft praktisch alles über US-Dollar. Das Auswärtige Amt schreibt es unmissverständlich: Kartenzahlung und Geldautomaten funktionieren nicht landesweit zuverlässig, Kreditkarten werden selten akzeptiert. Du reist mit einem Bündel Bargeld ein, punkt. Nimm viele kleine Scheine mit, weil Wechselgeld ein Dauerproblem ist. Und deklariere größere Summen bei der Einreise, die Freigrenze für die zollfreie Einfuhr von Waren liegt bei 2.000 USD.
Wer mit der Erwartung anreist, hier billig Party zu machen wie in Südostasien, wird enttäuscht. Man verliert nur Geld. Simbabwe lohnt sich, wenn du Wildnis willst und bereit bist, dafür Eintritt zu zahlen.
Kultur in Simbabwe
Die Verfassung von 2013 erkennt sechzehn Amtssprachen an. Sechzehn. Praktisch relevant sind für dich Englisch als Verkehrssprache, Shona im Zentrum und Norden sowie Ndebele im Westen rund um Bulawayo. Etwa sieben von zehn Simbabwern sind Shona, die Ndebele stellen die größte Minderheit. Diese Trennung ist nicht nur folkloristisch. Sie zieht sich durch Politik, Musik und Alltagshumor, und wer in Bulawayo anfängt, auf Shona zu grüßen, erntet manchmal ein müdes Lächeln.
Was mich in Simbabwe wirklich weggehauen hat, ist die Bildhauerei. Die Shona-Steinskulptur ist keine Touristenware, sondern eine Kunstrichtung, die es in Museen von New York bis Paris geschafft hat. Serpentin, Springstone, Opalstein. Im Chapungu Sculpture Park bei Harare und in der Künstlerkolonie Tengenenge nördlich der Hauptstadt siehst du das in echt. Kaufen kannst du auch, nur: Bei größeren Mengen Kunsthandwerk und Shona-Skulpturen, die zum Verkauf bestimmt sind, brauchst du eine Genehmigung des Zolls. Für ein Stück im Rucksack ist das kein Thema.
Musikalisch führt kein Weg an der Mbira vorbei, dem Daumenklavier, das in Shona-Zeremonien seit Jahrhunderten gespielt wird. Daraus ist Chimurenga-Musik entstanden, politisch aufgeladen, groß gemacht von Thomas Mapfumo. Der zweite Name, den du hören wirst, ist Oliver Mtukudzi. „Tuku“ ist 2019 gestorben und wird im Land immer noch behandelt wie ein Nationalheiliger.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten in Simbabwe
Simbabwe hat fünf UNESCO-Welterbestätten, was für ein Land dieser Größe ordentlich ist. Die Liste unten mischt die Welterbestätten mit ein paar Orten, die kaum jemand auf dem Schirm hat. Wer im Land unterwegs ist, kann die meisten davon mit dem eigenen oder einem gemieteten Fahrzeug abklappern.
- Great Zimbabwe National Monument bei Masvingo
- Khami Ruins westlich von Bulawayo
- Matobo Hills mit San-Felsmalereien
- Mosi-oa-Tunya / Victoria Falls
- Mana Pools, Sapi und Chewore am Sambesi
- Ziwa Ruins im Nyanga Nationalpark, terrassierte Hänge aus vorkolonialer Zeit
- Naletale und Dhlodhlo, die Ruinen mit den schönsten Mustermauern des Landes
- Chinhoyi Caves mit dem „Sleeping Pool“
- Domboshava Cave nördlich von Harare
- Chapungu Sculpture Park, Harare
- Tengenenge Sculpture Community bei Guruve
- National Gallery of Zimbabwe, Harare
- Natural History Museum Bulawayo
- Railway Museum Bulawayo
- Mbare Musika, der größte Markt Harares
- Old Bulawayo, der rekonstruierte Königskraal von Lobengula
Simbabwe-Reise: Was gibt es zu beachten?
Jetzt der Teil, den viele Reiseblogs weglassen, weil er unbequem ist. Simbabwe hat Regeln, die dich in echte Schwierigkeiten bringen können, wenn du sie nicht kennst.
Fotografieren. Militäranlagen, Soldaten, Polizisten und sicherheitsrelevante Gebäude zu fotografieren ist verboten. Das State House an der Borrowdale Road in Harare fällt darunter. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass diese Regel sehr weit ausgelegt wird: Es gab Verhaftungen wegen Landschaftsfotos, auf denen zufällig Farmen von Regierungsmitgliedern zu sehen waren. Tarnkleidung zu tragen ist ebenfalls verboten, die ist ausschließlich dem Militär vorbehalten. Pack die Camouflage-Hose also zu Hause aus.
Berichten. Ohne staatliche Akkreditierung dürfen Ausländer nicht über aktuelle Entwicklungen im Land berichten. Und „berichten“ umfasst laut Auswärtigem Amt auch das Sammeln von Informationen, Gespräche mit der Bevölkerung und das Filmen mit der Handykamera. Für Reiseblogger und Content Creator ist das ein Punkt, den man wirklich ernst nehmen sollte. Kein Vlog vor dem Parlament.
Geld. Bring saubere US-Dollar-Scheine mit, möglichst Ausgabejahr 2006 oder später. Zerrissene oder bekritzelte Noten werden dir zurückgegeben. Kleine Stückelungen sind Gold wert.
Straße. Linksverkehr. Der internationale Führerschein ist erforderlich und gilt nur zusammen mit dem deutschen. Straßenzustand oft schlecht, Ampeln funktionieren häufig nicht, nachts stehen Tiere auf der Fahrbahn. Fahr nach Einbruch der Dunkelheit nicht über Land, das ist keine Vorsichtsfloskel, sondern der häufigste Grund für ernste Unfälle. Nimm bei Überlandfahrten immer genug Trinkwasser und Sprit mit, die Versorgung an Tankstellen ist nicht flächendeckend gesichert.
LGBTIQ. Homosexuelle Handlungen sind strafbar, es drohen Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Haft. Die Regierung verurteilt das öffentlich. Das gehört in einen ehrlichen Reiseartikel, auch wenn es unangenehm ist.
Malaria. Ganzjährig hohes Risiko im Norden und Nordwesten, also auch an den Victoria Falls und in Mana Pools. Harare und Bulawayo haben ganzjährig mittleres Risiko. Hwange und Matobo liegen von September bis Mai im hohen Risiko. Mehr dazu weiter unten.
Backpacker Routen in Simbabwe
Backpacker Routen in Simbabwe sind einfacher zu planen als in vielen Nachbarländern, weil das Straßennetz sternförmig auf Harare und Bulawayo zuläuft. Der klassische Korridor ist Harare, Bulawayo, Hwange, Victoria Falls. Den fahren Busse mehrmals täglich, und der Nachtzug bedient die letzte Etappe. Alles, was von dieser Achse abzweigt, kostet dich Zeit und meistens ein Fahrzeug.
Wie immer entscheidet dein Budget mit, wie die Route aussieht. Der Unterschied zwischen einem Simbabwe-Trip für 40 Euro am Tag und einem für 150 Euro am Tag ist nicht der Komfort, sondern der Zugang. Mana Pools, Gonarezhou und die abgelegenen Ecken von Hwange erreichst du ohne Fahrzeug praktisch nicht. Wer nur mit Bus und Zug unterwegs ist, sieht ein anderes Simbabwe. Kein schlechteres, aber ein anderes. Hier zwei Vorschläge, mal kurz, mal richtig lang:
Route 1: Der Klassiker (14-18 Tage)
- 2-3 Tage: Harare, Mbare Musika und Chapungu Sculpture Park
- 1-2 Tage: Great Zimbabwe bei Masvingo, die Ruinen früh morgens vor der Hitze
- 2-3 Tage: Bulawayo als Basis, Railway Museum und Khami Ruins
- 1-2 Tage: Matobo Hills, Nashorn-Tracking zu Fuß und San-Felsmalereien
- 3-4 Tage: Hwange Nationalpark, mindestens einen ganzen Nachmittag am Wasserloch verbringen
- 3-4 Tage: Victoria Falls, Regenwald-Rundgang plus eine Adrenalin-Aktivität
- 1 Tag: Tagesausflug in den Chobe Nationalpark nach Botswana
- 1 Tag bzw. Nacht: Sunset Cruise auf dem oberen Sambesi und Township-Tour in Chinotimba
Route 2: All or Nothing (32-42 Tage)
Die oben genannten Ziele sind auch hier Teil des Trips
- 3-4 Tage: Nyanga Nationalpark, Aufstieg auf den Mount Nyangani (2.592 m)
- 1-2 Tage: Mutarazi Falls mit Skywalk über der Schlucht
- 2-3 Tage: Bvumba Mountains bei Mutare, Nebelwald und Castle Beacon
- 4-5 Tage: Chimanimani Nationalpark, Bailey’s Folly hoch zur Mountain Hut und weiter Richtung Mt Binga
- 1-2 Tage: Chirinda Forest bei Chipinge, der südlichste Tieflandregenwald Afrikas
- 4-6 Tage: Gonarezhou Nationalpark, Chilojo Cliffs bei Sonnenuntergang
- 3-4 Tage: Mana Pools, geführte Fußsafari auf der Überschwemmungsebene
- 2-3 Tage: Kariba Town und Matusadona am See
- 1-2 Tage: Fährüberfahrt Kariba nach Mlibizi, 22 Stunden über den Stausee
- 1-2 Tage: Chinhoyi Caves auf dem Rückweg nach Harare
- 2-3 Tage: Mehrtages-Kanutour auf dem oberen Sambesi ab Victoria Falls
- 1-2 Tage: Tengenenge Sculpture Community bei Guruve

Reisezeiten in Simbabwe
Die Trockenzeit von Mai bis Oktober ist die Standardantwort, und sie stimmt für Wildbeobachtung auch. Das Gras ist kurz, die Tiere sammeln sich an den wenigen Wasserstellen, du siehst schlicht mehr. In Hwange kannst du dich im Oktober an ein Wasserloch setzen und musst gar nichts mehr tun.
Für die Victoria Falls gilt das Gegenteil. Der Hochwasserstand liegt zwischen Februar und Mai, dann donnern die Fälle mit voller Wucht. Das Problem: Die Gischt ist dann so dicht, dass du auf halber Strecke nichts mehr siehst außer weißer Wand. Du wirst nass bis auf die Unterhose. Bei Niedrigwasser im September bis Dezember siehst du dafür die Felskante, die Wassermenge ist aber deutlich kleiner. Ich würde September oder Oktober nehmen, das ist der beste Kompromiss zwischen Wasser und Wild. Der Devil’s Pool auf sambischer Seite ist ohnehin nur bei Niedrigwasser geöffnet, grob von Mitte August bis Mitte Januar.
Von November bis April ist Regenzeit. Überschwemmungen und Erdrutsche können Straßen unpassierbar machen, mehrere Nationalparks schließen Pisten komplett. Dafür ist alles grün und du hast die Orte für dich. Im Juni und Juli wird es nachts in Hwange und in den Eastern Highlands saukalt, teils um den Gefrierpunkt. Der Oktober heißt im Volksmund „suicide month“, weil im Tiefland regelmäßig über 40 Grad erreicht werden. Pack für beides.
Backpacker Budget in Simbabwe
Simbabwe ist eines dieser Länder, in denen das tägliche Leben spottbillig ist und der Tourismus überraschend teuer. Ein Teller Sadza mit Fleisch in einem lokalen Lokal kostet dich unter drei Euro. Ein Tag Rafting unterhalb der Fälle kostet 152 Euro. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt deine gesamte Budgetplanung.
Der Kostentreiber sind die Parkgebühren, und die sind Anfang 2026 mit der Mehrwertsteuer angezogen. Hwange und Mana Pools kosten internationale Besucher jetzt jeweils 24 USD pro Person und Tag, also rund 21 Euro. Der Regenwald an den Victoria Falls schlägt mit 51 Euro zu Buche. Wenn du eine Woche lang jeden Tag in einem Park bist, hast du allein dafür über 140 Euro liegen gelassen, bevor du irgendwo geschlafen oder gegessen hast.
Tägliches Budget pro Person etwa 55 Euro
- Unterkunft 12-30 Euro
- Essen 6 Euro
- Wasser 1,50 Euro
- Öffentlicher Transport 2 Euro
- Überlandtransport 12 Euro
- Parkgebühren und Eintritte im Schnitt 15 Euro
Wer zwei Wochen bleibt und an vier Tagen etwas Größeres macht, sollte 250 bis 400 Euro extra einplanen. Rafting, Helikopterflug und Chobe-Tagestour sind jeweils dreistellig.
Preiswert in Simbabwe Reisen
Selbstversorgung funktioniert in Simbabwe gut. Die Supermarktketten OK Zimbabwe, TM Pick n Pay und Spar gibt es in jeder größeren Stadt, und wer sich Sadza-Mehl, Gemüse und Bohnen kauft, kommt für ein paar Euro am Tag durch. In den Nationalpark-Camps darfst du selbst kochen, Braai-Stellen sind meistens vorhanden. Hier ein paar Preise aus dem Alltag, umgerechnet mit rund 0,88 Euro je US-Dollar:
- Kombi (Sammelminibus) innerhalb der Stadt: 0,45 bis 0,90 Euro
- Teller Sadza mit Fleisch im lokalen Lokal: 2 bis 4 Euro
- Streetfood-Portion: 1,80 bis 4,50 Euro
- 1,5 Liter Wasser aus dem Supermarkt: rund 1 Euro
- Lokalbier (Zambezi, Bohlingers) in der Bar: 1,50 bis 3 Euro
- Hauptgericht im touristischen Restaurant in Victoria Falls: 12 bis 22 Euro
- Transfer Victoria Falls Airport in den Ort (Shuttle, ab 2 Personen): 25 Euro
- Transfer Hotel zu Hotel bzw. zur Grenze in Victoria Falls: 11 Euro
- Fahrradtour rund um Victoria Falls: 53 Euro
- Mietwagen Mittelklasse: ab etwa 50 Euro am Tag, 4×4 ab etwa 100 Euro
Beim Überlandverkehr hast du im Prinzip drei Möglichkeiten, und der Preisunterschied ist erheblich. Verlässliche Buslinien mit festen Fahrplänen sind City Link Coaches, Eagle Liner und Extracity. Die fahren Harare, Gweru, Bulawayo, Hwange und Victoria Falls an, haben Bordtoilette und legen etwa alle drei Stunden eine Pause ein. Für die Strecke Harare nach Victoria Falls musst du grob 16 bis 22 Euro und zehn bis zwölf Stunden einplanen. Buch online oder am Schalter, nicht bei den Typen, die dich am Busbahnhof ansprechen.
Die Alternative ist der Zug, und der ist absurd billig. Die offizielle Tariftabelle der National Railways of Zimbabwe listet für Bulawayo nach Victoria Falls 12 USD im Schlafwagen, 10 USD in der zweiten Klasse und 6 USD in der Economy. Das sind rund 11, 9 und 5 Euro. Bulawayo nach Harare kostet im Schlafwagen ebenfalls 12 USD, Harare nach Mutare 7 USD. Der Haken kommt gleich im Abschnitt zum Zugfahren.
Und dann sind da die Kleinbusse, die überall halten und fast nichts kosten. Das Auswärtige Amt rät ausdrücklich von Überlandfahrten mit öffentlichen Bussen ab, weil viele wegen fehlender Ersatzteile in schlechtem technischem Zustand sind. Für kurze Strecken innerhalb einer Stadt sind Kombis völlig okay. Für 400 Kilometer Nachtfahrt würde ich sie nicht nehmen.
Wer Zeit sparen will, fliegt. Es gibt Verbindungen nach Harare, Victoria Falls und Bulawayo. Eine Warnung dazu: Die Europäische Kommission hat für Air Zimbabwe eine Betriebsuntersagung für den europäischen Luftraum ausgesprochen, die Airline steht auf der EU-Liste unsicherer Fluggesellschaften. Preise für Inlandsflüge schwanken so stark, dass ich hier bewusst keine Zahl hinschreibe. Schau direkt bei den Anbietern.
Backpacker Unterkünfte in Simbabwe
Die Unterkunftslandschaft in Simbabwe ist zweigeteilt. In Victoria Falls gibt es eine echte Backpacker-Szene mit mehreren Hostels, Pool, Bar und Vermittlung von Touren. Shoestrings mitten im Ort ist der Klassiker, laut, gesellig und für Frühaufsteher grenzwertig. Wer lieber schläft, sucht sich was Ruhigeres. Außerhalb von Victoria Falls wird es dünn: In Harare und Bulawayo findest du eher Guesthouses und Backpacker-Lodges als klassische Dorms, und in kleineren Orten läuft alles über einfache Lodges oder Campingplätze.
Der große Unterschied zu Tansania oder Kenia ist ZimParks. Die staatliche Parkbehörde betreibt in fast jedem Nationalpark eigene Campingplätze, Chalets und Lodges. Preislich ist das oft die einzige bezahlbare Möglichkeit, überhaupt im Park zu übernachten. Qualitativ musst du deine Erwartungen runterschrauben. In Nyamepi am Sambesi funktionieren die Spültoiletten meistens, warmes Wasser gibt es über Holzboiler und manchmal gar nicht. Toilettenpapier bringst du selbst mit. Dafür stehen abends Elefanten zwischen den Zelten, und das ist kein Werbespruch, sondern der Grund, warum du dort schläfst.
Grobe Preisspannen, die ich 2026 gesehen habe:
- Dorm-Bett Victoria Falls: 15 bis 25 Euro
- Zelt-Stellplatz Victoria Falls: 8 bis 15 Euro
- Guesthouse-Doppelzimmer Bulawayo: 30 bis 55 Euro
- Guesthouse-Doppelzimmer Harare: 35 bis 70 Euro
- Overland-Campsite entlang der Hauptrouten: 18 bis 27 Euro pro Person
- ZimParks-Camping Nyamepi (Mana Pools): rund 20 Euro pro Person und Nacht
- ZimParks-Chalet in Hwange Main Camp: ab etwa 45 Euro
- Mittelklassehotel Victoria Falls: 105 bis 175 Euro
- Safari-Lodge mit Vollpension und Pirschfahrten: ab etwa 350 Euro pro Person und Nacht
Zwei praktische Warnungen. Erstens: ZimParks-Unterkünfte musst du früh buchen, für Mana Pools in der Hochsaison eher sechs bis zwölf Monate vorher. Die Buchung läuft über die Behörde oder einen Agenten, und der Prozess ist zäh. Zweitens: Zwischen Juli und Oktober ist Victoria Falls voll. Wer spontan anreist, zahlt drauf. Als Alternative würde ich in dieser Zeit über die Grenze nach Livingstone auf sambischer Seite schauen, dort sind die Betten meistens günstiger.
Couchsurfing funktioniert in Harare und Bulawayo in kleinem Rahmen, die Community ist überschaubar. Wer ohnehin gern gratis unterkommt, findet in unserem Artikel zu Couchsurfing Alternativen ein paar Plattformen, die im südlichen Afrika besser laufen.
Backpacker Trips, Tipps & Highlights in Simbabwe
Wer nach Reisezielen in Simbabwe sucht, sollte sich früh entscheiden, ob er ein Fahrzeug nimmt oder nicht. Diese eine Entscheidung bestimmt drei Viertel deiner Möglichkeiten. Ohne Auto machst du Victoria Falls, Bulawayo mit Matobo, Great Zimbabwe und die Eastern Highlands. Mit Auto kommen Mana Pools, Gonarezhou und die stillen Ecken von Hwange dazu.
Manche verbringen ihren ganzen Simbabwe-Trip in Victoria Falls und springen von einer Aktivität zur nächsten. Kann man machen. Der Ort ist gut organisiert und du kannst dort eine Woche füllen, ohne dich zu langweilen. Andere schlagen sich in die Büsche und tauchen zehn Tage später wieder auf. Beides hat seine Berechtigung.
Die schönsten Wasserfälle und Flussplätze in Simbabwe
Simbabwe hat kein Meer. Was es hat, sind ein Wasserfall von Weltrang, ein Stausee mit über 5.000 Quadratkilometern und ein paar Flussabschnitte, die dich für fehlende Strände entschädigen. Halt dich dabei nicht zu lange an den Standardaussichtspunkten auf, dort stehen alle.
Victoria Falls, Danger Point. Die Fälle sind 1.708 Meter breit und stürzen 108 Meter in die Batoka-Schlucht. Der Regenwaldpfad hat sechzehn Aussichtspunkte, und die meisten Leute drehen nach der Hälfte um. Lauf durch bis Danger Point, dort ist die Perspektive in die Schlucht am besten und die Menge deutlich dünner. Geh früh, das Tor öffnet um sechs. Kauf dir vorher einen billigen Poncho bei den Händlern und pack deine Kamera in eine Plastiktüte, gerade bei Hochwasser.
Oberer Sambesi. Über den Fällen ist der Fluss breit und ruhig, mit Inseln und Krokodilen an den Sandbänken. Eine Kanutour auf dem oberen Sambesi ab Victoria Falls kostet rund 150 Euro für den Tagestrip inklusive Frühstück und Mittagessen. Die günstige Version ist die Standard-Sunset-Cruise für 52 Euro, die aber deutlich touristischer ist.
Mana Pools. Die Überschwemmungsebene am Sambesi mit den alten Ana-Bäumen ist der schönste Flussabschnitt des Landes. Hier darfst du unter bestimmten Bedingungen zu Fuß laufen, was in Afrika selten ist. Der Permit für eine unbegleitete Wanderung kostet 15 USD pro Person und Tag, geführt 25 USD. Ohne Bush-Erfahrung nimm einen bewaffneten Ranger.
Chitake Spring. Im Süden von Mana Pools, mitten im Nirgendwo. Die Quelle ist auf Kilometer die einzige Wasserstelle und trocknet nie aus. Entsprechend ist da immer was los. Keine Infrastruktur, keine sanitären Anlagen, du musst komplett autark sein.
Lake Kariba. Der größte künstliche Stausee der Welt nach Volumen. Von Kariba Town aus siehst du die Staumauer, von Matusadona aus die Elefanten am Ufer. Die abgestorbenen Baumskelette im Wasser sind ein Motiv, das du sonst nirgends bekommst.
Mutarazi Falls. Mit 762 Metern der höchste Wasserfall Simbabwes und einer der höchsten Afrikas. Er liegt im gleichnamigen Nationalpark an der Honde-Valley-Kante. Es gibt dort einen Skywalk über die Schlucht.
Nyangombe Falls und Pungwe Gorge im Nyanga Nationalpark sind die ruhigen Alternativen, wenn dir Mutarazi zu erschlossen ist.
Backpacker Highlights in Simbabwe
Hwange Nationalpark. 14.650 Quadratkilometer Kalaharisand und die größte Elefantenpopulation des Landes. Mein Tipp: Setz dich in den Hide am Masuma Dam und bleib bis zur Dämmerung sitzen. Nicht rumfahren, warten. Der Eintritt kostet für Nicht-Residenten 24 USD inklusive Mehrwertsteuer, rund 21 Euro. Selbstfahren spart massiv Geld gegenüber Lodge-Pirschfahrten, verlangt aber Geduld, abgelassenen Reifendruck und Ersatzsprit. Der Haupteingang liegt etwa zwei Autostunden südlich von Victoria Falls.
Matobo Hills. Für mich das unterschätzteste Ziel des Landes. Granitkuppen, die aussehen wie gestapelte Elefantenrücken, dazwischen Höhlen mit San-Felsmalereien, die Jahrtausende alt sind. Im Nashorn-Sanctuary innerhalb des Parks kannst du zu Fuß Breitmaulnashörner tracken. Der Parkeintritt liegt bei rund 15 USD pro Person, dazu kommen eine Fahrzeuggebühr und etwa 20 USD Aufschlag fürs Tracking. Eine geführte Tagestour ab Bulawayo kostet grob 88 bis 106 Euro inklusive Mittagessen.
Auf dem höchsten Punkt liegt das Grab von Cecil Rhodes, dem Mann, nach dem das Land als Rhodesien benannt war. Der Ort heißt World’s View. Ehrlich gesagt finde ich den Kult darum schwierig, und viele Simbabwer sehen das genauso. Die Aussicht ist trotzdem großartig, und wer den historischen Kontext von einem lokalen Guide erklärt bekommt, hat mehr davon als jeder, der nur ein Foto macht.
Great Zimbabwe. Die größte vorkoloniale Steinstadt südlich der Sahara, erbaut zwischen dem elften und fünfzehnten Jahrhundert. Der Name des Landes kommt von hier, „dzimba dza mabwe“ heißt Häuser aus Stein. Die Mauern des Great Enclosure sind bis zu elf Meter hoch und ohne Mörtel gesetzt. Der Eintritt kostet für Ausländer 15 USD, umgerechnet rund 13 Euro, das Museum ist drin. Der Aufstieg zum Hill Complex ist steil, geh früh oder spät. Ein Guide am Tor kostet ungefähr 10 USD, Qualität schwankt stark.
Gonarezhou. Der zweitgrößte Nationalpark im Südosten, Teil des grenzüberschreitenden Great Limpopo Transfrontier Parks. Die Chilojo Cliffs, rote Sandsteinklippen über dem Runde-Fluss, sind das Postkartenmotiv. Der Park ist schwer erreichbar und braucht ein geländegängiges Fahrzeug. Genau deshalb ist da fast niemand.
Die Kariba-Fähre. Das hier ist der Geheimtipp, den kaum ein deutschsprachiger Reiseartikel erwähnt. Die MV Sealion fährt zwischen Kariba am Ostende des Sees und Mlibizi im Westen, also in Richtung Victoria Falls und Hwange. Die Überfahrt dauert 22 Stunden, das Schiff nimmt bis zu 70 Passagiere und etwa 15 Fahrzeuge mit. Geschlafen wird in flach ausklappbaren Sesseln im Salon oder auf einer Matratze an Deck unter freiem Himmel. Vollpension ist im Preis drin. Du zahlst grob 128 bis 141 Euro pro Person, das Fahrzeug kostet nochmal etwa dasselbe. Nicht billig, aber du sparst dir eine Landstrecke von rund 1.250 Kilometern über schlechte Straßen. Zwei Haken: Viele Abfahrten sind provisorisch und werden erst bestätigt, wenn genug Buchungen zusammenkommen. Und Fahrzeuge über 1,99 Meter Höhe passen nicht rein, Dachzelte müssen also runter.
Township-Tour Chinotimba. In Victoria Falls kostet eine geführte Tour durchs Township rund 44 Euro inklusive Getränken. Ein Mittagessen bei einer Familie zu Hause gibt es für etwa 35 Euro. Wer sich für die Frage interessiert, wo bei sowas die Grenze zwischen Begegnung und Zoo verläuft, findet dazu ein paar Gedanken in unserem Artikel über Ethnotourismus.
Zugfahren in Simbabwe
Der Nachtzug zwischen Bulawayo und Victoria Falls ist eine dieser Erfahrungen, für die man Simbabwe mag oder gnadenlos flucht. Die Strecke war seit 2020 stillgelegt, die National Railways of Zimbabwe haben sie 2025 nach vier Jahren Pause wieder aufgenommen. Abfahrt abends gegen 19 Uhr, Ankunft am nächsten Vormittag. Rechne mit etwa fünfzehn Stunden für 378 Bahnkilometer.
Die Tarife aus der offiziellen NRZ-Tabelle für Bulawayo nach Victoria Falls: Schlafwagen 12 USD, zweite Klasse 10 USD, Economy 6 USD. Also 11, 9 beziehungsweise 5 Euro. Bulawayo nach Harare kostet im Schlafwagen ebenfalls 12 USD, im Standard 10 USD, in der Economy 5 USD. Harare nach Mutare gibt es im Schlafwagen für 7 USD.
Jetzt die Wahrheit über diesen Zug. Reservierungen werden nur am Reisetag gemacht, Tickets sind nicht übertragbar. Bettwäsche gibt es gegen eine geringe Gebühr, oft aber gar nicht mehr, also bring einen Schlafsack oder ein Laken mit. Die Toiletten sind früh in der Nacht durch. Der Zug hält gefühlt an jedem Baum. Verpflegung an Bord ist Glückssache, kauf vorher ein. Wenn du am nächsten Tag einen Flug hast, nimm den Bus.
Warum trotzdem? Weil die Strecke am Rande des Hwange Nationalparks entlangführt und du im Morgengrauen bei Dete manchmal Elefanten oder Antilopen vom Fenster aus siehst. Und weil du für fünf Euro selten so viel Landschaft bekommst. Wer sich für Eisenbahn interessiert, sollte außerdem das Railway Museum in Bulawayo einplanen, dort steht unter anderem der Privatwaggon von Cecil Rhodes.
Wandern und Abenteuer in Simbabwe
Die Eastern Highlands ziehen sich über rund 300 Kilometer entlang der mosambikanischen Grenze und bestehen aus drei Abschnitten. Im Norden Nyanga mit Teeplantagen und Hochplateau, in der Mitte die Bvumba-Berge mit Nebelwald, im Süden Chimanimani mit Granittürmen. Fast alle Wanderungen finden im 47.000 Hektar großen Nyanga Nationalpark und den angrenzenden Schutzgebieten statt.
Mount Nyangani ist mit 2.592 Metern der höchste Berg des Landes. Der Tourist Path von Westen ist die einzige Route, die ausgeschildert und bei klarem Wetter ohne Guide machbar ist. Aufstieg zwei bis drei Stunden für jemanden mit normaler Kondition. Und jetzt die Warnung, die auf keinem Hochglanzblog steht: Auf diesem Berg sind Menschen gestorben. Das Wetter schlägt binnen Minuten von Sonne auf dichten Nebel um, mehrere Wanderer haben sich verirrt und sind in Schluchten gestürzt. Geh nicht allein, sag jemandem Bescheid, dreh bei Nebel um. Der Berg hat für die lokale Bevölkerung spirituelle Bedeutung, es gilt als unhöflich, mit dem Finger auf den Gipfel zu zeigen. Kostet dich nichts, das zu respektieren.
Chimanimani ist das eigentliche Bergsteigerrevier. Bailey’s Folly ist der Standardaufstieg zur Mountain Hut, von dort geht es weiter über den Bundi-Talkessel oder Richtung Mt Binga auf der Grenze. Verwitterte Granittürme, schmale Grate, versteckte Pools. Das Gelände ist abgelegen und du solltest mit Orientierung im Gebirge umgehen können.
Bvumba bei Mutare ist die sanfte Variante: Castle Beacon, der Rundweg durch die Botanischen Gärten und der Bunga Forest. Frühmorgens Vogelgesang, Orchideen, Samango-Affen. Danach runter ins Honde Valley zu den Teefeldern.
Beim Adrenalin führt kein Weg an Victoria Falls vorbei. Die Preise für 2026, umgerechnet:
- Rafting Ganztag unterhalb der Fälle, Klasse V: 152 Euro plus 11 Euro Parkgebühr, Mittagessen inklusive
- Bungee von der Victoria Falls Bridge (111 Meter): 171 Euro, Reisepass mitbringen
- Bridge Slide solo: 51 Euro
- Bridge Swing solo: 121 Euro
- Gorge Swing auf simbabwischer Seite: 118 Euro plus 5 Euro Parkgebühr
- Zip Line solo: 94 Euro
- Flying Fox solo: 60 Euro
- Adrenaline High Wire Pass (Gorge Swing, Zip Line, Flying Fox zusammen): 183 Euro
- Helikopterflug 12 bis 13 Minuten: 152 Euro plus Parkgebühr und Treibstoffzuschlag
- Halbtägige Fußsafari im Zambezi Nationalpark: 99 Euro plus 16 Euro Parkgebühr
- Reitsafari für Anfänger, etwa 2,5 bis 3 Stunden: 130 Euro
Ehrlich? Der Adrenaline High Wire Pass ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in Victoria Falls. Du bekommst drei Aktivitäten für weniger als einen Bungee-Sprung, und der Gorge Swing macht subjektiv mehr Angst als der Bungee. Den Helikopterflug würde ich streichen, wenn das Budget knapp ist. Zwölf Minuten für 152 Euro plus Zuschläge sind viel Geld für ein paar Fotos von oben. Als Alternative würde ich das Geld in einen Tag Rafting stecken.
Für die Packliste bei Bergtouren und Safari lohnt ein Blick in unsere Backpacking Packliste. Feste Schuhe, lange Hose und ein Fleece gehören in den Eastern Highlands rein, auch im Sommer.
Essen und Trinken in Simbabwe
Die simbabwische Küche dreht sich um eine Sache: Sadza. Ein steifer Brei aus fein gemahlenem weißem Maismehl, gekocht bis er formbar ist. Du isst ihn mit der rechten Hand, formst eine kleine Kugel, drückst mit dem Daumen eine Mulde hinein und schöpfst damit die Beilage auf. Wer Ugali aus Ostafrika oder Pap aus Südafrika kennt, weiß, was ihn erwartet. Für europäische Gaumen schmeckt Sadza erstmal nach nichts. Genau das ist der Punkt, er ist der neutrale Träger für alles andere.
Dazu kommt meistens Fleisch in Soße, also Sadza ne nyama, oder gedünstetes Blattgemüse, das muriwo heißt. Der Klassiker ist muriwo une dovi, Blattgemüse in Erdnusssoße. Beim Fleisch solltest du unbedingt „road runner“ probieren, so heißt das Freilandhuhn, das im Dorf herumläuft, bis es im Topf landet. Es braucht ewig zum Garen und schmeckt um Welten intensiver als das Supermarkthuhn.
Die Mutprobe heißt Mopane-Würmer, auf Shona madora, auf Ndebele amacimbi. Das sind die Raupen des Mopane-Falters, getrocknet und dann mit Zwiebeln und Tomaten gebraten. Proteinreich, knusprig, geschmacklich irgendwo zwischen Nuss und Trockenfleisch. Ich fand sie besser als erwartet. Am Lake Kariba isst du Kapenta, kleine getrocknete Süßwasserfische, die frittiert und über Sadza gestreut werden. Biltong, luftgetrocknetes gewürztes Trockenfleisch, bekommst du an jeder Tankstelle und ist die beste Busverpflegung überhaupt.
Getränke sind ein Kapitel für sich. Maheu ist ein leicht säuerliches Maisgetränk, dickflüssig und sättigend, für Europäer gewöhnungsbedürftig. Chibuku ist traditionelles Sorghumbier, das in einem Plastikbecher namens Scud verkauft wird und vor dem Trinken geschüttelt werden muss. Schmeckt wie flüssiges Sauerteigbrot. Beim normalen Bier hast du Zambezi Lager, Bohlingers und Castle zur Auswahl. Der eigentliche Nationalstolz ist aber Mazoe Orange Crush, ein Orangensirup, den man mit Wasser verdünnt. Simbabwer in der Diaspora lassen sich das Zeug schicken. Das musst du probiert haben.
Wo essen? In Harare der Mbare Musika für Obst und Gemüse, dazu die kleinen Lokale in den Vororten. In Victoria Falls gibt es das Boma Dinner mit Trommelshow, das 53 Euro ohne Transfer und 69 Euro mit Transfer kostet. Ich sag ehrlich: Das ist Touristenprogramm mit Ansage, das Essen ist reichhaltig und die Show gut gemacht, aber authentisch ist daran wenig. Als Alternative würde ich das Geld für ein von einer Familie zu Hause gekochtes Mittagessen ausgeben, das kostet rund 35 Euro und du sitzt tatsächlich mit Leuten am Tisch.
Beim Wasser gilt: Kein Leitungswasser, auch nicht zum Zähneputzen, wenn du es vermeiden kannst. Cholera tritt in Simbabwe immer wieder auf und wird über unzureichend aufbereitetes Trinkwasser übertragen. Flaschenwasser mit Kohlensäure hat den Vorteil, dass du eine bereits geöffnete Flasche leichter erkennst.
Backpacker Visum und Impfungen in Simbabwe
Die Einreisebestimmungen für Deutsche nach Simbabwe sind laut Auswärtigem Amt wie folgt. Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
- Reisepass: Ja
- Vorläufiger Reisepass: Nein
- Personalausweis: Nein
- Vorläufiger Personalausweis: Nein
- Kinderreisepass: Ja
Anmerkungen: Reisedokumente müssen noch mindestens sechs Monate über den beabsichtigten Aufenthalt hinaus gültig sein. Achte auf die leeren Seiten im Pass: Bei Transitflügen über Südafrika und Rückflug über Südafrika brauchst du mindestens sechs leere Seiten, bei direkter Einreise nach Simbabwe mindestens vier. Beide Länder verlangen jeweils zwei aufeinanderfolgende leere visierfähige Seiten. Bei der Einreise muss außerdem ein elektronisches Einreiseformular ausgefüllt werden. Am Flughafenterminal stehen ein paar Computer, aber um Wartezeiten zu vermeiden, erledigst du das besser vorher online über evisa.gov.zw.
Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Visum. Einreisevisa mit 30 Tagen Gültigkeit werden gegen eine Gebühr von 30 USD an den internationalen Flughäfen Harare und Victoria Falls sowie an den Landesgrenzen ausgestellt. Das sind rund 26 Euro. Alternativ beantragst du vorab online ein eVisa, für die doppelte Einreise kostet das 45 USD.
Wer die Fälle von beiden Seiten sehen will, sollte sich das KAZA UniVisa anschauen. Das kostet 50 USD, also rund 44 Euro, gilt 30 Tage und erlaubt beliebig viele Wechsel zwischen Simbabwe und Sambia. Tagesausflüge nach Botswana über den Grenzposten Kazungula sind ebenfalls abgedeckt. Gegenüber zwei Einzelvisa (30 USD Simbabwe plus 50 USD Sambia) sparst du damit ordentlich. Du bekommst es unter anderem am Flughafen Victoria Falls, am Grenzposten Victoria Falls und in Kazungula.
Eine Warnung aus der Praxis, die das Auswärtige Amt explizit auflistet: Bei der Einreise auf dem Landweg aus Botswana kommend werden Onlinevisa manchmal nicht anerkannt und Reisende zur nochmaligen Barzahlung aufgefordert. Halt für diesen Fall Bargeld bereit und diskutier nicht lange.
Das Visum bei Einreise ist ein reines Touristenvisum. Jede Tätigkeit ist damit untersagt, und zwar auch ehrenamtliche Praktika. Verstöße gegen die Aufenthaltsbestimmungen können zu hohen Geldstrafen und Haft führen. Wer freiwillig arbeiten will, braucht ein Business Visum. Verlängerungen laufen über das Department of Immigration im Linquenda House an der Nelson Mandela Ave. in Harare, auch die Einwanderungsbehörden in größeren Städten können das machen. Kümmer dich rechtzeitig darum.
Impfungen und medizinische Hinweise
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet musst du eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Achte darauf, dass deine Standardimpfungen nach STIKO-Kalender aktuell sind, besonders beim Masernschutz. Als Reiseimpfungen empfohlen werden Hepatitis A, Poliomyelitis und Typhus. Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition kommen Hepatitis B und Tollwut dazu. Beim Polioschutz wird eine Auffrischung empfohlen, wenn die letzte Impfung über zehn Jahre zurückliegt.
Malaria ist die wichtigste Sache auf dieser Liste. Über 99 Prozent der Fälle in Simbabwe sind Malaria tropica, also die gefährliche Variante. Das Risiko verteilt sich so:
- Ganzjährig hohes Risiko: Norden und Nordwesten an der Grenze zu Sambia sowie der Osten Richtung Mosambik, inklusive Sambesi-Tal, Victoriafälle und die Nationalparks Chizarira, Gonarezhou und Mana Pools
- Ganzjährig mittleres Risiko: Harare und Bulawayo
- Saisonal hohes Risiko von September bis Mai: Provinz Midlands, Teile von Mashonaland West und Matabeleland North sowie die Nationalparks Hwange und Matobo
- Saisonal mittleres Risiko von Juni bis August: dieselben Gebiete
In Gebieten mit hohem Risiko ist zusätzlich zum Mückenschutz eine Chemoprophylaxe sinnvoll. Lass dich reisemedizinisch beraten, welches Präparat für dich passt. Bei Reisen in Gebiete mit mittlerem Risiko, die mehr als 48 Stunden von der nächsten medizinischen Einrichtung entfernt sind, wird ein Notfallmedikament zur Selbstbehandlung empfohlen. Und egal was du nimmst: Mückenschutz ab der Dämmerung, lange Kleidung, nachts unter dem Netz schlafen.
Im Norden, vor allem im Kariba-Becken, kann es sporadisch zu Infektionen mit dem Erreger der Schlafkrankheit kommen. Übertragen wird sie von großen, tagaktiven Tsetse-Fliegen, deren Stich auch durch dünnen Stoff geht und ordentlich weh tut. Bei Fahrten in offenen Fahrzeugen also lieber feste, lange Kleidung anziehen.
HIV ist in Simbabwe ein relevantes Problem, das Übertragungsrisiko bei ungeschütztem Sex ist hoch. Kondome benutzen, gerade bei Gelegenheitsbekanntschaften.
Die medizinische Versorgung ist mit westeuropäischen Verhältnissen nicht vergleichbar. In Harare gibt es einige private Kliniken mit ordentlichem Standard, auf dem Land wird es dünn. Schwer erkrankte Patienten werden nach Südafrika ausgeflogen. Medizinische Evakuierungen bieten im Land Emergency Medical Rescue Services (EMRES) und ACE Air & Ambulance an. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholung ist für Simbabwe keine Option, sondern Pflicht. Ohne die kann ein Rettungsflug dein komplettes Ersparnis auffressen. Nimm außerdem eine eigene Reiseapotheke mit und schütz sie unterwegs vor Hitze.
