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Backpacking auf Kuba

Backpacking auf Kuba ist ein ganz besonderes Erlebnis – auf rund 110.000 Quadratkilometern bietet die Karibikinsel eine einzigartige Vielfalt an Kultur und Natur. Zur kulturellen Vielfalt hat zweifellos auch die bewegte Geschichte der Insel beigetragen. Seit der Kubanischen Revolution war das kommunistische Land weitgehend von der Welt abgeschottet. So hat sich dort bis heute jener urwüchsige Charme konserviert, der Besucher auf die Insel lockt. Alte amerikanische Straßenkreuzer und Straßenzüge mit spanischen, neoklassizistischen Kolonialbauten prägen das Bild. Ihr besonderer Reiz liegt gerade darin, dass sie meistenteils nicht restauriert worden sind.

Hinter diesem morbiden Charme steht freilich die Tatsache, dass schlicht kein Geld für die Sanierung von Gebäuden vorhanden ist. Und die amerikanischen Straßenkreuzer kreuzen dort weniger aus Nostalgie denn in Ermangelung neuerer Fahrzeuge.

Backpacking auf Kuba - Havanna

Backpacking auf Kuba – Havanna

In den vergangenen Jahren deutet sich ein Wandel an, der sicherlich auch mit dem Tod Fidel Castros zusammenhängt. Fidel Castro regierte Kuba von 1961 bis 2008. Seither hat eine allmähliche Öffnung des Landes begonnen. Das markanteste Anzeichen dieses Wandels war wohl der Besuch Barack Obamas auf Kuba im Jahre 2014. Als erster US-Präsident seit 88 Jahren betrat Obama kubanischen Boden und nahm so erste diplomatische Kontakte wieder auf.

Die kubanische Bevölkerung ist sehr arm. Der Durchschnittslohn eines staatlich Angestellten liegt laut Cubaheute.com bei 471 Pesos (etwa 18€). Diese Armut prägt – natürlich – das Leben, und auch die Interaktion mit ausländischen Besuchern.

Ausländer werden oft pauschal für reich gehalten. Darum werdet Ihr oft auf Leute treffen, die nicht verstehen, warum ihr in den kubanischen Restaurants essen oder auf den Märkten für Kubaner kaufen wollt, anstatt in Luxusherbergen zu wohnen und in den teureren Restaurants zu speisen.

Wie die Kubaner darauf reagieren, ist ganz unterschiedlich. Gerade die Gastgeber in den casas particulares, die auch regelmäßig an Ausländer Zimmer vermieten, sind meistens sehr offen und herzlich. Aber Ihr werdet auch immer wieder Menschen treffen, die Euch erst einmal misstrauisch gegenübertreten.

Wichtig zu wissen ist auch, dass es auf Kuba zwei Währungen gibt, den CUC (Peso convertible) und den CUP (Peso cubano). Manchmal heißt es, dass der CUC für Ausländer sei. Das stimmt so aber nicht. Auch Einheimische bezahlen bestimmte Dinge in dieser Währung, und auch Ausländer dürfen den kubanischen Peso nutzen. Es ist empfehlenswert, beide Währungen bei sich zu haben, da nicht überall beides akzeptiert wird.

In vielen Restaurants herrscht auch eine Art „Segregation“. Wer mit CUC bezahlt, muss sich in eine (nicht selten weniger schöne) Ecke setzen, wer mit Pesos bezahlt, in eine andere. Ausländer werden automatisch in die CUC-Ecke dirigiert – die Preise sind dort deutlich höher.

Backpacking auf Kuba - Restaurant

Backpacking auf Kuba – Restaurant

Wer weniger auffallen will, nutzt in Cafés und Restaurants für Einheimische kubanische Pesos. Hilfreich kann es auch sein, mit Kubanern unterwegs zu sein. So fallt Ihr weniger als „Fremdkörper“ auf.

Empfehlenswert ist zudem, wirklich ausreichend Geld nach Kuba mitzubringen. An den ATMs funktionieren viele Karten nicht. Kreditkarten deutscher Kreditinstitute werden zwar meist akzeptiert, es werden aber 10% Gebühr für die Auszahlung fällig.

Kultur auf Kuba

Kuba hat gut 11 Millionen Einwohner. Auf der Insel hat die Geschichte kulturelle Spuren verschiedenster Herkunft hinterlassen – dies zeigt sich auch in der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung.

Ethnische Gruppen auf Kuba

51% der Bevölkerung sind Mestizen, also Menschen gemischter ethnischer Herkunft. 37% sind Kaukasier, die überwiegend Nachfahren der spanischen Kolonialisten sind. Die Afrokubaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, machen knapp 10% der Bevölkerung aus. 0,1% sind asiatischen Ursprungs, überwiegend handelt es sich um Chinesen. Die indigene Bevölkerung („Indianervölker“ wie beispielsweise die Taíno) sind ausgestorben.

Die ethnische Zusammensetzung ist aber in den verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich. Der oriente (Ostkuba) ist das Zentrum afrokubanischer Kultur und hat daher eine ganz eigene Kultur und besondere Atmosphäre.

Backpacking auf Kuba - Händler in Santiago de Cuba

Backpacking auf Kuba – Händler in Santiago de Cuba

Religion auf Kuba

Kuba ist stark vom Katholizismus geprägt. Eine ganz besondere Rolle spielt jedoch auch der Santería. Das ist eine synkretistische Religion, bei der sich Kulte afrikanischen Ursprungs mit dem Katholizismus in spezifischer Weise verbunden haben.

Wenn Ihr Euch für religiöse Kulte und Praktiken interessiert, solltet Ihr Einheimische danach fragen, ob sie jemanden kennen, der Santería-Anhänger ist. Vielleicht können sie Euch mit zu einer Santería-Sitzung nehmen. Das ist auf jeden Fall eine einzigartige Erfahrung!

Kubanische Revolution und Geschichte Kubas

Die Hauptstadt Havanna ist mit rund 2,2 Millionen Einwohnern die größte Stadt Kubas. Das historische Herz der Stadt ist mittlerweile fast komplett saniert, da die Stadt als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Subventionen erhält.

Hier in der Hauptstadt findet Ihr auch viele der wichtigsten Museen des Landes. Gerade die kulturhistorischen Museen verraten viel über das Land – und vor allem darüber, wie es sich selbst sieht. Diese Sicht von innen weicht nicht selten dramatisch von der „von außen“ ab. Wenn Ihr also etwas über das Land erfahren wollt, schaut Euch ruhig auch das eine oder andere Museum an!

Wer verstehen will, warum nicht alle Kubaner begeistert von der „neuen Öffnung“ des Landes sind, sollte einen Blick auf die Geschichte der Insel werfen. Seit der Entdeckung durch Christopher Columbus 1492 war sie praktisch durchgehend fremder Herrschaft unterworfen.

Backpacking auf Kuba - Symbol der Revolution

Backpacking auf Kuba – Symbol der Revolution

Insofern war die kubanische Revolution, die von Ausländern meist negativ bewertet wird, tatsächlich eine Befreiung von der Last der Fremdherrschaft. Daher fürchten viele, dass mit einer Öffnung eine neue Form der Fremdherrschaft entsteht. Genauer gesagt: Sie fürchten den Einfluss des amerikanischen Kapitalismus, der die lokale Kultur zerstören könnte. Die kubanische Bevölkerung ist hier sehr zwiegespalten in ihrer Bewertung.

Wer den „ursprünglichen Charme“ zerfallender Kolonialbauten nicht missen möchte, braucht nur das Zentrum Havannas zu verlassen und eine der anderen, kleineren Städte aufzusuchen. Die zweitgrößte Stadt der Insel ist Santiago de Cuba, am anderen Ende der Insel. Mit gut 430.000 Einwohnern ist sie bereits deutlich kleiner als Havanna. Sie ist aber auch das kulturelle Zentrum des oriente. Wer also Kubas kulturelle Vielfalt erleben möchte, sollte mindestens einmal in Havanna und einmal in Santiago de Cuba gewesen sein.

Backpacker Routen auf Kuba

Je nachdem, wie viel Zeit Ihr auf Eurer Tour habt, bieten sich verschiedene Reiserouten an. Meistens werdet Ihr in Havanna landen. Wer nur wenig Zeit hat, sollte sich eher auf eine Region konzentrieren und die intensiv erleben. Habt Ihr etwas mehr Zeit, lasst es Euch nicht nehmen, die ganze Insel zu erkunden. Es lohnt sich, die kulturellen Unterschiede zwischen Osten und Westen der Insel kennenzulernen!

Route 1: Kuba für Eilige (10-12 Tage)

  • 2 Tage Havanna – historischen Stadtkern und die obligatorischen alten amerikanischen Autos sehen und erleben
  • 3 Tage Pinar del Río – Tabakplantage im Valle de Viñales, Höhlen von Santo Tomas und Mural de la Prehistoria (Felsmalerei im prähistorischen Stil)
  • 2 Tage Natur im Parque Nacional Peninsula de Gunanahacabibes
  • 2 Tage San Diego de Los Baños mit Besuch der Heilquellen und Tagesausflug zum Park La Güira
  • 3 Tage Havanna – abseits der Touristenpfade mit Besuch von Chinatown und Café Literario (Literaturcafé) und zum Abschied ein letzter Spaziergang an der Promenade Malecón
Backpacking auf Kuba - Pinar del Rio

Backpacking auf Kuba – Pinar del Rio

Route 2: Kuba intensiv (ca. 30 Tage)

  • 3 Tage Havanna – La Habana vieja erleben, „obligatorische“ Fahrt mit einem amerikanischen Straßenkreuzer
  • 3 Tage Pinar del Río – Valle de Viñales mit Besuch einer Tabakplantage und der Höhlen von Santo Tomas
  • 2 Tage Parque Nacional Peninsula de Gunanahacabibes – Wandern und Natur erleben
  • 1 Tage Besuch der Heilquellen in San Diego de Los Baños
  • 2 Tage Cienfuegos mit Besuch des Parque José Martí, dem Paseo del Prado und der Uferpromenade
  • 2 Tage Santa Clara – für Che-Fans: Monumento Memorial Che Guevara; Besuch des El Mejunje (bester Club auf Kuba)
  • 3 Tage Trinidad – Altstadtbummel und baden an der Playa Ancón, Besuch Zuckerplantage (mit Nostalgiezug)
  • 2 Tage Sancti Spíritus – authentisches Kuba erleben
  • 1 Tag Camagüey – sehen, wo der Unabhängigkeitskampf Kubas seinen Ursprung hatte
  • 2 Tage Las Tunas – im November besuchen: die Magiekonferenz „Anfora International Magic Festival“; Krokodilfarm im Naturschutzgebiet „Monte Cabaniguán“
  • 1 Tag Bayamo – Straßenfeste am Wochenende, ideal zum Abschalten
  • 1 Tage Santiago de Cuba (Stopover)
  • 2 Tage Baracoa – erleben, wie Kakao abgebaut wird… und eine frische Tasse trinken
  • 3 Tage Santiago de Cuba – Flair des oriente und afrokubanische Kultur erleben
  • 1 Tag Rückfahrt Santiago de Cuba – Havanna
  • 1 Tag Havanna – Spaziergang an der Promenade Malecón

Reisezeiten auf Kuba

Im größten Teil der Insel herrscht ein tropisches Savannenklima vor. Das Klima kennt, wie die gesamte Karibik, eine Trocken- und eine Regenzeit. Die Regenzeit liegt zwischen Juni und Oktober. Der Juni ist der niederschlagsreichste Monat. Die Monate mit der höchsten Hurrikangefahr sind September und Oktober. Wer kann, sollte also nicht gerade in diesen beiden Monaten seine Kubareise planen.

In der Trockenzeit zwischen November und April reist es sich am besten. Wer es lieber etwas kühler mag, reist zwischen November und Februar. Allerdings gibt es keine allzu großen Temperaturunterschiede im Jahresverlauf.

Backpacker Trips & Tipps auf Kuba

Ein toller Start, Kuba authentisch zu erleben, ist das Übernachten in einer casa particular. Eure Gastgeber kennen bestimmt wieder jemanden, der jemanden kennt, der Euch genau die Geheimtipps zeigen wird oder Euch dorthin bringt, wo Ihr hinmöchtet.

Backpacking auf Kuba - Landschaft mit Brücke

Backpacking auf Kuba – Landschaft mit Brücke

Kuba kennenlernen bedeutet aber auch, sich auf die Kultur und die spezifischen Gegebenheiten einzulassen. Neben Stromausfällen und fehlendem Warmwasser ist für viele auch erst einmal gewöhnungsbedürftig, dass es auf Kuba so gut wie nirgendwo Internet gibt. Wenn Ihr irgendwo auf der Straße Trauben von Menschen entdeckt, die vor einem Hotel stehen, ist es sehr wahrscheinlich, dass das Hotel WLAN hat – und da man in den Hotels für die Nutzung extra bezahlen müsste, nutzen viele das Netz einfach von der Straße aus.

Die ökonomische Situation und die für Kubaner teils sehr unbefriedigende eigene Lebenssituation machen viele jedoch auch misstrauisch bis ablehnend gegenüber Fremden, wenn diese sich außerhalb der eingetretenen Touristenpfade bewegen. Das kann manchmal etwas gewöhnungsbedürftig sein. Hier braucht Ihr einen guten Kehrdichannichts – oder kubanische Freunde, mit denen Ihr dann unterwegs seid.

Backpacker Highlights auf Kuba

Eines der Highlight Kubas – und vielleicht eine der Hauptmotivationen für ganz viele Reisende, nach Kuba zu kommen – ist natürlich: Havanna. In der Altstadt (La Habana Vieja) sind mittlerweile viele der historischen Gebäude renoviert, unter die alten amerikanischen Autos mischen sich Neuwagen in die Szenerie. Dennoch: Die Altstadt Havannas muss man einfach besucht haben. Wenn Ihr Euch für Architekturgeschichte interessiert, findet Ihr hier viele schöne Gebäude aus Barock und Neoklassik.

Ein Besuch des Stadtmuseums (Museo de la Ciudad) ist ebenso lohnenswert wie das Museo de Navegación, das sich der maritimen Geschichte der Insel widmet. Versäumen solltet Ihr auch keinesfalls einen Besuch des Revolutionsmuseums.

Wer am östlichen Ende der Insel unterwegs ist, sollte den Parque de Baconao besuchen, der nur wenige Kilometer von Santiago de Cuba entfernt liegt. Diese Parkanlage bietet neben einer etwas kuriosen Sammlung von Autominiaturen (Museo del Transporte Terrestre), einem Park mit Skulpturen prähistorischer Tiere und dem „Gran Piedra“, einer Felsformation, auch einen Nachbau eines Taíno-Dorfes. Diese Replik bietet Einblicke in die Kultur der Taíno, einem zu den Arawak gehörenden Volk. Das Volk gilt seit der Conquista als ausgestorben.

Backpacking auf Kuba - Tabakplantage, Viñales

Backpacking auf Kuba – Tabakplantage, Viñales

Viñales mit seinen Tabakplantagen und seiner saftigen grünen Vegetation ist natürlich kein Geheimtipp mehr. Das Tal in der Provinz Pinar del Rio, rund 200 km südwestlich von Havanna, gehört zu den am meisten besuchten Orten auf Kuba. Lohnen tut es sich trotzdem – zum einen wegen der wirklich schönen Landschaft, in der landwirtschaftliche Nutzflächen von bizarr aufragenden, grün überwucherten Kalksteinkegeln durchbrochen werden. Zum anderen ist Viñales auch das Zentrum des Tabakanbaus – und eine Tabakplantage solltet Ihr bei Eurem Kubabesuch auf jeden Fall besuchen.

Backpacker Geheimtipps auf Kuba

Ja, auch in Havanna gibt es noch viele Ecken, in die sie kaum ein Tourist verirrt! Dazu zählt beispielsweise das gesamte Stadtzentrum Havannas (Centro Habana). Dies ist das eigentliche wirtschaftliche Zentrum der Stadt.

Auch spannend zu sehen: Seit Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich hier im Zentrum in einigen Straßenzügen erste chinesische Einwanderer angesiedelt. Heute gibt es dort ein veritables Chinatown, das sich auch kulinarisch lohnt.

Seid Ihr echte Kunstfreaks, dann besucht das Taller experimental de Grafica. In diesem Atelier wird vor den Augen der Besucher überwiegend Druckgrafik hergestellt. Damit hält diese Werkstätte eine jahrhundertealte kubanische Tradition hoch: Druckgrafik spielte in der kubanischen (Kunst-)Geschichte eine zentrale Rolle.

Ein echter Geheimtipp unter den Museen der Insel ist das Museo Nacional de la Campaña de Alfabetización. Im Jahre 1961, kurz nach der Kubanischen Revolution, setzte Fidel Castro eine großangelegte Alphabetisierungskampagne um, die in kürzester Zeit die Analphabetenrate drastisch reduzierte. Bis heute ist die kubanische Alphabetisierungskampagne eine der erfolgreichsten Projekte in der Bekämpfung des Analphabetismus, deren Verlauf hier in diesem kleinen Museum eindrucksvoll dokumentiert ist.

Backpacking auf Cuba - Malecón in Havanna

Backpacking auf Cuba – Malecón in Havanna

Kuba hat viele Nationalparks, in denen Ihr wunderbar wandern könnt. Nicht ganz unbekannt, aber eben auch nicht überlaufen, ist der Parque Nacional Península de Guanahacabibes. In diesem Biosphärenreservat sind Flora und Fauna zu Land wie zu Wasser einmalig, was ihre Schönheit, aber auch die Artenvielfalt anbelangt. Hier kann man sowohl wandern als auch tauchen gehen. Allerdings müsst Ihr Euch vorher einen lokalen Guide suchen – auf eigene Faust darf man den Park nicht erkunden.

Backpacker Budget auf Kuba

Reisen auf Kuba ist – was viele immer wieder erstaunt – teuer. Zunächst einmal gibt fast immer zwei Preise, die für Einheimische und die für Ausländer. Wenig überraschend: Die für Ausländer sind erheblich höher.

Zudem sind viele Lebensmittel und generell Konsumgüter schwer zu bekommen. Sind sie erhältlich, dann oft zu sehr hohen Preisen – entweder in Geschäften für Ausländer oder auf dem Schwarzmarkt.

Selbst, wenn Ihr sehr sparsam lebt, in Hostels im Schlafsaal übernachtet und weitgehend in „echten“ indigenen Lokalen esst: Inklusive Fahrtkosten müsst Ihr mindestens mit einem Tagesbudget von 45€ rechnen.

Mietwagen auf Kuba

Ja, Ihr könnt auch einen Mietwagen auf Kuba bekommen. Ein Mietauto hat seine Vorzüge – Ihr seid sehr flexibel in Eurer Routenplanung und könnt jederzeit anhalten. Gerade für Hobbyfotografen ein großes Plus.

Mietwagen sind allerdings mindestens recht teuer – 50 bis 100€ pro Tag müsst Ihr schon rechnen. Bei Kuba-Mietwagen.de findet Ihr eine gute Übersicht und könnt über die Seite eine Buchungsanfrage stellen.

Hinzu kommt, dass die Straßenverhältnisse auf Kuba doch teilweise stark zu wünschen übriglassen – das Fahren, gerade bei Nacht, ist nicht ganz ungefährlich. Zudem sind die Fahrzeuge nicht immer gut gewartet und zuverlässig. Touristen werden auch nicht selten Reparaturkosten für Schäden aufgebrummt, die sie nicht selbst verursacht haben.

Darum empfiehlt sich oft der Abschluss einer zusätzlichen Versicherung. Denn die Schadenssummen, die durch den Mietvertrag selbst abgedeckt sind, sind oft viel zu gering.

Wenn Ihr Euch Ärger ersparen wollt, aber nicht auf ein Auto verzichten möchtet, mietet Ihr am besten ein Auto mit Fahrer. Das aber ist natürlich wiederum ein Kostenfaktor.

Öffentliche Verkehrsmittel auf Kuba

Inlandsflüge auf Kuba

Inlandsflüge gibt es auf Kuba zwar, sie zu nutzen macht aber wirklich nur sehr selten Sinn. Der Vorteil von Komfort und Geschwindigkeit ist dank der legendären Unzuverlässigkeit der Flugverbindungen eigentlich wieder dahin. Wenn Ihr trotzdem einen Inlandsflug bucht – insbesondere, wenn er kurz vor Eurer Rück- oder Weiterreise von Kuba liegt –, plane genug Übergangszeit ein. Besser, Ihr reist mindestens ein, zwei Tage vorher an den Ort, von dem aus Ihr die Heimreise antretet.

Taxi fahren auf Kuba

Taxi fahren ist auch auf Kuba – vergleichsweise – teuer. Die Kosten liegen um 1 CUC pro Kilometer. Die Taxis sind mit einem Taxameter ausgestattet. Allerdings bieten Euch viele Taxifahrer auch einen Pauschalpreis an. Der liegt meist etwa genauso hoch wie der, den Ihr laut Taxameter bezahlen müsstet, aber: Was nicht über den Taxameter abgerechnet ist, geht „am Staat vorbei“ und zu 100% an den Fahrer.

Backpacking auf Kuba - Taxi

Backpacking auf Kuba – Taxi

Colectivos und andere besondere Transportmittel

Colectivos sind eine Art Kreuzung zwischen Bus und Taxi und vom Prinzip her vergleichbar mit Minibussen, wie es sie in Russland und in vielen asiatischen Ländern gibt. Allerdings handelt es sich bei den Colectivos immer um (meist alte) Autos. Die Colectivos fahren auf festgelegten Langstrecken. Sie fahren los, wenn das Auto voll ist.

Es gibt noch weitere öffentliche Verkehrsmittel, die Ihr vielleicht erstmal gar nicht so auf der Rechnung habt: Kutschen, Bici-Taxis (Fahrradtaxis) und vereinzelt in Städten auch Fährverbindungen. Nicht bei allen Verkehrsmitteln werden CUC als Währung akzeptiert – ein weiterer Grund, immer auch ein wenig CUP bei Euch zu haben!

Bus fahren auf Kuba

Busfahren auf Kuba ist ein Abenteuer – aber es lohnt sich. Gerade in Städten sind Busse, die so genannten guaguas, ein günstiges Fortbewegungsmittel (der Pauschalpreis beträgt 0,40 MN, 5 Cent in CUC). Sie sind aber auch regelmäßig überfüllt und dadurch ziemlich stickig.

Zudem solltet Ihr Euch beim Einstieg immer erkundigen, wer der letzte in der Reihe ist. Auch wenn es aussieht wie ein wuselnder Haufen – es gibt tatsächlich eine Schlange. Man steigt vorne ein und hinten aus. Darum: Geht immer so weit nach hinten durch wie möglich. Sonst besteht bei überfüllten Bussen die Gefahr, dass Ihr Euren Halt verpasst, weil Ihr nicht schnell genug nach hinten durchkommt!

Auf Langstrecken fahren Viazul-Busse, die aber vorwiegend auf Touristen ausgerichtet sind. Sie verkehren ausschließlich zwischen den großen touristischen Zielen auf der Insel. Über die Fahrpläne kannst Du Dich direkt bei Viazul informieren.

Bahnfahren auf Kuba

Bahnfahren auf Kuba ist eine tolle Alternative zum Fliegen und auch zum Busfahren. Es gibt eine Hauptlinie von Havanna nach Santiago de Cuba und mehrere Nebenlinien, die nach Sancti Spíritus, Holguin, Cienfuegos, Moron, Bayamo und Guantánamo führen.

Kuba war weltweit einer der ersten Staaten, die eine Eisenbahn bauten – das gute Schienennetz verdankt sich der Tatsache, dass die Eisenbahn ursprünglich für den Zuckerrohrtransport gebaut wurde. Der Personenverkehr entstand erst später.

Backpacking auf Kuba - Zuckerrohrfeld

Backpacking auf Kuba – Zuckerrohrfeld

Mit der Bahn zu reisen ist ein sehr bequemer Weg, auf Kuba zu reisen. Im Vergleich zum innerkubanischen Flügen sind die Züge relativ pünktlich. Was natürlich nicht bedeutet, dass immer alles klappt wie am Schnürchen. Lange Zeit kam es auch viel zu Zugausfällen und zur Streichung kompletter Strecken. Der Grund: Die Lokomotiven waren alt und störanfällig, und es gab ihrer sowieso zu wenige. Das hat sich aber in jüngerer Zeit positiv entwickelt, da eine Flotte neuer Lokomotiven aus China eingekauft wurde.

Wenn Ihr mit dem Zug reist, vermeidet Ihr aber nicht nur Verspätungen. Ihr habt auch eine gute Chance, unterwegs auszusteigen. Dank des gut ausgebauten Bahnnetzes könnt einen Großteil Eurer Rundreise also durchaus mit der Bahn machen.

Allerdings: Die meisten Züge verkehren nur etwa alle drei bis vier Tage. Lokale Züge fahren aber teilweise auch täglich oder sogar mehrmals täglich. Da sich die Fahrpläne ständig ändern, solltet Ihr Euch auf jeden Fall vor Ort über die aktuellen Abfahrtszeiten informieren. Weitere hilfreiche Infos rund um’s Bahnfahren auf Kuba findet Ihr auch bei Seat 61.

Die Preise für Ausländer sind auch bei der Bahn höher. Die rund 15,5 Stunden dauernde Fahrt zwischen Havanna und Santiago de Cuba kostet etwa 30 CUC (gut 25 €).

Tickets kauft Ihr einfach direkt am Bahnhof. Für Ausländer – bzw. alle, die in CUC bezahlen – gibt es einen Extra-Schalter und auch einen separaten Warteraum. Meistens werdet Ihr aufgefordert, Eure Pässe vorzulegen.

Backpacker Unterkünfte auf Kuba

Auf Kuba habt Ihr die Wahl zwischen Hotels, Hostels und den so genannten casas particulares, Privatunterkünften bei Einheimischen.

Hotels sind nicht nur auf der Halbinsel Varadero, der Touristenhochburg an der Nordküste Kubas, teuer. Die Preise für ein 3*-Hotel liegen im Schnitt bei 80 €. Wenn Ihr also sparen möchtet, schaut nach einem Hostel oder einer Privatunterkunft. Dafür bieten Hotels einen deutlich höheren Komfort als Hostels und etwas mehr Anonymität als ein Privatzimmer. Dafür habt Ihr dort aber eben auch kaum direkten Kontakt zu Einheimischen.

Bei den casas particulares werden teilweise ganze Apartments vermietet, teilweise auch nur Zimmer. Viele Kubaner bieten ihre Privatunterkünfte mittlerweile mit Hilfe im Ausland lebender Freunde auch bei Wimdu oder Airbnb an. Die Preise für Privatunterkünfte liegt, je nach Stadt zwischen 15 und 30 € (Privatzimmer).

Eine gute Übersicht über Hostels findet Ihr bei Hostelworld. Laut Hostelworld.com sehen die Durchschnittspreise für wichtige Städte auf Kuba wie folgt aus:

  • Havanna: 9,41 €
  • Santa Clara: 9 €
  • Camagüey: 12,50 €
  • Cienfuegos: 6,75 €
  • Santiago de Cuba: 11,89 €
  • Bayamo: 16,98 €

Diese Preise beziehen sich jeweils auf ein Bett in einem Schlafsaal.

Grundsätzlich solltet Ihr bedenken, dass kubanische Unterkünfte – abgesehen von den besseren Hotels – meist keinen Internetanschluss haben. Zudem kommt es gerade in privaten Unterkünften oder Hostels auch öfters zu Stromausfällen. Einschränkungen bei der Wasserversorgung sind ebenfalls keine Seltenheit. Das gehört aber zur „Cuban Experience“ einfach auch irgendwie dazu.

Essen & Trinken auf Kuba

Das Entdecken lokaler Spezialitäten ist eine der vielen Freuden auf jeder Reise. Die Ursprünge der kubanischen Küche liegen in den verschiedenen kulturellen Traditionen, die auf Kuba bestehen und sich teilweise kulinarisch kreativ vermischt haben.

Backpacking auf Kuba - Getränke im Angebot

Backpacking auf Kuba – Getränke im Angebot

Meeresfrüchten kommt ein großer Stellenwert zu. Weitere wichtige Grundnahrungsmittel sind Reis und Bohnen, aus denen kreative Gerichte gezaubert werden.

Selbstversorgen ist für Backpacker auf Kuba eine Herausforderung – manchmal, jedenfalls. Das liegt zum einen an der generellen Versorgungslage, wodurch bestimmte Produkte oft schlicht nicht verfügbar sind.

Zum anderen muss man damit rechnen, dass man auch schon mal schräg angeguckt wird, wenn man sich in eigentlich den Einheimischen vorbehaltenen Läden und Restaurants bewegt. Am einfachsten ist es, das einfach als Teil des Abenteuers zu sehen und sportlich zu nehmen. Alternativ kannst Du auch in Touristenlokalen essen – das ist aber für schmale Geldbeutel eindeutig nicht empfehlenswert.

Je nachdem, wie Du Dich versorgst, sind die Preise für Essen und Trinken auf Kuba preislich nämlich ganz unterschiedlich. Ein Liter Milch etwa kostet etwa 3 CUC (wenn Du das Glück hast, einen Laden zu finden, der sie führt) und ist also extrem teuer. Brot gibt es – für unsere Verhältnisse – sehr billig, und es ist auch meistens erhältlich.

Fleisch dagegen ist eher Mangelware. Hühnerbrust wirst Du zudem nur in Touristenlokalen genießen können. Lokale für die Einheimischen servieren meist nur Schenkel.

Snacks und Mahlzeiten in den Einheimischen-Lokalen kosten im Schnitt umgerechnet zwischen 50 Cent und 2 Euro. In Touristenlokalen gibt es (fast) keine Grenze nach oben.

Essen auf Kuba

Ein Standardgericht der „Hausmannskost“ ist der arroz congrí der aus Ostkuba kommt und der kreolischen Küche entstammt. Aus Reis, Speck und Bohnen zaubern die Kubaner diese ebenso schmackhafte wie sättigende Speise – für Menschen mit Knoblauchaversion ist das allerdings nichts.

Dafür gibt es viele weitere leckere Gerichte zu kosten. Freunde von Fischgerichten sollten den arroz con pescado al ron – zu Deutsch: Reis mit Rumfisch – testen. Nelken und Pfeffer runden den Geschmack dieses würzigen Gerichts ab, für den der Fisch vorab in Rum mariniert wird.

Wenn Ihr auf Kuba in ein Restaurant geht, kann es vorkommen, dass die Speisekarte recht übersichtlich ist – oder manche Gerichte auf der Karte temporär nicht verfügbar sind. Das liegt daran, dass die Versorgungslage auf Kuba nicht immer optimal ist.

Private Restaurants, die so genannten paladares, sind meist Familienbetriebe, in denen aus dem frisch Verfügbaren kreolische Speisen gekocht werden. Hier esst Ihr meist günstig und oft auch gut.

Wenn Ihr in einer casa particular übernachtet, wird Euch oft auch eine Verpflegung angeboten. Das kann hilfreich sein, da Ihr so wisst, dass Ihr auf jeden Fall etwas Gutes zu einem meist günstigen Preis zu essen bekommt.

Trinken auf Kuba

Wenn Ihr Kaffeeliebhaber seid, seid Ihr auf Kuba erstmal goldrichtig: Der kubanische Kaffee hat überwiegend eine gute Qualität – und wird auch von Einheimischen gern und viel getrunken.

Üblicherweise wird der Kaffee sehr stark gebrüht und dann mit sehr viel Zucker gesüßt. Vielleicht ist das erstmal gewöhnungsbedürftig – und nicht super gesund –, aber probiert es mal aus: Ihr werdet den kubanischen Kaffee lieben lernen.

Die alkoholischen „Nationalgetränke“ sind der Mojito und der Daiquiri, die dank Ernest Hemingway weltberühmt wurden. Auch der Cuba libre wird viel getrunken. Alle drei basieren auf dem nicht zu verachtenden kubanischen Rum. Die bekannteste Marke ist der Havana Club, der auch gern pur getrunken wird.

Zunehmend trinken Kubaner jedoch auch Bier. Die Sorten Bucanero, Cristal und Mayabe sind am weitesten verbreitet und auch wirklich gut genießbar.

Weitere Besonderheiten bei den Getränken auf Kuba sind der Guarapo, frisch gepresster Zuckerrohrsaft mit Eis und manchmal auch mit Rum, sowie die Batidas de fruta, Shakes aus Obst, Milch und Slush-Eis.

Backpacker Visa und Impfungen auf Kuba

Einreisebestimmungen

Für die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige eine so genannte Touristenkarte nötig, das entspricht letztlich einem Visum. Damit könnt Ihr Euch als deutsche Staatsbürger 30 Tage lang auf Kuba aufhalten, es ist einmalig eine Verlängerung um weitere 30 Tage möglich.

Die Touristenkarte kostet etwa 25€. Ihr bekommt sie bei Reiseveranstaltern oder in der kubanischen Botschaft. Laut Einreisebestimmungen des Auswärtigem Amtes sind folgende Dokumente als Reisedokumente akzeptiert:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Bei Eurer Einreise muss Euer Reisedokument noch mindestens 6 Monate Gültigkeit haben. Zudem müsst Ihr nachweisen, dass Ihr über eine Krankenversicherung verfügt. Ihr solltet also unbedingt eine entsprechende Police haben und auch als Dokument mitführen.

Eine Einreise nach Kuba aus den USA ist derzeit nicht möglich, teilweise gilt dies auch umgekehrt für Weiterreisen von Kuba in die USA. Plant also nach Möglichkeit Eure Reiseroute anders, um Schwierigkeiten zu vermeiden.

Über aktuelle Details zu den Einreisebestimmungen solltet Ihr Euch vor Eurer Reise auch nochmal direkt beim Auswärtigen Amt informieren.

Medizinische Hinweise & Impfungen für Kuba

Vorgeschriebene Impfungen gibt es aktuell nicht. Gemäß Auswärtigem Amt sollte der Impfpass auf dem aktuellen Stand sein – dafür ist der aktuelle Impfkalender des Robert-Koch-Institutes maßgeblich. Empfohlen werden zusätzlich als Reiseimpfungen Hepatitis A, Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Cholera.

Cholera wird, wie andere Durchfallerkrankungen, durch mangelnde Hygiene, insbesondere durch verunreinigtes Trinkwasser und Rohkost, verursacht. Viel Unheil kannst Du Dir also ersparen, indem Du auf Ungekochtes, offene Getränke (insbesondere mit Eiswürfeln) und unabgekochtes Trinkwasser verzichtest. Gegen Cholera kann man sich jedoch auch impfen lassen.

Zudem gibt es auf Kuba einige Infektionskrankheiten, die durch Mückenstiche übertragen werden. Dazu gehören vor allem das Denguefieber, der Zika-Virus sowie vereinzelt der Chikungunya-Virus. Gegen diese Krankheiten kann man sich nicht impfen lassen – Mückenschutz gehört also in jedem Fall ins Reisegepäck. Malaria gibt es auf Kuba nicht.

Auch hier gilt: Informiere Dich zur Sicherheit noch einmal einige Wochen vor Deiner Abreise über aktuelle Impfempfehlungen. Auch diese findest Du auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.

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