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Afrika

Afrika. Das sind mehr als 1.100 Säugetierarten und über 2.400 Vogelarten. Das sind zahlreiche Wildschutzgebieten und die größte Wüste der Welt, Sahara. Das sind faszinierende Regenwälder, rotgetünchte Wüsten, ausgedehnten Savannen, malerische Traumstrände und eine Unterwasserwelt, die ihresgleichen sucht. Das sind majestätische Elefanten, putzige Pinguine, Pyramiden, riesige Meeressäuger, Wüstenkarawanen und moderne Städte. Das sind Giraffenherden, atemberaubenden Sonnenuntergänge und stolze Massai. Doch Afrika sind auch Krieg, Hungersnöte, bittere Armut und unfassbarer Reichtum, Korruption und Unterdrückung.

Afrika macht mit seinen circa 30 Millionen Quadratkilometern etwa 22 Prozent der gesamten Landfläche unseres Planeten aus. Die über 1,3 Milliarden Menschen, die in den 54 Ländern Afrikas leben und die unterschiedlicher nicht sein könnten, sprechen in mehr als 2.000 eigenständigen Sprachen miteinander. Manche Kulturen sind hunderttausend Jahre alt. Nicht umsonst ist Afrika auch als die „Wiege der Menschheit” bekannt. Zahlreiche Hochkulturen haben auf dem Kontinent ihre Spuren hinterlassen, die ihr bei eurer Backpacker Tour noch in Resten sehen könnt. Die bekannteste ist wohl die ägyptische, aber auch Karthago stand in Afrika.

Umgeben ist Afrika in nördlicher Richtung vom Mittelmeer, im Westen grenzt der Kontinent an den Atlantik, im Osten spülen die Wellen des Indischen Ozeans an das Land und das Rote Meer gehört ebenfalls teilweise dazu. Die verschiedenen Regionen Afrikas warten mit jeweils unterschiedlichen geografischen und kulturellen Eigenheiten auf. Generell unterteilt man den Kontinent in Nord-, West-, Zentral-, Ost- und Südafrika.

Nordafrika hat gleich zwei beliebte Traveller Hotspots, Ägypten und Marokko. Ägypten ist das sagenumwobene Land der Pharaonen. Obwohl der Staat im Nordosten Afrikas zu über 90 Prozent aus Wüste besteht, ziehen die Pyramiden von Gizeh, die alten Legenden des Tutenchamun, der Nil und die Korallenriffe bei Marsa Alam jährlich tausende Urlauber*innen an. Marokko lockt hingegen mit seinen prächtigen Palästen, Gassenlabyrinthen und den baulichen Denkmälern früherer Herrscherdynastien wie der Koutoubia-Moschee oder der Medersa Ben Youssef in Marrakesch.

Westafrika ist für Senegals wunderschöne Badestrände bekannt und ebenso Ghana, welches zu den schillerndsten Ländern Afrikas gehört. Denn der Staat repräsentiert mit seinen bis zu einhundert unterschiedlichen ethnischen Gruppen, deren Traditionen beispielsweise im Nationalmuseum in Accra dokumentiert werden, einen Großteil Afrikas. Bekannt ist das Land für seinen küstennahen Kakum-Nationalpark oder das Mole-Wildreservat im Landesinneren.

Reiseveranstalter beziehen sich bei Ostafrika aufgrund touristischen Interessen oft nur auf die Safari-Gebiete in Kenia, Uganda und Tansania. Es ist neben dem Süden Afrikas die Safari-Destination schlechthin. Kein Wunder, die Serengeti ist Tansanias größter Park und Ausgangspunkt der weltgrößten Tierwanderung – eine Million Gnus und Zebras ziehen jährlich von hier in das nördlich gelegene Massai Mara in Kenia. Einzigartig ist auch der Nationalpark im Ngorongoro-Krater, in dessen Kessel sich tausende von großen und kleinen Tieren sammeln, die Gorilla Populationen in den Urwäldern Ugandas oder der Kilimanjaro, der höchste Berg Afrikas, dessen schneebedeckter Gipfel wagemutige Abenteurer*innen lockt.  Auch die berühmte Insel Madagaskar mit – dank ihrer jahrhundertelangen Isolation – einzigartigen Flora und Fauna und den putzigen Lemuren liegt vor der Ostküste Afrikas.

Südafrika ist der wohl modernste und am fortschrittlichsten entwickelte Teil Afrikas. Wegen seiner Metropolen Johannesburg und Kapstadt, der gut ausgebauten Infrastruktur sowie den weit verbreiteten Englischkenntnissen (Englisch ist dort eine der zehn Amtssprachen) ist es ein sehr beliebtes Backpackerziel. Südafrika eignet sich vor allem als Backpacker-Einstiegsland in Afrika und zählt auch zu den sichereren Reiseländern des Kontinents. Das wirkliche Ur-Afrika hingegen entdeckt ihr in Zentralafrika. Dort erwartet euch der zweitgrößte ursprüngliche Regenwald der Welt.

Die instabile Sicherheitslage und das Gesundheitsrisiko – immer wieder hört man von Krankheiten wie Ebola oder dem Nil-Virus – in manchen Regionen, schreckt viele Backpacker ab dieses faszinierende Land zu bereisen.  Auch die feucht-heißen Temperaturen werden nicht von jedem Kreislauf gut ausgehalten. Was eure Sicherheit betrifft: haltet euch an die Angaben des Auswärtigen Amtes und meidet politisch instabile Länder. Ansonsten sind die Afrikaner*innen ein sehr freundliches Volk und solange ihr euren Wohlstand nicht zur Schau tragt und auf die Einheimischen hört, sollte alles gut gehen.

Kultur in Afrika

Ägypten blickt auf eine der ältesten Hochkulturen in der Menschengeschichte zurück. Die Kultur in Ägypten ist stark geprägt durch die Verehrung von tierköpfigen Göttern und Pharaonen galten im alten Ägypten als fleischgewordene Götter. Auch nach ihrem Tod sollten sie weiter aus dem Jenseits über ihr Volk wachen – dafür bauten ihre Untertanen ihnen monumentale Bauwerke, die Pyramiden. Unter Kleopatra wurde Ägypten zur römischen Provinz bis die Araber im Jahre 640 n. Chr. den oströmischen Byzantinern das Land entriss und den islamischen Glauben dort einführte. Diese Glaubensrichtung herrscht bis heute vor. Gemäß der ägyptischen Verfassung ist die Scharia die Hauptquelle der Gesetzgebung.

In Äthiopien werden Ziegen noch als Brautpreis gehandelt. Der Vielvölkerstaat unterteilt sich in 100 verschiedene Ethnien, wobei die Völker der Oromos mit 34 Prozent und der Amharas mit 29 Prozent den größten Anteil der Bevölkerung darstellen. Jede ethnische Gruppe hat ihre eigenen Traditionen und Brauchtümer, Tanzstile und Essgewohnheiten. Da Äthiopien nie Kolonie und dadurch nur wenigen fremden Einflüssen ausgesetzt war, sind bis heute viele einheimische Strömungen und Bräuche erhalten geblieben. Besonders im Süden Äthiopiens leben einige urtümliche Volksstämme noch sehr abgeschieden von der Außenwelt. So zum Beispiel die Hamer, die ihr Haar mit Lehm färben und mit Perlen schmücken oder die Mursi, deren Frauen für ihre Lippenteller bekannt sind.

Kenia befindet sich wie viele andere afrikanische Länder auch im Umbruch. Ihr könnt einen Nomaden beobachten, der sein Vieh über die Steppe treibt, als sei die Zeit vor 200 Jahren stehen geblieben. Und ihr könnt jemanden auf dem Mountainbike mit zwei Handys unter der Shuka, dem roten Gewand der Massai, vorbeifahren sehen. Mehr als 40 Ethnien zählt das Land und noch mehr Sprachen, einige vom Aussterben bedroht. Das heutige, moderne Leben der Kenianer*innen ist noch eng mit ihren Traditionen verwoben.

Madagaskars Kultur ist durch afrikanische, indische und arabische Einflüsse geprägt.  Derzeit leben auf Madagaskar mehr als 18 indigene Völker mit ihren eigenen Bräuchen und Riten. Lediglich die gemeinsame Sprache Madagassisch eint sie. Einzigartig ist die Tatsache, dass die verschiedenen Völkergruppen trotz ihrer unterschiedlichen Kulturen friedlich, fast symbiotisch zusammenleben können. Die große Varietät unter der madagassischen Bevölkerung lässt sich durch die unterschiedlichen Einwanderungswellen in verschiedenen Epochen und durch ihre differenten Herkunftsregionen erklären, wobei sich außerdem historisch voneinander abgegrenzte Königreiche gebildet haben. Das ist alles gut möglich, denn vergesst nicht: Madagaskar ist der viertgrößte Inselstaat der Welt.

In Marokko könnt ihr heute noch feilschen. Handeln gehört in der marokkanischen Kultur zum guten Ton. Außer in den Kaufhäusern könnt ihr also überall versuchen, den Preis herunterzuhandeln. Die Kultur ist stark durch den islamischen Glauben geprägt. Insbesondere gilt daher für Frauen, dass sie sich eher konservativ und geschlossen kleiden sollen. Und auch wenn sich die Marokkaner*innen uneins über die Herrschaft und ihren König sind, wird in der Öffentlichkeit eine devote Haltung und Loyalität gegenüber dem Königshaus erwartet. Majestätsbeleidigung ist ein Verbrechen, wofür man ins Gefängnis kommt.

Ebenso wie in Marokko ist die Kultur in Sansibar muslimisch geprägt. Der halbautonome Teilstaat der Republik Tansania ist durch den Sklavenhandel und den Anbau von teuren Gewürzen zu Weltruhm gelangt. Auch hier könnt ihr auf den Märkten handeln. Die ausgestellten Preise sind in der Regel auch viel zu hoch und als Handelsgrundlage gedacht. Also lasst euch auf das Spiel ein. Die Sansibari sind sehr respektvoll im Umgang miteinander. Also seid ihr es bitte auch und bedeckt eure Schultern und Knie mit euren Klamotten. Das schützt euch so oder so besser vor der Sonne.

Südafrika hat keine homogene Kultur, es ist vielmehr ein melting pot vieler Kulturen. Die Einheimischen haben jedoch einiges gemeinsam: sie sind sehr neugierig auf fremde Menschen (macht euch also auf viele Fragen gefasst), sie sind sehr freundlich und sie sind stolz aus Südafrika zu stammen. Südafrikanische Fahnen finden sich überall in Vorgärten und vor offiziellen Gebäuden. Die Lieblingsbeschäftigung des Grillens (Braai auf südafrikanisch) verbindet alle Schichten und Nationalitäten. Genauso wie das Verständnis von Zeit, die eher wie spanischen Uhren etwas hinterherticken.

Auch Tansania ist mit seinen 130 Ethnien ein Vielvölkerstaat. Etwa 95 Prozent der Volksgruppen werden der Bantu-Kultur zugeordnet. Die bekannteste Volksgruppe sind die Massai, ein nomadisch lebendes Hirtenvolk. Sie stellen jedoch nur drei Prozent der Bevölkerung dar. Durch die Lage des Landes am Indischen Ozean, wurde Tansania schon früh von der Seefahrt und dem damit verbundenen Handel mit der arabischen Welt beeinflusst. So leben heute neben der ursprünglich afrikanischen Bevölkerung auch viele Araber, Pakistaner, Inder und Europäer in dem Land. Zu den traditionellen Kunstgegenständen gehören Flecht- und Perlarbeiten, Kalebassen sowie die aufwendig geschmückten hölzernen Türen auf der Insel Sansibar.

In Uganda leben rund 40 Nationalitäten, die aufgrund ihrer Kultur und Sprache zwei Hauptblöcke bilden: die Bantuvölker im Süden und die Niloten und Nilohamiten im Norden. Der Süden des Landes ist gut entwickelt, wohingegen der Norden die ärmste, trockenste und am meisten unterentwickelte Region Ugandas ist. Dort leben die Karimajong (Niloten) als Halbnomaden in einem komplizierten Clansystem zusammen. Für sie ist die Viehhaltung existentiell und nimmt noch heute eine wichtige Rolle im kulturellen wie religiösen Leben ein. Vor allem während der Trockenzeit ziehen die Männer mit ihren Herden oft viele Kilometer täglich auf der Suche nach Weideland und leben in temporären Camps.

Backpacker Budget für Afrika

Afrika hat sowohl kostspielige als auch relativ günstige Länder. Pauschal lässt sich sagen, je ärmer oder unterentwickelter das Land, desto teurer. In Äthiopien und Uganda kommt ihr gut mit maximal 30 bis 35 Euro über die Runden, während ihr für Sansibar und Tansania deutlich tiefer in die Tasche greifen müsst. Das teuerste an allem sind die Eintrittspreise für die Nationalparks. Safaris oder andere Extras sind nicht miteinkalkuliert. Jedes Land hat seine eigene Währung.

Für die einzelnen Länder solltet ihr ungefähr folgendes Tagesbudget auf eurer Backpackingreise durch Afrika miteinplanen:

Backpacker Routen in Afrika

Die einfachste Backpackerroute fürs Backpacking in Afrika ist die entlang der meisten Attraktionen. Im Süden Afrikas findet ihr das Afrika der Savannen und großen Tiere wie aus dem Bilderbuch. Natürlich solltet ihr auf eurer Tour die Big 5 (Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel, Leopard) und andere große Tiere in den grandiosen Nationalparks begegnen und die verschiedensten Kulturen des Landes kennenlernen. Im Gegensatz zu anderen Teilen gehören sowohl die Länder des südlichen Afrikas wie auch Kenia zu den am weitestenentwickelten Ländern südlich der Sahara. Ihr braucht dennoch mehr Zeit als in den USA oder Europa für eure Reise, um voranzukommen. Backpacking in Afrika ist ein Abenteuer, aber durchaus machbar.

Der erste Routenvorschlag führt euch einen Monat lang mit einer Mischung aus Kultur und Badespaß durch Marokko und Ägypten (mit Zwischenflug). Der zweite Routenvorschlag führt euch hingegen durch Südafrika, Swasiland, Mosambik, Simbabwe, Sambia, Botswana, Malawi, Tansania und Kenia. Auch diese Tour ist voller Highlights und streift die schönsten Landschaften und Nationalparks durch Süd- und Ostafrika. Für die Tour müsst ihr jedoch mindestens drei Monate einplanen, genug Zeit, um an einsamen Stränden zu entspannen und Fahrrad- und Fußsafaris zu unternehmen.

Route 1: Marokko und Ägypten (mindestens 30 Tage)

  • 2 Tage Marrakesch (Marokko), auf den Basar feilschen
  • 2 Tage Agadir und die umliegenden, einsamen Strände erforschen (Cap Tafelney, Taghazout, Mirleft)
  • 3 Tage Essaouria, den charmantesten Ort Marokkos entdecken und am Strand entlang nach Diabat
  • 2 Tage Tanger erkunden
  • 2 Tage Asilah, inklusive Ausflüge nach Larache oder Lixus
  • 2 Tage Chefchaouen durchstreifen und die God´s Brigde sowie den Wasserfall Cascades d’Akchour besichtigen
  • 2 Tage Azrou und Ausflug zum Cedre Gouraud und nach Ifrane
  • 2 Tage Fès mit Ausflügen nach Meknes, Moulay Idriss und zur Ruinenstadt Volubilis
  • 3 Tage Kairo (Ägypten)
  • 2 Tage Alexandria
  • 2 Tage Asyut am Nil erleben und die Fürstengräber besichtigen
  • 2 Tage Luxor, Tal der Könige und weiter in die Geschichte Ägyptens eintauchen
  • 2 Tage Hurghada, Strand, Sonne und Meer genießen
  • 2 Tage Scharm El-Scheich relaxen am Strand und Sehenswürdigkeiten

Route 2: Süd- und Ostafrika (mindestens 90 Tage)

  • 4 Tage Kapstadt erkunden, Tafelberg und Cape Point
  • 2 Tage Stellenbosch, Wein genießen
  • 3 Tage De Hoop Nature Reserve, Wale vom UNESCO-Weltnaturerbe aus beobachten
  • 4 Tage Garden Route, mit George, Plettenberg Bay, Knysna und Jeffreys Bay
  • 3 Tage Port Elizabeth, Geparden im Kragga Kama Game Reservat begegnen
  • 4 Tage Wild Coast, baden, relaxen und ursprüngliches Südafrika genießen + Chintsa und Coffee Bay besuchen
  • 2 Tage Durban, Stadtleben erleben
  • 5 Tage KwaZulu-Natal Battlefields, 82 Denkmäler und Museen, die die Kultur und blutige Geschichte Südafrikas erzählen
  • 3 Tage Drakensberge, Besuch des Royal Natal Nationalpark und Golden Gate Highlands Nationalpark
  • 3 Tage Johannesburg
  • 2 Tage Pretoria, verfolge den Duft der Jacaranda Gewächse in der Jacaranda City
  • 5 Tage Nelspruit, treffe die Big 5 im Kruger Nationalpark + Besuch des Blyde River Canyon
  • 3 Tage Mkhaya Game Reserve
  • 2 Tage Maputo, Kultur und Architektur der Wende
  • 7 Tage Tofo, Vilanculos, Eastern Highlands, Harare und Great Zimbabwe erkunden
  • 3 Tage Bulawayo mit Matobo Nationalpark
  • 4 Tage Victoria Falls und Livingstone + Chobe National Park
  • 2 Tage Lusaka, einheimisches Leben und Kalimba Reptile Park
  • 4 Tage Malawisee, der neuntgrößte See der Welt
  • 4 Tage Dar es Salaam, Stammtänze, Feste und Baden
  • 5 Tage Sansibar
  • 6 Tage Arusha, inclusive Kilimanjaro, Mt. Meru, Lake Manyara und Ngorongoro-Krater
  • 6 Tage Nairobi, inklusive Maasai Mara, Hells Gate National Park, Lake Naivasha und  Nairobi National Park

Reisezeit in Afrika

Für Nordafrika und die Küstenregionen ist die beste Reisezeit von April bis Oktober. Dann gibt es dort sonniges, heißes Mittelmeerwetter. In der Sahara und in Ägypten heizt es sich allerdings viel schneller auf, reist dort lieber zwischen März bis Juni hin oder im September oder Oktober, ansonsten ist es viel zu heiß. Die Region um Kenia und Tansania besucht ihr am besten zwischen Januar bis März und Juli bis Oktober.

Dann ist es dort trocken. Das ist auch die beste Zeit für die Besteigung des Kilimandscharo und des Mount Kenia. Nehmt euch allerdings auch etwas Warmes mit, es gibt große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Das kann nachts beim Zelten in den Tierreservaten schon sehr kalt werden. Die Monate Mai bis September sind besonders gut zum Beobachten der Tiere in den südafrikanischen Nationalparks.

Backpacker Unterkünfte in Afrika

In Afrika findet ihr eine ganze Reihe Übernachtungsmöglichkeiten, die ihr nutzen könnt. So gibt es vielerorts schöne Hotels, in den Städten günstige Hostels und tolle Campingplätze in vielen Nationalparks. Doch gerade in den touristisch erschlossenen Gebieten können die Übernachtungsmöglichkeiten recht teuer sein. Gerade Kapstadt und Johannesburg sind manchmal nahe an europäischen Übernachtungspreisen dran.

In Tansania habt ihr außerdem die außergewöhnliche Möglichkeit eure Nacht in einem Safarizelt zu verbringen. Der Spaß kostet allerdings um die 80 Euro.

Hotels, Hostels und Motels

Für eine Übernachtung im 3-Sterne-Hotel in Afrika zahlt ihr in der Regel ab 60 bis 70 Euro aufwärts, ein ganz normaler Preis eigentlich. Dafür sind Klimaanlage und Frühstück meist mit inbegriffen – ohne Klimaanlage hält man es im afrikanischen Sommer auch nicht lange aus. Ein normales, günstiges Standarthotel oder Motel in der Nähe der Autobahnen bekommt ihr aber schon zwischen 25 und 30 Euro die Nacht. Das kann gerade in Ländern wie Ägypten die deutlich komfortablere und auch sicherere Variante sein.

Hostels sind und bleiben jedoch preislich die günstigste Variante für das schmale Budget. Jedoch gibt es davon außer in den großen Städten wie Kapstadt oder Johannesburg nur sehr wenige – meistens nur in den Hauptstädten der Länder und vereinzelt entlang der Küstenregionen. Die Preise können auch je nach Location und Reisezeit stark schwanken. Generell lohnt es sich, Preise zu vergleichen. Kleinere Bed & Breakfast Pensionen sind manchmal mit 15 bis 20 Euro pro Nacht kaum teurer als ein Hostel, bieten aber mehr Komfort.

Laut Hostelworld kostet eine Hostel-Übernachtung in den unterschiedlichen Ländern Afrikas im Schnitt wie folgt:

  • Ägypten: 6 bis 14 Euro
  • Äthiopien: 8 bis 11 Euro
  • Kenia: 4,50 bis 21,50 Euro
  • Madagaskar: 8 bis 10 Euro
  • Marokko: 7 bis 18 Euro
  • Sansibar: 4 bis 32 Euro
  • Südafrika: 5 bis 22 Euro
  • Tansania: 9 bis 23 Euro
  • Uganda: 9 bis 16 Euro

Ein besonderes Erlebnis ist eine Übernachtung in einem Wasserbungalow. Die kleinen Häuser aus Holz, Bambus und Palmenblättern als Dach stehen mit einer Seite im Wasser, sodass ihr einen wundervollen Ausblick habt. Das Rauschen der Wellen und ein warmer Wind sind gleich mit inbegriffen. Für nur 45 Euro pro Nacht könnt ihr beispielsweise auf Ile Sainte Marie einen solchen Wasserbungalow mieten und die Seele baumeln lassen.

Zelten

Zelten ist in Afrika durchaus beliebt. Es gibt viele Zeltsafaris, die du dir mit einer organisierten Tour buchen kannst. In Kenia, Madagaskar, Sansibar, Tansania und Uganda ist Campen erlaubt, hier findet ihr viele Campingplätze am Strand oder in den Nationalparks. Außer einzigartiger Natur und einer unbeschreiblichen Aussicht erlebt ihr darüber hinaus das atemberaubende Gefühl von Freiheit und Abenteuer und einen der schönsten Sternenhimmel bei Nacht. Es gibt Camps mit wenig Ausstattung und ohne fließendes Wasser und richtige Luxus-Camps, die dann aber auch dementsprechend kosten.

Von Wildcampen lasst euch abraten, alleine schon aus Sicherheitsgründen und wilden Tieren. Haltet euch mit eurem Zelt an die ausgeschilderten Campingplätze. Auch in der Wüste solltet ihr nur mit Guide oder geführter Tour nächtigen.

Couchsurfing und Airbnb

Couchsurfing ist eine gute Möglichkeit, um beispielsweise in Kapstadt, Durban oder Johannesburg günstig unterzukommen. Doch abseits der großen Städte wird dies in Afrika leider nicht oft praktiziert und Möglichkeiten sind auch nur schwer zu finden. Alleinreisenden Frauen sollten sich hierbei sehr in Acht nehmen, alleine aus der Tatsache heraus, dass Frauen in Afrika weniger wert gelten als Männer.

Es lohnt sich also, unterschiedliche Anbieter zu vergleichen. Eine weitere Option sind Ferienwohnungen, Ferienhäuser und privat vermietete Zimmer (Airnbnb). Das kann manchmal aber teurer sein als geplant. In ländlichen Regionen werdet ihr mitunter auf weniger Luxus stoßen, aber euch dafür mitten in der Natur mit einer traumhaften Aussicht wiederfinden, die mit keinem Geld der Welt bezahlbar ist. Für solche Unterkünfte zahlt ihr je nach Land zwischen 10 und 30 Euro pro Nacht.

Backpacker Trips & Tipps für Afrika

Backpacking in Afrika mag wegen der mangelnden verkehrstechnischen Infrastruktur manchmal etwas beschwerlich sein, doch nehmt das als Lebenserfahrung mit und plant die entsprechenden Zeitfenster für eure Reise mit ein. Ihr werdet schnell lernen, dass Technologie nicht alles im Leben ist und es sich auch gut ohne leben lässt. Denn viele Informationen findet ihr nicht übers Internet, sondern nur durch Erfragen und auch nicht überall gibt es Wlan oder Empfang.

Gerade in Südafrika ist die Mordrate verhältnismäßig hoch. Das schreckt einige Touristen ab, doch solange ihr euch auf den Hauptrouten aufhaltet und immer mit jemandem unterwegs seid, bekommt ihr als Tourist*in davon nicht sonderlich viel mit. Ihr müsst es nicht provozieren, indem ihr alleine ein Auto mietet und euch auf den Weg macht. Seht einfach zu, dass ihr immer zu zweit seid oder in kleinen Gruppen reist. Die Menschen in Afrika sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit, doch kommt es gerade bei allein reisenden Frauen immer wieder zu sexuellen Übergriffen.

Backpacker Highlights in Afrika

Da Afrika so groß ist, habt ihr die Qual der Wahl, in welches Land oder welche Länder ihr bereisen wollt. Auf jeden Fall solltet ihr jedoch die facettenreiche Flora und Fauna der Central Kalahari Game Reserve in Botswana oder dem Etosha National Park in Namibia zu Gesicht bekommen. Zwei weitere Nationalpark Highlights sind der Kruger National Park in Südafrika und der Serengeti National Park in Tansania, wo ihr auf die Big 5 treffen werdet.

Weitere absolute Highlights sind das Tal der Könige in Ägypten oder die gewaltigen Victoria Wasserfälle in Zimbabwe und Sambia. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es  auch,  Bekanntschaft mit den freilebenden Gorillas in Ruanda zu machen. Dafür müsst ihr zum Volcanoes National. Mit etwas Glück trefft ihr auch im Bwindi-Nationalpark im Süden von Uganda auf sanftmütige Berggorillas.

Sehenswerte Städte auf eurem Backpacking Trip durch Afrika sind unter anderem die ägyptische Metropole Kairo mit ihren bunten Märkten und den vielen Museen, Dakar, die Hauptstadt Senegals und Kapstadt in Südafrika. Auch Kampala in Uganda ist ein tolles Highlight, wenn ihr günstig shoppen wollt. Auf den Märkten findet ihr Gewürze, Tees, einzigartige Stoffe sowie Schmuck und indigene Schnitzereien, die sich gut als Souvenir eignen. Vergesst das Feilschen nicht, aber denkt trotzdem daran, dass die Menschen sehr arm sind und von den Einnahmen ihre Familien ernähren müssen.

Backpacker Geheimtipps in Afrika

Versteckte Highlights und unbekannte Spots gibt es viele auf dem afrikanischen Kontinent und auch ganze Länderabschnitte, die kaum bereist werden. Einer davon ist der Norden Ugandas, ein absoluter Geheimtipp. Hier könnt ihr eine unbekannte, wundervolle Seite Ugandas erleben. Am Vulkan Elgon stoßt ihr auf die atemberaubenden Sipi-Wasserfälle und große Kaffeeplantagen. Im Land der Karamojong werdet ihr von einem überaus gastfreundlichen Hirtenvolk empfangen. Sie gehören zu den faszinierendsten Völkern in Uganda und ähneln in ihrer Lebensweise und Kleidung den Massai.

In Tansania ist Mafia Island ein weiterer Geheimtipp. Die Insel ist touristisch noch nicht so sehr erschlossen. So habt ihr puder-weiße Strände mit türkisblauem Wasser und bunten Korallenriffen ganz für euch alleine. Die Fischvielfalt um die Insel ist unfassbar und der Himmel hat des Nachts für euch mehr Sterne parat als ihr zählen könnt. Wenn diese sich dann im Wasser spiegeln, kreiert es einen magischen Moment, den man nicht mit Worten beschreiben kann. Dort gibt es eben keine Lichtverschmutzung.

Und gleich neben Mafia Island gibt es noch Chole Island, eine kleinere Nachbarinsel. Dort leben die Menschen noch sehr traditionell zusammen mit Fruchtfledermäusen, die größer sind als erwartet. Es ist das reinste Schauspiel, wenn sie des Nachts ihre Kreise um die großen Bäume der Insel ziehen. Ein weiterer nächtlicher und abenteuerlicher Geheimtipp gibt es auf Madagaskar, der Night-Walk in dem privat geführten Mitsinjo Reserve. Dieses Reservat liegt auf halber Strecke zwischen der Hauptstraße zum Andasibe Nationalpark und dessen Eingang. Mit Taschenlampen bewaffnet und einem Guide an eurer Seite könnt ihr nachtaktive Maus-Lumars und einige Reptilienarten beobachten. Diese Nachtführung ist einzigartig und wird in keinem der vielen weiteren Nationalparks angeboten.

Essen & Trinken in Afrika

Die afrikanische Esskultur unterscheidet sich komplett von unserer Europäischen. Während es bei uns als ganz normal gilt sein Essen mit Gabel und Messer zu verspeisen, verwenden die Afrikaner*innen ihre Hände. Trotzdem gibt es wie bei uns Regeln, wie man mit den Händen essen darf. Eine lautet: Du darfst nur mit den  Fingern deiner rechten Hand essen. Wie in Indien gilt die linke Hand als unrein.

Essen in Afrika ist ein Gemeinschaftserlebnis. Das Essen wird oft geteilt. Jedes Gericht wird auf dem Tisch platziert und dann kann jeder zugreifen.  Da zwei Drittel der afrikanischen Bevölkerung in Armut lebt, gelten in Afrika Reis, Hirse und Maniok als die Grundnahrungsmittel. Rohes Essen gilt eher als Tierfutter, daher wird das meiste Gemüse gegrillt oder gegart.

Durch die verschiedenen Einflüsse hat jedes Land seine eigene Esskultur. In Äthiopien isst man beispielsweise gemeinsam eine Platte Injera mit verschiedenen Curries. Wegen der indischen Einflüsse ist Äthiopien ein Paradies für Vegetarier, anders als viele der anderen afrikanischen Länder, in denen Vegetarier oder Veganer nicht viel Auswahl haben. Für die schwarzafrikanische Küche ist die Verwendung von Erdnüssen und Erdnussbutter typisch. Als Beilage gibt es gekochte Eier, Zwiebeln, Gurken und frische Früchte. Zum Kochen kommen auch Ananas, Kochbananen, Kürbisblätter, Radieschen und Kohlrabi zum Einsatz.

Dagegen finden sich in der Küche Kenias die Einflüsse der Araber, Inder und Europäer wieder. Es wird viel mit Süßkartoffeln gekocht. Typische, traditionelle Speisen sind Ugali, ein fester Teig und Uji, ein Brei, beide werden aus Maismehl, Hirsemehl oder Sorghum (Süßhirsemehl) hergestellt. Dazu gibt es Gerichte aus Bohnen mit Lamm-, Rind-, Ziegen- oder Hühnerfleisch, die ähnlich wie ein Eintopf zubereitet werden. In Sansibar sind Bananen eine beliebte Beilage zum Fleisch. Sie werden frittiert, gegrillt, gebraten, geröstet oder zu einer cremigen Paste verarbeitet.

Marokko ist für seine hervorragende Küche weltberühmt. Sie ist geprägt durch den mediterranen und arabischen Einfluss. So gehören Couscous und Tagine, ein Gericht in unterschiedlichen Variationen, zu den Nationalgerichten. Durch den islamischen Glauben erhaltet ihr viel Huhn, Lamm und Rind. Kaffee und Tee wird in Marokko viel und gerne getrunken. Heruntergespült wird alles mit schwarzem Tee, starkem Kaffee oder dem berühmte Minztee.

An sich wird in Afrika viel und gerne Tee und Kaffee getrunken sowie allerhand Fruchtsäfte und Chai mit Milch und Zucker gekocht. Auch die südafrikanischen Weine sind inzwischen weltbekannt, vor allem der Cabernet Sauvignon. Wenn ihr Bier bevorzugt, solltet ihr die einheimischen Biere Tusker und White Cap probieren.

Leitungswasser solltet ihr jedoch nicht unbedingt trinken. Greift lieber zu abgekochtem Wasser und beim Kauf von Wasserflaschen achtet darauf, dass der Verschluss ungeöffnet ist und es keine nachträglich abgefüllte Flasche ist.

Backpacker Visa und Impfungen in Afrika

Wo und für wie lange ihr ein Visum in Afrika braucht, variiert von Land zu Land. Die nordafrikanischen Länder, so auch Ägypten und Marokko sowie Südafrika könnt ihr visumsfrei bereisen. Für die meisten Länder Süd- und Ostafrikas bekommt ihr ein Visum Upon Arrival, für das ihr eine spezielle Einreisekarte im Flugzeug bei eurer Landung ausfüllen müsst.  Damit könnt ihr üblicherweise bis zu 90 Tagen im Land reisen. Für Kenia, Uganda, Ruanda bekommt man sogar an einer der drei Grenzen gleich ein Visum für alle drei Länder ausgestellt.

Alle zentral- und westafrikanischen Länder fordern ein Visum für die Einreise. Für Simbabwe empfiehlt das Auswärtige Amt, sich jedoch schon vor Einreise ein Visum ausstellen zu lassen.

Gemäß Einreisebestimmungen des Auswärtigen Amtes ist eine Einreise mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Nein
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja, mit Lichtbild

Anmerkungen

Generell gilt: ein Reisepass sollte bei Abreise noch länger als 6 Monate gültig sein und genügend freie Seiten für Stempel und Visa zur Verfügung haben. Schaut auf den jeweiligen Seiten des Auswärtigen Amtes rechtzeitig vor eurer Abreise nach den Einreisbestimmungen.

Medizinische Hinweise & Impfungen für Afrika

Ihr solltet neben den Standardimpfungen des Robert-Koch-Institutes für eure Backpackingreise durch Afrika zusätzlich noch weitere Impfungen wie beispielsweise Hepatitis A und B, Meningitis, Tollwut und Gelbfieber auf dem aktuellen Stand zu haben.

Im Krüger Nationalpark und einigen weiteren Teilen Südafrikas an der Grenze zu Mosambik oder Botswana wird eine Malaria-Prophylaxe benötigt. Zudem als Hinweis: Fast 11 Prozent der Bevölkerung in Südafrika sind HIV-positiv. Eine gewisse Vorsicht beim direkten Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten ist hier also angebracht.

Eine ärztliche Versorgung ist in touristischen Gebieten und den Großstädten gegeben, auch wenn sie nicht dem europäischen Standard entspricht. Daher ist es immer sinnvoll, eine Reisekrankenversicherung mit Luftrettung und Rücktransport abzuschließen.

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