Schließen
Hier klicken um ein Land zu wählen

Backpacking in Jordanien

Jordanien ist weltberühmt für seine Felsenstadt Petra. Mitten in Jordaniens Wüste, dreieinhalb Stunden von der Hauptstadt Amman entfernt, finden Backpacker*innen ein Wunderwerk der Architektur – Häuser und Paläste, die detailreich und wunderschön in den Felsen geschlagen sind. Doch Petra ist längst nicht das einzig Sehenswerte an diesem faszinierenden Land. Backpacking in Jordanien ist ein wunderbares Erlebnis. Jordanien grenzt an Israel und Palästina im Westen, Syrien im Norden, den Irak und Saudi-Arabien im Osten, das Tote Meer und grenzt sogar an eine schmale Bucht des Roten Meeres. Ihr könnt schwimmen und schnorcheln, durch saftig grüne Naturreservate wandern, die enge Schluchten und die erhabene Weite der Wüste Wadi Rum bestaunen und euch auf Abende mit Musik und Gesprächen am Feuer und ununterbrochen fließendem süßem Tee freuen.

Eine Frage, die sich viele bei der Reiseplanung nach Jordanien treffen, ist die nach der Sicherheit. Jordanien grenzt immerhin an einige heiße Pflaster. Dennoch sollte niemand vergessen, dass in Jordanien selbst seit über 30 Jahren Frieden herrscht. Während ihr euch von den Grenzgebieten fernhalten solltet, habt ihr an den touristisch interessanten Orten wenig zu befürchten. Mehr Hinweise findet ihr auf der Webseite des Auswärtigen Amtes und im letzten Unterpunkt des Textes.

Petra Jordanien

Die zwei berühmtesten Attraktionen Jordaniens, die auf keiner Backpackerreise fehlen dürfen, sind unumstritten das Tote Meer und Petra. Die Felsenstadt soll von den Nabatäern, einem Verbund antiker Nomadenstämme Nordwestarabiens, gebaut und ausgestaltet worden sein. Die Schlucht (Siq), durch die früher die Nabatäer und heute die Tourst*innen laufen müssen, ist circa 70 Meter tief.  Mehr als einen Kilometer führt der Weg in das Gebirge hinein bis zur antiken Felsenstadt.

Seit 1985 gehört Petra zum UNESCO-Weltkulturerbe und seit 2007 auch zu den aktuellen Sieben Weltwundern. Durch das trockene und beständige Klima sind die Bauwerke der Felsenstadt in einem Zustand, der einen zuweilen glauben lässt, die Erbauer hätten die Stadt erst vor kurzem verlassen.

Totes Meer

Weiter im Süden befindet sich das Tote Meer, der eigentlich ein See ist, und aufgrund seines hohen Salzgehaltes weltberühmt geworden ist. Wer einmal unbeschwert über das Wasser treiben, sich dabei die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und gemütlich eine Zeitung lesen möchte, der muss unbedingt das Tote Meer besuchen. Der See kann bis zu 33% Salzgehalt haben. Zum Vergleich: das Mittelmeer hat nur knapp 4%. Und das schmeckt schon ziemlich salzig, oder?  Hier lebt nichts. Dementsprechend dürft ihr das Wasser auch nicht Schlucken oder ins Auge bekommen. Es ist ätzend. Dem Wasser werden allerdings auch heilende Wirkungen nachgesagt, weshalb viele Menschen zur Bekämpfung von Hautkrankheiten dorthin reisen.

Die Hauptstadt des Königreichs Jordanien liegt im Norden des Landes und zählt vier Millionen Einwohner. Ein Ort voller Geschichte und Religion, mit den wohl an den besten erhaltenen römischen Kulturstätten. Ihr findet hier Theater, heilige Plätze und Monumente, die euch an Griechenland und Italien erinnern werden. Amman zählt zu einer der ältesten bewohnten Städte der Welt und wurde bereits in der Bibel erwähnt. Ursprünglich auf sieben Hügeln errichtet, breitet sich das Stadtgebiet mittlerweile auf einem viel größeren Raum aus und wurde zu einer bunten, modernen und lebhaften Metropole.

Herkulestempel Jordanien

Wer es grüner mag, geht in die wunderschöne, zerklüftete Landschaft des Dana Biosphere Reserve. Es ist Jordaniens größtes Naturreservat mit einer Größe von 308 Quadratkilometern. Neben einer unglaublichen Artenvielfalt mit mehr als 800 Pflanzenarten, 200 Vogelarten und knapp 40 Säugetierarten weist das Dana Biosphere Reserve interessante archäologische Befunde der verschiedensten Epochen bis hin zur Altsteinzeit auf. Hier lässt es sich stundenlang über Stock und Stein, unter Palmen und über Felsbrocken durchs Gebirge wandern.

Kultur in Jordanien

Viele Europäer*innen werden in Jordanien auf eine ihnen gänzlich fremde Kultur stoßen. 93 % der jordanischen Bevölkerung sind Moslems, etwa 5 % sind Christen, davon die meisten griechisch-orthodox, aber auch römisch-katholisch. Religionsfreiheit wird in der Verfassung garantiert, manche Städte werden auch heute mehrheitlich von Christen bewohnt. Doch der muslimische Glauben und auch Aberglauben dominieren.

Der Ramadan und der 25. Mai sind für die jordanische Bevölkerung die wichtigsten Feiertage. Am 25. Mai wird die Annahme des Königstitels durch Abdullah I. aus dem Jahre 1946 zelebriert. Touristen kaum verborgen bleiben wird aber auch das Jerash Festival, das jeden Sommer in Jordanien stattfindet und ein Zusammentreffen mehrere Musiker*innen ist, die aus den unterschiedlichsten arabischen Nationen stammen.

Menschen Jordanien

Daran angelehnt wird die Kultur in Jordanien auch durch die Kunst- und Theaterszene maßgeblich beeinflusst. Gerade in größeren Städten findet man viele Museen und Ausstellungshallen, bei denen sich ein Besuch alle Male lohnt.

In den Bereich der Kultur Jordaniens gehört aber auch das Kunsthandwerk, welches von Jordaniern*innen mit einer immensen Leidenschaft ausgeübt wird. Viele Reisende wissen die schönen Gegenstände zu schätzen und denken beim Schlendern über den Markt an ihre Verwandten. Wer sich für die Keramikherstellung oder den Seidendruck interessiert, bekommt in Jordanien die Möglichkeit, im Salt Handicrafts Training Centre jungen Studenten bei der Ausübung des Kunsthandwerks zuzusehen.

Vielleicht fällt euch bei eure Backpacking in Jordanien auch selbst etwas auf: Das Land erfreut sich großer Beliebtheit als Drehort für Hollywoodproduktionen. Zum Bespiel wurden Szenen aus den Filmen Der Marsianer und Star Wars in der Wüste Wadi Rum gedreht.

Die Amtssprache ist Arabisch. Mit Englisch können ihr euch allerdings auch problemlos auf eurer Reise zurechtfinden.

Amman Jordanien

Backpacker Budget in Jordanien

Backpacking in Jordanien ist zwar nicht so teuer wie in Israel, Dubai oder Abu Dhabi, allerdings auch nicht so günstig wie südasiatische Reisziele. Ihr könnt schon für 3 bis 5 Euro gutes, lokales Essen bekommen. In der Nähe von touristischen Sehenswürdigkeiten ist es logischerweise teurer. Dort oder für ein internationales Essen zahlt ihr auch schon einmal 15-20 Euro – wie in Europa. Ein Privatzimmer kostet an die 20 Euro. Das hält sich alles im Rahmen. Nur die Eintrittspreise sind vergleichsweise ziemlich hoch. Darum plant im Schnitt ein Tagesbudget von etwa 20-35 Euro ein.

Der Ultimative Spar-Tipp: Der Jordan Pass. Normalerweise mache ich immer einen großen Bogen um Städte- oder Länderpässe, die einem viel Ersparnis versprechen. Doch der Jordan Pass rentiert sich wirklich. Für 70, 75 oder 80 Dinar – abhängig davon, ob ihr ein, zwei oder drei Tage in Petra verbringt – werden euch bei Kauf vor Einreise nicht nur die Visumsgebühren von 40 Dinar erlassen, sondern ihr erhaltet auch freien Eintritt in Petra. Dieser kostet einzeln schon ab 50 Dinar. Außerdem bekommt ihr auch kostenlos zur Wadi Rum Wüste, nach Jerash und zu circa 40 weiteren Attraktionen. Die einzige Bedingung: Ihr müsst euch mehr als drei Tage im Land aufhalten.

See Jordanien

So funktioniert es: Bei der Einreise zeigt ihr den Jordan Pass dann einfach bei der Passkontrolle vor und anschließend bei jeder der teilnehmenden Sehenswürdigkeiten. Bei der ersten Sehenswürdigkeit, die ihr besucht, wird der Pass aktiviert und ist ab dann 2 Wochen gültig.

Backpacker Routen in Jordanien

Viele Backpacker*innen in Jordanien folgen der klassischen Route von Nord nach Süd oder in umgekehrter Richtung. Das liegt auch auf der Hand, denn fast wie an einer Perlenkette aufgereiht liegen die Hauptsehenswürdigkeiten nahe beieinander. Natürlich ist es auch empfehlenswert, auch immer links und rechts davon zu schauen und den kleineren Dingen Beachtung zu schenken. Nur so kann man in eine Kultur eintauchen und oftmals gibt es noch wahre Schätze zu entdecken – vor allem auch, wenn man dem besten Fortbewegungsmittel vertraut, den eigenen Füßen.

Route 1: Der Klassiker (10 Tage)

  • 2 Tage Amman, die lebendige Hauptstadt erkunden (König-Hussein-Moschee, Herkulestempel, Quasr, etc.)
  • 1 Tag Totes Meer, Treiben lassen und Kopf ausschalten, nur nicht unter Wasser tauchen
  • 1 Tag Dana, das Naturschutzgebiet erwandern
  • 2-3 Tage Petra, das UNESCO Weltkulturerbe erkunden
  • 1 Tag Wadi Rum, die sternenklaren Nächte genießen und wie ein Beduine leben
  • 2 Tage Aqaba, Rotes Meer – tauchen, schnorcheln, sonnen und abschalten
  • 1 Tag Madaba, jordanische Kultur in der biblischen Stadt erfahren

Route 2: Backpacker Intensiv Trip (15-21 Tage)

  • 3 Tage Amman, die lebendige Hauptstadt erkunden
  • 1 Tag Jerash, erkunde die sehr gut erhaltene römische Stadt
  • 1 Tag Wadi Bin Hammad, nirgendwo habt ihr solch eine absolute Stiller erlebt
  • 3 Tage Dana das Naturschutzgebiet erwandern
  • 3 Tage Petra und Wadi Musa
  • 2 Tage Wadi Rum, die sternenklaren Nächte genießen und wie ein Beduine leben
  • 2-4 Tage Aqaba, Rotes Meer – tauchen, schnorcheln, sonnen und abschalten
  • 2 Tage Totes Meer Treiben lassen und Kopf ausschalten, nur nicht unter Wasser tauchen
  • 2-3 Tage Madaba, jordanische Kultur in der biblischen Stadt erfahren + in heißen Quellen baden

König Abdullah I Moschee

Ein kleiner Mietwagen ist für Roadtrip-Fans das optimale Fortbewegungsmittel in Jordanien. Unser Tipp: bucht den Mietwagen erst ab dem Tag, an dem ihr Amman bzw. eueren Ausgangspunkt verlasst, denn im Verkehrschaos der Hauptstadt werdet ihr sicherlich kein Spaß haben. Ansonsten sind die Straßen gut ausgebaut und wenig befahren, so dass Autofahren kein Problem ist.

Wenn ihr lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein wollt, dann empfehlen sich die lokalen Kleinbusse. Diese sind sehr günstig, fahren jedoch sehr unregelmäßig. Für längere Strecken gibt es alternativ JETT-Fernbusse, die ihr schon im Voraus buchen könnt. Auch wenn diese oft zu unsäglichen Uhrzeiten losfahren.

Reisezeiten in Jordanien

In den Sommermonaten Mai bis Oktober ist Jordanien heiß und trocken. Im Winter kann es hingegen in den höheren Lagen, beispielsweise in Petra, auch mal Frost und Schneefälle geben. Gute Reisezeiten sind im Frühling zwischen Mitte März und Ende Mai und im Herbst zwischen Mitte September und Ende November mit ähnlichen Temperaturen wie im Frühling, jedoch ohne Grünfärbung.

Für Bade- oder Tauchurlaube am Roten Meer eignen sich die Monate Mai bis September. In den Sommermonaten steigen die Temperaturen vielerorts über die 35 Grad-Marke, während es in den Wintermonaten in den Höhenlagen feucht und kalt werden kann.

Backpacker Unterkünfte in Jordanien

Unterkünfte gibt es sehr viele in Jordanien – von der Backpackerbruchbude für nur wenige Euros bis hin zum 5-Sterne Luxushotel. Das kostengünstigste für Backpacker*innen sind auch hier wieder Hostels. An weniger touristischen Orten und in der Hauptstadt Amman findet man diese sogar schon für unter 5 Euro pro Person/Nacht. Doch an Hot-Spots wie dem Roten Meer und den dazugehörigen Stränden und Schnorchel-Paradiesen kostet es im Schnitt etwas mehr.

Die Preise für ein Hostel am Roten Meer liegen bei 14 bis 25 Euro pro Nacht und Saison für ein geteiltes 6-er Bettzimmer. Gerade in der Hauptsaison von März bis Mai und auch von September bis Oktober könnt ihr euch beim Backpacking in Jordanien nach AirBnB Wohnungen umschauen. Diese werden oft schon günstig ab 15-25 Euro pro Nacht mit zentraler Lage angeboten. Das lohnt sich besonders für Stadtbesichtigungen.

Hostelworld gibt einen Überblick, was ein Hostelbett in geteilten Schlafsälen in Jordanien pro Person/Nacht kostet:

  • Amman 4 bis 29 Euro
  • Petra 6 bis 23 Euro
  • Aqaba 14 bis 25 Euro
  • Wadi Rum 9 bis 19 Euro

Aus Erfahrungsberichten kann man entnehmen, dass auch Couchsurfing in Jordanien in den Städten und touristischen Gegenden problemlos funktionieren kann. Die Community ist vorhanden, auch wenn häufig angemerkt wird, dass es überwiegend nur männliche Hosts gebe.

Straßengrafitti Jordanien

Hotels und Motels an Ausfahrtstraßen und Autobahnen

Die Straßen in Jordanien sind auffallend gut unterhalten und man bewegt sich maximal die letzten Meter zu den Unterkünften auf ungeteerten Straßen. Sicher gibt es Orte, zu denen man nur mit Allradantrieb kommt (zum Beispiel die Wadi Rum Wüste), aber dort sollte man sich ohne gebuchte Tour auch nicht unbedingt hinwagen, allein schon der Natur und Umwelt zuliebe.

Es gibt viele hochpreisige Hotels, besonders in Amman sowie am Roten und am Toten Meer. Die Preise für ein 2-Sterne Hotelzimmer beginnen ab 35 Euro pro Nacht und sind nach oben offen. Motels gibt es nur vereinzelt. Sie sind von der Ausstattung und den Preisen zwischen einer AirBnB Wohnung und einem günstigen Hotel anzusiedeln.

Camping in Jordanien

In Jordanien gibt es eine Reihe von Campingmöglichkeiten, aber kaum echte Campingplätze. Meist ist es nur ein Zusatzangebot von Hotels oder anderen Institutionen. Man wird also oft mit Kompromissen leben müssen. Auf der anderen Seite dürfte es im Normalfall aber nicht schwierig sein, auch einen freien Übernachtungsplatz zu finden.

Campingplätze sind oft luxuriös. In der Wüste kann man ein trendiges Glamping-Erlebnis unternehmen (Camping mit Glamour), bei dem euch Komfort und fließendes Wasser garantiert ist. Beliebte Campingplätze in der Wüste und den ausgetrockneten Wardis sind: Das Captain’s Desert Camp und das Wadi Rum Night Luxury Camp. Zweiteres ist echtes Glamping.  sich ein bisschen mehr gönnen möchte, kann in eines der romantischen Zelte einchecken.

Backpacker Trips & Tipps in Jordanien

Obwohl in Jordanien die Freiheit aller Religionen gewährleistet ist, ist es vorrangig ein muslimisches Land. Musliminnen vor Ort haben oft Arme, Beine und das Haar bedeckt. Als weibliche Reisende muss man sich nicht komplett verhüllen, aber freizügige Kleidung ist – auch aus Respekt – auf keinen Fall angebracht.

Was die Sicherheit betrifft: Von Reisen in das syrisch-jordanische Grenzgebiet sowie in den Nordosten des Landes in der Grenzregion zum Irak wird aufgrund wiederholter Zwischenfälle an den Grenzen zu Syrien und Irak dringend abgeraten. Sowohl das syrisch-jordanische als auch das irakisch-jordanische Grenzgebiet sind militärisches Sperrgebiet, in dem besondere Bestimmungen gelten.

Vor euerer Abreise solltet ihr euch auch ausreichend informieren: In Jordanien kommt es sowohl in Amman als auch in anderen Städten und Ortschaften des Landes vor allem an den Wochenenden nach dem Freitagsgebet des Öfteren zu Demonstrationen und Protestaktionen, in denen verschiedene Bevölkerungsgruppen ihre wirtschaftlichen, sozialen und politischen Forderungen artikulieren. In der Folge kann es zu Verkehrsbeeinträchtigungen und auch vereinzelten gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen.

Backpacker Highlights in Jordanien

Nachdem Amman wahrscheinlich euer Ausgangspunkt der Reise sein wird, solltet ihr euch unbedingt die Amman Zitadelle auf dem Hügel Jabal al-Qal’a im Zentrum der Stadt ansehen – hier habt ihr einen traumhaften Ausblick über das bunte Treiben der Stadt und könnt im nahegelegenen Archäologischen Museum mehr über ihre Geschichte erfahren. Ein wunderschönes römisches Theater findet ihr nur 30 Gehminuten von der Zitadelle entfernt. Einer der höchsten Punkte Ammans ist der Zitadellenhügel (Jebel Qala’a) mit frühen Festungsanlagen.

Jordanien Amman

Ein Stück weiter könnt ihr euch im Zentrum von Amman in den Straßen umherschlendern und einen der vielen Souks besuchen, mit den Verkäufern feilschen und scherzen, Gewürze probieren, Stoffe kaufen und so voll und ganz in die Welt der arabische Bazaare eintauchen. In der ganzen Stadt findet ihr außerdem beeindruckende Moscheen wie die König-Abdullah-Mosche – achtet bei einem Besuch aber auf angemessene Kleidung.

Nun aber zum absoluten Highlight: die Felsenstadt Petra. Darauf habt ihr bestimmt alle gewartet. Diese Felsenstadt alleine ist eine Reise nach Jordanien wert. Etwa drei Stunden südlich der Hauptstadt erwartet euch ein geheimnisvoller, in Stein gemeißelter Ort, den es so kein zweites Mal gibt. Petra galt bereits im 5. Jahrhundert vor Christus aufgrund ihrer günstigen Lage als eine der wichtigsten Handelsstätten und war Knotenpunkt der Weihrauchstraße. Nur über einen schmalen Gebirgspfad zu erreichen, war die Stadt geschützt, hatte ausreichend Wasser und erstrahlte in der damaligen Zeit in Luxus. Neu entstandene Handelsplätze, Kriege und Schiffsrouten aber machten der florierenden Stadt Petra Konkurrenz, wodurch sie irgendwann an Bedeutung verlor und man sie zurückließ. Und zwar so lange, bis sie 1812 ein Schweizer wiederentdeckte, der sich als Araber verkleidete, um durch das Land zu reisen.

Felsenstadt Petra

Es ist ratsam, besonders früh vor Ort zu sein. Petra und die Umgebung sind groß, es gibt viel zu entdecken. Schaut euch vielleicht zuerst die „Kleine Petra“ an, die etwas außerhalb liegt, denn dort sind nicht so viele Menschen. Die Stadt an sich ist riesig, nehmt euch also unbedingt ausreichend Zeit. Die Khazne al-Firaun, das Schatzhaus, das man als die Petra und aus Indiana Jones-Filmen kennt, sollte man unbedingt besuchen, wenn gutes Licht herrscht. Denn dann erstrahlt der Felseingang in einem imposanten Rot, das euch jeden Zweifel an Jordanien nehmen wird.

Und natürlich kommt ihr auch um Wadi Rum nicht herum. Es ist ein Wüstengebiet, das größte und spektakulärste Wadi in ganz Jordanien. Weshalb ihr eine Nacht hier auf keinen Fall auslassen solltet. Beduinen sind eure Gastgeber, Zelte euer Haus und der Sternenhimmel euer Abendprogramm. Am Tag könnt ihr die Gegend erkunden, zur Burdah Bridge wandern, die Umgebung des Dschabal Ram Bergs erkunden, klettern oder eine Jeep Safari buchen.

Tourismus Jordanien

Ganz im Süden des Landes lockt ein ganz besonderes Juwel aus Jordaniens Schatzkiste: Aqaba ist der einzige Zugang zum Roten Meer und gilt international als Taucherparadies mit Korallenriffen und Fischreichtum von unbeschreiblicher Schönheit. Das ganze Jahr über ist hier Tauchen und Schnorcheln möglich bei fast gleichbleibender Wassertemperatur von 24 – 25 Grad Celsius.

Der Unterwasserwelt kommt es zugute, dass Aqaba als einziger Zugang Jordaniens zum Meer trotzdem kein Supertankerhafen geworden ist. Und auch der touristische Verkehr mit Jetski, Luxusyachten und Glasbodenbooten ist noch gering, dass das empfindliche Ökosystem keinen Schaden nimmt.

Backpacker Geheimtipps in Jordanien

Kein Geheimtipp, aber ein oft wegen Zeitmangels übersehener Schatz Jordaniens: Jerash. Die Stadt liegt circa 40 km nördlich von der Hauptstadt Amman im nördlichen Jordanien. Jerash gehört zu den besterhaltenen archäologischen Stätten aus römischer Zeit. Die ältesten Spuren gehen sogar auf bis das 6. Jahrtausend v. Chr. zurück. Mittlerweile hat sich hier eine moderne Stadt mit ca. 40.000 Einwohnern entwickelt.

Jordanien ist reich an biblischen Stätten: Hierzu gehört beispielsweise die christliche Mosaikstadt Madaba, etwa eine Autostunde südlich von Amman. Madaba ist bekannt für seine Kirchen und der sich darin befinden Mosaike. So befindet sich beispielsweise in der St. Georgs-Kirche die Mosaikkarte von Madaba. Diese soll ursprünglich aus über zwei Millionen kleinen Steinchen bestanden haben. In unmittelbarer Nähe liegt der Berg Nebo. Hier erblickte Moses das erste Mal das gelobte Land Kanaan und musste auch sterben, ohne es betreten zu haben. Heute erinnert die Pilgerstätte mit einer neuen Kirche an die christliche Bedeutsamkeit des Berges.

Aqaba Jordanien

So viele Geheimtipps gibt es in Jordanien nicht. Das Königreich ist ziemlich überschaubar und touristisch schon sehr gut erschlossen. Was jedoch für Taucher*innen noch besonders interessant sein könnte: Bereits 1985 wurde im Rahmen eines Korallenkolonisationsprojektes bei Aqaba auf Anordnung des heutigen Königs Abdullah von Jordanien ein Frachtschiff, die Cedar Pride, versenkt. Heute ist das Wrack Heim von Schildkröten, Manta- und Stachelrochen und vielerlei anderen Meeresbewohnern.

Für die Abenteurer*innen unter euch: Wadi Mujib ist eine spektakuläre Felsschlucht, deren Fluss in das Tote Meer mündet und wurde 2011 von der UNESCO zum Biosphärenreservat gekürt. Die natürlichen Felsvorsprünge, Höhenunterschiede und Wasserfälle bilden die idealen Voraussetzungen für alle Canyoning-Fans. Hier kannst du auch auf eigene Faust lospaddeln! Ein riesiger Spaß, vor allem das Wasserfall-Rutschen!

Wadi Rum

Ein unbekannter Rat: Wer es grün mag, findet sogar in Jordanien viel Grünes! Das grüne Herz Jordaniens schlägt in Ajloun. Und zwar auf 1.200 m Höhe. Die mediterran anmutenden Hügel des Ajloun Forest Reserve mit Pinien, Wilder Pistazie, Erdbeer-, und Johannisbrotbäumen sowie Steineichen erstrecken sich über 13 Quadratkilometer.

Essen & Trinken in Jordanien

Die jordanische Küche ähnelt in vielen Dingen der Küche der Nachbarländer, was sich damit erklären lässt, dass in der Zeit des Osmanischen Reiches einige Gerichte zum Standard auf Arabischen Gebiet wurden.

So findet man in Jordanien viele Gerichte auf der Speisekarte, die zwar der libanesischen Küche zugeordnet werden, aber genauso im Oman, Israel und Jordanien anzutreffen sind. Neben Fleisch- oder Fischgerichten gibt es in Jordanien viele kleine „Vorspeisen“, die gern zum Hauptgang bestellt werden (bis der Tisch voll ist).

Essen in Jordanien

Wer in Jordanien isst, kommt um Fladenbrot nicht herum. Denn zum Frühstück gibt es meist Fladenbrot, Hummus, Gurke, Tomate und manchmal auch eine Art Joghurt, den man mit Honig oder Marmelade verfeinern kann. Dazu wird Schwarztee getrunken.

Die traditionelle Hauptmahlzeit der Jordanier ist das Mittagessen. Die Vorspeise wird Mezze genannt und ist außergewöhnlich vielfältig: Bis zu 40 Schälchen mit Soßen. Salaten, Püriertem und Eingelegtem werden aufgetischt. Von diesen sind auch viele fleischlos, also ideal für Vegetarier*innen (und auch Veganer*innen!).

Markt Jordanien

Die Hauptspeise bildet meist gegrilltes Huhn oder Lamm mit Reis, Gemüse und Fladenbrot. Das Fladenbrot wird dabei wie ein Löffel genutzt. Der Nachtisch ist in der Regel sehr süß und besteht aus einem mit Honig oder Zuckersirup zubereiteten Gericht oder Obst. Zum Essen wird Wasser oder Tee getrunken.

Außerdem wird in Jordanien wie überall in der arabischen Welt gerne gegrillt. Die geläufigsten Varianten sind Schisch Kebab und Schisch Tavuk. Mit Schisch Kebab werden zweierlei Dinge bezeichnet. In beiden Fällen handelt es sich um Lammfleisch, nur dass es in der einen Variante gewürfelt und auf einem Spieß gegrillt wird und in der anderen als Hackfleisch den Spieß ummantelt. Schisch Tavuk bezeichnet gewürfeltes Hühnerfleisch, das gemeinsam mit Gemüse gegrillt wird.

Das Nationalgericht Jordaniens ist Mansaf. Es wird auf einem großen Teller serviert und hat Reis als Grundlage, der gleich einem Berg auf dem Teller liegt und bis an den Tellerrand reicht. Der Reis ist durchsetzt von Nüssen und Trockenfrüchten und bedeckt mit Hammelfleischstücken. Über das Ganze wird Laban, ein in der arabischen Welt verbreiteter Joghurt gegeben, der aus Milch von Kühen, Kamelen, Schafen oder Ziegen gewonnen sein kann. Für Mansaf verwendet man meistens Laban aus Schafsmilch. Dazu wird oft ein Teig-Fladen gereicht, den man zerrupft und damit isst.

Trinken in Jordanien

Die Getränke in Jordanien gleichen denen der gesamten Levante (historische geografische Bezeichnung für das „Morgenland“). Am Morgen wird in der Regel Tee getrunken, der aber auch zu allen anderen Tageszeiten serviert wird. Kaffee wird meistens nur nach dem Essen getrunken oder Gästen angeboten. Dabei bekommt man eine sehr kleine Tasse mit feingemahlenem Kaffeepulver, dem Kardamon beigemengt wurde.

Der jordanische Kaffee ist sehr stark und wird – genauso wie der süße, teilweise mit Minze verfeinerte Tee. Hält man sich während des Fastenmonates Ramadan im Land auf, gelten besondere Vorschriften. So servieren Restaurants keine Speisen in ihren Außenanlagen. Tagsüber sollte man nur in geschlossenen Räumen Trinken, Essen oder Rauchen. Hotels verkaufen alkoholische Getränke erst nach Sonnenuntergang.

Wüste Jordanien

Als extrem trockenes Land ist Wasser in Jordanien sehr kostbar. Daher wird darum gebeten, sparsam damit umzugehen. Hotels mit drei oder mehr Sternen haben oft ein eigenes Wasserfiltersystem und ihr Wasser gilt als trinkbar. Wer in Beduinencamps übernachtetet, muss sich mit ausreichend Wasser eindecken.

Auch wenn viele Jordanier als Muslime keinen Alkohol trinken, wird dem hochprozentigen Schnaps Arak die Ehre zuteil, als das Nationalgetränk zu gelten. Wie in der gesamten Levante existieren auch in Jordanien viele Arak-Brennereien, in denen das meistens 50 prozentige Destillat aus Wein hergestellt wird. Dem Arak wird auch immer Anis beigefügt, der ausflockt, wenn Arak mit Wasser und Eis vermengt wird. Bei dieser traditionellen Art des Servierens ändert er sein Aussehen und die klare Flüssigkeit wird milchig.

Umayyad Palast

Backpacker Visa und Impfungen in Jordanien

Das Visum kann bei Einreise an den Flughäfen Queen Alia International und Aqaba auch on arrival beantragt werden. Die Visumgebühr in Höhe von derzeit 40 JOD muss an den Flughäfen sofort in jordanischen Dinar bezahlt werden.

Reist ihr über den Landweg nach Jordanien ein, zum Beispiel von Israel, solltet ihr euer Visum entweder vor Reisebeginn bei der jordanischen Botschaft beantragen oder den Grenzübergang bei Aqaba oder an der Sheikh-Hussein-Brücke nehmen. Dort wird euch bei der Einreise ein kostenpflichtiges Visum ausgestellt.

Beachtet, dass euch bei Einreise über die King-Hussein-Brücke aus der Westbank (Palästinensische Gebiete) kommend keine Visa ausgestellt werden. Bei einer erstmaligen Einreise nach Jordanien über die King-Hussein-Brücke muss daher in jedem Fall vorher ein Visum bei der jordanischen Auslandsvertretung beantragt werden.

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Nein
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen

In Jordanien besteht insbesondere aufgrund der Lage in Syrien und im Irak landesweit die Gefahr von Terroranschlägen, auch an Orten, die von Ausländern besucht werden. Die jordanischen Behörden haben daher ihre  Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Seid daher insbesondere an belebten Orten und bei besonderen Anlässen besonders aufmerksam. Mehr Sicherheitshinweise findet ihr auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Medizinische Hinweise & Impfungen für Jordanien

Achtet darauf, dass sich bei euch die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden. Das sollte ausreichen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.