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Backpacking in Usbekistan

Usbekistan ist das Land der drei großen Seidenstraßen-Städte Samarkand, Buchara und Chiwa. Eine Architektur, die du sonst nirgends auf der Welt in dieser Dichte findest, nicht mal im Iran. Blaue Kuppeln, Medresen, Minarette, die schon vor 600 Jahren Reisende sprachlos gemacht haben. Du bist also nicht der erste Traveler hier, auch wenn es sich manchmal so anfühlt.

Und jetzt kommt der ehrliche Teil, den dir die Hochglanzprospekte nicht erzählen. Samarkand, Buchara und Chiwa werden im Sommer von Busgruppen überrannt. Souvenirstände, wohin du guckst. Ein Teil der Altstädte wurde von den Sowjets so gründlich restauriert, dass du dich fragst, ob das noch historisch ist oder schon Disneyland. Aber tritt zwei Straßen weiter aus dem Touristenkorridor raus, oder fahr ins Fergana-Tal oder nach Karakalpakstan, und du bist wieder der einzige Ausländer weit und breit. Genau diese Mischung macht das Land.

Reisen in Usbekistan ist anders

Der Tourismus zieht hier gerade ordentlich an, und man merkt es. Taschkent ist eine moderne Millionenstadt mit breiten Boulevards, schicken Cafés und einer U-Bahn, deren Stationen aussehen wie sowjetische Prunksäle. Zwei Stunden später sitzt du in Samarkand vor einer Medrese aus dem 14. Jahrhundert. Dieser Sprung zwischen Beton-Moderne, Sowjet-Erbe und persisch-islamischer Pracht ist das, was Usbekistan ausmacht.

Das Praktische zuerst, weil es viele überrascht: Reisen im Land ist einfach. Fast überall kommst du mit dem Zug hin, und die schnellen Afrosiyob-Züge sind sauber und pünktlich. Billig noch dazu. Nur nach Chiwa und zum Aralsee brauchst du Sammeltaxi oder Bus. Wer schon durch Kasachstan oder Kirgistan gereist ist, wird Usbekistan geradezu komfortabel finden.

Eine Eigenheit gibt es aber. Du musst dich im Land registrieren. Für jede Nacht brauchst du einen kleinen Meldezettel, den dir dein Hotel oder Hostel ausstellt. Klingt nach Bürokratie, ist in der Praxis aber ein Nicht-Thema, weil die Unterkünfte das automatisch machen. Heb die Zettel trotzdem auf bis zur Ausreise. Fragt am Flughafen doch mal einer danach und du hast nichts, kann es Ärger geben. Passiert selten, aber warum das Risiko.

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Kultur in Usbekistan

Die Usbeken sind ein Turkvolk, aber ihre Gesichter erzählen die halbe Geschichte Zentralasiens. Da steckt Persisches drin, Mongolisches, manchmal fast Europäisches. Anders als die einst nomadischen Kasachen und Kirgisen sind die Usbeken früh sesshaft geworden und haben entlang von Amudarja und Syrdarja die reichsten Städte der Seidenstraße gebaut. Handel, Wissenschaft, Religion. Samarkand war mal eines der wichtigsten Zentren der Welt.

Gesprochen wird Usbekisch, geschrieben heute meist in lateinischer Schrift, in Taschkent siehst du aber noch viel Kyrillisch. Russisch kommt dich als Reisender weiter als Englisch, vor allem außerhalb der Touristenstädte. Lad dir Google Translate offline runter, das rettet dir mehr als eine Situation. Über 90 Prozent der Usbeken sind sunnitische Muslime, allerdings mit einer eher lockeren Auslegung. Alkohol gibt es überall, Kopftuchzwang gibt es nicht.

Das Land ist bunter, als du denkst. Neben Usbeken leben hier Tadschiken, Kasachen, Russen, Karakalpaken, und durch die sowjetischen Deportationen sogar kleine koreanische Gemeinden. Am herzlichsten sind die Menschen dort, wo am wenigsten Touristen hinkommen. Im Fergana-Tal wirst du auf der Straße angehalten, nur damit dir jemand sein Englisch zeigen oder dich zum Essen einladen kann. Wer im März reist, erwischt Nowruz, das persische Neujahrsfest vom 21. bis 23. März, wenn im ganzen Land gefeiert wird.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten in Usbekistan

Vier usbekische Städte stehen komplett oder in Teilen auf der UNESCO-Welterbeliste: Samarkand, Buchara, die Altstadt Itchan Kala in Chiwa und Schahrisabz, die Geburtsstadt von Amir Timur. Du kämst Wochen nicht durch, wenn du wirklich alles sehen wolltest. Hier die Highlights, an denen du kaum vorbeikommst:

  • Registan in Samarkand, drei riesige Medresen um einen Platz, das wohl mächtigste islamische Bauwerk der Welt
  • Shah-i-Zinda, die Nekropole aus aneinandergereihten Mausoleen in Samarkand
  • Gur-e-Amir, das Grabmal von Amir Timur
  • Bibi-Chanum-Moschee in Samarkand
  • Po-i-Kalyan mit dem Kalyan-Minarett (dem „Turm des Todes“) in Buchara
  • Ark-Festung und Lyab-i-Hauz in Buchara
  • Chor Minor, die vier Türmchen in Buchara
  • Itchan Kala, die ummauerte Altstadt von Chiwa
  • Chorsu-Basar und die Metro-Stationen in Taschkent
  • Khast-Imam-Komplex in Taschkent mit einer der ältesten Koran-Handschriften
  • Schahrisabz, die Timur-Stadt südlich von Samarkand
  • Savitsky-Museum in Nukus mit russischer Avantgarde-Kunst
  • die Wüstenfestungen von Choresm bei Chiwa
  • Seidenmanufaktur in Margilan und Töpferei in Rischton im Fergana-Tal

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Usbekistanreise: Was gibt es zu beachten?

Ein paar Dinge, die dir keiner sagt und die du trotzdem wissen willst. Usbekistan ist ein Bargeldland. Klar gibt es Geldautomaten, aber viele spucken kein Geld für ausländische Karten aus oder sind schlicht leer, besonders am Wochenende und außerhalb der großen Städte. Mit Visa hast du bessere Karten als mit Mastercard. Nimm genug Bargeld in Euro oder US-Dollar mit, und zwar in tadellosem Zustand. Eingerissene oder beschmierte Scheine werden entweder gar nicht oder nur mit Abschlag getauscht.

Zweiter Punkt: die Züge sind oft ausgebucht. Die schnellen Afrosiyob-Tickets werden von Reisegruppen und Wiederverkäufern teils Wochen im Voraus weggekauft. Wenn du in der Hauptsaison unterwegs bist, buch früh. Sonst stehst du am Bahnhof und schaust in die Röhre.

Dritter Punkt, und das ist eine ehrliche Ansage: Im Sommer ist es in der Wüste die Hölle. Chiwa und Buchara knacken locker die 40 Grad, und in der prallen Sonne durch eine Altstadt zu laufen macht dann keinen Spaß mehr. An religiösen Orten deckst du Schultern und Knie ab, außerhalb der Städte sind die Leute konservativer. Und wer ein wildes Nachtleben sucht, ist hier falsch. Das gibt es schlicht kaum.

Backpacker Routen in Usbekistan

Usbekistan ist kompakter als die meisten Backpacker-Länder, deshalb kommst du hier mit weniger Zeit weit. Das Rückgrat jeder Route ist die Achse Taschkent, Samarkand, Buchara, Chiwa. Wie viel du drumherum packst, hängt von deiner Zeit und deiner Lust auf lange Fahrten ab. Chiwa liegt nämlich fast 1.000 Kilometer von der Hauptstadt weg, und der Aralsee nochmal weiter. Wer nur zehn Tage hat, lässt den Westen eher weg, statt sich kaputtzuhetzen.

Wie immer gilt: das sind Vorschläge, kein Gesetz. Kürz ab, häng dran, dreh die Reihenfolge um. Hier zwei Routen, einmal der entspannte Klassiker und einmal die lange Runde für alle mit Zeit im Rucksack.

Route 1: Der Klassiker (10-14 Tage)

  • 2 Tage: Taschkent, Metro-Stationen abklappern, Chorsu-Basar, Khast-Imam-Komplex
  • 3 Tage: Samarkand mit Registan, Shah-i-Zinda, Gur-e-Amir und dem Siyob-Basar
  • 1 Tag: Tagesausflug nach Schahrisabz, der Timur-Stadt
  • 2-3 Tage: Buchara, die authentischste der drei Städte, plus Chor Minor und Ark-Festung
  • 2-3 Tage: Chiwa, am schönsten bei Sonnenaufgang, wenn die Busgruppen noch schlafen
  • 1 Tag: Rückfahrt oder Rückflug ab Urgentsch nahe Chiwa

Route 2: All or Nothing (18-24 Tage)

Die Ziele von oben sind auch hier Teil der Reise, dazu kommt der Westen, die Berge und das Fergana-Tal.

  • 2-3 Tage: Fergana-Tal mit der Seidenmanufaktur in Margilan, der Töpferei in Rischton und dem Khan-Palast in Kokand
  • 2 Tage: Chimgan-Berge und Charvak-Stausee als Tapetenwechsel von Taschkent
  • 2 Tage: Jurtencamp am Aydarkul-See mit Kamelritt und Nächten unterm Sternenhimmel
  • 2 Tage: Nuratau-Berge, Wandern und Übernachten bei Familien im Dorf
  • 1-2 Tage: Nukus mit dem Savitsky-Museum, der besten Kunstsammlung Zentralasiens
  • 1-2 Tage: Moynaq und der Aralsee mit dem Schiffsfriedhof in der Wüste
  • 1-2 Tage: Wüstenfestungen von Choresm auf dem Weg zurück nach Chiwa

Ein Wort zur Ausreise nach der langen Runde: Von Chiwa oder Urgentsch zurück nach Taschkent sind es wieder 1.000 Kilometer. Nimm entweder den neuen Schnellzug oder, wenn du Zeit und Nerven hast, den alten sowjetischen Nachtzug. Der braucht doppelt so lange, ist aber ein Erlebnis für sich. Wer einen Flug erwischen muss, bucht das Zugticket besser rechtzeitig.

Reisezeiten in Usbekistan

Weil man hier vor allem Städte anschaut und nicht auf Berge steigt, ist Usbekistan im Prinzip ein Ganzjahresziel. Aber es gibt klar bessere und schlechtere Zeiten. Frühling, also April und Mai, und Herbst, also September und Oktober, sind ideal. Angenehm warm tagsüber, die Basare voller frischem Obst, wenig Gedränge.

Der Sommer von Juni bis August ist in der Wüste brutal heiß. Über 40 Grad in Chiwa und Buchara sind normal, da verlierst du nur Kraft und gute Laune. Der Winter kann dagegen richtig saukalt werden, teils unter null, und in Nukus und am Aralsee fällt das Thermometer auch mal auf minus fünf. Wenn du es einrichten kannst, reise in den Zwischensaisons. Ende März lohnt sich extra wegen Nowruz.

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Backpacker Budget in Usbekistan

Gute Nachricht: Usbekistan ist billig. Nicht ganz so spottbillig wie manch anderes zentralasiatisches Land, aber ein Bett, ein Teller Plov und eine Zugfahrt reißen dir hier kein Loch in die Kasse. Wer sparsam reist, kommt mit rund 30 Euro am Tag gut hin, und darin ist schon einiges an Bewegung drin.

Bezahlt wird in usbekischen Som. Der Kurs schwankt, liegt aber grob bei 14.000 Som für einen Euro (Stand 2026). Klingt nach viel, macht aus jedem Geldwechsel einen Millionär und aus deinem Portemonnaie ein dickes Bündel Scheine. Ein grober Tagessatz pro Person:

Tägliches Budget pro Person etwa 30 Euro

  • Unterkunft 8-20 Euro
  • Essen 4-7 Euro
  • Wasser unter 1 Euro
  • Nahverkehr (Metro, Marschrutka) 1-2 Euro
  • Überlandtransport (Zug, Sammeltaxi) 5-15 Euro

Wer noch mehr Vergleiche zu günstigen Zielen will, findet die bei den billigsten Backpacker-Ländern.

Preiswert in Usbekistan Reisen

Ein Bett im Dorm bekommst du in den vier Touristenstädten für unter 10 Euro, oft mit Frühstück. Ein privates Doppelzimmer in einem Gästehaus liegt bei etwa 20 Euro. Isst du am Basar oder in einer Straßenküche, zahlst du unter 3 Euro für einen vollen Teller. In einem Mittelklasse-Restaurant sind es 5 bis 7 Euro. Selbst versorgen lohnt sich kaum, weil auswärts essen so billig ist.

Der größte Posten ist der Überlandtransport, und selbst der ist ein Witz im Vergleich zu Europa. Hier ein paar aktuelle Zugpreise, damit du planen kannst:

  • Taschkent nach Samarkand mit dem Afrosiyob (Economy): rund 311.000 Som, also etwa 22 Euro, Fahrzeit 2 Stunden 15 Minuten
  • Taschkent nach Buchara mit dem Afrosiyob (Economy): rund 509.000 Som, etwa 36 Euro, gut 3,5 bis 4 Stunden
  • Samarkand nach Buchara mit dem Afrosiyob: etwa 1,5 Stunden
  • Der langsamere Sharq-Zug kostet ungefähr die Hälfte, Taschkent nach Samarkand in der 2. Klasse rund 200.000 Som, also etwa 14 Euro
  • Der Nachtzug Taschkent nach Buchara im Platzkart-Abteil ist mit rund 178.000 Som (etwa 13 Euro) am günstigsten
  • Der neue Jaloliddin-Manguberdi-Schnellzug Taschkent nach Chiwa (Economy): rund 780.000 Som, etwa 56 Euro, gut 7 Stunden (seit Mai 2026)

Sammeltaxis kosten meist das Doppelte einer Marschrutka, sind dafür schneller und fahren, sobald sie voll sind. Für eine Stunde Marschrutka rechnest du mit 1 bis 2 Euro. Die Eintritte in die Sehenswürdigkeiten sind billig, meist zwischen 20.000 und 50.000 Som (rund 1,50 bis 4 Euro). Nur Chiwa nimmt inzwischen einen Sammelpreis fürs Betreten der Altstadt, prüf das am besten vor Ort, die Regeln ändern sich dort öfter.

Backpacker Unterkünfte in Usbekistan

In Taschkent, Samarkand, Buchara und Chiwa schießen die Backpacker-Hostels aus dem Boden. Du hast die Wahl zwischen simplen Dorms und familiengeführten Gästehäusern, die oft in traditionellen usbekischen Häusern stecken und mit Suzani-Stickereien dekoriert sind. Manche dieser Stickereien hat die Mutter des Hauses selbst gemacht, und du kannst sie ihr abkaufen. Solche Unterkünfte sind meiner Meinung nach das Schönste am Übernachten hier, weil du gleich mittendrin in der usbekischen Gastfreundschaft bist.

Ein paar bewährte Adressen für den Anfang: In Taschkent ist das Topchan Hostel der Klassiker unter Backpackern. In Samarkand sind das familiengeführte B&B Emir und das Jahongir gute Startpunkte, beide nah am Registan. Rumi hat eine richtig gute Backpacker-Atmosphäre in Buchara. Das Farrukh Guesthouse in Chiwa hat ein netten Gartencafé, in dem du Stunden verbringen kannst. Und in Nukus bleibt dir praktisch nur das Jipek Joli, das aber gut ist und schnell ausgebucht, also vorher buchen.

Sobald du die Touristenachse verlässt, im Fergana-Tal oder in Karakalpakstan, gibt es keine Hostels mehr, nur Hotels und Gästehäuser. Die sind etwas teurer, aber immer noch günstig. Mein persönlicher Tipp: Gönn dir mindestens eine Nacht in einem Jurtencamp oder bei einer Familie in den Nuratau-Bergen. Das ist keine Fünf-Sterne-Herberge, aber du sitzt abends mit den Leuten am Feuer, und das bleibt dir länger als jede Hotelnacht. In der Hauptsaison reicht es meist, ein bis zwei Tage vorher zu buchen. Wer lieber ganz ohne feste Buchung reist, findet in den Städten fast immer noch etwas.

Kostenlos übernachten geht übrigens auch, dazu gibt es acht Couchsurfing-Alternativen.

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Backpacker Trips, Tipps & Highlights in Usbekistan

Wer nach Reisezielen in Usbekistan sucht, sollte sich vorher überlegen, worauf er eigentlich Lust hat. Die meisten hetzen die drei Seidenstraßen-Städte ab und fliegen wieder heim. Kann man machen, ist auch schön. Aber das Land hat mehr zu bieten als blaue Kuppeln, und einige der besten Erlebnisse liegen genau dort, wo die Reisebusse nicht hinfahren.

Die schönsten Städte in Usbekistan

Usbekistan hat keine Strände, dafür Altstädte, die dich umhauen. Und weil jeder Reisende seine Lieblingsstadt hat, hier meine ehrliche Einordnung.

Samarkand ist die Wucht. Der Registan ist so groß, dass du minutenlang einfach nur mit offenem Mund davorstehst. Komm im Morgengrauen, wenn keiner da ist. Manche erzählen, dass man mit einem kleinen Trinkgeld an den Wächter das Minarett hochklettern darf, das sagt eigentlich schon alles über den Touristenbetrieb dort. Trotzdem ein Muss.

Buchara ist die authentischste der drei. Hier wurde weniger drübersaniert, das meiste stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als die Stadt Hauptstadt des Emirats war. Durch die engen Gassen zu laufen, ohne festes Ziel, ist selbst schon das Highlight. Mein Favorit ist Chor Minor, eine winzige Moschee mit vier kleinen Türmchen, historisch fast bedeutungslos, aber einfach charmant.

Chiwa ist die Mini-Version. Eine komplett ummauerte Altstadt, so klein, dass du sie in ein paar Stunden umrundest. Und jetzt ehrlich: Chiwa fühlt sich manchmal an wie ein Freilichtmuseum. Die Sowjets haben hier so aggressiv restauriert, dass du dich fragst, ob es früher wirklich so aussah. Bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, wenn die Tagesgäste weg sind, verzeiht man ihr das aber sofort. Dann ist Chiwa magisch.

Taschkent unterschätzen viele. Klar, die islamische Pracht der anderen Städte fehlt. Dafür ist es der beste Ort für Sowjet-Architektur, brutalistische Bauten und diese irren Metro-Stationen. Nimm dir einen halben Tag und fahr die schönsten einfach ab. Kostet fast nichts und lohnt sich.

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Backpacker Highlights in Usbekistan

Das Fergana-Tal war für mich das Herzstück, obwohl es keine klassische Sehenswürdigkeit hat. Hier sind die Menschen am herzlichsten. In Margilan kannst du in der Yodgorlik-Seidenmanufaktur zusehen, wie aus Kokons Stoff wird, in Rischton dreht sich alles um blaue Keramik, und in Kokand steht der Palast des letzten Khans. Weil kaum Touristen herkommen, zeigen dir die Werkstätten ihre Arbeit oft gratis.

Ganz im Westen, in Karakalpakstan, wartet das Savitsky-Museum in Nukus. Ein Mann hat hier zu Sowjetzeiten heimlich einen Schatz an russischer Avantgarde-Kunst versteckt, die anderswo verboten war. Für Kunstliebhaber ein echter Grund, die lange Anfahrt auf sich zu nehmen.

Und dann der Aralsee. Einer der schlimmsten von Menschen gemachten Umweltschäden der Geschichte. Weil die Sowjets Flüsse zur Baumwollbewässerung umgeleitet haben, ist das Meer in wenigen Jahrzehnten fast verschwunden. In Moynaq stehen heute rostige Schiffe mitten in der Wüste, hunderte Kilometer vom Wasser entfernt. Bedrückend und faszinierend zugleich. Ehrliche Warnung: Das eigentliche Ufer ist über 100 Kilometer weg und nur mit teurem Geländewagen erreichbar. Wer glaubt, er könne in Moynaq baden gehen, wird enttäuscht. Der Schiffsfriedhof selbst ist aber gut zugänglich.

Schahrisabz südlich von Samarkand ist Amir Timurs Geburtsstadt und lohnt einen Tagesausflug. Wer noch mehr Wüste will, fährt zu den Choresm-Festungen bei Chiwa, alten Lehmburgen mitten im Sand.

Zugfahren in Usbekistan

Zugfahren ist in Usbekistan kein notwendiges Übel, sondern selbst ein Highlight. Der Afrosiyob ist ein spanischer Talgo-Hochgeschwindigkeitszug, fährt bis zu 250 km/h und ist sauber und klimatisiert, mit Steckdosen am Sitz. Die Strecke Taschkent nach Samarkand schafft er in gut zwei Stunden. Es gibt drei Klassen, von Economy bis VIP, und im Zug sogar einen Speisewagen.

Neu und richtig praktisch: Seit Mai 2026 verbindet der Jaloliddin-Manguberdi-Schnellzug Taschkent direkt mit Chiwa. Vorher warst du im Nachtzug 14 Stunden unterwegs, jetzt sind es rund 7. Das verändert die Planung für den Westen komplett, weil Chiwa auf einmal an einem halben Tag erreichbar ist statt über Nacht.

Wer es günstiger und langsamer mag, nimmt den Sharq. Und wer das volle Erlebnis will, quält sich einmal durch den alten sowjetischen Nachtzug mit seinen Platzkart-Abteilen. Unbequem, langsam, aber eine Geschichte, die du später erzählst. Tickets kaufst du am besten am Bahnhof, Reisepass nicht vergessen, oder online über Plattformen wie 12go. Die offizielle Bahnseite ist eticket.uzrailway.uz, allerdings etwas sperrig zu bedienen. Und nochmal, weil es so wichtig ist: In der Hauptsaison sind die Schnellzüge früh ausverkauft. Buch rechtzeitig.

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Wandern und Abenteuer in Usbekistan

Kaum jemand kommt für die Natur nach Usbekistan, und genau das ist die Lücke, die kaum ein Reiseführer füllt. Dabei liegen direkt vor Taschkent die Chimgan-Berge. In gut anderthalb Stunden bist du raus aus der Stadt und drin in den Ausläufern des Tienschan. Der Große Chimgan misst 3.309 Meter, der Kleine Chimgan 2.190 Meter. Im Sommer wanderst du durch Wacholderwälder und über Grate mit alten Felszeichnungen, im Winter kannst du am Skiresort Amirsoy sogar Ski fahren. Nebenan liegt der türkisfarbene Charvak-Stausee. Für einen Tapetenwechsel von den Städten perfekt.

Der zweite Geheimtipp sind die Nuratau-Berge mit dem Aydarkul-See, ungefähr zwischen Samarkand und Buchara. Hier gibt es gemeindebasierte Homestays in Dörfern wie Sayyod, Ashraf oder Sentyab, wo du bei Familien schläfst und tagsüber durch grüne Täler wanderst. Am Aydarkul stehen Jurtencamps, du kannst auf dem Kamel reiten (meist um die 20 bis 30 Dollar) und unter einem Sternenhimmel schlafen, den du so schnell nicht vergisst. Wer höher hinaus will, nimmt den Hayat-Bashi-Gipfel, den höchsten der Nuratau-Berge.

Praktische Warnung, weil das hier keine ausgebaute Wanderregion ist: Die Wege sind oft nicht markiert. Lad dir Offline-Karten runter, nimm für längere Touren einen Guide, und pack genug Wasser ein. Handynetz ist in den Bergen Glückssache. Wer das im Kopf hat, erlebt ein Usbekistan, das die Busgruppen nie zu sehen bekommen.

Essen und Trinken in Usbekistan

Nach Kasachstan und Kirgistan waren meine Erwartungen an das Essen ehrlich gesagt nicht hoch. Umso schöner die Überraschung: Usbekistan hat die beste und abwechslungsreichste Küche Zentralasiens. Punkt.

Das Nationalgericht ist Plov, Reis mit Karotten und Fleisch, geschmort in Hammelfett, manchmal mit Nüssen oder Rosinen. Ein gut gemachter Plov ist ein Fest. Und jetzt die ehrliche Warnung: Der Plov an vielen Straßenständen ist eine matschige, fade Enttäuschung. Such dir das Lokal, vor dem die Einheimischen Schlange stehen, dann wird es gut.

Plov ist aber längst nicht alles. Du bekommst Laghman (handgezogene Nudeln mit Gemüse), Manti (große gedämpfte Teigtaschen), Schaschlik vom Grill, Samsa (mit Fleisch gefüllte Teigtaschen aus dem Tandoor-Ofen), dazu Gemüseeintöpfe wie Dimlama. Typisch usbekisch und ziemlich speziell ist Naryn, ein kalter Nudelsalat mit Scheiben von Pferdefleischwurst.

Richtig spannend wird es bei den Regionalspezialitäten. In Chiwa gibt es Shivit Oshi, grüne Nudeln, gefärbt mit Dill, und Tuxum Barak, mit Ei gefüllte Teigtaschen aus Choresm. Beides findest du sonst nirgends im Land. Als Vorspeise machst du mit einer Suppe nie was falsch, probier Mastava (Reissuppe) oder Chuchvara (Teigtaschensuppe). Am besten isst du auf den Basaren, da ist es am günstigsten und oft am frischesten. Achte aber auf die Hygiene, die schwankt, also lieber dort essen, wo viel los ist.

Getrunken wird Tee, immer und überall, dazu das flache Fladenbrot Non. Wer Lust auf etwas anderes hat: In Samarkand gibt es sogar eine Weinkellerei (Hovrenko), wo du für rund 40.000 Som lokale Weine verkosten kannst. Klingt schräg für ein muslimisches Land, ist aber ein netter Nachmittag.

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Backpacker Visum und Impfungen in Usbekistan

Hier die gute Nachricht gleich vorweg: Für Deutsche ist die Einreise so einfach geworden, dass man es kaum glaubt. Seit dem 1. Februar 2019 dürfen deutsche Staatsangehörige bis zu 30 Tage visumfrei nach Usbekistan einreisen, laut Auswärtigem Amt unabhängig vom Reisezweck. Das Gleiche gilt für Österreicher und Schweizer.

Ein paar Formalien bleiben trotzdem:

  • Reisepass: muss bei der Einreise noch mindestens drei Monate gültig sein. Einige Konsulate nennen sechs Monate, also lass dir lieber Puffer.
  • eVisa: brauchst du als Deutscher nur, wenn du länger als 30 Tage bleiben oder mehrfach einreisen willst. Es kostet rund 20 US-Dollar und wird online unter e-visa.uzbektourism.uz beantragt.
  • Registrierung: Innerhalb von 72 Stunden musst du dich beim UVViOG (dem früheren OVIR) anmelden. In der Praxis erledigt das dein Hotel für dich, du hebst nur die Meldezettel auf.

Verlängern lässt sich der visumfreie Aufenthalt nicht. Wer länger bleiben will, kümmert sich vorher ums eVisa. Und pack ein paar Passfotos ein, die werden bei manchen Registrierungen noch verlangt. Was in keinen Rucksack fehlen sollte, steht übrigens in unserer Backpacking-Packliste.

Impfungen und medizinische Hinweise

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Impfungen vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt aber, die Standardimpfungen nach STIKO aktuell zu halten, besonders gegen Masern. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A empfohlen, bei längeren Aufenthalten oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Typhus und Tollwut.

Zur Tollwut ein ernstes Wort: Landesweit gibt es streunende Hunde, und ein Biss kann schneller passieren, als dir lieb ist. Das Dumme daran ist, dass die nötigen Immunglobuline nach einem Biss in Usbekistan nicht immer verfügbar sind. Wer viel wandert oder aufs Land fährt, lässt sich besser vorher impfen. Malaria ist kein Thema, das Land gilt seit Dezember 2018 als malariafrei.

Noch ein Hinweis, der ins Budget gehört: Die medizinische Versorgung hinkt der mitteleuropäischen hinterher, auch in Taschkent und Samarkand. Die nächsten wirklich gut ausgestatteten Notfallkrankenhäuser liegen in Istanbul und Dubai. Eine Reisekrankenversicherung mit Rückholklausel ist deshalb Pflicht, nicht Kür. Leitungswasser trinkst du besser nicht, greif zu abgefülltem oder gefiltertem Wasser, dann bleibt auch der Magen ruhig.