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Backpacking in Slowenien

Slowenien ist so groß wie Hessen und packt trotzdem halb Europa auf engsten Raum. Morgens stehst du unter den Gipfeln der Julischen Alpen, mittags kletterst du durch eine Karsthöhle und abends sitzt du mit einem Spritz am Meer und schaust nach Italien rüber. Kein anderes Land in Europa wechselt die Kulisse so schnell. Wer wenig Zeit hat und trotzdem Berge, Höhlen und Küste sehen will, der ist hier goldrichtig.

Lange war das Land vor allem als billige Durchfahrt Richtung Kroatien bekannt. Das ändert sich gerade, und zwar spürbar. Bled ist inzwischen ein Instagram-Klassiker, die Soča gilt als eines der schönsten Flusstäler des Kontinents. Für Backpacker bleibt Slowenien trotzdem bezahlbar, deutlich günstiger als das Nachbarland Österreich und meist auch billiger als Italien. Lass uns das kleine grüne Land mal von oben bis unten durchgehen. Wir reden über Budget, Routen, die besten Wanderungen und ganz ehrlich auch darüber, wo du dir die Zeit sparen kannst.

Reisen in Slowenien ist anders

Der Tourismus wächst hier von Jahr zu Jahr, und man merkt es an jeder Ecke. Trotzdem tickt Slowenien anders als die klassischen Backpacker-Länder. Es gibt keine ausgetretene Bananenpfanne, auf der alle Traveller hintereinander herlaufen. Stattdessen ist alles nah beieinander. Von Ljubljana erreichst du fast jedes Highlight in unter zwei Stunden. Das heißt aber auch: An den bekannten Orten wird es voll. Bled im Juli ist kein Geheimtipp mehr, sondern ein Bus-nach-Bus-Betrieb, in dem du dich am Ufer durch die Selfie-Sticks schieben musst.

Die gute Nachricht: Du kommst dem Trubel leicht aus dem Weg. Fahr eine Haltestelle weiter nach Bohinj, und plötzlich hast du einen genauso schönen See mit einem Bruchteil der Leute. Slowenien ist grün bis in die letzte Ecke, über die Hälfte des Landes ist bewaldet. Das Land verkauft sich gerne als nachhaltiges Öko-Reiseziel, und an dem Image ist tatsächlich was dran. Radwege, Wanderwege und sauberes Trinkwasser aus dem Hahn gehören hier zum Standard. Wer die Natur mag und mit dem Rummel an den Hotspots leben kann, der wird das Land lieben.

Kultur in Slowenien

Rund 2,1 Millionen Menschen leben in Slowenien, das ist weniger als in München und Umland zusammen. Die Sprache ist slawisch und für deutsche Ohren erstmal ein Zungenbrecher, aber keine Sorge, mit Englisch kommst du überall durch. Vor allem die jüngeren Slowenen sprechen es fließend, oft auch Deutsch, weil viele in Österreich arbeiten oder studieren.

Kulturell ist das Land ein Grenzland im besten Sinne. Über Jahrhunderte gehörte Slowenien zur Habsburger Monarchie, und das sieht man Ljubljana an jeder Fassade an. An der Küste dagegen regierte Venedig, weshalb Piran eher wie eine kleine italienische Lagunenstadt wirkt als wie ein slawisches Fischerdorf. Im Osten, Richtung Ungarn, kommt noch der pannonische Einschlag dazu. Ein netter Fun Fact zum Angeben: Slowenien hat rund 11.000 Imker bei zwei Millionen Einwohnern. Die Biene ist hier fast so etwas wie ein Nationaltier, und die bemalten Bienenstockbretter findest du in jedem Volkskundemuseum.

lake bled slovenia

Kulturelle Sehenswürdigkeiten in Slowenien

Für ein so kleines Land hat Slowenien eine ordentliche Liste an UNESCO-Welterbe. Wer sich einen schnellen Überblick über die kulturellen Highlights verschaffen will, klickt am besten mal die offizielle UNESCO-Seite zu Slowenien an. Dort stehen nicht nur die großen Namen, sondern auch ein paar Orte, an denen sich kaum Touristen verlaufen. Hier die wichtigsten Welterbestätten plus ein paar kulturelle Pflichtstopps:

  • Škocjan-Höhlen (Weltnaturerbe, gewaltiger unterirdischer Canyon)
  • Quecksilber-Bergwerk in Idrija (gemeinsames Erbe mit Almadén in Spanien)
  • Prähistorische Pfahlbauten im Ljubljana-Moor (Ljubljansko barje)
  • Alte Buchenurwälder in Krokar und Snežnik
  • Das Werk des Architekten Jože Plečnik in Ljubljana
  • Altstadt von Ljubljana mit Burg, Drachenbrücke und Zentralmarkt
  • Piran mit Tartini-Platz und der venezianischen Altstadt
  • Predjama, die Burg in der Felswand über dem Höhleneingang

Der rote Faden durch die slowenische Kultur ist Jože Plečnik. Der Architekt hat Ljubljana im 20. Jahrhundert komplett umgekrempelt und der Stadt ihr Gesicht gegeben, von der Dreibrücke über den Markt bis zur Nationalbibliothek. Wer sich ein bisschen für Architektur interessiert, sollte in Ljubljana die Augen offen halten. Man läuft ständig durch sein Werk, ohne es zu merken.

Slowenienreise: Was gibt es zu beachten?

Slowenien gehört zu den sichersten Ländern Europas. Gewaltkriminalität gegen Reisende ist selten, und selbst nachts in Ljubljana fühlt es sich entspannt an. Die größere Gefahr lauert in den Bergen und im Wasser. Die Julischen Alpen sind kein Wanderpark, sondern echtes Hochgebirge. Wer auf den Triglav will, der braucht Kondition, Ausrüstung und im Zweifel einen Bergführer. Jedes Jahr müssen slowenische Bergretter Leute rausholen, die den Berg unterschätzt haben.

Ein zweiter Punkt, der viele überrascht: Slowenien ist zwar klein, aber die Straßen in den Bergen sind langsam. Auf der Landkarte sieht Bovec direkt neben Bled aus, in Wirklichkeit sitzt du zwei Stunden im Bus oder Auto, weil sich die Straße in Serpentinen über den Berg windet. Plan also lieber großzügiger. Und noch eine praktische Warnung für die Planung: Der spektakuläre Vršič-Pass (1.611 Meter, 50 Kehren) ist im Winter dicht, meist von November bis Mai. Wer die Alpen im Winter besucht, muss den langen Umweg über Italien nehmen. Für Bled und die Postojna-Höhle solltest du in der Hauptsaison die Tickets vorbuchen, sonst stehst du in der Schlange oder gehst leer aus.

vrsic pass slovenia

Backpacker Routen in Slowenien

Routen durch Slowenien planen ist angenehm unkompliziert. Weil alles nah beieinander liegt, kannst du dein Basislager in Ljubljana aufschlagen und von dort Tagesausflüge machen. Oder du ziehst im Kreis durchs Land und schläfst jede Nacht woanders. Beides funktioniert. Entscheidend ist wie immer, wie viel Zeit und Budget du hast und worauf du Bock hast. Willst du vor allem wandern, dann verbringst du mehr Zeit im Soča-Tal und in Bohinj. Bist du eher der Städte- und Kultur-Typ, dann bleibst du länger in Ljubljana und an der Küste. Hier zwei Vorschläge, einmal kompakt und einmal in voller Länge. Kürzen und verlängern kannst du natürlich, wie es dir passt.

Route 1: Der Klassiker (7-10 Tage)

  • 2-3 Tage: Ljubljana, die Hauptstadt in Ruhe abklappern, Burg, Markt, Metelkova, Cafés am Fluss
  • 2 Tage: Bled und Bohinj, Pletna-Boot zur Insel, Vintgar-Klamm, Baden im Bohinjer See
  • 1 Tag: Postojna-Höhle und Burg Predjama als Tagestrip nach Süden
  • 1 Tag: Škocjan-Höhlen, das rauere und weniger touristische Gegenstück zu Postojna
  • 2 Tage: Piran und die Küste, Altstadt, Salinen, Sonnenuntergang an der Landspitze

Route 2: All or Nothing (14-18 Tage)

Die oben genannten Ziele sind auch hier Teil des Trips.

  • 2-3 Tage: Soča-Tal mit Basis in Bovec oder Kobarid, Rafting, Kajak, Canyoning
  • 1 Tag: Kobarid, das preisgekrönte Museum zur Isonzo-Front im Ersten Weltkrieg, dazu die Wanderung zum Kozjak-Wasserfall
  • 1 Tag: Fahrt über den Vršič-Pass nach Kranjska Gora, unterwegs Halt am Lake Jasna und der Russischen Kapelle
  • 2 Tage: Triglav-Nationalpark, je nach Fitness eine Tageswanderung oder der Zwei-Tages-Gipfelversuch mit Hüttenübernachtung
  • 1-2 Tage: Maribor und die Weinregion Štajerska, hier steht die älteste Weinrebe der Welt
  • 1 Tag: Idrija, altes Quecksilber-Bergwerk und die berühmten Žlikrofi-Teigtaschen
  • 1 Tag: Ptuj, die älteste Stadt des Landes, oder ein Abstecher zu den Thermen im Osten

Reisezeiten in Slowenien

Die beste Zeit für Slowenien liegt zwischen Mai und September. Wer die Wahl hat, reist in den Randmonaten: Mai bis Anfang Juni und September bis Oktober. Dann ist das Wetter mild, die Preise sind niedriger und an den Hotspots hast du deutlich mehr Luft. Im Mai blühen die Wiesen in den Alpen, im September und Oktober färbt sich der Wald und die Weinlese läuft. Tagsüber liegen die Temperaturen dann angenehm bei 10 bis 22 Grad.

Der Hochsommer bringt Hitze und Massen. In Ljubljana kann es 30 Grad und mehr werden, und Bled quillt über. Der Juni ist statistisch der regenreichste Monat, also pack eine Regenjacke ein, auch wenn morgens die Sonne scheint. In den Bergen kann das Wetter innerhalb einer Stunde kippen, das ist kein Scherz. Der Winter hat seinen eigenen Reiz mit Skifahren in Kranjska Gora oder am Vogel und den Weihnachtsmärkten in Ljubljana und Bled. Nur die hohen Pässe sind dann dicht, und viele Berghütten und Seilbahnen machen erst im Juni wieder auf.

soca river slovenia

Backpacker Budget in Slowenien

Erstmal die Entwarnung: Slowenien ist nicht teuer. Es ist auch kein Spottpreis-Land wie Bulgarien, aber im Vergleich zu den Nachbarn Österreich und Italien machst du hier ordentlich Kasse. Als Backpacker kommst du realistisch mit 45 bis 60 Euro pro Tag hin. Wer richtig knausert, im Hostel-Dorm schläft, selbst kocht und viel wandert, drückt das auf 35 Euro. Nach oben ist wie überall Luft, gerade in Bled und Ljubljana in der Hauptsaison.

Ein Wort zur Preisentwicklung. Seit Slowenien den Euro hat und der Tourismus anzieht, sind die Preise an den bekannten Orten spürbar gestiegen. Rund um Bled zahlst du inzwischen fast österreichische Preise für ein Bett. Ein paar Kilometer weiter in einem Dorf sieht die Welt schon wieder anders aus. Hier ein grober Überblick zum Tagesbudget pro Person:

Tägliches Budget pro Person etwa 50 Euro

  • Unterkunft 15-30 Euro
  • Essen 12 Euro
  • Wasser 0 Euro (Leitungswasser ist überall trinkbar)
  • Öffentlicher Transport 3 Euro
  • Überlandtransport 8 Euro
  • Eintritte und Aktivitäten 10 Euro

Preiswert in Slowenien Reisen

Der beste Spartipp kostet nichts: Trink das Leitungswasser. In ganz Slowenien kommt sauberes Bergwasser aus dem Hahn, in vielen Städten stehen sogar öffentliche Trinkbrunnen. Wer sich hier täglich Flaschenwasser kauft, wirft nur Geld weg. Zum Selbstversorgen gibt es überall Supermärkte wie Mercator, Spar, Tuš oder die Discounter Hofer (das ist Aldi) und Lidl. Ein Mittagsmenü in einer einfachen Gostilna, also einem Wirtshaus, bekommst du oft für 8 bis 10 Euro. In den Unis und in vielen Lokalen gibt es zur Mittagszeit die günstige „malica“, eine Art subventioniertes Tagesgericht.

Für Ljubljana lohnt sich die Urbana-Karte. Damit fährst du mit dem Stadtbus für rund 1,30 Euro pro Fahrt, Bargeld nimmt der Fahrer nicht an. Ein Haufen Highlights kostet ohnehin keinen Eintritt: Wandern in den Alpen, die Altstädte, das Baden in den Seen, die Aussichtspunkte. Das Geld geht eher für die großen Attraktionen drauf. Hier ein paar konkrete Preise, an denen du dich orientieren kannst:

  • Stadtbus-Ticket Ljubljana einfach 1,30 Euro
  • Kaffee im Café 1,80 bis 2,50 Euro
  • Tagesmenü in einer Gostilna 8 bis 10 Euro
  • Bier (0,5 l) in der Kneipe 3 bis 4 Euro
  • Pletna-Boot zur Bleder Insel (Hin- und Rückfahrt) 15 bis 20 Euro
  • Eintritt Bleder Burg 15 bis 19 Euro
  • Vintgar-Klamm 8 bis 15 Euro
  • Postojna-Höhle Erwachsene rund 30 Euro, Kombiticket mit Predjama 43 bis 46 Euro
  • Touristensteuer Ljubljana 3,13 Euro pro Person und Nacht

Bei der Anreise zwischen den Städten hast du oft die Wahl zwischen Bus und Bahn. Grob gilt: Der Bus ist meist schneller und fährt öfter, die Bahn ist auf manchen Strecken etwas billiger, dafür seltener. Von Ljubljana nach Bled zahlst du im Bus etwa 7 Euro und bist in 1 bis 1,5 Stunden da, es fahren stündlich Busse von Nomago, Arriva und FlixBus. Nach Piran an die Küste kostet der Bus rund 12 Euro und dauert 2,5 bis 3 Stunden, manchmal musst du in Koper umsteigen. Nach Maribor im Osten geht es ab 10 Euro in gut zwei Stunden. Für internationale Strecken nach Zagreb, Wien, München oder Venedig ist FlixBus fast immer die günstigste Option.

hostel mittelalter

Backpacker Unterkünfte in Slowenien

Ob Hostel, Privatzimmer, Bauernhof oder Berghütte, in Slowenien findest du für jeden Geschmack was. Die klassische Backpacker-Wahl ist das Hostel-Dorm. Die Qualität ist meist erstaunlich gut, viele Hostels sind klein, sauber und familiär geführt. Ein Bett im Mehrbettzimmer kostet zwischen 15 und 30 Euro, je nach Ort und Saison. In Ljubljana liegst du eher am oberen Ende, auf dem Land wird es billiger.

Ein Tipp für Ljubljana, der sich rumgesprochen hat: das Hostel Celica. Das ist ein umgebautes ehemaliges Gefängnis, in dem du in den alten, künstlerisch gestalteten Zellen schläfst. Klingt schräg, ist aber ein echtes Erlebnis und eine Institution in der Stadt. Dorms starten bei rund 29 Euro. Wer es günstiger mag, sucht sich ein Bett außerhalb der Zentren. In Mojstrana bei Bled zahlst du in gut bewerteten Hostels nur um die 19 Euro, selbst im schicken Küstenort Piran gibt es Dorms ab etwa 25 Euro. Zur Orientierung hier ein paar Durchschnittspreise für ein Dorm-Bett:

  • 25-30 Euro Ljubljana
  • 20-28 Euro Bled
  • 19-24 Euro Bohinj und Umgebung
  • 25 Euro Piran
  • 18-24 Euro Bovec und das Soča-Tal
  • 18-22 Euro Maribor

Neben Hostels gibt es eine slowenische Spezialität, die richtig praktisch ist: die Privatzimmer, ausgeschildert als „sobe“ oder „apartmaji“. Das sind Zimmer in Privathäusern, oft günstiger als ein Hotel und mit persönlichem Kontakt zu den Gastgebern. Wer aufs Land fährt, sollte sich die Bauernhöfe (turistične kmetije) ansehen, dort gibt es manchmal Vollpension mit selbstgemachtem Käse und Schnaps. Für Wanderer sind die Berghütten (planinski dom) das Rückgrat einer Mehrtagestour, im Hochsommer aber gut ausgebucht, also vorher reservieren. Camping geht in Slowenien richtig gut, die Plätze sind top ausgestattet, oft mit WLAN, und liegen an traumhaften Stellen an Seen und Flüssen. Wildcampen ist offiziell verboten, in Nationalparks wird das auch ernst genommen.

Backpacker Trips, Tipps & Highlights in Slowenien

Wer nach Highlights in Slowenien sucht, muss sich vorher überlegen, was er eigentlich will. Berge und Wasser sind das große Thema, dazu die Höhlen im Karst und die kleine, feine Küste. Manche verbringen die ganze Zeit in den Alpen und kommen aus dem Staunen nicht raus. Andere hocken lieber in den Cafés von Ljubljana und machen von dort ein paar Tagestrips. Beides ist völlig okay. Fangen wir mit einem Punkt an, bei dem ich gleich mal ehrlich sein muss.

Die schönsten Strände in Slowenien

Klartext vorweg: Wer nach Slowenien für den perfekten Strandurlaub fährt, ist falsch abgebogen. Das Land hat gerade mal 47 Kilometer Küste, eingeklemmt zwischen Italien und Kroatien. Und der meiste Küstenabschnitt ist Kies, Fels oder betonierte Badeplattform, kaum echter Sand. Für Palmenstrand und feinen Sand bist du im Nachbarland Kroatien deutlich besser aufgehoben. So, das musste raus.

Trotzdem hat die kurze Küste ihren Charme, wenn du sie richtig nimmst. Piran ist der Star, eine mittelalterliche Venedig-Kopie im Kleinformat mit engen Gassen, dem Tartini-Platz und der Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert. Der Ort ist komplett autofrei, du parkst am Arze-Parkplatz (2 Euro pro Stunde oder 20 Euro pro Tag) und läufst rein. Steig für 2 Euro auf den Glockenturm der Georgskirche, von oben hast du die ganze Bucht vor dir. Gebadet wird von den Felsen unterhalb. Für Sand fährst du ins benachbarte Portorož, den Resort-Ort mit dem einzigen richtigen Sandstrand und Spa-Hotels. Günstiger und entspannter ist Izola, ein alter Fischerort mit der schönen Bucht San Simon. Koper, die größte Küstenstadt, hat mit Žusterna einen ordentlichen Stadtstrand.

Mein Geheimtipp an der Küste ist aber ein anderer: der Naturpark Strunjan. Dort steht die höchste Steilklippe der ganzen östlichen Adria, und unten liegt die Mondbucht (Moon Bay), eine ruhige Badebucht ohne den Rummel von Piran. Der Weg runter ist steil und teils rutschig, also festes Schuhwerk. Wer Zeit hat, wandert durch die alten Salinen von Sečovlje, wo bis heute von Hand Salz geerntet wird. Der Radweg Parenzana auf einer alten Bahntrasse verbindet die Küstenorte durch Weinberge und Tunnel, ideal für einen entspannten Tag auf dem Rad.

postojna cave

Backpacker Highlights in Slowenien

Ljubljana ist eine der angenehmsten Hauptstädte Europas, klein, grün und komplett auf Fußgänger ausgelegt. Die Ljubljanica schlängelt sich durch die Altstadt, überall stehen Cafés am Wasser, und über allem thront die Burg, zu der du mit einer Standseilbahn hochfährst. Den Zentralmarkt von Plečnik solltest du nicht verpassen, ebenso wenig Metelkova, ein ehemaliges Kasernengelände, das heute alternatives Kulturzentrum mit Streetart, Bars und Konzerten ist. Nachts ist da richtig was los.

Bled kennt jeder, und es ist auch wirklich schön. Die kleine Insel mit der Kirche mitten im See, dahinter die Alpen, das ist ein Postkartenmotiv wie aus dem Bilderbuch. Mit dem traditionellen Pletna-Boot ruderst du in etwa 15 Minuten rüber, auf der Insel klingelst du an der Wunschglocke und steigst die 99 Stufen zur Kirche hoch. Dazu ein Stück Bleder Cremeschnitte (kremšnita), die es hier seit 1953 gibt. Klingt kitschig, muss man aber mitgemacht haben. Wenn dir der Trubel zu viel wird, fährst du 30 Minuten weiter nach Bohinj, dem größeren und wilderen See. Von dort bringt dich die Vogel-Seilbahn hoch in die Berge, und der Savica-Wasserfall ist einen kurzen Spaziergang wert.

Der Karst im Südwesten ist eine Welt für sich. Die Postojna-Höhle ist die bekannteste, du fährst mit einer kleinen Bahn tief in den Berg und schaust dir den berühmten Grottenolm an, das blinde Höhlensalamander-Wesen, das die Slowenen „Menschenfisch“ nennen. Drin sind es konstant 10 Grad, also nimm eine Jacke mit, auch wenn draußen die Sonne knallt. Direkt daneben klebt die Burg Predjama in einer Felswand, angeblich uneinnehmbar, mit einer Räubergeschichte um den Ritter Erazem. Wer es rauer und weniger touristisch mag, fährt zu den Škocjan-Höhlen, wo du über einen unterirdischen Canyon läufst. Das haut einen mehr um als Postojna, findet zumindest jeder, der beide gesehen hat.

Zugfahren in Slowenien

Die slowenische Bahn heißt Slovenske železnice und ist ein solides, wenn auch etwas gemächliches Transportmittel. Für die großen Achsen wie Ljubljana nach Maribor oder Ljubljana zur Küste nach Koper ist der Zug eine bequeme Sache, und oft billiger als der Bus. Der Haken: In die Berge und zu vielen kleinen Orten fährt gar keine Bahn, da bist du auf den Bus angewiesen.

Eine Zugfahrt lohnt sich in Slowenien aber vor allem als Erlebnis, nicht nur als Transport. Die Bohinjbahn (Bohinjska proga) zwischen Jesenice und Nova Gorica ist so eine Strecke. Sie führt durch den über hundert Jahre alten Bohinj-Tunnel und schlängelt sich durch enge Täler und über Steinbrücken. Im Sommer fährt auf Teilen der Strecke sogar ein historischer Dampfzug, der Museumszug durchs Soča-Tal, mit dem du in einem der schönsten Flusstäler Europas unterwegs bist. Das ist keine schnelle Verbindung, aber eine, bei der du am Fenster kleben bleibst.

piran slovenia street

Wandern und Abenteuer in Slowenien

Für Wanderer und Adrenalinjunkies ist Slowenien ein Paradies, und das meine ich ausnahmsweise wörtlich. Das Herzstück ist der Triglav-Nationalpark, der einzige Nationalpark des Landes, benannt nach dem höchsten Berg. Der Triglav ragt 2.864 Meter hoch und ist so etwas wie ein nationales Heiligtum, er steht sogar im Wappen und auf der Flagge. Es heißt, ein echter Slowene sollte einmal im Leben oben gewesen sein. Der Aufstieg ist allerdings kein Spaziergang, sondern eine ernste Bergtour über zwei Tage mit Klettersteig-Passagen und Übernachtung in einer Hütte. Ohne Erfahrung oder Führer lass lieber die Finger davon.

Wer es entspannter mag, hat trotzdem genug Auswahl. Einfache Klammwanderungen wie durch die Vintgar-Klamm, die Mostnica-Schlucht oder die Tolminer Klammen führen über Holzstege an türkisblauem Wasser entlang und sind auch für Ungeübte machbar. Die schönsten Wasserfälle der Region sind Savica, Peričnik und Kozjak. Für Mehrtagestouren gibt es den Juliana Trail rund um die Julischen Alpen und den Alpe-Adria-Trail, der von Österreich bis ans Meer läuft.

Das große Abenteuer spielt sich im Soča-Tal ab. Der Fluss leuchtet so unwirklich smaragdgrün, dass man auf den ersten Blick an Photoshop denkt. Von den Orten Bovec und Kobarid aus buchst du Rafting, Kajak, Canyoning oder Ziplining. Eine Rafting-Tour auf der Soča kostet ab etwa 33 Euro und ist einer der besten Nachmittage, die du in Slowenien haben kannst. Kobarid hat obendrauf ein preisgekröntes Museum zur Isonzo-Front des Ersten Weltkriegs, das hier tobte. Wer mit dem Auto oder Rad unterwegs ist, sollte den Vršič-Pass mitnehmen, den höchsten Straßenpass des Landes, 50 Kehren hoch und wieder runter. Von oben ist die Aussicht das, wofür man in die Berge fährt.

Essen und Trinken in Slowenien

Die slowenische Küche ist genauso ein Grenzland wie das Land selbst. In den Alpen deftig und österreichisch geprägt, an der Küste mediterran mit Fisch und Olivenöl, im Osten Richtung Ungarn schwer und paprikalastig. Über Jahrhunderte haben österreichische, italienische und ungarische Herrscher ihre Spuren auf den Tellern hinterlassen. Herausgekommen ist eine bodenständige, sättigende Küche, die nach Wandern und Berg schmeckt.

Das Gericht, das du überall findest, sind Štruklji. Das sind gerollte Teigtaschen, die je nach Füllung süß oder herzhaft sein können, klassisch mit Quark, Walnuss oder Estragon. In Ljubljana gibt es dafür sogar ein eigenes Lokal namens Moji štruklji, wo du dich durch ein Dutzend Sorten probieren kannst. Der zweite Klassiker ist die Kranjska klobasa, die Krainer Wurst, die du mit Sauerkraut und Senf isst. Die beste bekommst du bei Klobasarna in Ljubljana, erkennbar an der riesigen Wurst über dem Eingang. Weitere Sachen, die du probieren solltest: die Idrijski žlikrofi (kleine Kartoffel-Teigtaschen aus Idrija, EU-geschützt), Žganci (Buchweizensterz), Jota (ein deftiger Eintopf mit Bohnen und Sauerkraut) und Ričet (Graupeneintopf). Als Nachtisch die schon erwähnte Bleder Cremeschnitte und die Prekmurska gibanica, eine mehrschichtige Torte aus dem Osten.

Getrunken wird in Slowenien vor allem Wein, und zwar richtig guten. Die Weinregionen Vipava und Goriška Brda im Westen sowie Štajerska rund um Maribor stehen den italienischen Nachbarn in nichts nach. In Maribor wächst übrigens die älteste Weinrebe der Welt, über 400 Jahre alt und noch immer tragend. Dazu kommt eine wachsende Craft-Beer-Szene und der obligatorische Obstschnaps auf dem Land. Kaffee ist heilig, die Wiener Café-Kultur ist hier tief verankert. Und noch mal der Hinweis, weil er wirklich Geld spart: Das Leitungswasser ist überall trinkbar und schmeckt hervorragend, du musst dir also nie Wasser kaufen.

slovenian food

Backpacker Visum und Impfungen in Slowenien

Für deutsche Staatsangehörige ist die Einreise nach Slowenien denkbar einfach. Das Land ist Teil der EU, des Schengen-Raums und der Eurozone. Du brauchst also kein Visum, keine Grenzkontrolle und kein Geldwechseln. Die Reisedokumente für die Einreise sehen so aus:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Ja
  • Vorläufiger Personalausweis: Ja
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: Für deutsche Staatsangehörige reicht der Personalausweis für die Einreise völlig aus, ein Reisepass ist nicht nötig. Da Slowenien im Schengen-Raum liegt, gibt es an der Grenze normalerweise keine Kontrollen. Als EU-Bürger kannst du dich zeitlich unbegrenzt im Land aufhalten. Bezahlt wird in Euro, Karte wird fast überall akzeptiert, für kleine Beträge und die Pletna-Boote hältst du aber besser etwas Bargeld bereit.

Impfungen und medizinische Hinweise

Besondere Impfungen brauchst du für Slowenien nicht. Das Auswärtige Amt empfiehlt lediglich, die Standardimpfungen auf dem aktuellen Stand zu halten. Als EU-Bürger nimmst du deine Europäische Krankenversicherungskarte (die Rückseite deiner Gesundheitskarte) mit, damit bist du im Notfall über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert. Für aufwendigere Behandlungen und den Rücktransport lohnt sich trotzdem eine Auslandskrankenversicherung, die kostet für ein Jahr nur wenige Euro.

Ein Punkt, den viele unterschätzen: Zecken. In den slowenischen Wäldern ist die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verbreitet. Wer viel wandert oder im Gras unterwegs ist, sollte über eine FSME-Impfung nachdenken und abends den Körper nach Zecken absuchen. Das Leitungswasser kannst du bedenkenlos trinken. In den Bergen gilt der übliche Respekt vor dem Wetter und der Höhe, die europaweite Notrufnummer 112 funktioniert im ganzen Land.