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Backpacking in Haiti

Aufgrund seiner schwierigen politischen und wirtschaftlichen Lage gehört Haiti nicht zu den typischen Backpackingzielen und ist touristisch kaum erschlossen. „Umso besser!“ könnten die Abenteuerlustigen unter euch nun denken. Neben der Dominikanischen Republik auf der Insel Hispaniola gelegen, hat Haiti auch eine günstige Lage im Herzen der Karibik und verspricht einen schönen Urlaub – wäre da nicht die Geschichte Haitis. Das Land ist von sozialer Ungerechtigkeit, Misswirtschaft, schlechter Führung und von Erdbeben sowie Stürmen gebeutelt. In Haiti erlebt ihr Geschichte zum Anfassen, das ist allerdings nichts für schwache Nerven. Während wohlhabend Vororte sich mit feinen Restaurants, luxuriösen Hotels und modernen Einkaufszentren präsentiert, offenbaren die benachbarten Slumgebiete die beunruhigende Ungleichheit der haitianischen Gesellschaft: Müllberge, bettelnde, arbeitslose und in Armut lebende Menschen, Verwahrlosung.

Abgesehen von der sozialen Ungerechtigkeit hat Haiti als Reiseziel viel zu bieten. Haiti reizt mit ihren für die Karibik typischen atemberaubenden Stränden, türkisenen Wasser und großartigen Tauchmöglichkeiten. Auf der anderen Seite beherbergt Haiti erstaunliche Kultur wie Voodoo, den ersten Sklavenaufstandsstaat und die dazugehörige Zitadelle. Haiti ist eines der Länder, über die Reisende nachdenken und abwägen müssen, bevor sie dorthin reisen. Für weitere Informationen lest hier mehr über das Land, die Menschen und Sicherheit.

Flagge Haiti

Haiti nimmt das westliche Drittel der Karibikinsel Hispaniola ein. Die Dominikanische Republik nimmt die östlichen zwei Drittel ein. Es ist also ein Leichtes, diese zwei in einem Urlaub miteinander zu verbinden. Haiti hat zwei Haupthalbinseln, eine im Norden und eine im Süden. Zwischen den Halbinseln liegt die Ile de la Gonâve. Im Süden und Westen grenzt sie an das Karibische Meer, während sie im Norden an den Atlantischen Ozean grenzt. Haiti kontrolliert außerdem vier große Inseln: Ile de la Gonâve, Ile de la Tortue, Grande Cayemite und Ile à Vache.

Der nördliche Teil von Haiti besteht aus dem Massif du Nord (Nordmassiv) und der Plaine du Nord (Nördliche Ebene). Das Massif du Nord ist eine Verlängerung der Cordillera Central in der Dominikanischen Republik. Die südliche Region besteht aus der Plaine du Cul-de-Sac (dem Südosten) und der gebirgigen südlichen Halbinsel (auch als Tiburon-Halbinsel bekannt). Die Plaine du Cul-de-Sac ist eine natürliche Senke, in der sich die salzhaltigen Seen des Landes befinden, wie der Trou Caïman und der größte See Haitis, der Lac Azuéi. Die Gebirgskette Chaîne de la Selle – eine Verlängerung der südlichen Gebirgskette der Dominikanischen Republik (die Sierra de Baoruco) – erstreckt sich vom Massif de la Selle im Osten bis zum Massif de la Hotte im Westen. Diese Bergkette beherbergt den Pic la Selle, der mit 2.680 Metern der höchste Punkt Haitis ist.

Berge in Haiti

Haitis Bevölkerung lebt um rund um die Hauptstadt Port-au-Prince im Zentrum des Inselstaates. In Nord-Haiti befinden sich die wichtigsten Städte des Landes außerhalb der Hauptstadt sowie die bei ausländischen Tourist*innen beliebten Strände bei Cape-Haïtien. Im Süden findet ihr die weniger hektische Region des Landes, mit den aufstrebenden haitianischen Backpacker-Zielen Jacmel, Port Salut und Île à Vache.

Kultur in Haiti

Der Name „Haiti“ leitet sich von der Sprache der Taino-Indianer*innen ab, die die Insel vor der europäischen Kolonisierung bewohnten, und bedeutet so viel wie „bergiges Land“. Haiti hat eine bewegte Geschichte voller Unterdrückung, die den Inselstaat bis heute prägt.

1494 landete Christoph Kolumbus an der Môle Saint-Nicolas und beanspruchte die Insel für Spanien. 19 Tage später lief sein Schiff, die Santa María, in der Nähe des heutigen Cap-Haïtien auf Grund. Kolumbus war gezwungen, 39 Männer zurückzulassen und gründete die Siedlung La Navidad. Nach der Zerstörung von La Navidad durch die einheimischen Ureinwohner*innen zog Kolumbus auf die Ostseite der Insel und gründete La Isabela.

Die erste offizielle Siedlung auf Tortuga wurde 1659 im Auftrag von König Ludwig XIV. gegründet. 1664 übernahm die neu gegründete Französische Westindien-Kompanie die Kontrolle über die Kolonie, die sie Saint-Domingue nannten, und Frankreich beanspruchte formell die Kontrolle über den westlichen Teil der Insel Hispaniola. Im Jahr 1670 gründeten sie die erste permanente französische Siedlung auf dem Festland von Hispaniola, Cap François (später Cap Français, heute Cap-Haïtien).

Menschen auf Haiti

Der Ausbruch der Revolution in Frankreich im Sommer 1789 hatte einen starken Einfluss auf die Kolonie. Am 22. August 1791 inszenierten Sklav*innen in der nördlichen Region der Kolonie einen Aufstand, der die haitianische Revolution einleitete. Im Jahr 1792 schickte die französische Regierung drei Kommissare mit Truppen, um zu versuchen, die Kontrolle wiederherzustellen. Sie begannen, eine Allianz mit den freien Schwarzen aufzubauen, die mehr Bürgerrechte wollten.

Im Januar 1804 erklärten die aufständischen Generäle die Unabhängigkeit und machten Haiti zum ersten souveränen „schwarzen“ Land der modernen Welt und zur zweiten Kolonie in der westlichen Hemisphäre, die ihre Unabhängigkeit vom imperialen Europa erlangte. Die bekanntesten nationalen Symbole sind die Flagge, die Zitadelle von Henri Christophe und die Statue des „unbekannten Maroon“ ( Maroon inconnu ), eines barbusigen Revolutionärs, der mit nacktem Oberkörper zu den Waffen ruft und ein Muschelhorn trompetet.

Die Vereinigten Staaten besetzten die Insel von 1915 bis 1934 und von 1957 bis 1986 regierte die Familie Duvalier als Diktatoren mit einem Personenkult und großer Korruption. Im Dezember 1990 wurde der ehemalige Priester Jean-Bertrand Aristide bei den allgemeinen Wahlen in Haiti zum Präsidenten gewählt und im Jahr 2000 wiedergewählt. Auch seine Amtszeit war geprägt von Korruptionsvorwürfen.

Kinder auf Haiti

Haiti ist das ärmste Land in ganz Amerika und eines der ärmsten Länder der Welt. 25 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Diese Menschen haben weniger als 1,90 US-Dollar am Tag zur Verfügung. Die unter anderem oben genannten jahrelangen Diktaturen, Misswirtschaft, Korruption und Naturkatastrophen wie das Erdbeben der Stärke 7,0 direkt vor der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince in 2010 haben Haiti in diese Lage gebracht. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 40 Prozent. Viele Haitianer*innen wandern darum aus. Sie hoffen, zum Beispiel im Nachbarland der Dominikanischen Republik Arbeit zu finden.

Die heutige haitianische Bevölkerung stammt überwiegend aus Westafrika und wurde im Zuge der Kolonialisierung durch Frankreich ins Land gebracht. Dies begründet auch die Sprache des Landes: Kreol, eine Mischung aus vereinfachtem Französisch und afrikanischen Dialekten. Die Amtssprache ist Französisch.

Kinder auf Haiti

Backpacker Budget für Haiti

Haiti ist kein billiges Land. Korruption und Isolation lassen viele Dinge in Haiti viel mehr kosten, als sie sollten. Das betrifft vor allem Unterkünfte. Eine Mahlzeit in einem günstigen Restaurant gibt es ab 12 Euro, ein Bier kostet an die 2,50 Euro und eine 0,33-Liter-Flasche Wasser ungefähr 1,70 Euro. Doch gerade Obst und Gemüse und alles, dass nicht Reis, Bohnen und Hühnchen ist kann unverschämte Preise annehmen. Je nachdem, wo ihr eine Unterkunft findet, solltet ihr mit einem durchschnittlichen Tagesbudget von 55 bis 80 Euro rechnen.

Zur Info: Es gibt drei Währungen in Haiti: den US-Dollar (USD), den Haitianischen Gourde (HTG) und den Haitianischen Dollar. Der haitianische Dollar existiert als Idee und wird für Einkäufe oder Verhandlungen verwendet, aber er ist keine tatsächliche physische Sache. Der Haitianische Gourde war früher im Verhältnis 1 zu 5 an den US-Dollar gebunden. So war es einfach, sich auf 5 Gourdes als „einen Dollar“ zu beziehen, was einen US-Dollar bedeutete. In jüngerer Zeit ist der Gourde zu einer freien Währung geworden, aber die Idee des haitianischen Dollars und des Verhältnisses 1 zu 5 ist geblieben. Es ist wichtig, dass ihr euch bei Verhandlungen darüber im Klaren sind, über welche Währung ihr sprecht, da diese oft nicht spezifiziert wird.

Labadee Haiti

Backpacker Routen in Haiti

Im Prinzip gibt es bei der Anreise nach Haiti zwei Ziele, die man anlaufen kann und die in der Regel auch den Ausgangspunkt einer jeden Haiti-Reise darstellen: Port-au-Prince sowie Cap-Haitien.

Route 1: Haiti Kurztripp (mindestens 7-9 Tage)

  • 2 Tage Cap Haitien, Insel Ils-a-Rat, Sans-Souci Palace, Zitadelle La Ferrière und Milot
  • 1 Tag Labadee (ggf. Port-de-Paix)
  • 2 Tage Port-au-Prince, Wasserfällen von Saut-d’Eau
  • 2 Tage Jacmel, Bassins Bleu Falls
  • (2 Tage Aquin und Les Cayes)

Route 2: Haiti Intensiv (mindestens 23 Tage)

  • 2 Tage Port-au-Prince, Wasserfällen von Saut-d’Eau
  • 1 Tag Étang Saumâtre
  • 2 Tage Leogane
  • 3 Tage Aquin, Les Cayes, Port Salut und Île à Vache
  • 2 Tage Jacmel, Bassins Bleu Falls
  • 2 Tage Petion-Ville
  • 2 Tage Montrouis
  • 2 Tage Gonaives
  • 2 Tage Labadee, Amiga Island
  • 2 Tage Port-de-Paix, und ggf. Tortuga Insel
  • 3 Tage Cap Haitien, Sans-Souci Palace, Insel Ils-a-Rat, Milot, Zitadelle La Ferrière

Meer Haiti

Reisezeiten in Haiti

Haiti ist ein tropisches Reiseziel mit warmem oder heißem Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit. Die Tagestemperaturen bewegen sich das ganze Jahr über um die 30 °C oder mehr, während die meisten Nächte deutlich über 20 °C liegen. Im Norden gibt es etwas mehr Temperaturschwankungen, hauptsächlich etwas kälter in den Wintermonaten von November bis April und wärmer von Mai bis Oktober.

Die Regenzeit dauert von Mai bis November, wobei Hurrikane von August bis November eine echte Bedrohung darstellen. Der Norden ist auch etwas feuchter als der Süden. Wegen der Hitze neigt Haiti dazu, früh am Morgen zu beginnen, und als Reisender ist es am besten, es den Einheimischen gleichzutun und den Tag um 6 Uhr zu beginnen und früh zu beenden. Die beste Reisezeit für Haiti ist demnach der Juni, Juli, Dezember und März. Während dieser Zeit ist es nicht so heiß und es ist vor allem trocken.

Beach Resort in Haiti

Backpacker Unterkünfte in Haiti

Unterkunft ist ein interessantes Thema in Haiti. In den meisten Teilen des Landes gibt es nur zwei Optionen: ein sehr hohes Preisniveau oder ein extrem niedriges. Das Problem ist, dass das untere Ende unhygienisch und gegebenenfalls auch gefährlich sein kann.

Hotels, Hostels und Motels

Klassische Backpacking-Hostels gibt es in Haiti so gut wie keine. Die Suchplattform Hostelworld hat für Haiti gerade einmal ein Hostel indexiert, und zwar in der Hauptstadt Port-au-Prince:

  • Port-au-Prince: ab 24 Euro/Nacht

Dafür gibt es viele Gästehäuser in Haiti. Sie kosten an die 20 bis 25 Euro pro Person und Nacht, sind allerdings wegen der fehlenden Internetpräsenzen der Unterkünfte online von zu Hause aus schwer zu finden. Zu den Sommermonaten kosten sie auch gut und gern 30 bis 40 Euro.

Hotels gibt es in Haiti hingegen wie Sand am Meer. Preise starten in der Regel bei 40 bis 50 Euro die Nacht, also nicht gerade kostengünstig. Nach obenhin alles offen. Die Hotels bieten meisten Frühstück, Wlan und einen Swimming-Pool an und liegen in den wohlhabenden Gegenden. Zudem findet ihr auf Haiti viele Strandresorts.

Wohngegend Haiti

Couchsurfing und Airbnb

In der Karibik und auch auf Haiti gibt es nicht sehr viele Couchsurfing-Angebote, doch viele Airbnb-Angebote. Diese lohnen sich gerade, wenn ihr länger an einem Ort bleiben wollt. Die Preise variieren hierbei stark. Preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten starten bei 12 Euro für eine Unterkunft in Nationalparknähe und kosten zwischen 20 und 40 Euro in Strand-, Insel- und Stadtnähe.

Die kostengünstigste Möglichkeit, irgendwo unterzukommen, ist, schon im Vornerhein eurer Reise jemanden zu kennen. Menschen in Haiti sind sehr offenherzig und freundlich und nehmen gerne den Freund eines Freundes eines Freundes etc. auf.

Zelten

Haitis Hinterland bietet sich mit seinen Wäldern und Nationalparks prima zum Zelten an, auch die Strände sind verlockend. Doch Vorsicht: Die Kriminalitätsrate in Haiti ist sehr hoch, Zelten gehört zu einem der unsichersten Übernachtungsmöglichkeiten.

Armut und Müllproblem

Backpacker Trips & Tipps in Haiti

Die meisten Menschen in Haiti sprechen kein oder kaum Englisch. Mit etwas Englisch und Spanisch kommt ihr dennoch gut durch. Ein Notizbuch für die Kommunikation, in dem ihr euch die notwendigsten Phrasen und Wörter auf Spanisch und Kreol notiert, wirkt wahre Wunder.

In Haiti geht alles nach haitianischer Zeit. So wird die in der Regel 3-stündige Busfahrt von Port Au Prince nach Jacmal beispielsweise eher  5 bis 6 Stunden dauern. Plant für das Unerwartete, ihr werdet bald feststellen, dass Dinge wie ein Bus, der auf der Straße stecken bleibt, Esel oder Ziegen, die den Weg blockieren, oder der Bus, der eine Panne hat, regelmäßig vorkommen.

Das schnellste Transportmittel in Haiti sind Taptaps (kleine Jeeps, die typisch für Haiti sind und quasi den ÖPNV darstellen) und Motos (Motorroller oder kleine Motorräder). Die gibt es überall. Gegen ein kleines Taschengeld nimmt euch fast jede*r gerne mit. Schreibt die Adresse, wo ihr hinwollt, am besten einfach auf einen Zettel. Versucht am besten gar nicht erst, euch selbst ein Moto oder einen Mietwagen zu leihen. Die Straßen sind in sehr schlechtem Zustand, der Verkehr ist Wahnsinn, Orientierung und Straßennamen nicht vorhanden und die Versicherungen sind teuer.

Wenn euch jemand auf einem Moto mitnimmt oder ihr euch ein Taxi bucht, seid vorsichtig. In Haiti ist eine kleine Abzocke fast gängig. Es ist kein Grund, wütend oder konfrontativ zu werden, aber es ist wichtig zu wissen, dass es passieren wird. Sicherlich wird man versuchen, euch einen Tankgang bezahlen zu lassen, man hat kein Wechselgeld dabei oder ihr sollte für den Parkplatz des Motorrads eures Fahrers bezahlen.

Zudem solltet ihr von Anfang eures Backpaking-Trips genügend Bargeld bei euch haben. Viele Geldautomaten in Haiti funktionieren nicht und viele Banken sind nicht an das gleiche Netzwerk angeschlossen wie europäische Banken.

Port-au-Prince

Backpacker Highlights in Haiti

Lasst uns das Offensichtliche eingestehen: Port-au-Prince hat nicht die Ähnlichkeit mit einem Ort, den man zum Vergnügen bereist. Als echte Stadt der Dritten Welt, nur einige Flugstunden von Miami entfernt, wurde die Stadt mit dem Ruf des armen Chaos bekannt gemacht, noch bevor das Erdbeben von 2010 sie in ihren Grundfesten erschüttert. Jahre später geht die Renovierung immer noch schleppend voran, die Kluft zwischen Arm und Reich bleibt so kolossal wie eh und je, und die Straße ist nach wie vor ein einziges Durcheinander aus Müll und Schutt. Dennoch ist Port-au-Prince das kulturelle Zentrum sowie die größte Stadt des Landes und gehört wegen ihrer schockierenden Realität auf eine jede Must-See-Liste. Zudem könnt ihr das Nationalmuseum und den Nationalpalast besichtigen.

weißer Sandstrand Haiti

Cap-Haïtien ist eine schöne Stadt an der Nordküste und eine der beliebtesten Orte Haitis für Urlauber*innen. Sie ist die traditionelle Rivalin von Port-au-Prince und war die erste Hauptstadt nach der Unabhängigkeit. Sie ist der Sprungpunkt zu mehreren schönen Stränden und zu Haitis stolzester Errungenschaft, der Zitadelle.

Cap-Haïtien hat auch einen internationalen Flughafen, der einen alternativen Einreisepunkt anstelle von Port-au-Prince ermöglicht. Von Cap-Haïtien habt ihr auch Zugang auf die Insel Ils-a-Rat. Sie ist eine kleine Insel, die mit grüner Vegetation bedeckt ist und auf allen Seiten von glattem Sand und sanften Wellen umgeben ist. Es gibt zahlreiche Korallenriffe in den lokalen Gewässern, perfekt zum Tauchen oder Schnorcheln. Außerdem besitzt Ils-a-Rat einer der schönsten Strände in Haiti.

Etwas mehr Ruhe findet ihr in Jacmel. Die Stadt ist das Zentrum der haitianischen Kunstszene und eine wunderschöne Strandstadt. Es ist ein großartiger Ort zum Gehen und Entspannen. Dies ist auch einer der besten Orte, um in die haitianische Kunstwelt einzusteigen. An der Südküste von Haiti gelegen, ist der Strand von Jacmel ein wunderbarer Ort für Besucher*innen und Einheimische, um sich zu amüsieren. Es ist auf jeden Fall ein pulsierender Strand, der in der Regel der wichtigste Gastgeber für viele außergewöhnliche Veranstaltungen und Karnevals war, bevor das schreckliche Erdbeben von 2010 einige Zerstörungen an diesem Ort angerichtet hat. Glücklicherweise hat es der Strand von Jacmel geschafft, sich in den folgenden Jahren zu renovieren und erlebt ein Comeback als einer der lebhaftesten Orte des Landes.

Ebenfalls bei Jachmel findet irh die Bassins Bleu Falls. Dies sind drei tiefblaue Becken, die durch spektakuläre Wasserfälle miteinander verbunden sind. Durch die besonderen Mineralien im Wasser haben diese Wasserfälle eine ganz besondere Farbe. Der Legende nach leben in den Höhlen in der Nähe der Wasserfälle Wassernymphen, die sich auf den Felsen im Palm Lake sonnen. Sie verschwinden jedoch, sobald sie die Schritte der Menschen hören.

Zitadelle Ferriere

Die Citadelle Laferriere ist eine beeindruckende Festung auf einem Berggipfel, die im Wesentlichen nach der Erlangung der Freiheit Haitis errichtet wurde, um Sicherheit gegen französische Angriffe zu bieten. Sie befindet sich heute mehr oder weniger in demselben wunderbaren Zustand wie damals und ist für die Haitianer*innen ein respektiertes Symbol ihrer Macht, wenn sie mit einer Bedrohung konfrontiert werden. An der Nordküste Haitis, auf dem Gipfel des Berges Bonnet an L’Eveque gelegen, bietet die Zitadelle reizvolle Ausblicke auf die benachbarten grünen Felder, die diesen Ort zu einer der besten Touristenattraktionen in Haiti machen.

Ein weiteres Highlight: Der Nationale Geschichtspark ist die einzige Sehenswürdigkeit in Haiti, die auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes steht. Die haitianischen Denkmäler stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert, als Haiti seine Unabhängigkeit proklamierte. Der Palast von Sans Souci, die Gebäude in Ramiers und insbesondere die Citadelle Laferrière dienen als gemischte Symbole der Freiheit und des Beginns von unterdrückerischen und korrupten Regierungen. Gleichzeitig waren sie die ersten Denkmäler, die von den schwarzen Sklaven nach Erlangung ihrer Freiheit errichtet wurden. Der Park befindet sich in der Nähe von Cap Haitien und bietet ebenfalls tolle Ausblicke.

Étang Saumâtre ist der wichtigste Ort, den Sie besuchen sollten, wenn Sie die lokale Flora und Fauna sehen möchten. Er ist der größte Salzwassersee Haitis und beherbergt über 100 Arten von Wasservögeln, Flamingos und amerikanische Krokodile. Er bietet ein fantastisches Naturschauspiel mit tollen Farben und ist mit Büschen und Kakteen übersät. Der westliche Teil des Sees ist etwas salzig, während der östliche Teil eigentlich Süßwasser ist!

Kreuzfahrtschiff in Labadee

Backpackergeheimtipps in Haiti

Wenn Leute sagen, sie hätten Haiti während einer Kreuzfahrt besucht, bedeutet das, dass ihr Schiff in Labadee angedockt hat. Klingt nicht verlocken und wird deswegen oft von Landreisenden nicht beachtet, doch ist wunderschön. Schaut euch die Gegend an und lasst euch von einem der Fischerboote zur Île Rat Island und einer der schönsten Strände der Welt bringen.

Ein makabres Skulpturenmuseum in der Hauptstadt Haitis verbindet menschliche Knochen mit zerbrochenem Metall, um anspruchsvolle zeitgenössische Kunst zu schaffen. Das Museum Atis Rezistans liegt direkt am Boulevard Jn J Dessalines in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Das schmiedeeiserne Tor, das den Eingang markiert, wird von einem menschlichen Schädel überragt, aus dessen klaffenden Augenhöhlen rote und weiße Weihnachtslichter herausragen. Unter dem Schädel steht ein lateinischer Slogan: „E Pluribus Unum“; aus vielen, eins – wenn das kein skurriler Geheimtipp ist.

Backpacking auf Haiti

Tausende von Haitianer*innen reisen zu den Wasserfällen von Saut-d’Eau, um die Jungfrau Maria vom Berg Karmel und ihr Voodoo-Gegenstück Erzulie in einer jährlichen Pilgerfahrt um Heilung zu bitten. In der Nähe von Mirebalais und 60 Meilen nördlich von Port-au-Prince gelegen, wurden die Wasserfälle zu einem heiligen Ort, nachdem der Glaube weit verbreitet war, die Jungfrau Maria sei in der Nähe auf einer Palme erschienen. Seit mehr als einem Jahrhundert pilgern Haitianer*innen aus der ganzen Umgebung dorthin, noch mehr seit dem katastrophalen Erdbeben von 2010, um die Jungfrau Maria (oder die eng mit ihr verbundene Vodou-Lwa, Erzulie Dantor) um ihren Segen zu bitten. Kranke und Bedürftige lassen sich vom Wasser der Fälle überspülen, während sie verschiedene Rituale sowohl des Voodoo als auch des Katholizismus in einem religiösen Festival durchführen, das drei Tage dauert.

Haiti hat wunderbare kleine Inseln und vier große Inseln vor ihrer Küste liegen, manche unberührt andere touristisch erschlossen: Mehrere von ihnen werden von regelmäßigen Fähren angefahren, darunter auch die von der Hauptstadt Port-au-Prince. Frachtschiffe verkehren auf der Strecke zwischen Jérémie, Cap-Haïtien und Port-au-Prince und können manchmal auch Passagiere an Bord nehmen. Es gibt auch regelmäßige Fähren zu den größeren Inseln, die zu Haiti gehören.

Essen & Trinken in Haiti

Die haitianische Küche ist eine wunderbare Mischung aus allem. Probiert einmal die gebratene Ziege namens „kabrit“, gebratene Schweinehäppchen „griot“, Geflügel mit einer kreolischen Sauce „poulet creole“ oder Reis mit Waldpilzen „du riz jonjon“. einzigartig in ihrer starken Präsenz von Gewürzen.

Entlang der Küste sind Fisch, Hummer und Muscheln reichlich vorhanden. Haiti hat eine sehr gute Auswahl an Früchten, darunter Guave, Ananas, Mango (Haitis wertvollste Frucht), Bananen, Melonen, Brotfrucht sowie köstliches Zuckerrohr, das auf Bestellung auf der Straße geschnitten und geschält wird.

Das Wasser in Haiti könnt ihr nicht trinken. Das gilt auch für gewaschenes frisches Gemüse und Eis. In der Regel könnt ihr alles essen, was gekocht ist. Die Einheimischen trinken kein Wasser in Flaschen und es gibt nicht gerade viele Touristenorte. Wenn ihr euch außerhalb des Touristenkreislaufs befindet, stellt sicher, dass ihr euch mit Wasser in Flaschen eindeckt. Wenn kein Wasser in Flaschen oder abgekochtes Wasser verfügbar ist, liefert eine frisch geöffnete Kokosnuss Wasser und Elektrolyte mit minimalem Gesundheitsrisiko.

In ganz Haiti kann man Fruchtsäfte, Instantgetränke und Limonaden in Geschäften oder von Verkäufern auf der Straße kaufen. Diese Getränke sind jedoch extrem süß und können für Neuankömmlinge im Land ein kleiner Schock sein.

Die Haitianer*innen lieben Kaffee. Es ist möglich, überall im Land sehr guten lokalen Kaffee zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Starbucks erwägt, haitianischen Kaffee in seine Läden in den USA zu importieren. Für Kaffeefans ist dies also ein wahres Paradies. Bier gibt es noch nicht so lange in Haiti, doch ist sehr beliebt geworden, besonders die nationale Marke Prestige Beer. Sie brauen vor Ort auch eine sehr gute Version von Guinness und ein weiteres Malzgetränk Malte. Prestige Beer wurde 1978 gegründet und ist in Familienbesitz.

Wie der Großteil der Karibik ist Haiti eine Rum-Kultur. Die wichtigste nationale Marke ist Barbancourt, die in den meisten Orten gekauft werden kann. Diese Marke gilt für nationale Verhältnisse als sehr gut. Viele Einheimische nehmen gerne Barbancourt und mischen ihn mit Kaffee und Sahne zu einem Baileys-ähnlichen Getränk, das sehr gut ist. Es ist möglich, die Barbancourt-Destillerie nach Vereinbarung zu besichtigen.

Haiti Urlaub

Backpacker Visa und Impfungen in Haiti

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten kein Visum. Bei Ankunft müssen ein Einreiseformular und eine Zolldeklaration ausgefüllt werden. Ein Abschnitt des Einreiseformulars muss bei der Ausreise wieder vorgelegt werden. Ein Flugschein für die Weiter- bzw. Rückreise muss ebenfalls vorliegen.

Für Aufenthalte von mehr als drei Monaten Dauer müsst ihr vor der Einreise ein Visum bei der zuständigen haitianischen Auslandsvertretung beantragen.

Gemäß Einreisebestimmungen des Auswärtigen Amtes ist eine Einreise nach Haiti mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Nein
  • Personalausweis: Nein
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja

Tourist*innen und Geschäftsreisende müssen bei Einreise eine Tourismussteuer in Höhe von 10 USD zahlen. Diese Steuer kann alternativ auch in Euro oder kanadischen Dollar (jeweils 10) bezahlt werden.

Anmerkungen

Reisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch mindesten sechs Monate gültig sein.

Wegen des sozialen Ungleichgewichts kann es zu Unruhen in Haiti kommen und auch wegen möglicher Naturkatastrophen solltet ihr euch vor Urlaubsantritt ausführlich über die aktuelle Sicherheit des Landes informieren. Es empfiehlt sich daher unbedingt, die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes durchzulesen. Informationen erhält man auch durch die Haitianische Botschaft in Berlin oder die Deutsche Botschaft in Port-au-Prince.

Medizinische Hinweise & Impfungen für Haiti

Obwohl es keine vorgeschriebenen Impfungen für die Einreise nach Haiti gibt, sollte ein Impfschutz gegen Cholera, Hepatitis A und B sowie Tollwut in Anbetracht gezogen werden, insbesondere bei Kindern und Langzeitaufenthalten. Zudem sollten alle Standardimpfungen gemäß des Impfkalenders des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand sein. Daneben wird eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von sechs Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen.

Weitere Risiken gehen von Malaria, Dengue-Fieber, Filariose und der durch Stechmücken übertragene Virusinfektion Chikungunya aus. Ein wirksamer Insektenschutz sollte in der Reiseapotheke also nicht fehlen. Viele einheimische Fluggesellschaften desinfizieren die Kabinen mit Insektengift, weshalb insbesondere Allergiker und Asthmatiker eventuell einen geeigneten Atemschutz benötigen.

Außerhalb Afrikas ist Haiti das Land mit der höchsten Rate an HIV-Infizierten. Knapp die Hälfte aller Menschen mit HIV oder AIDS in der Karibik lebt in Haiti. Besondere Gefahren bergen ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen.