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Backpacking in Montenegro

Der winzige Balkanstaat südlich von Bosnien ist nicht einmal so groß wie Oberbayern oder Schleswig-Holstein, und doch bietet er unzählige Naturschätze: den südlichsten Fjord Europas, feine Kiesstrände, türkisfarbenes Meer und schroffe Hochgebirge. Wollt ihr skifahren, wandern oder klettern und euch danach an einem der Strände der knapp 200 km Küste langen sonnen? Dann seid ihr in Montenegro genau richtig. Das Land grenzt trotz seiner geringen Größe an fünf Länder: Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo und Albanien. Backpacking in Montenegro lässt sich also super mit einem Backpacking Trip durch einen der anderen Balkanstaaten kombinieren. Dabei kannst du aber auch sehr leicht zwei Wochen nur in Montenegro verbringen, denn es ist eines der vielseitigsten Urlaubsländer Europas.

Dalmatinische Küste

Durch seine Lage am adriatischen Mittelmeer wurde Montenegro die letzten Jahre über zu einem angesagten Backpackerziel. Als eines der jüngsten Länder Europas ist Montenegro erst seit 2006 unabhängig. Bis dahin war es mit Serbien in einem Staatenbund namens Serbien-Montenegro. Das Land ist, bis auf einige größere Städte an der Küste und der Hauptstadt Podgorica, sehr dünn besiedelt. Nur knapp eine halbe Millionen Menschen leben in Montenegro. Gerade in den Bergregionen findet man kilometerweit einsame Landstriche und vereinzelt kleine Bergdörfer.

Seit 1991 ist Montenegro der erste erklärte Umweltstaat der Welt. Ihr könnt euch also auf viele Nationalparks, Schutzgebiete und naturbelassene Landschaften freuen. Der Durmitor-Nationlpark gehört beispielsweise wegen seiner Schönheit und Einmaligkeit zum Weltnaturerbe der UNESCO. Hier werdet ihr eine so klare Luft wie in der Alpenregion vorfinden. In Biogradska Gora findet man einen der letzten drei Urwälder Europas und mit 78 km ist die Tara-Schlucht die längste und tiefste (1.300 m) Schlucht Europas. Vogelkundler*innen wäre ein Ausflug zum Skutarisee zu empfehlen.

Landschaftsschutzgebiet Montenegro

Eben diese Einsamkeit und Naturbelassenheit machen Backpacking in Montenegro zu etwas Besonderem. Backpacking in Montenegro ist ganz anders als in einem seiner jugoslawischen Nachbarländer – es ist nicht so touristisch wie Kroatien, doch auch nicht so wild wie Albanien.

An der Küste findet ihr während eures Backpacking-Trips durch Montenegro antike Küstenstädte wie Bar, Budva, Herceg Novi, Kotor oder Petrovac und alte Fischer- und Seefahrerorte wie Baošići, Prcanj, Przno, Risan und Rose. Im Westen Montenegros befindet sich die Bucht von Kotor. Sie hat wie die gesamte Küste ganzjährig ein angenehmes und sonnenreiches Klima. Aufgrund seiner einmaligen Lage ist Kotor sowohl Weltkultur- als auch Naturerbe der UNESCO. Man entdeckt hier noch zahlreiche Baudenkmäler und Überbleibsel der ehemaligen Herrscher der Region, wie zum Beispiel der Illyrer, Römer, Dalmatier, Venetier, Franzosen und der habsburgischen Österreicher. Dies macht Montenegro heute zu einem kulturellen Hotspot und einem attraktiven Reiseziel für Architektur- und Kunstfreund*innen.

Kotor Montenegro

Außerdem befindet sich mit dem Skadar See ein Teil des größten Sees des Balkans mit atemberaubenden Landschaften in Montenegro. Geschichtsträchtig geht es in den Altstädten von beispielsweise Kotor oder Budva zu. Der Geist der Geschichte lässt sich auch erspüren in der alten Hauptstadt Cetinje (auch heute noch Sitz des Staatspräsidenten) und dem Bergdorf Njeguši, die beide für die nationale Geschichte des Landes von großer Bedeutung sind. Heutige Hauptstadt ist allerdings Podgorica, die kleine Balkanmetropole mit den vielen Theatern und Museen, sowie zahlreichen kulturellen und staatlichen Einrichtungen.

Montenegro hat somit für fast jeden etwas zu bieten: Baden in der Adria, Bergwandern, Wildwasserfahrten, Wintersport, historische Gebäude und Paläste sowie zahlreiche Sehenswürdigkeiten.

Kultur in Montenegro

Zum Kulturerbe Montenegros gehören zahlreiche Baudenkmäler aus verschiedenen Epochen wie Klöster, Kirchen, Moscheen, Mausoleen und archäologische Funde. Innerhalb der Mauern der Altstädte könnt ihr den Geist der Illyrer, Griechen und Römern spüren. Alle Küstenstädte Montenegros haben ihre eigene Geschichte: Herceg Novi ist eine Karneval- und Künstlerstadt; Kotor und Perast können auf vorchristliche Zeit zurückdatiert werden und stehen auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes und Budva weist Reste der Fresken und Inschriften aus dem 12. Jahrhundert auf.

Die mittelalterliche Festungsmauern und Türme der alten Küstenstädte hüten heute noch einen wertvollen historischen Schatz: romanische Kathedralen, Barockkirchen, Wandgemälde aus dem 13. Jh., Freskomalereien, Holzschnitzerei, traditionelle Weberei, erste Werke der Montenegrinischen Literatur, die mehr als 1000 Jahre alt sind. Das erste Buch wurde übrigens erst vor 500 Jahren in Montenegro gedruckt – als Vergleich.

Lovcen Montenegro

Ein wichtiger Teil der Kultur Montenegros ist die epische Poesie, die die Geschichte des montenegrinischen Kampfes für Freiheit und Unabhängigkeit erzählt. Sie wird traditionsgemäß mündlich durch den Guslaren (Geiger/Geschichteerzähler) an das Publikum überliefert und von der Musik einer Geige begleitet. Das bekannteste Epos der traditionellen Mundepischen Volkspoesie ist „Gorski vijenac“ (Bergkranz) von Petar II Petrovic Njegos. Mit einem Mausoleum auf dem Berg Lovćen wird er noch heute als größter Dichter Montenegros verehrt.

Backpacker Budget in Montenegro

Obwohl Montenegro nicht der EU angehört, ist der Euro in dem Land die gängige Währung. Dieser Umstand erspart euch den Aufwand, Geld zu wechseln und auch das lästige Umrechnen. Die Preise in Montenegro sind im Vergleich zu seinen Nachbarländern relativ gering. Mit einem Tagesbudget von 25-35 Euro solltet ihr bei eurem Backpacking in Montenegro gut auskommen.

Damit könnt ihr jeden Tag einmal auswärts essen, einen Ausflug unternehmen und euch auch sonst mit Snacks eindecken. In Montenegro wird man locker für unter 10 Euro satt und kann zum Essen auch noch zwei Getränke bestellen. Eine Mahlzeit in einem preiswerten Restaurant kostet zwischen 4 und 8 Euro, drei Gänge für zwei Personen in Mittelklasse-Restaurant 25 Euro. Eine 1,5l Flasche Wasser bekommt ihr für 90 Cent und eine Flasche Wein kostet zwischen 3 und 6 Euro, heimisches Bier kostet etwa für 1 oder 2 Euro in einer Bar.

Kleiner Spartipp: Schon ab 2 bis 3 Personen kann es sich lohnen, ein Taxi anstelle des Busses zu nehmen, um nach Albanien oder Kroatien zu reisen.

Backpacking in Montenegro

Backpacker Routen in Montenegro

Wenn ihr einen Roadtrip unternehmen wollt, führt die schnellste Route von Deutschland nach Montenegro über Österreich, Slowenien, Kroatien, ein Stück Bosnien-Herzegowinas. dann wieder kurz durch Kroatien und schlussendlich nach Montenegro. Es wäre eine Überlegung wert, euren Backpacking Trip durch Montenegro mit einem Auto anzutreten – egal, ob ihr das gleich von zu Hause mitbringt oder dort erst mietet –, denn aufgrund der schlechten öffentlichen Verkehrsanbindungen ist es für Individualreisende schwer sich im Landesinneren zu bewegen. Die interessantesten Orte liegen meist sehr abgeschieden.  Backpacking in Montenegro mit öffentlichen Transportmitteln stellt also eine kleine Herausforderung dar.

Durmitor Gebirge

Falls ihr im Winter unterwegs seid solltet ihr bedenken, dass es in den Bergen zu starken Schneefällen kommen kann und die Straßen teilweise nicht geräumt werden. Außerdem herrscht in Montenegro Warnwestenpflicht. Die parkt ihr während eurer Fahrt am besten über der Rückenlehne des Sitzes.

Für unsere zwei Reiseroutenvorschläge durch Montenegro seid ihr also auch am besten mit zwei oder vier Rädern unterwegs. Route 1 orientiert sich an den Highlights und Nationalparks, Route zwei stellt eine detaillierte Rundreise durch die schönsten Gebiete, Nationalparks, inklusive kleiner pittoresker Städte und Landstriche durch ganz Montenegro dar.

Route 1: Der Klassiker (14 Tage)

  • 2 Nächte Kotor, inklusive Ausflug zum Lovcén Nationalpark
  • 1 Tag Cetinje und Budva
  • 2 Tage Adriaküste bis nach Ulcinj (mit Ausflug nach Pistula)
  • 2 Tage Skadar Lake und Karuc
  • 2Tage Kolašin (NP Biogradska Gora)
  • 1 Tag Grebaje (NP Prokletije)
  • 2 Tage Žabljak Crno Jazero im Durmitor Nationalpark
  • 1 Tag Đurđevića Tara Brücke und Canyon
  • 1 Tag Piva Stausee

Route 2: Backpacker Intensiv Trip (bis 30 Tage und mehr)

  • 3 Tag Podgorcia mit Ausflügen nach Medun und Ubli; Korita und Stjepovo
  • 2 Tage Lijeva Rijeka
  • 1 Tag Andrijevica
  • 1 Tag Plav und Gusinje
  • 1 Tag Berane
  • 1 Tag Rozaje
  • 1 Tag Trpezi
  • 1 Tag Bijelo Polje und Tomasevo
  • 2 Tage Pljevlja
  • 1 Tag Đurđevića Tara Brücke und Canyon
  • 2 Tage Kolasin
  • 1 Tag Boan
  • 1 Tag Pluzine und Trsa (und Žabljak)
  • 1 Tag Savnik
  • 1 Tag Nikšić und Grahovo
  • 2 Tage Herceg Novi mit Ausflüge nach Kamenari und Risan
  • 1 Tag Kotor
  • 1 Tag Tivat und Lovcen
  • 1 Tag Cetinje, Rijeka Crnojevića und Dodoši
  • 1 Tag Virpazar und Ulcinj
  • 1 Tag Bar und Rumija

Reisezeiten in Montenegro

An der Küste Montenegros ist das Klima mediterran mit dementsprechend heißen, trockenen Sommern und mäßig kühlen Wintermonaten, in denen es öfter regnet. Hier erreichen die Höchsttemperaturen im Sommer durchschnittlich 25 bis 30 Grad, im Winter fallen sie auf relativ milde Tiefstwerte von 4 und Höchstwerte von 11 Grad. Schnee ist selten.

Für den Badeurlaub an der Mittelmeerküste Montenegros bieten sich die Sommermonate von Mai bis September an. Im Herbst kann der von den Bergen fallende, kalte Bora ungemütlich werden. Bergwanderungen oder Fahrradtouren im Hinterland oder den Dinariden sollten eher im Sommer unternommen werden. Zu dieser Zeit ist es in den Höhenlagen erträglich warm.

Fahrradtour Montenegro

In den Bergregionen hingegen locken im Winter die Skigebiete. Das Dinarische Gebirge mit Höhen über 2.000 Meter bildet eine deutliche Klimascheide zwischen dem mediterranen Klima und dem gemäßigt kontinentalen Klima, das im Osten Montenegros überwiegt. Die Skisaison dauert in Montenegro von Dezember bis April. Montenegro hat einige Wintersportgebiete (u.a. Kolasin und Zabljak) mit Schneesicherheit bis März/April.

Backpacker Unterkünfte in Montenegro

Backpacking in Montenegro ist, wie schon erwähnt, im Gegensatz zu den anderen Balkanländern sehr günstig. Das liegt vor allem daran, dass die Eintrittspreise sowie die Essenpreise günstig sind, doch auch die Übernachtungen sind sehr preiswert. Im Durchschnitt müsst ihr für Backpacking in Montenegro pro Nacht und Person 16,67 Euro einkalkulieren. Diese Kosten gelten in Montenegro beispielsweise für Ferienwohnungen. In Hostels kommt ihr noch sparsamer mit 5-12 Euro pro Nacht aus. Was ihr momentan für ein Bett in einem Hostel bezahlen würdet, könnt ihr immer auf Hostelworld nachsehen.

Durchschnittliche Übernachtungspreise in verschiedenen Städten Montenegros für ein Bett in einem Hostel.

  • Kotor: 7,30-10 Euro
  • Podgorica: 7-12 Euro
  • Budva: 6-10 Euro
  • Zabljak: 8-12 Euro

Doch für nur 5 bis 8 Euro pro Person mehr könnt ihr euch ein super schönes Zimmer bei AirBnB oder auch ein Apartment (mit jemandem geteilt) mieten. Das lohnt sich vor allem in kleineren Orten in den Bergen und Nationalparks.

Motels und Apartments an Ausfahrtstraßen und Autobahnen

Denn AirBnB Apartments oder auch kleine Motelzimmer sind mit Preisen zwischen 20-28 Euro pro Person auch sehr kostengünstig und bieten viele Annehmlichkeiten wie Wlan, eine Küche, Badewanne/Dusche, Balkon oder Terrasse mit Ausblick und oft auch einen Parkplatz (wenn ihr einen Roadtrip plant). Sie sind in der Regel auch immer gut zu erreichen.

Wenn ihr etwas Ausgefallenes und Einsames sucht, wo ihr nur für euch Wanderungen und Ausflüge unternehmen könnt und euch abends mit einer heißen Schokolade oder einem Bier zusammen auf die Couch kuscheln wollt, schaut euch nach Ferienwohnungen und Apartments oder Eco-Villages in den Nationalparks Montenegros um. Genauso viel Flair versprühen beispielsweise das Country House Eco Village Ćorić oder Family Farm Apartments im Durmitor Nationalpark.

Bjelasica See

Camping in Montenegro

Montenegro ist ein Outdoorparadies. Und was bietet sich da besser an, als auch die Nacht draußen zu verbringen? Der Standard der Campingplätze ist mit dem deutschen Standard nicht zu vergleichen. Es gibt also keine 4-Sterne-Campingplätze und auch keine zugepflasterten Wege. Back to Basic sozusagen. Doch genau das macht riesigen Spaß. Auch die Campingpreise sind unschlagbar. Man zahlt ungefähr 8-12 Euro pro Nacht für zwei Personen und einen Camper.

Empfehlenswerte Campingplätze sind das Autokamp Naluka in Morinj im Westen der Bucht von Kotor, der Campingplatz kod Boće, etwas außerhalb von Žabljak am Durmitor Nationalpark, oder Ivan Do, der am Fuße des Durmitor-Gebirges nur wenige Gehminuten des Black Lakes liegt. Beliebt sind auch das Safari Beach Ulcinj, in der gleichnamigen Stadt in der Nähe des Meeres gelegen, oder das Camp Most, welches sich unterhalb der Tara Brücke im Tara Canyon befindet.

Backpacker Trips & Tipps in Montenegro

Die Menschen in Montenegro sind wie überall im Balkan auch sehr herzlich und gastfreundlich. Sie haben ein offenes Ohr und unterhalten sich gerne mit fremden Menschen. Die Verständigung in der englischen Sprache kann jedoch besonders im Hinterland etwas holprig sein, aber oft können die Menschen sogar ein wenig Deutsch. Zur Not kann man ja seine Hände und Füße einsetzen.

Auch wenn sich Montenegro super zum Campen, Wandern und auch sonst für einen Roadtrip gut eignet, ist es für Freizeitradler*innen nicht gerade ein Paradies. Toll ausgebaute Radwege sucht man hier nämlich vergeblich, stattdessen stehen Schlaglöcher, kräftige Steigungen und stark befahrene Straßen auf dem Programm. Für leidenschaftliche Mountainbiker*innen gibt es jedoch großartige Touren mit spektakulären Ausblicken.

Berge Montenegro

Die meisten Reisenden wird es bei ihrem Backpacking Trip durch Montenegro wohl nach Kotor verschlagen. Es ist das Epizentrum des montenegrinischen Tourismus. Von dort aus kann man auch gut in Tagesausflügen, die immerhin 200km lange Küste erkunden. Auch die Nationalparks sind nicht weit. Kotor liegt in der malerischen Boka Bucht und wird von einer mächtigen Festung und schroffen Hängen bewacht. Man bezeichnet diese Landschaft auch als der südlichste Fjord Europas (obwohl es genau genommen gar kein Fjord ist).

Backpacker Highlights in Montenegro

Wenn ihr vor solchen touristischen Zentren eher zurückschreckt, dann haltet euch nicht lange in Kotor auf, doch ich würde es auch nicht komplett meiden, denn der Weg von Kotor nach Njegusi führt über eine alte Straße aus dem 19. Jahrhundert mit zahlreichen Serpentinen. Auf dieser Strecke bieten sich spektakuläre Aussichten auf Kotor und die Boka Bucht. Einst verband die Straße Kotor und die alte Hauptstadt Montenegro, Cetinje. Ebenfalls gibt es einen alten Wanderweg, den einst die einwohner von Njegusi verwendeten, um ihre Waren nach Kotor zu bringen. Dann kann man sich die Stadt gleich mitanschauen.

Ein Touristenmagnet Montenegros ist der 13 km lange Sandstrand von Ulcinj, der auch zugleich der längste Sandstrand der gesamten östlichen Adria ist, nahe der albanischen Grenze. Sveti Stefan, ein ehemaliger Fischerort und zugleich weltbekannte Hoteldestination, ist ein absolutes Highlight der Mittelmeerküste. Für FKK-Liebhaber*innen ist übrigens die Insel Ada Bojana ein Traum!

Budva

Wer abends gute Unterhaltung sucht, wird in Budva gut bedient. Es gilt als beliebte Partydestination für feierwütige Serb*innen und Russ*innen und ist in der Tat an vielen Stellen mit Hotelbunkern vollgebaut. Die Altstadt von Budva ist aber durchaus charmant und unterscheidet sich in seiner Architektur sehr von Kotor.

Ein absolutes Highlight, das ihr auf eurem Backpacking in Montenegro auf keinen Fall außer Acht lassen solltet, ist das Bergmassiv Durmitor im Norden des Landes. Es ist umgeben vom Nationalpark Durmitor, welcher seit 1980 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Der Bobotov Kuk ragt mit seinen 2523m über das Land – und auf einer Wanderung vorbei an traumhaften Seen, durch dichte Wälder und über Bergplateaus erreicht man nach etwa drei Stunden den Gipfel und damit den höchsten Punkt des Landes. Alle Anstrengungen lohnen sich, denn die Aussicht wird euch den Atem rauben, versprochen!

Ein weiteres Must-See ist der Tara Canyon. Er ist der zweittiefste Canyon der Welt, gleich nach dem Grand Canyon und zählt mit seinen bis zu 1.600 Meter hohen Wänden ebenso zum UNESCO-Weltkulturerbe des Durmitor-Gebirges. Die Tara beim Raften – sie es mit einem Schlauchboot oder in traditionellen Flößen – zu erkunden, ist ein aufregendes Erlebnis. Wer keine Höhenangst hat, kann auch die 350m lange Zipline nehmen, um über den Tara Canyon zu gleiten.

Tara Brücke

Backpacker Geheimtipps in Montenegro

Natürlich will man, wenn man in ein anderes Land reist, auch dessen Hauptstadt besichtigen. Doch unter uns: ihr könnt die heutige Hauptstadt Montenegros, Podgorica, wegen ihrer Hässlichkeit und ihrem Mangel an Sehenswürdigkeiten auch getrost auslassen. Schaut euch lieber die alte Hauptstadt Cetinje mit ihrem Studentenflair und Gassen voller Geschichte an. Lange Zeit war Cetinje das politische religiöse Zentrum von Montenegro. Davon zeugen auch die ehemaligen Regierungsgebäude und ein großes Kloster, welches Gebeine von mir unbekannten orthodoxen Heiligen enthält und somit einen wichtigen Pilgerort darstellt.

Ein noch eher unbekannterer Tipp ist die Eishöhle Ledena Pećina am Fuße des Bobotov Kuk. Dadurch, dass hier nie die Sonne hinkommt, befindet sich ein kleiner Gletscher im Eingang der Höhle. Doch es ist -mit ein bisschen Geschick- kein Problem hinab zu steigen und sich von einer Welt aus Eis-Stalagmiten verzaubern zu lassen.

Außerdem möchte ich den Lovcén Nationalpark in der Nähe von Kotor allen Backpacker*innen ans Herz legen. Schon allein der Weg dorthin ist ein Highlight. Aber der Nationalpark an sich übertrifft alles. Ihr fahrt durch eine fast unberührte Natur, könnt in Njeguši den bekannten Räucherschinken probieren und habt vom Njegos Mausoleum einen schier unendlich weiten Blick über Montenegro und seine Nachbarländer.

Rijeka Montenegro

Der Skadar See, der größte See des Balkans, erstreckt sich über die Länder Montenegro und Albanien. Auf dem See können Bootstouren unternommen werden und man kann sowohl im Fluss als auch im See schwimmen. Tipp: Ein hervorragendes Fotomotiv bietet die Flussschleife des Crnojevic Flusses. Der Skadar See selbst in nun bei weitem kein Geheimtipp, doch das Dörfchen Rijeka Crnojevica mit seiner historischen Brücke ist es. Es ist ein toller Ausgangspunkt für die Erkundung des Gebiets. Die Region rund um den Skutarisee ist ebenfalls bekannt für ihre ausgezeichneten Weine in Flaschen (ohne Etikett).

Essen & Trinken in Montenegro

Das Essen in Montenegro besteht hauptsächlich aus Fleisch oder Fisch, um ein komplettes Gericht abzugeben. Ähnlich wie auch in Kroatien gibt es Cevapcici, Grillgerichte und Ayvar. Eine typische Eigenart ist das Kochen unter dem Sartsch. Der Sartsch ist ein Metalldeckel, der die abgeflachte Form einer Glocke hat, häufig wird Lamm damit gekocht. Der Sartsch wird bedeckt mit Asche und Glut. Bei dieser Kochmethode bleibt das Fleisch saftig und gibt Geschmack an die Beilagen ab. Diese alte Kochmethode aus den ländlichen Gebieten des Landes ist von den heutigen Restaurants übernommen worden.

Essen in Montenegro

Die Region um den Skutarisee ist bekannt für seine Süßwasserfische, insbesondere Karpfengerichte. Hierzu reicht man Dörrpflaumen, Äpfel und Quitten. Man kann den Fisch auch auf Zwiebeln backen und ebenso geräuchert ist er eine Delikatesse. Aal am Spieß oder auf Reis ist ebenfalls typisch für diese Region. Im Gebirge hingegen sind traditionell auch Milchprodukte und Fleischgerichte beliebt. Traditionelle Bergspeisen sind der Kačamak (Polenta mit Kartoffelnocken und Skorupkäse) und Cicvara (ein Gericht aus einer Mischung aus Weizenmehl, Maismehl und Käse).

Vor allem Njegusi ist bekannt dafür, dass dort der beste Prosciutto von Montenegro hergestellt wird. Denn Njegusi hat sich unter den Dörfern einen Namen gemacht, da gerade hier die Prosciutto-Hersteller*innen als sehr konkurrenzorientiert gelten und ihr Prosciutto immer ein bisschen besser sein muss als der des Nachbarn. Auch der Käse ist dort nicht zu verachten! Einige Betriebe bieten Kostproben an und man kann ebenfalls die traditionelle Herstellung bestaunen.

Pizza Prosciutto

Probieren solltet ihr auch einmal die Pasticada, einen Schmorbaten aus Rind. Als Beilage gibt es in Montenegro oft Pommes oder Weißbrot. Das Gemüse wird in Montenegro traditionell eher vernachlässigt, auch Salaten bestanden früher oft nur aus eingelegtem Gemüse (zum Beispiel Gurkensalat). Gute Alternativen waren da die Gemüseeintöpfe, die man auf dem Land manchmal zubereitet.

Ein typischer Nachtisch ist Rožata, eine Art Pudding aus Eiern, Milch und Karamell. Genauso wie der leckere Käsekuchen Sirnica. Manchmal wird aber auch einfach einen Pfirsich oder eine Wassermelone als Nachtisch gereicht.

Trinken in Montenegro

Das traditionelle (und wohlgemerkt fleischlastige Essen) Montenegros spült ihr am besten mit einem Wein oder traditionellem Bier herunter. Diese lassen sich natürlich auch einzeln bei einem der spektakulären Sonnenuntergänge über dem Meer oder Gebirge Montenegros genießen. Bekannte Sorten sind die Weine Vranac (Rotwein, unter anderem auch die lieblichen Duklija-Weine), Merlot und Krstač (Weißwein).

Das lokale Bier trägt den für mich unaussprechlichen Namen Nikšićko und wird in der Stadt Nikšić gebraut. Sehr süffig! Natürlich darf als Schnaps Rakija als Absacker nicht fehlen. In Montenegro wird er oft aus Trauben hergestellt. Natürlich muss der Absacker nicht immer Alkohol beinhalten, sehr lecker schmeckt auch die dickflüssige Schafsmilch (Jardum), die besonders belebend wirkt. Ebenso natürlich leichte Schorlen, Limonaden oder Tafelwasser.

Berge Montenegro

Backpacker Visa und Impfungen in Montenegro

Obwohl Montenegro nicht zur EU gehört, ist der Euro die Landeswährung. Ihr braucht also kein Geld wechseln und ihr braucht auch kein Visum zur Einreise. Europäer*innen können sich mit ihrem Personalausweis sich bis 90 Tagen in Montenegro aufhalten.

Wenn ihr dennoch trotzdem einen Stempel in eurem Reisepass wollt, dann habt ihr bei der Einreise mit dem Auto immer noch die Chance, einen zu bekommen. Liebe Stempelsammler*innen, vergesst also beim Packen für euren Backpacker Trip durch Montenegro euren Reisepass nicht!

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige nach Montenegro ist also mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Ja, bei einem Aufenthalt von bis zu 30 Tagen oder zur Durchreise
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen

Alle Dokumente sollten bei der Einreise noch mindestens 3 Monate lang gültig sein.

Medizinische Hinweise & Impfungen für Montenegro

In Montenegro müsst ihr nicht mit Malaria oder außergewöhnlichen Epidemien rechnen. Allerdings sollte jede*r Backpacker*in dennoch über einen ausreichenden Impfschutz verfügen. Vom Auswärtigen Amt empfohlen wird das Impfprogramm des Robert Koch Instituts sowie die Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B und Tollwut.

Das gilt vor allem bei Wanderungen in der Natur und im Hinterland, da es zu warmen Jahreszeiten in vielen Gegenden Montenegros zahlreiche, teils auch giftige Schlangenarten gibt. In felsigen Gegenden und im hohen Gras ist daher Vorsicht angebracht.

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