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Backpacking in Bhutan

Bhutan – ein Backpacker-Land? Nein, nicht wirklich. Backpacking in Bhutan bedeutet immer: Mit einem Reiseveranstalter und normalerweise in einer Gruppe unterwegs zu sein. Auch die Kosten für Reisen nach Bhutan sind hoch – es gibt eine Tourismusabgabe von 250 US-Dollar am Tag. Dennoch: Bhutan gehört auf jede Bucket List! Nicht nur findet man hier in Drukyul, dem Land des Drachenvolkes, wie Bhutan von den Einheimischen genannt wird, viel von der ursprünglichen Kultur des Landes, die seitens des Staates aktiv geschützt wird – man lernt auch das einzige Land der Welt kennen, dessen höchstes staatliches Wirtschaftsziel das Glück ist! Das allein sollte doch schon eine Reise wert sein…

Backpacking in Bhutan - Stadt mit traditioneller Architektur

Backpacking in Bhutan – Stadt mit traditioneller Architektur

Geschichte Bhutans

Bhutan wurde wohl zuerst um 2000 v.Chr. besiedelt, historische Zeugnisse gibt es jedoch erst ab der Zeit, in der die ersten tibetischen Mönche nach Bhutan kamen – im 9. Jahrhundert. Damals wurde der Buddhismus zur Staatsreligion, was bis heute so geblieben ist. Vieles der frühen Geschichte dieses wunderbaren Landes liegt also im Dunkeln.

Im Laufe seiner jahrtausendelangen Geschichte hat sich Bhutan immer wieder erfolgreich gegen Fremdherrschaft gewehrt. Im annähernd 100 Jahre währenden Konflikt mit der Ostindien-Kompagnie behielt Bhutan seine Autonomie zumindest teilweise. Nach der Einnahme Assams besetzte Großbritannien auch Teile des bhutanischen Territoriums. Die Briten unterstützten den Umsturz des damaligen Herrschers und setzten einen ihnen gewogenen König ein.

Mit dessen Machtübernahme begannen die ersten Reformen im Land. Bhutan blieb zwar in vielerlei Hinsicht unabhängig, war aber offiziell britisches Protektorat. Seit 1968 ist Bhutan offiziell eine konstitutionelle Monarchie. Seit 2007 sind auch politische Parteien erlaubt. Die schrittweise Hinwendung zu demokratischeren Strukturen hatte insbesondere der seit 2006 amtierende König Jigme Khesar Namgyel vorangetrieben.

Wirtschaft Bhutans

Die Hauptstadt Bhutans ist Thimphu, die Währung des Landes der Ngultrum (BTN). Auch die Indische Rupie ist ein gültiges Zahlungsmittel. Land- und Forstwirtschaft sind die wichtigsten Stützen der bhutanischen Wirtschaft; mehr als 60% der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Es gibt starke Handelsbeziehungen mit Indien; mit dem südlichen Nachbarland gibt es bereits seit 1949 einen Freundschaftsvertrag. Dieser Vertrag wurde 2007 erneuert und stärkt Bhutan in seiner Autonomie und staatlichen Souveränität.

Neben Agrarwirtschaft sind Hydroeenergie und Tourismus weitere wichtige Komponenten der Wirtschaft Bhutans. Beim Tourismus wird – wie bereits erwähnt – besonders auf Nachhaltigkeit geachtet, um die Umwelt und die Kultur des Landes zu schützen. Aus diesem Bestreben resultieren die vielen Restriktionen für Reisende nach Bhutan.

Das Besondere an der Wirtschaft Bhutans ist jedoch nicht ihre Struktur, sondern ihr Ziel. Anders als die meisten anderen Staaten der Welt ist in Bhutan das BIP nicht der wesentliche Indikator für den Wohlstand des Landes – und ein BIP-Wachstum kein erklärtes wirtschaftspolitisches Ziel. Vielmehr geht es um das „Bruttonationalglück“ (Gross National Happiness). Gemeint ist damit, dass der Wohlstand eines Landes nicht allein am Geldfluss gemessen werden darf, sondern sich am Wohlergehen der Bevölkerung orientieren muss.

In der Folge spielen soziale Reformen, Umweltschutz, Gesundheit und Bildung eine große Rolle in der Politik Bhutans. Der Begriff „Gross National Happiness“ geht auf eine spontane Äußerung des bhutanischen Königs in den 1980er Jahren zurück, als dieser auf die Frage nach der Höhe des BIP Bhutans antwortete „Gross National Happiness“ sei weit bedeutender.

Dennoch hat dieses Konzept einer alternativen Orientierung im Wirtschaftsziel auch Anklang im Westen gefunden. Seit den 2000ern wird von Ökonomen, die sich für andere Wirtschaftsformen einsetzen, verstärkt zu Gross National Happiness geforscht und diese versucht, als theoretisches Konzept zu etablieren.

Backpacking in Bhutan - Frau vom Lande

Backpacking in Bhutan – Frau vom Lande

Kultur in Bhutan

Die Bevölkerungsdichte in Bhutan ist mit 17 Einwohnern ziemlich niedrig. Aufgrund der Topographie Bhutans sind die Siedlungen ungleich verteilt. Die meisten Bhutaner leben entlang der Täler. Die Hauptstadt Thimphu ist keine große Agglomeration und entstand erst 1960; hier leben heute 60.000 Menschen.

Ethnische Zusammensetzung

Trotz seiner kleinen geographischen Ausdehnung ist Bhutan ethnisch vielfältig. Es gibt vor allem drei Hauptgruppen. Die eigentlichen „Ureinwohner“ Bhutans sind die Sharchops. Sie sind ethnisch verwandt mit Ethnien Burmas und Nordindiens – sie leben vorwiegend im Osten des Landes. Die Ngalops sind ursprünglich aus dem benachbarten Tibet eingewandert und entsprechend mit den Tibetern eng verwandt.

Zu guter Letzt gibt es noch die Lhotsampas. Sie sind ursprünglich aus Nepal eingewandert. Ursprünglich war Bhutan ein rein buddhistisches Land. Dies versucht die Regierung so beizubehalten. De facto gibt es – auch durch relativ rezente Einwanderung aus Nepal – im Süden des Landes mehr Hindus als Buddhisten. Auch die Sprache Bhutans ist nicht einheitlich. Offizielle Amtssprache ist das Dzongkha, die verschiedenen ethnischen Gruppen sprechen jedoch ihre eigenen Sprachen. Das Dzongkha ist für alle Schüler ein Pflichtfach, unterrichtet wird jedoch auf Englisch.

Kultureller Wandel

Die große Besonderheit – und so auch das große Erlebnis für Euch als Reisende – ist, dass die Modernisierung in Bhutan sehr kontrolliert verläuft und das der Staat wert darauf legt, zu viel ausländischen Einfluss, Massentourismus und eine radikale Modernisierung, die den Verlust kultureller Traditionen bedeuten würde, zu verhindern. Manch einer mag das kritisch sehen.

Wer aber schon einmal in Nepal unterwegs war und weiß, wie viel dort durch den Massentourismus von Backpackern zerstört wurde, wer sich das Elend vor Augen führt, dass nicht selten aus dem unbedingten Willen nach Profit und Wirtschaftswachstum resultiert – der muss Bhutan zumindest zu Gute halten, dass sich das Land mit seinem Kurs redlich müht, einen besseren, alternativen Weg zu beschreiten. Auch dann, wenn der sicherlich auch nicht perfekt ist.

Denn so ganz funktioniert es natürlich nicht. Mittlerweile gibt es auch in Bhutan Handys, Internet und Fernsehen – etwas, was noch vor 20 Jahren undenkbar war. Auch westliche Kleidung setzt sich immer mehr durch, jedenfalls in den Städten. Mit der Öffnung kommt der Wandel. Jugendliche spielen mittlerweile wie überall auf der Welt Videospiele, vergnügen sich in Kneipen und beim Karaoke singen. Auch Alkohol und Tabak sind heute an der Tagesordnung.

Natürlich: Schaut man abseits der Städte, findet man noch immer traditionelles Landleben, auch wenn viele Menschen auch dort mittlerweile ein Handy benutzen. Auch das reiche buddhistische Erbe kann man noch immer überall in Bhutan sehen. Doch wer diese Ursprünglichkeit erleben will, sollte sich beeilen: Wie lange der Fortschritt noch kontrolliert – bzw. kontrollierbar – bleibt, ist sehr die Frage.

Wenn Ihr Bhutan von seiner traditionellen Seite erleben möchtet, solltet Ihr in Erwägung ziehen, zu einem Tsechu, einem religiösen Klosterfest, anzureisen. Diese Feste finden in den Dzongs (Klosterfestungen) statt. Hier könnt Ihr die schönen bhutanischen Masken in Aktion erleben: Die Mönche studieren die Tänze, die die Besucher zum Dharma inspirieren sollen, monatelang im Vorwege ein. Einem solchen Fest beizuwohnen ist ein einzigartiges Ereignis, das Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet. Das müsste Ihr allerdings bereits im Vorwege mit Eurem Reiseveranstalter abklären; er kann Euch auch sagen, ob in Eurem Reisezeitraum Festivals stattfinden und ob er Euch einen Besuch organisieren kann.

Backpacking in Bhutan - Kinder

Backpacking in Bhutan – Kinder

Backpacker Budget in Bhutan

Was das Reisebudget angeht, gibt es beim Backpacking in Bhutan eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die gute Nachricht: Das Budget ist, dank Touristenabgabe, eigentlich fix, außer Taschengeld für Souvenirs und Trinkgeld für die Guides muss man weiter nichts bedenken und kann also nicht auf dem Trockenen sitzen oder sich verkalkulieren.

Die schlechte Nachricht: Die Touristenabgabe beläuft sich auf 200 US$ außerhalb der Saison und 250 US$ in der Saison. Hinzu kommen Aufpreise, wenn Ihr mit weniger als 3 Personen unterwegs sein möchtet. Enthalten sind Tourguide, Transport, Eintritt, Übernachtung, Vollpension.

Wenn Ihr nach Bhutan einreist, bucht Ihr also eine feste Tour bei einem lizensierten Touranbieter. Der Preis für die Tour beläuft sich dann auf die zu zahlende Tagesgebühr. Angenommen, Ihr bucht außerhalb der Hauptsaison eine 10tägige Tour durch Bhutan in einer größeren Gruppe, dann zahlt Ihr 2000 US$. Also eigentlich ziemlich simpel – nur eben auch nicht gerade günstig.

Üblicherweise reichen dann etwa 200€ als Taschengeld zusätzlich für die ganze Reise aus.

Kleiner Tipp: Bucht in jedem Fall einen lizensierten Touranbieter! Nur das garantiert Euch, dass Ihr nachher auch wirklich einreisen könnt!

Mietwagen in Bhutan

Mietwagen kann man in Bhutan nicht mieten – man bekommt einen Fahrer und einen Guide gestellt, die einen überall hinbringen. All das ist bereits in der Touristenabgabe enthalten.

Öffentliche Verkehrsmittel in Bhutan

Auch öffentliche Verkehrsmittel sind für Euch irrelevant, da Ihr ausschließlich mit Euren Guides unterwegs sein dürft und die Euch in Privatwagen chauffieren.

Backpacker Routen in Bhutan

Die Kurztrips, die Ihr mit lizensierten Touranbietern buchen könnt, sind in der Regel zwischen 5 und 7 Tage lang. Längere Touren umfassen selten mehr als 10 Tage, auch wenn Ihr natürlich beim Anbieter Eurer Wahl problemlos längere Touren erfragen könnt, zum Beispiel auch, wenn Ihr Trekking machen möchtet. Auch dafür gibt es Guides und Touren. Generell werden die Touren billiger, wenn Ihr mit drei oder mehr Personen unterwegs seid.

Backpacking in Bhutan - Punakha Dzong

Backpacking in Bhutan – Punakha Dzong

Route 1: Bhutan für Eilige (5-7 Tage)

  • 2 Tage Thimphu – Dechencholing-Palast, Nationalbibliothek, Museum für traditionelle Textilkunst,
  • 1 Tag Punakha – Punakha-Dzong
  • 1 Tag Paro – viele alte Klöster und Tempel
  • 2 Tag Haa-Tal – Chele La-Pass, Haa-Tal
  • 1 Tag Thimphu – Motithang Takin Reservat, Wochenmarkt (nur am Wochenende)

Route 2: Bhutan intensiv (ca. 10 Tage)

  • 2 Tage Thimphu – Dechencholing-Palast, Nationalbibliothek, Museum für traditionelle Textilkunst,
  • 1 Tag Punakha – Punakha-Dzong
  • 1 Tag Paro – viele alte Klöster, Besuch von Kyichu Lhakhang, dem ältesten Tempel Bhutans
  • 2 Tage Bumthang – Besuch des Tamshing Goemba-Klosters (Wanderung)
  • 1 Tag Gangtey – Kraniche beobachten
  • 2 Tage Haa-Tal – Chele La-Pass, Haa-Tal
  • 1 Tag Thimphu – Motithang Takin Reservat, Wochenmarkt (nur am Wochenende)

Reisezeiten in Bhutan

Die Höhenlagen in Bhutan variieren stark, insofern unterscheiden sich die klimatischen Bedingungen teilweise von Tal zu Tal. Grob lassen sich eine subtropische bis tropische Zone im Süden des Landes vom gemäßigten Klima Zentralbhutans und dem Hochgebirgsklima in den höchsten Höhenlagen unterscheiden. Bhutan ist auch Monsungebiet; zwischen Mai und September sorgen gerade im Süden des Landes heftige Regenfälle auch teilweise für Erdrutsche und Überschwemmungen.

In der anderen Jahreshälfte fallen hingegen kaum Niederschläge. Die Mitte des Landes ist im Winter kühl bis gemäßigt, der Sommer wird etwas wärmer. In den Hochlagen des Himalaya bleiben auch die Sommer ziemlich kühl, die Winter sind kalt. Nur im subtropischen Süden wird es im Sommer sehr warm, die Winter sind ebenfalls angenehm mit Temperaturen um die 17°C.

Entsprechend hängt die beste Reisezeit auch davon ab, wohin Ihr reisen möchtet. Generell ist die Hochsaison von März bis Mai und September bis November. Wie bereits erwähnt: In diesen Monaten liegt die Touristengebühr bei 250 $ pro Tag, in allen anderen Monaten bei 200 $. Es kann also durchaus lohnen, auf Februar oder Dezember auszuweichen – je nachdem, was Ihr vorhabt.

Backpacker Trips & Tipps in Bhutan

Eines muss Euch klar sein: Eine reise nach Bhutan ist im eigentlichen Sinne keine Backpacker-Reise – schon das Budget, das Ihr benötigt, ist enorm. Zudem gibt es keine Möglichkeit, das Land wirklich auf eigene Faust zu erkunden. Zwar könnt Ihr statt einer Gruppenreise auch Individualpackages buchen – auch dabei werdet Ihr aber immer von einem Guide und einem Fahrer begleitet. Insofern ist Bhutan kein eigentliches Backpacker-Ziel und auch kein Ziel für Individualreisen allgemein.

Trotzdem: Ein Besuch in diesem einzigartigen Land lohnt sich in jedem Fall. Die Politik des Bruttonationalglücks und die starke staatliche Kontrolle der Öffnung und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes machen es möglich, dass in Bhutan traditionelle Lebensformen nach wie vor aktiv gepflegt werden. Dem Umweltschutz wird ein hoher Stellenwert eingeräumt, so dass Ihr als Besucher atemberaubende, weitgehend unberührte Landschaften genießen könnt.

Auch wenn im Westen viel Negatives über die Politik des Staates Bhutan geschrieben wird: Die starken Einschränkungen des Tourismus und auch bestimmter wirtschaftlicher Entwicklungen haben viele positive Effekte. Der Zerstörung der Natur durch übermäßiges Trekking, wie man es aus Nepal kennt, wird so effizient vorgebeugt.

Für Eure Reise solltet Ihr Euch genau informieren, welche Aspekte des Landes Euch besonders interessieren. Ist Euer Budget eher klein, könnt Ihr Euch vielleicht keine 17-tägige Reise quer durchs Land leisten – und sogar dann müsst Ihr natürlich eine Auswahl treffen. Zu sehen gibt es nämlich wahrlich jede Menge!

Im Folgenden stellen wir Euch einige der Highlights und Geheimtipps vor, die Ihr für Euer Backpacking in Bhutan auf jeden Fall in Erwägung ziehen solltet.

Backpacking in Bhutan - Taktshang-Kloster

Backpacking in Bhutan – Taktshang-Kloster

Backpacker Highlights in Bhutan

In aller Regel werdet Ihr Bhutan über den Hauptstadtflughafen Paro, etwa eine Stunde westlich von Thimphu gelegen, erreichen. Der Flug selbst ist ein kleines Abenteuer: Der Flughafen gehört zu den gefährlichsten der Welt, und es bedarf einer speziellen Lizenz, um dort zu landen – der Grund: eine schwierige Navigation durch die 5000er des Himalaya und ein steiler 45° Sinkflug, um die kurze Landebahn zu erreichen. Seid Ihr einmal angekommen, möchtet Ihr vielleicht schon nicht wieder abreisen, weil Ihr Euch dieses Abenteuer kein zweites Mal zumuten möchtet; sicher aber auch deshalb, weil Bhutan ein von seiner Natur wie der Kultur einzigartiges Land ist.

Zu Eurer Reise gehört natürlich eine Erkundung der Hauptstadt Thimphu. Eines der Must-sees in der bhutanischen Hauptstadt: der Dechencholing-Palast, der wenige Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Dieser Anfang der 1950er Jahre erbaute Palast ist der Hauptsitz des bhutanischen Königs. Optisch mutet er freilich nicht so jung an, wie er tatsächlich ist. Der Grund: Wie alle Gebäude in Bhutan ist er in traditionellem Stil erbaut. Der traditionelle Baustil ist bis dato für alle Häuser im Land per Gesetz vorgegeben.

Ebenfalls ein Highlight ist ein Besuch der kleinen Stadt Punakha. Dort gibt es den Punakha-Dzong zu sehen, eine Klosterfestung. Diese Art der Festungsanlage – Dzong – ist fast ausschließlich in Bhutan und Tibet zu finden. Eine weitere Besonderheit dieses Dzongs ist, dass er in einem Tal liegt und nicht festungstypisch auf einer Anhöhe. Er ist am Zusammenfluss der großen bhutanische Flüsse Mo Chu (Mutter) und Pho Chu (Vater). Der Dzong in Punakha gilt als der schönste Bhutans. Er wurde im 17. Jahrhundert errichtet und dient noch heute Winteresidenz des Dratshang Lhentshog (Commission for Monastic Affairs) des bhutanischen Staates.

Die Region Punakha ist relativ niedrig auf 1400 m gelegen uns daher sehr fruchtbar und subtropisch feucht. Diese günstigen Klimaverhältnisse machen die Gegend zu einem der Hauptanbaugebiete für Reis, Kartoffeln und anderes Gemüse in Bhutan.

Ein absolutes Muss bei einer Reise nach Bhutan ist das Fahren über den Chele La-Pass. Die höchste Straße Bhutans schlängelt sich hinauf zum Pass auf 3988 m Höhe und bietet atemberaubende Ausblicke über wildwachsende Rhododendren, Pinien und, bei gutem Wetter, auf Bhutans zweithöchsten Gipfel, den Mount Jomolhari.

Backpacker Geheimtipps in Bhutan

Wenn Ihr eh schon über den Chele La-Pass fahrt, macht es Sinn, ins Haa-Tal weiterzufahren, das erst seit 2002 überhaupt für ausländische Besucher geöffnet ist. Touristisch ist dieses Tal entsprechend wenig entwickelt und nach wie vor ein echter Geheimtipp. Hier lernt Ihr Bhutan wirklich von seiner ursprünglichen Seite kennen.

Kyichu Lhakhang in Paro ist der älteste Tempel in Bhutan; er wurde im 7. Jahrhundert durch den tibetischen König Songtsen Gampo gebaut – der Legende zufolge zusammen mit 107 weiteren Tempeln in einer einzigen Nacht. Ob Ihr dieser Geschichte Glauben schenkt oder nicht: Sehenswert ist der Tempel in jedem Fall, ebenso wie das nebenan gelegene kleine Museum zu Ehren von Dilgo Khyentse Rinpoche.

Falls Ihr Eure Reise zwischen November und März antretet, solltet Ihr unbedingt ins Gantey-Tal fahren. Dort überwintern die eleganten Schwarzhalskraniche, die ihren Sommer in Tibet verbringen. Doch auch während der anderen Jahreszeiten könnt Ihr hier viele einheimische Tierarten beobachten, darunter Yaks, Muntjaks oder Pferdehirsche (Sambars).

Backpacker Unterkünfte in Bhutan

In Bhutan gibt es viele verschiedene Unterkunftsarten, aus denen Ihr bei der Buchung Eurer Tour auswählen könnt. Es gibt, in den größeren Orten, sehr bequeme 5*-Hotels, viele 3*-Hotels, aber auch die Möglichkeit zum Homestay oder Farmstay, gerade in den etwas entlegeneren Ecken auf Eurer Route.

Die Hotels und Homestays bucht Euer Tour-Operator für Euch. Grundsätzlich sind alle Unterkünfte staatlich lizensiert. Individuelles Campen, Couchsurfing und dergleichen gibt es in Bhutan nicht.

Viele Reisende entscheiden sich für die bequemste Variante, da die Unterkunft ja in der Touristenabgabeenthalten ist. Insofern besteht – rein ökonomisch betrachtet – keine Veranlassung besteht, ein bequemes Bett in einem 5*-Haus gegen ein Bettlager auf einer Farm ohne fließend Wasser einzutauschen.

Für das Erlebnis kann das aber durchaus sinnvoll sein. Denn bei einem Homestay und einem Farmstay kommt Ihr viel mehr mit der lokalen Bevölkerung in Berührung und lernt deren tägliches Leben kennen. Und darum macht Ihr ja schließlich den weiten Weg hierher, oder?

Backpacking in Bhutan - Landschaft mit Türmchen

Backpacking in Bhutan – Landschaft mit Türmchen

Essen & Trinken in Bhutan

Wie auch die anderen Küchen Südasiens ist das wichtigste Grundnahrungsmittel der bhutanesischen Küche Reis. In sehr vielen Hotels und Gaststätten wird überwiegend indisches Essen angeboten, meist ist es aber auch kein Problem, die lokale Küche zu probieren. Im Zweifel sprecht Ihr Euren Guide an und bittet ihn, dass er Euch an Orte führt, wo man bhutanische Küche essen kann. Es lohnt sich!

Generell gilt in Bhutan: Das Leitungswasser ist nicht zum Trinken geeignet! Daher ist es auch nicht sicher, Salate, Obst und Gemüse zu essen, das mit Leitungswasser gewaschen worden sein könnte. Haltet Euch also immer an Gekochtes und Geschältes.

Essen in Bhutan

Das Nationalgericht Bhutans ist Ema-datsi, eine Mischung aus Chili und Käse. Datsi ist eine Art Hüttenkäse. Varianten dieses Gerichts sind Kewa-datsi, bei dem sich zu Chili und Käse Kartoffeln gesellen, und Shamu-datsi, dasselbe mit Pilzen. Das Essen ist, insbesondere zusammen mit dem in Bhutan beliebten roten Reis gegessen, ausgesprochen schmackhaft – aber auch höllisch scharf!

Aus der Region Bumthang stammen viele Gerichte mit Buchweizen, darunter Buchweizenpfannkuchen, die man auch statt Reis zum Ema-datsi essen kann. Auch sehr gern gegessen werden Momos (Teigtaschen). Beliebt sind in Bhutan Füllungen mit Käse, Kohl, Zwiebeln, manchmal auch grüner Papaya.

Trinken in Bhutan

Bhutan ist, wen wollte das überraschen, eine Teekultur. Getrunken wird er entweder als Cha, das heißt mit Milch, Zucker und oft auch Gewürzen, oder mit Butter. Diese Form des Tees nennt man Suja.

Kaffetrinker müssen sich in Bhutan eher auf eine entbehrungsreiche Zeit einstellen. Zwar gibt es Kaffee, das Getränk hat aber kulturell kaum Bedeutung. Wer einen Kaffee bestellt, erhält meist einen Instantaufguss, wahlweise mit oder ohne Milch.

Als alkoholisches Getränk ist bei der Landbevölkerung der Ara beliebt, ein Reis- oder Maisschnaps. An Dienstagen herrscht in ganz Bhutan Prohibition, Alkohol darf dann auch nicht verkauft werden.

Backpacking in Bhutan - Landschaft

Backpacking in Bhutan – Landschaft

Backpacker Visa und Impfungen in Bhutan

Für die Einreise nach Bhutan ist für deutsche Staatsangehörige ein Visum nötig, dass über den Reiseveranstalter gebucht wird. Die Einreisegebühr beträgt 40 US$, sie wird bei Einreise fällig.

Die Buchung einer Tour mit einem lizensierten (!) Reiseveranstalter ist obligatorisch. Lizensierte Tour Operators findet Ihr auf der offiziellen Tourismusseite Bhutans Es wird eine Touristengebühr von 200 bzw. 250 US$ fällig, abhängig von der Saison. Wenn Ihr alleine oder zu zweit reist, fällt noch ein Aufschlag an. Die Tourismusgebühr ist identisch mit den Kosten, die der Touranbieter Euch berechnet. In der Tourismusgebühr sind alle Kosten für Eure Reise enthalten, abgesehen von Souvenirs, die Ihr vielleicht erwerben möchtet, und Trinkgeldern für Euren Guide.

Laut Einreisebestimmungen des Auswärtigem Amtes sind folgende Dokumente als Reisedokumente akzeptiert:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Bei Eurer Einreise muss Euer Reisedokument noch mindestens 6 Monate Gültigkeit haben.

Über aktuelle Details zu den Einreisebestimmungen solltet Ihr Euch vor Eurer Reise auch nochmal direkt beim Auswärtigen Amt informieren.

Medizinische Hinweise & Impfungen für Bhutan

Es gibt keine vorgeschriebenen Impfungen für Bhutan – empfehlenswert sind generell alle Standardimpfungen laut Robert-Koch-Institut. Zusätzlich ist eine Hepatitis A und Typhus-Impfung empfohlen, bei Langzeitaufenthalten auch Hepatitis B, Japanische Enzephalitis (JE) und Tollwut. JE wird vornehmlich durch Mücken übertragen – eine Gefahr besteht vor allem im Süden Bhutans.

In Höhen unter 1700 m besteht auch ein Risiko für Malariaerkrankungen. Die Mehrzahl der Malariafälle sind vom Typ Malaria tropica, der gefährlichen Form also. Darum ist umfangreicher Mückenschutz dringend erforderlich. Eine Einnahme von chemischer Malariaprophylaxe ist nicht empfehlenswert. Teilweise bestehen Resistenzen gegen Chloroquin.

Eine weitere Gefahr geht von der Höhenkrankheit aus, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Ausgelöst wird sie vom geringen Sauerstoffgehalt der Luft in alpinen Höhen. Es ist daher unverzichtbar, sich beim Aufstieg, beim Trekking und sogar beim bloßen Ausflug im Auto langsam an die Höhenluft zu gewöhnen und bei auftretenden Schwierigkeiten sofort umzukehren. Für große Höhen muss zusätzlich Sauerstoff mitgeführt werden.