Backpacking in Guyana
Guyana ist das Land, das in Südamerika fast jeder überspringt. Rund 800.000 Einwohner, zwei Drittel der Fläche unberührter Regenwald, keine einzige Straße zum berühmtesten Wasserfall des Landes. Wer hier hinkommt, muss es wollen. Zufällig landet man nicht in Georgetown. Und ehrlich gesagt: Genau das macht den Reiz aus. Ich habe selten ein Land gesehen, in dem man so schnell der einzige Traveler im Umkreis von fünfzig Kilometern ist.
Sprachlich ist Guyana der Sonderfall des Kontinents. Amtssprache ist Englisch, auf der Straße läuft Guyanese Creole, und kulturell fühlt sich das Land eher nach Karibik an als nach Südamerika. Guyana gehört zur CARICOM, nicht zum spanischsprachigen Block. Für Backpacker heißt das: keine Sprachbarriere, dafür aber ein Preisniveau, das seit dem Ölboom durch die Decke geht. Wir reden über Kaieteur, über die Rupununi-Savanne, über den brutalen Nachtbus nach Lethem und natürlich über das Budget.
Reisen in Guyana ist anders
Der Tourismus in Guyana steckt in den Kinderschuhen. Das Auswärtige Amt formuliert das diplomatisch mit dem Satz, die touristische Infrastruktur befinde sich noch im Aufbau. Übersetzt: Es gibt kaum Hostels, die Busfahrpläne existieren im Kopf des Fahrers, und Reisen ins Landesinnere laufen normalerweise über ein- oder zweimotorige Flugzeuge ab dem Eugene F. Correia Airport (Ogle). Wer hier mit dem Reflex aus Kolumbien oder Peru ankommt und einfach mal spontan losfährt, wird das ein oder andere Mal auf die Nase fallen.
Dafür bekommst du etwas, das in Südamerika selten geworden ist. Auf dem Iwokrama Canopy Walkway standen wir eine Stunde lang alleine 33 Meter über dem Waldboden. Kein Gedränge, keine Selfie-Schlange, kein Ticketschalter mit Wartenummer. In der Rupununi-Savanne kannst du tagelang unterwegs sein, ohne einem anderen Touristen zu begegnen. Guyana zählt jährlich einen Bruchteil der Besucher, die sich allein in Cartagena drängeln.
Der Haken kommt beim Geld. Seit ExxonMobil 2019 vor der Küste mit der Ölförderung angefangen hat, wächst die Wirtschaft in Größenordnungen, die man sonst nur aus Statistiklehrbüchern kennt. Das Bruttoinlandsprodukt hat sich zwischen 2019 und 2024 mehr als vervierfacht. Der IWF rechnet für 2026 mit gut 16 Prozent realem Wachstum. Georgetown ist voll mit Ingenieuren, Anwälten, Logistikern und Beratern auf Spesenkonto. Die haben die Hotelpreise mitgezogen, und zwar heftig. Ein Zimmer, das in Suriname 25 Euro kostet, liegt in Georgetown schnell bei 60 bis 90 Euro. Das trifft Backpacker hart, weil es kaum Ausweichmöglichkeiten nach unten gibt.
Kultur in Guyana
Guyana ist ein Einwanderungsland mit ziemlich rauer Vorgeschichte. Die Briten holten nach dem Ende der Sklaverei Vertragsarbeiter aus Indien, später kamen Chinesen und Portugiesen dazu. Heute stellt die indo-guyanische Bevölkerungsgruppe die größte Gruppe, gefolgt von der afro-guyanischen. Rund elf Prozent der Menschen sind Indigene, aufgeteilt auf neun anerkannte Völker. Makushi, Wapishana, Patamona, Akawaio, Warrau, Arawak, Karib, Arekuna und Wai-Wai.
Das Ergebnis siehst du an jeder Straßenecke in Georgetown. Ein Hindu-Tempel, zwanzig Meter weiter eine Moschee, gegenüber eine anglikanische Holzkirche. Am Feiertagskalender lässt sich das gut ablesen: Mashramani am 23. Februar zum Republic Day, Phagwah im Frühjahr, Diwali im Herbst, der Amerindian Heritage Month im September. Wer im Februar da ist, sollte Mashramani mitnehmen. Soca-Trucks, Kostüme, die ganze Stadt auf der Straße.
Harmonisch war das Nebeneinander nicht immer. Die Wahlen 2020 zogen sich über fünf Monate hin und waren von Blockvorwürfen entlang ethnischer Linien geprägt. Seit den Wahlen 2025 ist Irfaan Ali als Präsident bestätigt. Vereinzelt kommt es zu Protesten. Als Reisender merkst du davon meistens nichts, aber es lohnt sich zu verstehen, warum manche Gespräche über Politik in Guyana schnell hitzig werden.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten in Guyana
Hier kommt eine ehrliche Ansage, die du in kaum einem deutschsprachigen Artikel findest: Guyana hat null UNESCO-Weltkulturerbestätten. Das Land ist seit 1977 Vertragsstaat der Welterbekonvention, hat aber bis heute keine einzige Eintragung geschafft. Die Nominierung des Kaieteur-Nationalparks im Jahr 2000 scheiterte, weil die Gutachter das Gebiet im Vergleich zum kurz zuvor eingetragenen Central Suriname Nature Reserve für zu klein hielten. Auf der Tentativliste stehen fünf Kandidaten. Wer also mit einer UNESCO-Checkliste reist, kann Guyana streichen. Wer wissen will, was das Land kulturell zu bieten hat, findet trotzdem einiges:
- St. George’s Cathedral in Georgetown, eines der höchsten Holzgebäude der Welt, 1894 geweiht
- Stabroek Market mit seiner gusseisernen Halle und dem Uhrturm, 1881 fertiggestellt
- City Hall Georgetown, Backsteingotik in Holz gebaut, seit Jahren in traurigem Zustand
- Fort Zeelandia auf Fort Island im Essequibo, niederländische Festung aus dem 18. Jahrhundert
- Walter Roth Museum of Anthropology mit Sammlungen zu den neun indigenen Völkern
- Umana Yana, der große indigene Palmblattbau mitten in Georgetown
- Cuffy-Denkmal am Square of the Revolution, für den Anführer des Sklavenaufstands von 1763
- Castellani House, die Nationalgalerie in einem alten Holzherrenhaus
- Guyana National Museum am Company Path
- Seawall und Bandstand, die kilometerlange Deichpromenade an der Atlantikküste
- El Dorado Rum Distillery bei Diamond, Besichtigung nach Voranmeldung
- Georgetown Botanical Gardens samt Zoo und den Manatis in den Kanälen
- Shell Beach an der Nordwestküste, Nistplatz für vier Meeresschildkrötenarten
Guyanareise: Was gibt es zu beachten?
Sicherheit ist in Guyana ein Thema, das man nicht wegdiskutieren sollte. Das Auswärtige Amt schreibt klar, dass Gewaltkriminalität weit verbreitet ist. Namentlich genannt werden Georgetown, die Straße nach New Amsterdam, die East Coast Demerara mit Buxton, Friendship und Annandale sowie die Strecke zwischen der Hauptstadt und dem internationalen Flughafen Cheddi Jagan. Carjacking und bewaffnete Überfälle kommen vor. Taschendiebstahl sowieso.
Praktisch heißt das: nach Einbruch der Dunkelheit keine Spaziergänge, keine Überlandfahrten und kein Tankstellenstopp. Geld hebst du am besten an den Automaten im Marriott oder im Pegasus ab, das empfiehlt das Auswärtige Amt sogar ausdrücklich. Am Stabroek Market bleibt das Handy in der Tasche. Wer diese Regeln einhält, hat in aller Regel keine Probleme. Wer sie ignoriert, kann Pech haben.
Zweiter Punkt: der Grenzstreit mit Venezuela. Venezuela beansprucht die gesamte Region Essequibo westlich des gleichnamigen Flusses, also rund zwei Drittel des Staatsgebiets. Vom 4. bis 11. Mai 2026 hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag die Anhörungen zur Hauptsache geführt. Ein Urteil steht noch aus. Guyana hat zugesagt, sich daran zu halten, Venezuela erkennt die Zuständigkeit des Gerichts weiterhin nicht an. Die Landgrenze zwischen beiden Staaten ist ohnehin geschlossen, es gibt keinen offiziellen Übergang. Nach Venezuela kommst du von Guyana aus nur über Brasilien. Das Auswärtige Amt spricht Stand Juli 2026 keine gesonderte Warnung für das Grenzgebiet aus, das Schweizer EDA rät dort dagegen zu höchster Vorsicht. Ich würde die Lage vor Abflug nochmal prüfen.
Dritter Punkt, der oft unterschätzt wird: Malaria. Guyana ist Gelbfiebergebiet, und in den Regionen Barima-Waini, Cuyuni-Mazaruni, Potaro-Siparuni oder Upper Takutu-Upper Essequibo besteht laut Auswärtigem Amt ganzjährig hohes Malariarisiko. Genau dort liegen Kaieteur, die Rupununi und die Goldgräberstädte. Nur in Georgetown und New Amsterdam ist das Risiko gering. Wer ins Landesinnere will, sollte sich vorher reisemedizinisch beraten lassen, nicht danach.
Backpacker Routen in Guyana
Guyana ist geografisch simpel und logistisch kompliziert. Praktisch alles Bewohnte klebt an der Küste. Ins Landesinnere führt genau eine durchgehende Piste: die Linden-Lethem-Trasse, rund 550 Kilometer, davon über 400 Kilometer Sandpiste mit Schlaglöchern und einer Flussquerung per Ponton bei Kurupukari. Alles andere geht per Kleinflugzeug oder Boot.
Wie immer entscheidet bei der Routenplanung, wie viel Zeit und Budget du hast. In Guyana kommt ein dritter Faktor dazu, den es in Brasilien so nicht gibt: die Jahreszeit. In der Regenzeit werden aus vierzehn Stunden Fahrt schnell dreißig. Ein Reisender berichtete von 44 Stunden Lethem nach Georgetown im Juli, inklusive festgefahrenem Reifen und Übernachtung am Straßenrand. Kann man machen. Muss man aber nicht. Hier zwei Vorschläge, einmal kompakt und einmal mit allem, was geht:
Route 1: Der Klassiker (14-18 Tage)
- 3-4 Tage: Georgetown, Stadtrundgang, Stabroek Market, Manatis im National Park, Seawall am Abend
- 1 Tag: Kaieteur Falls als Tagesflug ab Ogle, optional kombiniert mit Orinduik Falls
- 2-3 Tage: Essequibo mit Parika, Bartica, Fort Island und den Marshall Falls
- 1-2 Tage: Berbice mit New Amsterdam und den alten Zuckerplantagen der Küste
- 2 Tage: Santa Mission oder ein anderes indigenes Dorf am Demerara als Tagestour
- 3-4 Tage: Iwokrama mit Canopy Walkway und Atta Lodge, Anreise per Kleinflugzeug oder 4×4
- 1-2 Tage: Puffer für ausgefallene Flüge, das brauchst du in Guyana wirklich
Wer mehr Zeit mitbringt, hängt einfach den kompletten Süden dran und macht daraus eine Überlandroute bis nach Brasilien. Dann sieht das Ganze so aus:
Route 2: All or Nothing (32-45 Tage)
Die oben genannten Ziele sind auch hier Teil des Trips
- 4-5 Tage: Kaieteur überland ab Mahdia statt per Tagesflug, Aufstieg über den „Oh My God“-Berg
- 2-3 Tage: Surama Village, Makushi-Dorf mit eigener Eco-Lodge und Aufstieg auf den Surama Mountain
- 3-4 Tage: Rewa Eco-Lodge am Zusammenfluss von Rewa und Rupununi, Arapaima und Harpyien
- 2-3 Tage: Karanambu Ranch, bekannt für Riesenotter und die Victoria-Amazonica-Seerosen
- 2 Tage: Caiman House in Yupukari, Kaimanfang mit Forschern in der Nacht
- 2-3 Tage: Lethem und die südliche Rupununi, zu Ostern das Rupununi Rodeo
- 3-5 Tage: Shell Beach zur Nistzeit der Lederschildkröten, Anreise nur per Boot über Pomeroon und Moruca
- 2-3 Tage: Nordwesten mit Mabaruma und den Scharlachsichler-Schlafbäumen in den Mangroven
- 1-2 Tage: Grenzübergang Lethem nach Bonfim und weiter nach Boa Vista
- 2-3 Tage: Corentyne-Küste und Fähre nach Suriname, falls du weiter Richtung Osten willst
Reisezeiten in Guyana
Guyana hat an der Küste zwei Regenzeiten und zwei Trockenzeiten. Nass wird es von Mai bis Juli oder August und nochmal von Mitte November bis Mitte Januar. Trocken sind Februar bis April sowie August bis Oktober. Im Süden, also in der Rupununi, verschiebt sich das Ganze: Dort geht die Regenzeit von Ende April bis September, die lange Trockenzeit von Oktober bis Mitte April.
Für die Praxis heißt das: Februar bis April ist der beste Kompromiss, weil dann Küste und Savanne gleichzeitig trocken sind. September und Oktober funktionieren auch, sind aber die heißesten Monate mit Höchstwerten um 33 bis 35 Grad. Wer wandern oder Vögel beobachten will, nimmt Februar bis April.
Beim Kaieteur ist die Rechnung umgekehrt. In der Regenzeit führt der Fall am meisten Wasser und sieht spektakulärer aus, dafür fallen mehr Flüge wegen Wetter aus. In der Trockenzeit kommst du zuverlässiger hin, siehst aber weniger Gischt. Beides ist vertretbar, weil der Potaro auch im Trockenen ordentlich Wasser liefert. Das Auswärtige Amt weist außerdem darauf hin, dass es in beiden Regenzeiten regelmäßig zu schweren Überschwemmungen in Küstengebieten kommt. Georgetown liegt teilweise unter dem Meeresspiegel und wird nur vom Seawall geschützt.
Backpacker Budget in Guyana
Sagen wir es direkt: Guyana ist kein billiges Backpacker-Land mehr. Vor dem Ölboom konnte man hier für kleines Geld reisen. Diese Zeiten sind vorbei. Georgetown hat sich zur Boomtown entwickelt, in der Ölfirmen die Hotelkapazität wegkaufen. Verglichen mit dem Nachbarn Suriname zahlst du in Guyana grob 20 bis 40 Prozent mehr, dafür bleibst du unter dem Niveau von Französisch-Guayana.
Landeswährung ist der Guyana-Dollar (GYD). Der Kurs lag Mitte 2026 bei etwa 240 bis 245 GYD für einen Euro. Faustregel: 1.000 GYD sind ungefähr 4 Euro. US-Dollar werden fast überall genommen und oft sogar bevorzugt, bring saubere und neue Scheine mit. Geldautomaten gibt es in Georgetown, sie funktionieren aber nicht mit jeder Karte, das schreibt auch das Auswärtige Amt. Im Landesinneren gibt es gar nichts. Wer in die Rupununi fährt, nimmt Bargeld für die komplette Zeit mit.
Tägliches Budget pro Person etwa 62 Euro
- Unterkunft 32-45 Euro
- Essen 8-12 Euro
- Wasser 1-2 Euro
- Öffentlicher Transport 1-3 Euro
- Überlandtransport 10-25 Euro
Preiswert in Guyana Reisen
Der größte Hebel beim Sparen ist das Essen. Wer in den Cook Shops und an Marktständen isst, kommt mit 8 bis 12 Euro am Tag durch und isst dabei besser als in den Restaurants für Expats. Wer im Supermarkt einkauft, verliert nur Geld, weil fast alles importiert ist. Importiertes Brot und Käse reißen dir dort 8 bis 12 Euro am Tag aus der Tasche, und satt bist du trotzdem nicht.
Der zweite Hebel ist der Transport. Minibusse sind in Guyana das Rückgrat und kosten fast nichts. Ein paar Preise zur Orientierung, umgerechnet auf Euro:
- Minibus innerhalb Georgetown 0,40-0,80 Euro
- Minibus Route 42 vom Flughafen Cheddi Jagan nach Stabroek Market 2-3,30 Euro, Dauer 60-90 Minuten
- Taxi vom Flughafen in die Stadt 22-30 Euro, Dauer 45-70 Minuten
- Minibus Georgetown nach Parika rund 2 Euro, etwa eine Stunde
- Speedboot Parika nach Bartica rund 10 Euro, etwa eine Stunde
- Staatliche T&HD-Fähre Parika nach Bartica 1-2 Euro, dafür 3-5 Stunden
- Minibus Georgetown nach Moleson Creek an der Suriname-Grenze rund 10 Euro, 4-5 Stunden
- Roti mit Curry 1,70-3,50 Euro
- Cook-up Rice 2,60-3,50 Euro
- Banks Bier im Rum Shop 1,70-2,60 Euro
Die Nachtfahrt Georgetown nach Lethem ist der Klassiker unter den Überlandstrecken. Verschiedene Anbieter fahren die Strecke mit Minibus oder 4×4. Greaves Transportation gab zuletzt 16.000 GYD von Georgetown nach Lethem an und 14.000 GYD in die Gegenrichtung, also rund 66 beziehungsweise 58 Euro. Warum die Richtungen unterschiedlich kosten, konnte mir bisher niemand plausibel erklären. Die Fahrt dauert offiziell 12 bis 14 Stunden, realistisch sind eher 16 bis 20. Abfahrt in Georgetown meist am späten Nachmittag, Ankunft in Lethem am nächsten Vormittag. Wichtig: Auch wenn du nur bis zum Canopy Walkway auf halber Strecke willst, zahlst du den vollen Preis.
Die Alternative ist der Inlandsflug. Trans Guyana fliegt Georgetown nach Lethem ab Ogle, laut Anbietern liegen Inlandsflüge in Guyana bei 150 bis 400 US-Dollar für Hin- und Rückflug, also grob 130 bis 345 Euro. Anderthalb Stunden statt achtzehn. Wer knapp bei Zeit und nicht knapp bei Kasse ist, nimmt das Flugzeug. Ich würde eine Richtung fliegen und eine fahren, dann hast du beides gesehen und schläfst wenigstens eine Nacht.
Backpacker Unterkünfte in Guyana
Jetzt der unangenehme Teil. Guyana hat praktisch keine Hostelszene. Es gibt keine Straße mit zwanzig Backpacker-Läden, keine Dorm-Kultur, keine Pub Crawls. Was es gibt, sind Guesthouses in Familienbesitz, kleine Hotels mittlerer Qualität und am oberen Ende internationale Ketten, die vom Ölgeschäft leben. Wer aus Südostasien oder aus Bolivien kommt, wo alles spottbillig ist, muss sein Kopfkino komplett umstellen.
Preise in Georgetown, Stand 2026, umgerechnet in Euro:
- Einfaches Guesthouse mit Ventilator und geteiltem Bad ab etwa 38-45 Euro
- Solides Mittelklassehotel mit Klimaanlage 60-90 Euro
- Grand Coastal Hotel oder Royal International ungefähr 135-160 Euro
- Cara Lodge und Herdmanston Lodge, beide mit Kolonialcharme, im oberen Mittelfeld
- Pegasus, Marriott und Ramada Princess ab etwa 240 Euro aufwärts
Ein Preisvergleichsportal nennt für Georgetown Durchschnittspreise von rund 222 Euro pro Nacht im August und 304 Euro im November. Das sind Durchschnittswerte quer über alle Kategorien und für Backpacker wenig aussagekräftig, sie zeigen aber, wohin sich der Markt bewegt hat. Am günstigsten wohnst du unter der Woche, am teuersten donnerstags, wenn die Geschäftsreisenden da sind.
Mein Tipp: Schreib die Guesthouses direkt an, am besten per WhatsApp, und frag nach dem Preis für ein Fan Room mit Shared Bath. Zahl in Guyana-Dollar bar, sonst kassieren dich viele Häuser mit 5 bis 10 Prozent Kartenaufschlag ab. Über die großen Buchungsportale bekommst du die kleinen Läden meistens gar nicht erst zu sehen. Wer Couchsurfing nutzt, findet in Georgetown eine kleine, aber aktive Community.
Im Landesinneren läuft es komplett anders. Dort dominieren Eco-Lodges, und die verkaufen sich als All-inclusive-Paket mit Unterkunft, drei Mahlzeiten und geführten Touren. Community-Lodges wie Surama liegen bei 150 bis 200 US-Dollar pro Person und Nacht, also etwa 130 bis 172 Euro. Atta Rainforest Lodge am Canopy Walkway kostet 180 bis 280 US-Dollar, umgerechnet 155 bis 240 Euro. Karanambu und die Iwokrama River Lodge liegen bei 280 bis 450 US-Dollar, also 240 bis 390 Euro. Das klingt nach viel, und das ist es auch. Nur: Der Transport in diese Gegenden ist so teuer, dass die Pakete am Ende oft günstiger sind als alles einzeln zu buchen.
Campen ist in Guyana kaum organisiert. Campingplätze im europäischen Sinn gibt es nicht. Wer im Landesinneren übernachtet, schläft in der Hängematte unter einem Dach, meistens mit Moskitonetz. Eine eigene Hängematte plus Netz gehört deshalb auf die Packliste, wenn du Richtung Rupununi oder Mahdia willst.
Backpacker Trips, Tipps & Highlights in Guyana
Guyana verkauft sich über Natur. Kultur gibt es auch, aber niemand fliegt hierher für Museen. Die Frage ist eher, wie viel Wildnis du dir leisten willst und wie viel Zeit du für die Anreise übrig hast. Einen ganzen Guyana-Trip nur in Georgetown zu verbringen wäre Verschwendung, drei Wochen ausschließlich im Regenwald ohne einen einzigen Tag Stadt aber auch.

Kaieteur Falls: Flug oder Trek?
Die Kaieteur Falls sind das Aushängeschild des Landes. 226 Meter freier Fall des Potaro, der höchste Wasserfall der Welt mit einem einzigen Fallabschnitt bei diesem Wasservolumen. Fünfmal höher als die Niagarafälle. Und drumherum: nichts. Kein Souvenirstand, kein Geländer, kein Aussichtsturm. Du stehst am Rand, und das war’s.
Es gibt genau zwei Wege dorthin, weil keine Straße hinführt.
Variante 1, der Tagesflug ab Ogle. Rund 60 Minuten Flug in einer Cessna oder Britten-Norman Islander, dann etwa zwei Stunden am Fall mit einem Guide, dann zurück. Insgesamt rund sechs Stunden ab Hotelabholung. Die Preise 2026 lagen bei Air Services Limited bei 270 US-Dollar, bei Evergreen und Dagron bei 350 und bei Wilderness Explorers bei 360. Umgerechnet also etwa 230 bis 310 Euro. Der Parkeintritt ist in allen Tagestouren enthalten. Gepäcklimit in der Cessna: 9 Kilogramm. Drohnen sind im Nationalpark verboten.
Variante 2, der Trek überland. Vier bis fünf Tage über Linden nach Mahdia, weiter per 4×4 nach Pamela Landing, dann per Boot den Potaro hinauf durch die Kaieteur-Schlucht, Camp in Amatuk oder Tukeit, am Ende der Aufstieg über den Berg, den die Einheimischen „Oh My God“ nennen. Zwei bis vier Stunden Steigung, je nach Kondition. Der Rückweg geht per Flugzeug ab der Piste am Kaieteur. Anbieter sind Dagron Tours und Adventure Guianas, Preise ab 795 US-Dollar, also rund 685 Euro.
Meine Einschätzung: Wer nur eine Woche hat, fliegt. Der Tagesflug liefert genau das ab, was er verspricht. Wer aber vier Tage übrig hat und keine Angst vor Blasen und Moskitos hat, sollte trekken. Der Unterschied ist enorm. Beim Flug siehst du den Fall, beim Trek erlebst du, warum niemand eine Straße dorthin gebaut hat. Wovon ich abraten würde: dem Versuch, das Ganze komplett auf eigene Faust ohne Guide zu machen. Das haben einzelne Traveler geschafft, aber die Route über Mahdia mit Bootsumtragung an zwei Wasserfällen ist nichts, was man improvisieren sollte.
Ein zweiter Fall lässt sich gut kombinieren: die Orinduik Falls an der brasilianischen Grenze. Breite Jaspis-Terrassen statt dramatischer Absturz, dafür kannst du dort baden. Viele Anbieter verkaufen Kaieteur und Orinduik als Kombitour.
Backpacker Highlights in Guyana
Die Rupununi ist für mich das eigentliche Highlight des Landes, mehr noch als Kaieteur. Rund 13.000 Quadratkilometer Savanne im Südwesten, durchzogen von Galeriewäldern und Termitenhügeln, dazwischen Rinderranches und Makushi- und Wapishana-Dörfer. Der Übergang vom dichten Iwokrama-Regenwald in die offene Savanne auf der Fahrt Richtung Annai ist eine der schönsten Landschaftsstrecken Südamerikas.
Die Community-Lodges sind das Modell, das Guyana touristisch von den Nachbarn abhebt. Surama Eco-Lodge gehört dem Makushi-Dorf Surama, wird komplett von der Gemeinde betrieben und existiert seit 2004. Über 70 Menschen im Dorf leben direkt oder indirekt davon. Rewa Eco-Lodge liegt am Zusammenfluss von Rewa und Rupununi, hat bewusst kein WLAN und ist bekannt für Arapaima-Catch-and-Release und Harpyien-Sichtungen. Karanambu Ranch ist die Adresse für Riesenotter und Victoria-Amazonica-Seerosen. Caiman House in Yupukari lässt Gäste bei der nächtlichen Kaimanforschung mitmachen.
Ehrlich bleiben gehört dazu: Diese Lodges sind kein Backpacker-Preisniveau, und die Anfahrt zwischen ihnen frisst Geld. Ein 4×4-Transfer von Surama nach Annai wurde mit 20.000 GYD angegeben, das sind rund 83 Euro für eine kurze Strecke. Der öffentliche Bus von Annai nach Lethem kostet dagegen etwa 4.000 GYD, also 16 Euro. Wer sparen will, plant die Bewegungen zwischen den Lodges über die lokalen Busse und akzeptiert dafür, dass er an Fahrplänen hängt, die es offiziell gar nicht gibt.
Der Iwokrama Canopy Walkway steht auf jeder Guyana-Liste, und zwar zu Recht. 154 Meter Länge, vier Plattformen, die höchste 33 Meter über dem Waldboden. Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang sind die guten Zeiten. Atta Rainforest Lodge liegt einen kurzen Fußweg entfernt und wird seit 2017 komplett mit Solarstrom betrieben. Wer nur einen Nachmittag von der Iwokrama River Lodge herüberfährt, verpasst die beiden besten Tageszeiten. Übernachten lohnt sich.
Shell Beach im Nordwesten ist der Ort, an dem du zwischen März und August Lederschildkröten, Suppenschildkröten, Echte Karettschildkröten und Oliv-Bastardschildkröten beim Nisten sehen kannst. 120.800 Hektar Schutzgebiet, erreichbar ausschließlich per Boot über die Flüsse Pomeroon und Moruca. Und hier die Warnung: Das ist logistisch aufwendig und teuer. 2017 war der Strand nach schweren Überschwemmungen und Küstenerosion zeitweise für Touristen geschlossen. Mobilfunk gibt es dort nicht, der nächste Ort mit Infrastruktur ist Mabaruma, anderthalb Bootsstunden entfernt. Wer nur drei Tage im Land ist, sollte Shell Beach vergessen.
Bootfahren und Fähren in Guyana
Züge gibt es in Guyana nicht mehr. Die Demerara Railway von 1848 gilt als erste Eisenbahn Südamerikas, heute fährt kein einziger Personenzug. Wer sich fortbewegen will, nimmt Boot oder Bus.
Die schönste Verbindung führt von Parika den Essequibo hinauf nach Bartica. Der Essequibo ist der längste Fluss des Landes, an seiner Mündung über zwanzig Kilometer breit, gespickt mit Inseln. Von Georgetown fährst du erst mit dem Minibus nach Parika, dann per Speedboot weiter. Der schnelle Weg kostet rund 10 Euro und dauert eine Stunde, die staatliche Fähre kostet 1 bis 2 Euro und braucht drei bis fünf Stunden. Speedboote fahren ohne Fahrplan, sie starten wenn sie voll sind, und nach 18 Uhr geht gar nichts mehr.
Bartica selbst ist eine Goldgräberstadt und kein hübscher Ort, aber ein guter Ausgangspunkt. Von dort erreichst du die Marshall Falls, das alte Fort Kyk-Over-Al am Zusammenfluss von Mazaruni und Cuyuni sowie die Insel Baganara. Zu Ostern läuft die Bartica Regatta, ein Wochenende mit Bootsrennen und ziemlich viel Rum.
Wer weiter nach Suriname will, nimmt die Canawaima-Fähre von Moleson Creek nach South Drain. Sie fährt täglich um 10.30 Uhr, die Überfahrt dauert 40 bis 45 Minuten und kostet rund 20 US-Dollar für Hin- und Rückfahrt, nur bar. Sei um 8 Uhr am Terminal, sonst schaffst du die Ausreiseformalitäten nicht. Der Minibus ab Georgetown fährt gegen 4 Uhr morgens vom Stabroek Market. Zwei Warnungen: Die MV Canawaima ist alt und war im Februar 2026 kurzzeitig wegen Reparaturen außer Betrieb. Fahr nicht nach Moleson Creek, ohne vorher zu prüfen, ob die Fähre läuft. Und das Einreiseformular für Suriname musst du vorab online auf icf.sr ausfüllen. Eine feste Brücke über den Corentyne ist im Bau, geplante Fertigstellung 2027 oder 2028.
Richtung Brasilien geht es über die Takutu-Brücke zwischen Lethem und Bonfim, geöffnet von 7 bis 19 Uhr. Ein lokaler Fahrer bringt dich für rund 2.000 GYD, also etwa 8 Euro, von Lethem über die Brücke. Wichtig: Wenn du weiter als Bonfim willst, musst du dich in Guyana ausstempeln lassen und auf brasilianischer Seite einstempeln. Von Bonfim nach Boa Vista fährt morgens ein Bus, wer später ankommt, teilt sich ein Taxi. Geld wechselst du besser in Lethem, auf brasilianischer Seite findest du kaum Wechselstuben.
Wandern und Abenteuer in Guyana
Guyana ist kein Trekkingland im klassischen Sinn. Markierte Fernwanderwege gibt es nicht, Hütten schon gar nicht. Fast jede Mehrtagestour läuft über einen lokalen Guide, und das ist auch gut so, weil man sich in diesem Wald ohne Ortskenntnis binnen einer Stunde verläuft.
Die bekannteste Tagestour ist der Aufstieg auf den Surama Mountain ab Surama Village. Kein technischer Anspruch, aber steil und heiß, und Turnschuhe reichen nicht. Nimm feste Schuhe mit Profil und mehr Wasser mit, als du denkst zu brauchen. Der Blick über die Savanne von oben ist die Anstrengung wert.
Für Ambitioniertere gibt es den Mount Roraima, den Tafelberg im Dreiländereck. Der klassische Aufstieg läuft allerdings über Venezuela ab Paraitepui, und diese Route ist von Guyana aus nicht praktikabel. Von guyanischer Seite existieren Expeditionsrouten in die Pakaraima-Berge, die sind aber logistisch aufwendig und teuer. Als Alternative würde ich die Kanuku Mountains in der südlichen Rupununi nehmen, dort sitzen Harpyien und die Artenvielfalt ist enorm.
Wer paddeln will, ist am Burro Burro bei Surama oder auf dem Rewa gut aufgehoben. Mehrtägige Kanutouren mit Camps am Ufer lassen sich über die Dorfgemeinschaften organisieren. Angeln auf Arapaima läuft ausschließlich als Catch and Release, das ist in Guyana streng geregelt. Und noch eine praktische Warnung: Kein Trinken aus stehenden oder langsam fließenden Gewässern, das Auswärtige Amt weist wegen Leptospirose ausdrücklich darauf hin. Wasserfilter oder Entkeimungstabletten gehören ins Gepäck.
Essen und Trinken in Guyana
Die guyanische Küche ist einer der besten Gründe, hierher zu fahren, und wird international völlig unterschätzt. Sieben Kulturtraditionen kochen hier durcheinander: afroguyanisch, indoguyanisch, indigen, chinesisch, portugiesisch, europäisch und alles dazwischen. Das Ergebnis schmeckt nach nichts, was du aus Brasilien oder Peru kennst.
Das Nationalgericht ist Pepperpot. Ein dunkler Fleischeintopf, stundenlang gekocht in Cassareep, dem eingedickten Saft der Bitterkassava. Cassareep würzt und konserviert zugleich, weshalb ein Pepperpot tagelang auf dem Herd stehen und immer wieder aufgewärmt werden kann. Ursprünglich ein indigenes Gericht, heute vor allem zu Weihnachten auf dem Tisch. Über den Georgetown Club kursiert die Geschichte, dort habe ein Pepperpot 75 Jahre lang durchgehend geköchelt. Ob das stimmt, weiß niemand so genau, aber die Guyaner erzählen es gerne.
Cook-up Rice ist das zweite Nationalgericht und der Alltagsklassiker. Reis, Bohnen, Fleisch, Kokosmilch, Thymian, alles in einem Topf. Metemgee besteht aus Knollen wie Cassava, Yams, Eddo und Süßkartoffel, dazu Kochbananen und Mehlklöße, alles in Kokosmilch gegart, meistens mit Salzfisch dazu. Aus der indoguyanischen Küche kommen Roti mit Curry, Dhal Puri und Pholourie, frittierte Bällchen aus Kichererbsenmehl. Aus der chinesischen Ecke kommt Chow Mein, der in Guyana längst als lokales Gericht gilt. Garlic Pork stammt von den portugiesischen Einwanderern.
Cassava-Brot solltest du unbedingt probieren, wenn du in einem indigenen Dorf bist. Die Bitterkassava wird gerieben, der giftige Saft ausgepresst, der Rest zu großen flachen Fladen gebacken. Knusprig, leicht zäh, etwas nussig. Dazu Farine, geröstetes Kassavagranulat, das in der Rupununi zu fast allem gegessen wird.
Getrunken wird Banks Bier, seit dem 19. Jahrhundert im Land gebraut und eiskalt eine ordentliche Sache. Und dann ist da El Dorado, der Rum, um den man in Guyana nicht herumkommt. Gebrannt aus Demerara-Zucker, mehrfach international ausgezeichnet, die Destillerie liegt bei Diamond nördlich von Georgetown und lässt sich besichtigen. Wer keinen Alkohol will, nimmt Mauby aus Baumrinde, frische Fruchtsäfte mit viel Eis oder Kokoswasser vom Straßenstand.
Zwei ehrliche Hinweise: Das Auswärtige Amt rät wegen Chagas ausdrücklich davon ab, nicht industriell verarbeitete Frucht- und Zuckerrohrsäfte zu trinken, ausdrücklich auch Açaí-Saft. Und wegen Ciguatera wird vom Verzehr von Seefischen und Meeresfrüchten abgeraten. Das kollidiert mit dem Straßenimbiss-Reflex, ich weiß. Wer das Risiko eingeht, sollte zumindest wissen, worauf er sich einlässt. Süßwasserfisch aus dem Landesinneren ist davon nicht betroffen, Hassar Curry ist hervorragend.
Backpacker Visum und Impfungen in Guyana
Die Einreisebestimmungen für Deutsche nach Guyana sind laut dem Auswärtigen Amt wie folgt. Reisedokumente für die Einreise sind für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
- Reisepass: Ja
- Vorläufiger Reisepass: Ja
- Personalausweis: Nein
- Vorläufiger Personalausweis: Nein
- Kinderreisepass: Ja
Anmerkungen: Reisedokumente müssen sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein. Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen kein Visum. Flugreisende sollten ein Weiter- oder Rückflugticket vorweisen können. Seit einiger Zeit gilt außerdem eine Regel, die viele auf dem falschen Fuß erwischt: Ein Online-Einreise- und Ausreiseformular muss vor Ein- und Ausreise unter ed.gpf.gov.gy ausgefüllt und den Grenzbehörden gezeigt werden. Das gilt auch bei der Ausreise, also auch dann, wenn du über Land nach Brasilien oder Suriname willst. Wer keinen Einreisestempel im Pass hat, bekommt bei der Ausreise Probleme.
Für Suriname brauchst du zusätzlich ein eigenes Formular auf icf.sr, das mehrere Tage vor Abreise eingereicht werden muss. Für Brasilien gelten die brasilianischen Bestimmungen, ein Konsulat gibt es in Lethem direkt an der Grenze.
Impfungen und medizinische Hinweise
Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind laut Auswärtigem Amt keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Kommst du aus einem Gelbfiebergebiet oder hattest du dort einen Transit von mehr als vier Stunden, musst du eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Ausgenommen sind Einreisen aus Argentinien, Paraguay sowie Trinidad und Tobago. Wer über Brasilien einreist, sollte den Impfnachweis dabei haben.
Empfohlen werden Impfungen gegen Gelbfieber und Hepatitis A. Je nach individueller Indikation kommen Chikungunya, Dengue, Hepatitis B, Tollwut und Typhus dazu. Guyana ist Gelbfiebergebiet. Malaria besteht ganzjährig, in den Regionen des Landesinneren mit hohem Risiko. Rund 60 Prozent entfallen auf Malaria tertiana, 39 Prozent auf die gefährlichere Malaria tropica. In Gebieten mit hohem Risiko empfiehlt das Auswärtige Amt zusätzlich zum Mückenschutz eine medikamentöse Prophylaxe.
Dengue, Chikungunya, Zika, Leishmaniose und Oropouche-Fieber treten ganzjährig landesweit auf. Konsequenter Mückenschutz tags und nachts ist deshalb keine Empfehlung, sondern Pflicht. Die medizinische Versorgung ist besonders in ländlichen Gebieten nicht mit deutschen Verhältnissen vergleichbar. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholung sollte selbstverständlich sein, gerade weil du im Landesinneren oft Stunden vom nächsten Krankenhaus entfernt bist. Eine deutsche Botschaft gibt es in Guyana nicht, zuständig ist die Botschaft in Port-of-Spain auf Trinidad und Tobago. In Notfällen hilft der deutsche Honorarkonsul in Georgetown.
