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Backpacking in Südafrika

Wer Südafrika hört, der denkt an zwei Dinge: Den Tafelberg und Kriminalität. Dabei ist Südafrika, ein Land mit etwa 3.700 Sonnenstunden, rund 3.000 Kilometern Küste, 11 Amtssprachen und neun Provinzen ein Land, in dem es so viel mehr zu entdecken gibt, als nur Kapstadt.

Mit lediglich 55 Millionen Einwohnern, die sich überwiegen auf die Megametropolen Johannesburg und Kapstadt verteilen, finden Reisende in Südafrika noch viel unberührte Natur und eine unglaubliche Vielfalt die von Savannen und Wüsten bis zu tropenähnlicher Vegetation reicht. Alleine in der Kapregion um Kapstadt finden sich rund 9.000 unterschiedliche Pflanzenarten. Kaum ein anderer Ort der Welt ist so vielfältig.

Backpacking Südafrika

Backpacking Südafrika

Doch nicht nur die Flora und Fauna, sondern auch der Rest des Landes macht dem Namen Regenbogennation alle Ehre:  Zulu, Xhosa, Basotho, Venda, Tswana, Tsonga, Swazi und Ndebele leben in Südafrika neben den Nachfahren französischer, niederländischer und britischer Einwanderer, vielen Asiaten indischer Herkunft und natürlich den Koi San, den ursprünglichen Bewohnern Südafrikas.

Das Land kämpft dennoch immer noch mit den Spätfolgen der Apartheid, Townships und eine offensichtliche Segregation der Volksgruppen gehören nach wie vor zum Stadtbild und können auf ausländische Urlauber erst einmal befremdliche wirken. Genauso wie die Stromzäune, die viele Wohnblöcke umgeben und absichern. Ja, Südafrika ist ein Land voller Gegensätze.

Wer möchte, kann das südlichste Land des afrikanischen Kontinents bereisen, sich einfach an der Natur erfreuen und die Politik geflissentlich ignorieren – auch das mag legitim sein. Wer jedoch auch über die Vergangenheit des Landes und seiner Bewohner mehr erfahren möchte, der kann einen Abenteuer-Urlaub mit Kultur kombinieren und jede Menge dazu lernen.

Einen großen Vorteil hat das Land als Reiseziel jedoch für alle, die Angst vor fremden Sprachen haben: Da Englisch eine der 10 Amtssprachen ist, beherrscht jeder die Weltsprache. Natürlich mehr oder weniger gut. Mit einigen Brocken Englisch und im Notfall einmal Hand und Fuß geht es allerdings wirklich überall voran.Wer niederländisch beherrscht, kommt außerdem vermutlich ganz gut damit durch, denn es ist Afrikaans nicht so unähnlich. Die Klicksprachen Zulu und Xhosa lassen sich auf die Schnelle sicherlich nicht so schnell erlernen.

Südafrika ist mit Mietwagen oder Bus überraschend gut zu bereisen. Die Infrastruktur über Land und auch in den Städten ist gut ausgebaut, die Straßen (bis auf einige Dirt Roads) generell in einem guten bis passablen Zustand. Sprit ist unvergleichbar billig und auch deshalb ist Südafrika ideal für einen ausgiebigen Roadtrip geeignet. Billigairlines machen auch Inlandsflüge erschwinglich, denn die Entfernungen in Südafrika haben es in sich. Schon alleine zwischen Kapstadt und Johannesburg liegen 2 Flugstunden oder 2.000 Kilometer.

Da der Tourismus in Südafrika über sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, versucht das Land, den Touristen möglichst viel zu bieten. Unterkünfte gibt es für jeden Geldbeutel und jede Preisklasse. Die Backpacker sind meistens sehr schön und versuchen sich gegenseitig mit Besonderheiten zu übertrumpfen. Freiluftdusche, Schlafen in einem echten Zug oder kostenlose Surfstunden? Könnt ihr alles haben!

Und das leidige Thema der Sicherheit? Da gilt in allererster Linie: auf den gesunden Menschenverstand hören. Das bedeutet, nachts dunkle Ecken zu meiden und auch generell nicht alleine unterwegs zu sein. In größeren Städten bringt euch Uber zu jeder Zeit billig nach Hause. Auch gilt, im Mietwagen oder Hostel niemals etwas unbeaufsichtigt oder offensichtlich herumliegen zu lassen. Rucksäcke, in die leicht reingegriffen werden kann, bieten sich als Gepäck nicht unbedingt an. Lieber eine Umhängetasche nehmen, die ihr an der Seite im Griff habt.

Geld solltet ihr nur an Geldautomaten in Malls oder Tankstellen abheben. Sonst kann es tatsächlich vorkommen, dass euch jemand einfach von hinten die Karte aus der Hand schnappt oder aber dass der Automat präpariert ist und ihr noch Monate später mit Kreditkartenbetrug zu kämpfen habt. Dafür gibt es sichere Geldautomaten aber wirklich überall. Manchmal nehmen sie allerdings ausländische Karten nur nach einigem Gezicke an.

Backpacking Südafrika

Backpacking Südafrika

Kultur in Südafrika

Tja, was ist typisch Südafrika? Das lässt sich in einem Land, das ein wahrer Schmelztiegel an Kulturen ist, nur schwierig sagen.

Eines haben aber alle Südafrikaner gemeinsam: Eine freundliche, offene Art. Nichts ist in Südafrika einfacher, als mit Locals und Internationals ins Gespräch zu kommen. Die Menschen sind sehr neugierig gegenüber Fremden. „Woher kommst du?“ wird oft die erste Frage sein, die du zu hören bekommst. Generell haben die Südafrikaner gegenüber Europäern und Deutschen aber eine gute Meinung. Natürlich kann es, ganz nach Einkommensklasse, auch passieren, dass du um Geld gebeten wirst. Hier hat es sich bewährt, Essen zu geben, aber kein Geld. Wofür das verwendet wird, kannst du ja dann doch nicht wissen.

Und allen Südafrikanern ist eines gemeinsam: Sie sind „proudly South African“. Südafrikanische Fahnen finden sich überall in Vorgärten und vor offiziellen Gebäuden. Die Lieblingsbeschäftigung des Grillens (Braai auf südafrikanisch) verbindet alle Schichten und Nationalitäten. Genauso wie der Verständnis von Zeit. Denn die südafrikanischen Uhren ticken ganz anders als die deutschen. Auf einer Party, die ab 19 Uhr beginnt, ist vor 20 Uhr kein Südafrikaner anzutreffen. Wer früher kommt, ist ganz sicher ein Expat.

Sogar eigene Begriffe von Zeit werden verwendet. Wenn ein Südafrikaner dir sagt: „I’ll do it now now“, dann kannst du dir sicher sein, dass es nicht in den nächsten Minuten, Stunden oder sogar Tagen passieren wird. Entspannt und laid-back, das ist die Landeseinstellung. Das ist beim gemütlichen Urlaubmachen sicherlich ganz angenehm, die Bürokratie wird dadurch noch mehr zur nervenaufreibenden Ganztagesaufgabe. Doch damit wirst du mit deinem Rucksack hoffentlich nicht viel mitbekommen.

Backpacking Südafrika - Entspannung

Backpacking Südafrika – Entspannung

Mehr Backpacker Informationen zu Südafrika

Generell ist Südafrika kein teures Reiseland. Aber auch hier kommt es natürlich ganz auf den Zeitraum an. Vor allem im beliebten Zeitraum von November bis Februar, wenn es in Europa Winter ist, sind die Übernachtungspreise schon um einiges teurer. Restaurants holen ihre „Touristen-Menüs“ raus und die Preise für Essen und Getränke steigen. Da der Rand als Währung aber generell eher schwach ist, kommst du mit Euros in Südafrika trotz allem noch günstig weg.

Für Essen und Getränke musst du pro Tag keinesfalls mehr als 15-20 Euro einkalkulieren. Kommt noch Museen oder Transport dazu, werden es wohl 25-40 Euro, die du pro Tag rechnen kannst. Oft gibt es auch Rabatte für Studenten in den diversen Museen – allerdings überwiegen für südafrikanische Studenten. Versuchen könnt ihr es trotzdem mal, manchmal wirken nette Worte Wunder!

Falls ihr einen Backpacking-Trip plant, der sich vor allem auf Natur und Naturparks konzentriert und wenn ihr einen längeren Zeitraum in Südafrika seid (das Touristenvisum ist 90 Tage ab Einreise gültig), dann könnte sich eventuell eine Wildcard rentieren. Mit dieser bekommt ihr in über 80 Parks und auch für Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel den Tafelberg freien Eintritt oder zumindest einen ordentlichen Rabatt.

Eine Wildcard muss allerdings für ein ganzes Jahr gekauft werden, deswegen lohnt sich das wirklich nur bei einem langen Aufenthalt und wenn ihr vorhabt, viel in Nationalparks zu wandern oder zu campen. Für eine Person kostet die Wildcard 515 Rand, also rund 36 Euro. Für zwei Personen sind es 852 Rand, also etwa 80 Euro. Hier kann es sich also lohnen, sich mit dem Reisepartner zusammen zu tun.

Eine Reise in einem so weit entfernten Land im Voraus zu buchen, kann kompliziert sein. Glücklicherweise ist das Angebot an Hostels und Backpackers in Südafrika so groß, dass es oft reicht, ein oder zwei Tage vor der eigentlichen Übernachtung anzurufen und ein Zimmer oder Dorm zu buchen. Mit einer gewissen Flexibilität lässt sich so immer ein Bett und ein Dach über dem Kopf finden. Die besten und am schönsten gelegenen Hostels sind alle im „Coast to Coast“ gesammelt, einem kleinen Büchlein, das quasi in jedem Hostel oder Backpackers ausliegt.

Bereisen lässt sich Südafrika am Besten per Fernbus, mit dem Baz Bus, einem organisierten Bus, der von Hostel zu Hostel fährt oder per Mietwagen. Welche Variante sich für euch am meisten lohnt, kommt auf euer Budget und euren Wunsch nach Flexibilität an.

Backpacker Routen in Südafrika

Südafrika hat für jeden Backpacker etwas zu bieten. Ob Abenteuer, Natur oder Kultur – alles ist möglich. Ihr könnt von Nationalpark zu Nationalpark ziehen. Ihr könnt die Metropolen Johannesburg und Kapstadt erkunden oder die Füße in den badewannenwarmen indischen Ozean halten. Das ist ganz euch überlassen.

 Route 1: Die Garden Route (ca. 14 Tage)

  • 2-5 Tage Kapstadt und Umgebung erkunden
  • 1-2 Tage in Hermanus am Meer verbringen (und von Juli-November Wale beobachten)
  • 1-2 Tage in Mossel Bay verbringen
  • 2-3 Tage in Wilderness die tropische anmutenden Natur genießen und anschließend einen Tag Sightseeing im pittoresken Knysna
  • 1 Tag Zwischenstop in Plettenberg Bay, von dort aus einen Abstecher nach Victoria Bay machen
  • 1-2 Tage in Storms River, um den Tsitsikama National Park zu erkunden und über die Suspension Bridge zu gehen
  • 1-2 Tage Surfen in Jeffreys Bay probieren
  • 1 Tag in Port Elizabeth die Reise ausklingen lassen

Route 2: Einmal durch Südafrika (rund 1 Monat)

  • 2-5 Tage Kapstadt und Umgebung erkunden
  • 1-2 Tage in Hermanus am Meer verbringen (und von Juli-November Wale beobachten)
  • 1-2 Tage in Mossel Bay verbringen
  • 2-3 Tage in Wilderness die tropische anmutenden Natur genießen und anschließend einen Tag Sightseeing im pittoresken Knysna
  • 1 Tag Zwischenstop in Plettenberg Bay, von dort aus einen Abstecher nach Victoria Bay machen
  • 1-2 Tage in Storms River, um den Tsitsikama National Park zu erkunden und über die Suspension Bridge zu gehen
  • 1-2 Tage Surfen in Jeffreys Bay probieren
  • 1 Tag in Port Elizabeth verbringen und neue Kräfte sammeln
  • 1-2 Tage im Hinterland des Eastern Cape in Hogsback verbringen und Afrika ganz anders erleben
  • 2-3 Tage in Coffee Bay die Seele baumeln lassen und abschalten
  • 1-2 Tage in Durban
  • 3-4 Tage die Drakensberge erkunden und wandern
  • 3-4 Tage in Johannesburg Kultur aufsaugen und Soweto besuchen
  • Danach: Alternativ ein Trip zum Krüger National Park (weitere 4-5 Tage
Backpacking Südafrika - Strand

Backpacking Südafrika – Strand

Reisezeiten in Südafrika

Die ideale Reisezeit für Südafrika gibt es eigentlich nicht. Das Land kann zu jeder Jahreszeit eigentlich gut bereist werden. Südafrika ist ein sehr großes Land, das insgesamt in drei Klimazonen unterteilt werden kann.

Die Westküste um Kapstadt hat vor allem trockene, heiße Sommer und kühle, feuchte Winter. Der Regen beginnt im Mai/Juni und geht bis August oder September. Für das Westkap ist das also nicht die ideale Reisezeit. Auch, da die Temperaturen auf etwa 15 Grad fallen. Im Sommer hat es dafür angenehme 26-28 Grad, ist dabei jedoch sehr windig. Generell leidet das Kap im Sommer auch oft unter Dürre, Buschfeuer sind an der Tagesordnung.

Die Ostküste profitiert schon von der Wärme des Indischen Ozeans. Das Wetter ist feucht (vor allem im Sommer) und warm, in den Drakensbergen kann es regnen. Auch im Winter fällt die Temperatur nicht weit unter 20 Grad.

Das Landesinnere von Südafrika ist dagegen trocken, die Regenzeit ist zwischen Oktober und April. Im Sommer ist es mit über 30 Grad sehr heiß, im Winter kann in den Bergen sogar Schnee fallen.

Wale kann man bei Kapstadt von Juli bis Oktober sehen. Von Juli bis Oktober ist außerdem auch eine gute Zeit für Safaris, da die Tiere wegen der Trockenheit an den Wasserlöchern anzutreffen sind. Die Nächte sind im südafrikanischen Winter jedoch kalt.

Außerdem gut zu wissen: Auch die Südafrikaner machen gerne im eigenen Land Urlaub. Johannesburger zieht es über Weihnachten nach Kapstadt und auch zu Ostern sind die Südafrikaner in der eigenen Heimat unterwegs. Ostern, Dezember und Januar sind demnach teure Monate, wenn ihr nicht im Voraus bucht, solange es noch günstig ist.

Backpacker Budget in Südafrika

Was euer Budget betrifft, so kann Südafrika ein günstiges oder ein teureres Reiseland sein. Das kommt ganz auf eure Vorlieben an.

Für den Eintritt in einen Nationalpark könnt ihr rund 150 Rand (ca. 10 Euro) rechnen. Aktivitäten wie das Shark Cage Diving oder das der höchste Bungee Jump der Welt sind selbstverständlich entsprechend teurer. Dafür könnt ihr 50-60 Euro rechnen.

Auch bei der Wahl eures Fortbewegungsmittels kommt es ganz darauf an, ob ihr Bus oder Auto fahren möchtet. Über den Kopf gepeilt könnt ihr mit etwa 15 Euro Tagesausgaben für die Fortbewegung rechnen. Unterkünfte sind ebenfalls ab 150 Rand (ca. 10 Euro) verfügbar.

Essen und Trinken ist in Südafrika sehr günstig. Schon für 80 Rand, also etwa 6 Euro, könnt ihr in einem Restaurant essen und trinken. Eure Ausgaben für Essen und Trinken werden sich also auf nicht recht viel mehr als 10-15 Euro pro Tag belaufen.

Der BazBus für Backpacker

Der BazBus ist die ideale Möglichkeit für euch, wenn Ihr alleine unterwegs seid, euch alleine nicht so wohl fühlt oder nicht so viel organisatorischen Aufwand bei eurer Reise möchtet. Er fährt insgesamt über 180 Hostels in 40 Städten an – und kutschiert euch bequem von Tür zu Tür. Natürlich seid ihr dadurch nicht so flexibel, da nur bestimmte Hostels angefahren werden – es gibt zwar Shuttles zu anderen Locations, aber eben nicht überall hin. Auch fährt der BazBus nur einmal am Tag – danach muss dann die Planung gerichtet werden.

Es gibt auf der BazBus Webseite verschiedene Optionen, wie eine Travel Pass für ein, zwei oder drei Wochen oder Kombi-Pakete, die auch Safaris oder Abenteuertouren beinhalten. Das klassische BazBus-Ticket ist aber wohl das Hop-on-hop-off-Ticket. Für eine Reise von Kapstadt nach Johannesburg schlägt das mit 4.400 Rand zu Buche (ca. 313 Euro). Damit ist eure Route festgelegt, ihr habt aber kein Zeitlimit, an das ihr euch halten müsst.

Für Reisen nach Durban oder Port Elizabeth ist es entsprechend günstiger. Ein 3-Wochen-Pass kostet 299 Euro. Damit ist der BazBus natürlich nicht die günstigste Möglichkeit, nimmt euch aber viel organisatorisches Planen ab – und Auto fahren müsst ihr auch nicht.

Bus fahren in Südafrika

Bus fahren in Südafrika vermittelt euch sicher das wahre Backpacker-Gefühl. Ihr seid über Land und mit Locals unterwegs. Und natürlich seid ihr damit komplett flexibel, denn die Linienbusse fahren nicht, wie der BazBus nur bestimmte Hostels an. Ihr könnt fahren, wohin ihr wollt. Nachteil: Die Busstationen sind oft außerhalb der Stadt, ihr kommt nicht direkt vor der Tür eures Hostels an.

Dafür ist Busfahren in Südafrika aber beinahe so luxuriös wie in Europa mit WLAN (okay, das funktioniert nur selten), Klimaanlage und Snacks an Bord. Wesentlich kostengünstiger als der BazBus ist es außerdem. Die beiden großen Anbieter sind Greyhound und Intercape.

  • Cape Town-Durban: ab 600 Rand (ca. 40 Euro)
  • Cape Town-Port Elizabeth: ab 320 Rand (ca. 23 Euro)
  • Durban – Johannesburg: ab 290 Rand (ca. 20 Euro)
  • George-Knysna: ab 216 Rand (ca. 15 Euro).

Auto fahren in Südafrika

Ein eigenes Auto bietet natürlich das Höchstmaß an Flexibilität. Allerdings müsst ihr auch selbst fahren können. Dafür braucht ihr einen internationalen Führerschein. Den stellt aber jedes Führerscheinamt innerhalb von kürzester Zeit aus. Außerdem nicht vergessen: In Südafrika gilt Linksverkehr. Das ist in den ersten paar Tage eine Umstellung, ihr gewöhnt euch aber sicher schnell daran!

Auch die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind etwas anders: Es gilt 60 km/h innerorts, 80 km/h auf Landstraßen und 100 bzw. 120 km/h auf Autobahnen. Die sind allerdings nicht so, wie ihr Autobahnen aus Deutschland kennt. Es kann auch mal sein, dass eine Landstraße kreuzt und dann mitten auf der Autobahn eine Ampel steht. Oder Menschen und Tiere einfach so überall und jederzeit über die Straße laufen. Augen offen halten ist angesagt! Sonst sind allerdings die Hauptverkehrsstraßen in Südafrika generell in gutem Zustand. Nur im Hinterland könnt ihr schon mal auf eine Dirt Road stoßen, oder aber in den Bergen.

Die Promillegrenze in Südafrika liegt bei 0,5 Promille. Daran haltet ihr euch lieber, denn wer erwischt wird, der verbringt eine Nacht im Knast! Und ich bin mir sicher, das möchtet ihr in Südafrika auf eurem Urlaub nicht haben.

Es macht Sinn, den Mietwagen schon von Deutschland aus zu buchen. Preise und ABGs sind dort durchsichtiger und alle großen Mietwagenanbieter gibt es auch in Südafrika. Außerdem solltet ihr einen Mietwagen ohne Kilometerbegrenzung wählen, damit es am Ende der Reise keine teure Überraschung gibt. Investiert auch in eine Versicherung, da Einbrüche in Autos nicht selten sind.

Ihr solltet auf keinen Fall Wersachen, aber auch sonst am besten keine Gegenstände im Auto lassen. Über Nacht sollte das Auto wenn möglich in einem Hof oder auf einem bewachten Parkplatz abgestellt werden. Es gibt Versicherungen, die auch Diebstähle abdecken.

Wenn ihr nicht direkt in der Hochsaison fliegt, könnt ihr schon ab 20 Euro pro Tag ein Auto bekommen. In der Hochsaison kann es auch doppelt so viel sein.

Backpacking Südafrika - Tafelberg

Backpacking Südafrika – Tafelberg

Inlandsflugpreise in Südafrika

Inlandsflüge sind in Südafrika günstig. Die Inlandsfluglinien, die sich rentieren, sind vor allem Kulula, FlySafair und Mango. Aber auch mit South African Airways gibt es manchmal günstige Inlandsflüge in Südafrika.

  • Kapstadt-Durban: ab 80 Euro
  • Kapstadt-Johannesburg: ab 60 Euro
  • Durban-Johannesburg: ab 40 Euro
  • Port Elizabeth-Durban: ab 50 Euro

Beim Fliegen entgeht euch aber natürlich jede Menge an Erfahrungen, die ihr „on the road“ machen könnt. Für jemanden, der aber nicht so viel Zeit hat, ist es natürlich eine Möglichkeit, nur eine kürzere Strecke zu fahren und dann eine lange Strecke mit einem Flug zu überbrücken, zum Beispiel von Port Elizabeth nach einem Roadtrip auf der Garden Route nach Johannesburg, um dort noch ein paar Tage zu verbringen.

Backpacker Unterkünfte in Südafrika

Die Auswahl für Überachtungsmöglichkeiten in Südafrika ist groß. In größeren Städten ist von Hostels bis zu guten Boutique-Hotels alles vorhanden. Auch Airbnb-Wohnungen oder Couchsurfing sind eine gute Möglichkeit. Airbnb kann gerade in sehr beliebten Touristenorten wie Hermanus zur Walsaison eine günstigere Wahl sein als ein Hotel oder sogar Hostel. Couchsurfing ist eine gute Möglichkeit, um beispielsweise in Kapstadt, Durban oder Johannesburg günstig unterzukommen.

Alles in allem hängen die Preise der Hostels sehr von der Location ab und sind nicht unbedingt supergünstig. Gerade Kapstadt und Johannesburg sind manchmal nahe an europäischen Übernachtungspreisen dran. Auf der Garden Route und entlang der Wild Coast werden die Übernachtungen dann aber wieder etwas günstiger. Und allgemein kann gesagt werden: Die Hostels in Südafrika bieten ihren Besuchern auch wirklich etwas! Schöne Aussichten, coole Events und die Möglichkeit, als Volunteer mitzuarbeiten, zum Beispiel.

Hier eine Übersicht über die Durchschnittspreise in den verschiedenen Städten von Hostelworld:

  • Kapstadt: 225 Rand (ca. 16 Euro)
  • Durban: 187 Rand (ca. 13 Euro)
  • Jeffreys Bay: 180 Rand (ca. 12,50 Euro)
  • Mossel Bay: 80 Rand (ca. 6 Euro)
  • Johannesburg: 194 Rand (ca. 14 Euro)
  • Port Elizabeth: 151 Rand (ca. 11 Euro)
  • Stellenbosch: 165 Rand (ca. 12 Euro)
  • Knysna: 170 Rand (ca. 12 Euro)
  • Oudtshoorn: 180 Rand (ca. 12,50 Euro)

Generell lohnt es sich, Preise zu vergleichen. Kleinere Bed & Breakfast Pensionen sind manchmal mit 15-20 Euro pro Nacht kaum teurer als ein Hostel, bieten aber mehr Komfort. Airbnb kann manchmal teurer sein als geplant. Es lohnt sich also, unterschiedliche Anbieter zu vergleichen.

Es ist von Privatunterkünften oder Facebook-Anzeigen eher abzuraten, es kann sich um einen Scam, also einen Betrug, handeln und ihr kommt vor Ort an, euer Geld ist weg aber keine Ferienwohnung oder kein Hostel ist vorhanden. Also lieber über die offiziellen Seiten buchen.

Backpacker Trips, Tipps & Highlights in Südafrika

Beim Backpacking durch Südafrika könnt ihr euch mehr auf die Natur und das Wandern fokussieren, aufs Surfen und Strandurlaub oder auf Kultur und Kunst. Das ist ganz euch überlassen. Natürlich könnt ihr auch beides direkt miteinander verbinden.

Zu den absoluten Highlights gehören die Städte Kapstadt, Durban und Johannesburg. Außerdem die Garden Route, die Spice Route in Stellenbosch, auf der sich eine Weinfarm an die andere reiht und die Wild Coast und die Drakensberge. Natürlich könnt ihr euch auch mehr auf einen Landstrich konzentrieren, denn Südafrika ist ein riesiges Land.

Ihr könnt die Wild Coast von Port Elizabeth bis hoch nach Durban erkunden und auch ein wenig ins Innenland der East Coast reisen, um dort beispielsweise die Stadt Hogsback mit ihrem Hippie-Flair zu erkunden. Ihr könnt aber auch von Kapstadt die Garden Route nach Port Elizabeth hinauf reisen, ein paar Tage in Stellenbosch zum Wine Tasting oder in Hermanus zum Whale Watching stoppen und den Addo Elephant Park besuchen.

Von Johannesburg aus ist es nicht weit bis zum Krüger oder nach Botswana, Mosambik und Zambia, wenn ihr eure Backpacking Tour durch den ganzen Süden Afrikas ausweiten wollt.

Wunderschöne Strände gibt es um Kapstadt, entlang der Garden Route bis zum Surfer Paradies Jeffreys Bay und an der Hibiscus Coast um Port Shepstone. Dieser Küstenstreifen ist ein echter Geheimtipp – hier machen eher die Südafrikaner Urlaub. Es ist nicht so touristisch überlaufen und ihr könnt das Glück haben, ganz alleine an einem kilometerweiten Strand zu sein.

Backpacking Südafrika - Safari

Backpacking Südafrika – Safari

Backpacker Highlights in Südafrika

Wenn ihr in Kapstadt seid, dann beobachtet den Sonnenuntergang vom Signal Hill aus oder wandert vom botanischen Garden Kirstenbosch auf den Tafelberg hinauf. Lasst euch im farbigen Bo-Kaap treiben und genießt kapmalayisches Bobotie und wenn sich die Gelegenheit bietet, dann besucht unbedingt ein südafrikanisches Braai – eine sehr fleischlastige, aber gesellige Angelegenheit.

Natürlich sind die Städte Kapstadt und Johannesburg auch voller Kultur, die Spuren der Apartheid noch überall zu sehen. In Kapstadt könnt ihr Robben Island besuchen, die Insel auf der Nelson Mandela über 20 Jahre im Gefängnis saß. In Johannesburg könnt ihr eine Tour durch das weltberühmte Township Soweto machen, in dem zwei Nobelpreisträger gelebt haben – Nelson Mandela und Desmond Tutu – oder das Apartheid-Museum besuchen.

Das „traditionellere“ Südafrika erlebt ihr an der Wild Coast und im Innland der East Coast. Wobei die East Coast keine Küste hat, nur die Provinz heißt so. Die Garden Route ist landschaftlich und für Wanderfans der beste Anlaufpunkt. Hier könnt ihr im Tstistikamma Nationalpark durch dichte Wälder und an wilden Flüssen entlang wandern.

Backpacker Geheimtipps in Südafrika

Südafrika lebt vom Tourismus, deshalb gibt es kaum noch echte Geheimtipps. Die schönsten Ecken sind gut erschlossen, sowohl was die Unterkünfte als auch was die Infrastruktur betrifft. Im Innenland sind die Straßen oft nicht gut ausgebaut, Unterkünfte sind rar und das Reisen ist auch weniger sicher.

Am ehesten ist wohl noch die Hibiscus Coast ein Geheimtipp, da sie nicht Teil der berühmte Garden Route ist, welche die meisten Touristen bereisen. Jedoch ist Südafrika eben beliebt für seine schöne Natur, die Strände und die Berge – und dort wo es am schönsten ist, werdet ihr zwangsläufig auf andere Reisende treffen.

Essen & Trinken in Südafrika

Ein großes Land bietet natürlich auch eine große Vielfalt an kulinarischen Genüssen! Ihr könnt in Südafrika problemlos schlemmen, allerdings werden Vegetarier vielleicht nicht ganz auf ihre Kosten kommen, denn die südafrikanische Küche ist sehr fleischlastig. In den großen Städten ist aber auch der vegetarisch-vegane Trend am Kommen.

Was allen Südafrikanern gemeinsam ist, ist ihre Liebe zum Grillen, Braai genannt. Gegrillt wird Fleisch oder Bratwürste, die hier Boerewoers heißen. Dazu gibt es Knoblauchbrot oder Salate. Das Grillen ist hier allerdings eine tagesfüllende Anlegenheit und nicht so auf Effektivität getrimmt wie in Deutschland. Benutzt wird Holz und bis da das erste Stück Fleisch auf dem Grill liegt, können schon mal zwei, drei Stunden vergehen. Das gesellige Beisammensein steht im Vordergrund.

In Kapstadt ist die kapmalayische Küche sehr ausgeprägt. Die Nachfahren ehemaliger Sklaven aus Malaysia und anderen südasiatischen Ländern leben vor allem im Stadteil Bo-Kaap. Eine Spezialität ist Bobotie, eine Art Auflauf mit Hackfleisch und Eis, zu dem gelber Reis serviert wird oder die Koeksisters, sehr süße Kuchen.

In Durban ist das Bunny Chow sehr bekannt, ein Curry, dass in einem Laib Brot serviert wird. Achtung, scharf! Ansonsten gibt es an jeder Ecke Foodstrucks oder Streetfood Markets, auf denen ihr euch richtig durchschlemmen könnt. Südafrika ist nämlich, was das Essen gehen betrifft, unvergleichlich billig.

Essen in Südafrika

Beim Frühstück ist noch der englische Einfluss bemerkbar – das darf gerne deftig sein mit Speck, Ei und Tomaten. In den größeren Städten gibt es nicht die altbekannten Starbucks-Logos zu finden, dafür aber sehr leckere südafrikanische Kaffeeröstereien, die einen mindestens genauso guten Latte zaubern. Muffins und süßes Gebäck ist zum Frühstück auch beliebt.

Mittag- und Abendessen wird in Südafrika eigentlich zur gleichen Zeit eingenommen wie in Deutschland, im Sommer, wenn es sehr heißt ist, etwas später. In den Städten bieten viele Restaurants Lunch-Specials an, bei denen ihr zwei Gerichte zum Preis von einem oder für einen sehr viel günstigeren Preis bekommen könnt. Ansonsten gibt es eigentlich für Mittag- und Abendessen keine unterschiedlichen Speisekarten. Mittag ist es mit Wraps und Salaten etwas leichter gehalten. Zum Abendessen darf es gerne das Steak sein.

Wer von der südafrikanischen Küche nicht so angetan sein sollte, findet aber auch italienische oder asiatische Restaurants überall.

Trinken in Südafrika

Die West Coast um Kapstadt ist eine Weinregion. Die südafrikanischen Weine sind inzwischen weltbekannt, vor allem der Cabernet Sauvignon – liebevolle Cab Sav genannt – und der Pinotage, eine Rebsorte, die nur hier in Südafrika angebaut wird. Ein Wein darf es gerne zum Mittagessen schon sein.

Allerdings brauen die Südafrikaner auch kein übles Bier. Castle und Black Label sind die bekanntesten Marken, Craft Biere sind aber im Kommen und es gibt viele kleine Brauereien. Und dann gibt es natürlich noch Amarula, ein süßer Likör, der aus der Amarula-Frucht hergestellt wird.

Generell gibt es in Südafrika viele frische Früchte, also könnt ihr prima Smoothies kaufen. Und das Leitungswasser in Südafrika könnt ihr auch bedenkenlos trinken – es gehört zu einem der besten der Welt.

Backpacking Südafrika - Durban

Backpacking Südafrika – Durban

Backpacker Visa und Impfungen in Südafrika

Visum

Als deutscher Staatsbürger werdet ihr keine Probleme haben, in Südafrika einzureisen. Ihr erhaltet ein Visum für 90 Tage bei Einreise. Allerdings müsst ihr dazu im Zweifelsfall ein Rückflugticket vorweisen – die Zollbeamten müssen danach fragen, tun es aber nur selten. Ein Risiko einzugehen, rate ich euch hier aber nicht.

Euer Reisepass muss bis 30 Tage nach dem Ausreisedatum gültig sein, außerdem noch über zwei freie Seiten verfügen – einen für den Stempel zur Einreise und einen für den Stempel zur Ausreise. Wichtig: Seit Juni 2015 gilt die Regelung, dass minderjährige Kinder nur mit Geburtsurkunde einreisen dürfen. Das soll dem Kinderhandel vorbeugen.

Eine Verlängerung des 90tägigen Visums ist theoretisch möglich. Allerdings sollte der Antrag dafür 60 Tage vor der eigentlichen Ausreise passieren, ein Brief an Home Affairs muss vorgelegt werden, in dem erklärt wird, warum ihr länger im Land bleiben möchtet. Der ganze Prozess ist aufwendig, teuer und verlangt viele Dokumente.

Zudem wird oft keine Visumsverlängerung für weitere drei Monate ausgestellt, sondern eventuell nur für einen oder zwei. Es ist also stressfreier, die Reise einfach für maximal einen 90-Tage-Zeitraum zu planen.

Medizinische Hinweise & Impfungen für Südafrika

Mit außergewöhnlichen Epidemien sowie tropischen Erkrankungen ist in Südafrika generell nicht zu rechnen. Allerdings sollte jeder Backpacker dennoch über einen ausreichenden Impfschutz verfügen. Dazu gehören Hepatitis A und B, Tetanus und eventuell Tollwut.

Im Krüger Nationalpark und einigen weiteren Teilen Südafrikas an der Grenze zu Mosambik oder Botswana wird eine Malaria-Prophylaxe benötigt. Zudem als Hinweis: Fast 11 % der Bevölkerung in Südafrika sind HIV-positiv. Eine gewisse Vorsicht beim direkten Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten ist hier also angebracht. Für Urlaubsliebeleien gilt: Auf jeden Fall schützen!

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