Backpacking auf Mauritius
Mauritius verkauft sich als Honeymoon-Insel mit Infinity-Pool und Cocktail am weißen Sand. Das stimmt auch, nur ist es die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist eine vulkanische Insel mitten im Indischen Ozean, rund 2.000 Kilometer vor der Südostküste Afrikas, mit steilen Basaltbergen, Hindutempeln, einem chaotischen Zentralmarkt und dem billigsten Street Food, das ich seit Langem gegessen habe. Wer sich von den Resortprospekten löst, findet hier deutlich mehr als Strand.
Trotzdem musst du eins gleich wissen: Mauritius ist kein günstiges Backpacker-Land. Es gibt kaum Hostels, kaum Dorms, und die Unterkunft frisst dein Budget schneller auf als in Südostasien. Reisen lässt sich die Insel trotzdem mit kleinem Geld, wenn du die richtigen Tricks kennst. Genau darum geht es hier. Wir reden über Busse statt Mietwagen, über Wanderungen, die kaum jemand auf dem Schirm hat, und über die Frage, wo du dein Geld sinnvoll ausgibst und wo du es verbrennst.
Reisen auf Mauritius ist anders
Das Erste, was dich überrascht: Mauritius ist winzig. Rund 65 Kilometer lang, 45 Kilometer breit. Du kannst theoretisch morgens im Norden am Strand liegen und mittags im Süden auf einem Vulkankrater stehen. Theoretisch. In der Praxis hält dich der öffentliche Bus auf, denn eine direkte Verbindung von einem Ende der Insel zum anderen gibt es nicht. Du musst fast immer über Port Louis oder Curepipe umsteigen.
Die Insel gehört geografisch zu Afrika, kulturell fühlt sie sich an wie ein Stück Indien mit französischem Akzent. Rund 1,27 Millionen Menschen leben hier, die Mehrheit hat indische Wurzeln, dazu kommen kreolische, chinesische und franko-mauritische Bevölkerungsgruppen. Amtssprachen sind Englisch und Französisch, auf der Straße redet aber fast jeder Kreolisch (Kreol Morisien). Mit ein paar Brocken Französisch kommst du überall durch.
Was mich am meisten gefreut hat: Der Tourismus konzentriert sich stark auf die Küstenstreifen mit den großen Hotels. Fährst du zwei Dörfer ins Landesinnere, bist du plötzlich raus aus der Resortblase und mittendrin im echten Alltag. Genau da fängt die interessante Insel an.
Kultur auf Mauritius
Mauritius war bis ins 17. Jahrhundert unbewohnt. Erst die Niederländer, dann die Franzosen, dann die Briten haben die Insel besiedelt und dafür Sklaven aus Afrika und Madagaskar sowie später Vertragsarbeiter aus Indien hergebracht. Aus dieser Mischung ist die heutige Gesellschaft entstanden. Das merkst du an jeder Ecke, an den Hindutempeln neben katholischen Kirchen, an den Moscheen in Port Louis, an den chinesischen Pagoden.
Die traditionelle Musik heißt Séga, entstanden bei den versklavten Menschen. Trommeln, Ravanne, ein wippender Hüftschwung, oft am Strand bei Einbruch der Dunkelheit. Wenn du die Chance hast, einem echten Séga beizuwohnen und nicht der aufpolierten Hotelversion, nimm sie mit. Das ist ehrlicher als jede Animationsshow.
Ein Symbol, das dir überall begegnet, ist der Dodo. Der flugunfähige Vogel wurde nach Ankunft der Europäer innerhalb weniger Jahrzehnte ausgerottet und ziert heute jedes zweite Souvenir und sogar das Wappen des Landes. Ein bisschen makaber, wenn man drüber nachdenkt.
Kulturelle Sehenswürdigkeiten auf Mauritius
Für die Insel ihrer Größe hat Mauritius erstaunlich viel Kultur zu bieten. Zwei Stätten stehen sogar auf der UNESCO-Welterbeliste, und beide erzählen von der dunklen Kolonialgeschichte. Wer verstehen will, wie diese Insel tickt, sollte sich nicht nur an den Strand hauen. Hier eine Liste mit den lohnenswertesten Kulturzielen plus ein paar Naturstätten, die du nicht verpassen solltest:
- Aapravasi Ghat in Port Louis (UNESCO-Welterbe, Ankunftsort der indischen Vertragsarbeiter)
- Le Morne Brabant (UNESCO-Welterbe, Zufluchtsberg entflohener Sklaven)
- Grand Bassin / Ganga Talao (heiligster Hindu-Ort der Insel)
- Zentralmarkt und Chinatown in Port Louis
- Caudan Waterfront und Blue Penny Museum
- Botanischer Garten von Pamplemousses (SSR Botanic Garden)
- Eureka House, ein koloniales Herrenhaus bei Moka
- Trou aux Cerfs, erloschener Vulkankrater in Curepipe
- Seven Coloured Earth und Chamarel-Wasserfall
- Black River Gorges Nationalpark
- Gris Gris und Maconde-Viewpoint an der wilden Südküste
- Cap Malheureux mit seiner roten Kirche im Norden

Mauritiusreise: Was gibt es zu beachten?
Mauritius gilt zu Recht als eines der sichersten Länder Afrikas. Gewaltkriminalität gegen Touristen ist selten, du kannst dich als Backpacker frei bewegen. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die du im Kopf haben solltest, und die stehen in keinem Hochglanzprospekt.
Erstens die Mücken. Seit Anfang 2026 verzeichnet die Insel, vor allem im Landesinneren, deutlich steigende Fälle von Chikungunya-Fieber, das von tagaktiven Mücken übertragen wird. Schütze dich konsequent, auch tagsüber. Mückenspray gehört ins Handgepäck, nicht in den aufgegebenen Koffer.
Zweitens der Verkehr. Auf Mauritius herrscht Linksverkehr, ein Erbe der Briten. Wenn du einen Roller oder ein Auto mietest, brauchst du ein paar Minuten Eingewöhnung. Und fahr nachts nur, wenn du dich sicher fühlst, die Straßen im Landesinneren sind oft unbeleuchtet und eng.
Drittens das Wasser an manchen Küsten. Nicht jeder Strand ist der Postkartentraum, den du erwartest. An Teilen der Südküste und an einigen Ostabschnitten liegt bei Ebbe Seegras frei, das Riff sitzt teils direkt vor dem Ufer, und Baden ist dann eher Waten. Dazu gleich mehr im Strandkapitel.
Backpacker Routen auf Mauritius
Weil die Insel so klein ist, brauchst du keine komplizierte Rundreise mit ständigem Kofferpacken. Der klügste Ansatz: Such dir zwei oder drei Standorte und mach von dort Tagesausflüge. Als Basen eignen sich der Norden (Grand Baie), der Westen (Flic en Flac oder Tamarin) und für Wanderer die Südwestecke rund um Le Morne. Von einer Basis aus kommst du mit Bus und gelegentlichem Taxi fast überall hin.
Wie immer entscheidet dein Zeitbudget über die Route. Kommst du nur für zehn Tage, konzentrierst du dich besser auf zwei Regionen, statt die ganze Insel abzuklappern. Hast du drei Wochen und Bock auf die Nachbarinsel Rodrigues, wird es richtig entspannt. Hier zwei Vorschläge, einmal kompakt und einmal für die, die alles mitnehmen wollen.
Route 1: Der Klassiker (10-14 Tage)
- 3 Tage: Norden als Basis, Grand Baie und Pereybère, Schnorcheln in Trou aux Biches, Strandtag in Mont Choisy
- 1 Tag: Port Louis, Zentralmarkt, Aapravasi Ghat, Caudan Waterfront und Chinatown
- 2 Tage: Westküste, Flic en Flac zum Tauchen, Delfine bei Tamarin am frühen Morgen
- 2 Tage: Le Morne als Basis, Wanderung auf den Le Morne Brabant, Kitesurf-Spot beobachten
- 2 Tage: Zentrum und Südwesten, Seven Coloured Earth, Chamarel-Wasserfall, Grand Bassin, Black River Gorges
- 2 Tage: Süden, Mahébourg mit Markt, Schnorcheln im Blue Bay Marine Park, wilde Küste bei Gris Gris
Wer mehr Zeit und einen längeren Atem hat, hängt einfach die zweite Insel und den Osten dran. Die oben genannten Ziele bleiben auch hier Teil des Trips.
Route 2: All or Nothing (18-24 Tage)
- 1 Tag: Geführte Wanderung zu den Tamarind Falls (7 Cascades) bei Henrietta
- 2 Tage: Ostküste, Belle Mare, Ausflug nach Île aux Cerfs (früh hin, bevor die Katamarane anlegen)
- 1 Tag: Botanischer Garten von Pamplemousses und Eureka House bei Moka
- 1 Tag: Trou aux Cerfs Krater und das kühle Hochland um Curepipe
- 3 Tage: Nachbarinsel Rodrigues (Flug ab Mauritius, ruhiger, günstiger, viel weniger Tourismus)
- 1 Tag: Casela-Naturpark oder Ebony Forest bei Chamarel für Wildlife und Endemiten
- 2 Tage: Puffer für einen Kitesurf- oder Surfkurs, oder einfach einen faulen Strandtag

Reisezeiten auf Mauritius
Mauritius liegt auf der Südhalbkugel, die Jahreszeiten sind also gespiegelt. Der mauritische Winter von Mai bis Dezember ist die trockenere, kühlere und angenehmere Zeit. Tagsüber um die 24 bis 28 Grad, abends kann es im Hochland auch mal kühl werden, im Juli und August solltest du eine leichte Jacke einpacken. Der Sweet Spot für ruhige Lagunen und klares Wasser liegt zwischen September und Dezember.
Der mauritische Sommer von Januar bis März ist heiß, feucht und bringt die Zyklonsaison mit sich. Offiziell reicht sie von November bis April, das höchste Risiko liegt aber zwischen Januar und März. Direkte Treffer sind selten, aber die Warnungen werden ernst genommen und können deine Pläne durcheinanderwerfen. Wenn du in diesem Fenster reist, buch eine Reiseversicherung, die Wetterverzögerungen abdeckt. Das kostet wenig und spart dir im Ernstfall den Ärger.
Noch ein Detail, das die meisten übersehen: Das Wetter unterscheidet sich je nach Küste. Der Westen und Norden (Flic en Flac, Le Morne, Trou aux Biches, Grand Baie) liegt im Windschatten der zentralen Berge und bleibt ruhiger. Der Osten und Südosten (Belle Mare, Blue Bay) ist windiger, dafür ein Mekka fürs Kitesurfen. Wer im Juli ein Resort an der Ostküste bucht und sich über den Wind wundert, hat den Fehler zu Hause gemacht.
Backpacker Budget auf Mauritius
Reden wir Klartext beim Geld. Mauritius ist nicht Südostasien. Der große Budgetfresser ist die Unterkunft, weil klassische Backpacker-Hostels mit Dorms hier fast nicht existieren. Du zahlst also meist für ein privates Zimmer, und das zieht den Schnitt nach oben. Landeswährung ist die Mauritius-Rupie (MUR). Aktuell bekommst du für einen Euro rund 54 Rupien (Stand Juli 2026), grob gerechnet sind 50 Rupien also knapp ein Euro.
Realistisch solltest du als Solo-Reisender mit einem eigenen Zimmer bei etwa 55 Euro pro Tag kalkulieren. Reist du zu zweit und teilt dir das Zimmer, sinkt der Pro-Kopf-Preis deutlich, weil sich die Unterkunft halbiert. Hier die grobe Aufschlüsselung pro Person und Tag:
- Unterkunft 25-45 Euro (einfaches Gästehaus-Zimmer, Dorms Mangelware)
- Essen 8-15 Euro (Street Food billig, Restaurant teurer)
- Wasser 1 Euro
- Öffentlicher Bus 1-3 Euro
- Eintritte und Aktivitäten 5-15 Euro
Wer als Paar reist, Street Food isst und konsequent Bus fährt, drückt das leicht auf 35 bis 40 Euro pro Kopf. Wer sich Mietwagen, geführte Touren und Restaurantbesuche gönnt, ist schnell beim Doppelten. Wie so oft entscheidest du selbst, an welchen Stellschrauben du drehst. Im Vergleich zu den Seychellen ist Mauritius übrigens spürbar günstiger, ohne dass du auf Strand und Riff verzichten musst.

Preiswert auf Mauritius Reisen
Der beste Spartrick heißt: iss wie ein Mauritier. Ein Dholl Puri vom Straßenstand, gefüllt mit Bohnencurry und Rougaille, kostet je nach Stand etwa 20 bis 35 Rupien, also 0,40 bis 0,65 Euro. Ein Gateau Piment, das frittierte Chili-Linsenbällchen, gibt es schon für rund 10 Rupien (0,20 Euro). Ein komplettes Gericht wie Briani oder Mine Frite (gebratene Nudeln) liegt bei 100 bis 250 Rupien, also 2 bis 4,60 Euro. Für ein paar Euro bist du satt.
Der zweite Trick heißt Bus statt Mietwagen. Das Busnetz deckt praktisch die ganze Insel ab und ist spottbillig. Hier ein Überblick über typische Preise:
- Busticket kurze Strecke ab 17 Rupien (rund 0,30 Euro)
- Busticket längere Strecke bis etwa 47 Rupien (rund 0,85 Euro)
- Metro-Express-Karte (MECard) 150 Rupien inklusive 100 Rupien Guthaben (rund 2,80 Euro)
- Dholl Puri vom Stand 20-35 Rupien (0,40-0,65 Euro)
- Gateau Piment 10 Rupien (0,20 Euro)
- Chamarel Geopark Eintritt (Touristenpreis) rund 750 Rupien (etwa 14 Euro)
- Taxifahrer für einen ganzen Tag rund 3.500 Rupien (etwa 65 Euro)
Zwei Warnungen zum Bus. Erstens: Du zahlst bar beim Schaffner, halt also Kleingeld bereit, Karten funktionieren nur bei der Metro Express. Zweitens: Die Busse fahren nicht rund um die Uhr. In den Städten läuft der Betrieb etwa von 5:30 bis 20 Uhr, auf dem Land oft nur bis 18:30 Uhr. Wer abends an einem Küstenort strandet, ist auf ein Taxi oder eine Fahr-App angewiesen. Plane also deine Rückfahrt, sonst wird der billige Ausflug am Ende doch teuer.
Beim Preis der Sehenswürdigkeiten lohnt ein genauer Blick. Der Eintritt zum Seven Coloured Earth Geopark in Chamarel lag vor ein paar Jahren noch bei 200 bis 250 Rupien, inzwischen werden für Touristen rund 750 Rupien aufgerufen. Die Preise sind also deutlich gestiegen, und ehrlich gesagt ist die farbige Erde kleiner, als die Fotos vermuten lassen. Der im selben Ticket enthaltene Chamarel-Wasserfall mit knapp 100 Metern Fallhöhe rettet den Besuch. Viele der schönsten Naturziele wie Grand Bassin, Trou aux Cerfs oder die Aussichtspunkte an der Südküste kosten dagegen keinen Cent.
Backpacker Unterkünfte auf Mauritius
Jetzt zum wunden Punkt. Wer auf Mauritius das klassische Hostelleben mit Achterzimmer und Gemeinschaftsküche sucht, wird enttäuscht. Dorms sind hier kaum ein Ding. Ein paar echte Backpacker-Hostels gibt es, etwa rund um Grand Baie, Flic en Flac und die Kitesurf-Ecke bei Le Morne, aber die Auswahl ist überschaubar. Die günstigste realistische Option sind kleine Gästehäuser mit drei bis fünf Zimmern, oft familiengeführt, meist sauber und einfach, mit eigenem Bad. Solche Zimmer liegen umgerechnet grob bei 23 bis 46 Euro pro Nacht.
Was ich dir wärmstens empfehle: Buch ein Zimmer oder ein kleines Apartment über die üblichen Portale und koch dir selbst was. Viele der günstigen Unterkünfte haben eine Küchenzeile oder wenigstens einen Kühlschrank. Wenn du morgens im Supermarkt Obst, Brot und Joghurt holst, kostet dich das Frühstück fast nichts, und du sparst dir das teure Hotelrestaurant.
Ein Wort zur Lage. Willst du ohne Auto reisen, wähle deine Basis dort, wo Busse gut fahren und Läden zu Fuß erreichbar sind. Grand Baie im Norden ist dafür ideal, dazu lebhaft mit Restaurants und Nightlife. Flic en Flac im Westen ist ruhiger, gut für Taucher, mit langem flachem Strand. Beide sind mit dem Bus solide angebunden. Abgelegene Ecken sehen auf Fotos traumhaft aus, werden ohne eigenes Gefährt aber schnell zur Falle, wenn abends der letzte Bus weg ist. Wer trotzdem knapp bei Kasse ist, findet in unserem Beitrag zu den Couchsurfing-Alternativen ein paar Ideen fürs kostenlose Übernachten.

Backpacker Trips, Tipps & Highlights auf Mauritius
Wer nach Highlights auf Mauritius sucht, sollte sich vorher überlegen, was für ein Typ er ist. Manche verbringen zwei Wochen ausschließlich am Strand von Trou aux Biches und sind glücklich. Andere wollen jeden Vulkankrater, jeden Wasserfall und jeden Aussichtspunkt sehen. Beides geht, aber die Insel belohnt die, die auch mal ins Landesinnere fahren.
Ein ehrlicher Hinweis vorweg zu Île aux Cerfs, dem meistbeworbenen Ausflug der Insel. Die vorgelagerte Insel im Osten hat eine schöne Lagune, ist aber ab dem späten Vormittag komplett überlaufen mit Katamaran-Gruppen und Jetski-Lärm. Wenn du hinwillst, dann früh und mit der ersten Fähre. Sonst zahlst du für einen Instagram-Strand, der aussieht wie ein Freibad zur Hauptsaison.
Die schönsten Strände auf Mauritius
Die Strände sind der Grund, warum die meisten kommen, also machen wir es konkret. Die besten öffentlichen Strände liegen im Norden und Westen, weil sie im Windschatten der Berge liegen und ruhigeres Wasser haben.
Trou aux Biches im Nordwesten ist mein Favorit für Schnorchler. Feiner Sand, ruhige See, Riff direkt vom Ufer erreichbar. Mont Choisy gleich nebenan ist lang und von Filao-Bäumen gesäumt, ideal für einen faulen Tag. Flic en Flac an der Westküste ist einer der längsten Strände der Insel, flach und durch das vorgelagerte Riff geschützt, dazu die Tauchbasis Nummer eins.
Le Morne im Südwesten ist landschaftlich der spektakulärste Strand, mit dem Basaltberg im Rücken. Die Lagune ist hier tiefer und windiger, also eher was für Kitesurfer als für gemütliches Planschen. Belle Mare im Osten ist weitläufig und selbst in der Hauptsaison selten voll, nachmittags wird es aber oft windig. Und noch ein ehrliches Wort: Von den Touristenstränden direkt vor den großen Resortketten hältst du dich besser fern, viel öffentlicher Zugang bleibt da nicht.
Backpacker Highlights auf Mauritius
Abseits vom Strand hat die Insel einige Ziele, die den Bus oder den Mietroller wert sind. Grand Bassin (Ganga Talao) ist ein Kratersee im Hochland, der heiligste Hindu-Ort der Insel. Jemand hatte einst die Idee, Wasser aus dem Ganges hineinzugießen, seitdem ist der See heilig. Rund um das Fest Maha Shivaratri im Februar oder März pilgern Hunderttausende zu Fuß hierher. Eintritt frei, und die riesige Shiva-Statue am Ufer siehst du schon von Weitem.
Port Louis ist keine schöne Stadt im klassischen Sinn, aber der Zentralmarkt lohnt sich. Obst, Gewürze, Streetfood, Gedränge. Nebenan liegt das Aapravasi Ghat, wo einst die indischen Vertragsarbeiter ankamen, heute UNESCO-Welterbe und ein stiller, wichtiger Ort. Die Caudan Waterfront daneben ist die aufgehübschte Touristenmeile mit Cafés und einem kleinen Museum.
Trou aux Cerfs in Curepipe ist ein erloschener Vulkankrater mitten in der Stadt, von dem du bei klarem Wetter über die ganze Insel blickst. Der Botanische Garten von Pamplemousses ist berühmt für seine Riesenseerosen, deren Blätter einen Meter breit werden. Und wer noch Zeit hat, fliegt für ein paar Tage nach Rodrigues, der kleinen Schwesterinsel rund 45 Flugminuten entfernt. Dort ist alles langsamer, günstiger und weniger touristisch. Für viele der ehrlichste Teil der Reise.

Tauchen, Schnorcheln und Wassersport auf Mauritius
Mauritius ist von einem fast durchgehenden Korallenriff umgeben, das eine geschützte Lagune bildet. Für Schnorchler und Taucher ist das ein Segen. Der beste und günstigste Schnorchelspot für Sparfüchse ist der Blue Bay Marine Park im Südosten, wo du direkt vom Strand aus loslegst. Auch hier gilt: früh da sein, ab Mittag wird es voll und das Wasser durch die Boote trüber.
Getaucht wird vor allem an der Westküste rund um Flic en Flac, der Hauptbasis der Insel. Wracks, Steilwände, gute Sicht in der Trockenzeit. Ein Anfängertauchgang liegt preislich meist im mittleren zweistelligen Euro-Bereich, vergleich vor Ort mehrere Basen, die Preise schwanken.
Der große Name beim Wind ist Le Morne. Die Lagune dort zählt zu den bekanntesten Kitesurf-Spots weltweit, beste Zeit von Juni bis September, wenn der Passatwind bläst. Für Wellenreiter sind die Sommermonate Mai bis August interessant, die berühmten Breaks heißen Tamarin und One Eye bei Le Morne. Und wer im Winter kommt, hat zwischen Juni und Oktober gute Chancen, vor der Westküste Buckelwale zu sehen, dazu ganzjährig Delfine in der Bucht von Tamarin. Für die Delfine gilt: Geh das früh und mit einem seriösen Anbieter an, der Abstand hält, statt die Tiere zu jagen.
Wandern und Abenteuer auf Mauritius
Das ist der Teil, den die Strandprospekte komplett verschweigen, und für mich der beste Grund, die Insel überhaupt zu bereisen. Mauritius hat richtig gute Wanderungen, viele davon kostenlos und mit dem Bus erreichbar.
Der Klassiker ist der Le Morne Brabant, dieser markante Basaltbrocken an der Südwestspitze und UNESCO-Welterbe. Der Berg ist ein Symbol, hierher flüchteten einst entflohene Sklaven. Die Wanderung dauert je nach Tempo zwei bis vier Stunden, es geht rund 556 Höhenmeter hinauf. Die erste Hälfte ist ein gut markierter Pfad, danach wird es steil und felsig, teils musst du mit den Händen klettern. Wichtig zu wissen: Bis zum eigentlichen Gipfel kommst du nur mit Guide, weil ein verschlossenes Tor den letzten Abschnitt sperrt. Bis zum offiziellen Aussichtspunkt darfst du auch allein. Von oben hast du einen 360-Grad-Blick über Riffe und Lagunen. Nimm genug Wasser mit, oben gibt es keinen Schatten, und starte früh.
Der Black River Gorges Nationalpark ist der größte geschützte Wald der Insel und komplett gratis. Hier findest du Endemiten wie den rosa Taubenvogel (Pink Pigeon) und den Mauritiusfalken, dazu Ebenholzbäume und den riesigen Flughund. Der Macchabée-Trail und die Aussichtspunkte über die Schluchten sind gut ausgeschildert und für normale Wanderer machbar. Beste Zeit ist der trockene Winter von Mai bis September.
Und dann sind da noch die Tamarind Falls, auch 7 Cascades genannt, bei Henrietta. Eine Kette von Wasserfällen und natürlichen Pools, in denen du baden kannst. So schön das klingt, so ehrlich muss ich sein: Das ist kein Spaziergang. Es gibt kaum markierte Wege, du kletterst über vulkanisches Gestein, querst Flüsse und rutschst über nasse Steine. Nach Regen kann das richtig gefährlich werden. Nimm hier einen lokalen Guide, das kostet zwar etwas, ist aber jeden Cent wert, weil du sonst schnell falsch abbiegst oder dich in einer Schlucht verirrst. Anbieter wie Green Discovery oder Trekking Mauritius sind bekannt und führen die Tour sicher.

Essen und Trinken auf Mauritius
Die mauritische Küche ist für mich das heimliche Highlight der Insel und dazu spottbillig. Sie ist ein Spiegel der Bevölkerung, mit indischen, kreolischen, chinesischen und französischen Wurzeln. Das Ergebnis schmeckt man an jeder Straßenecke.
Das inoffizielle Nationalgericht ist der Dholl Puri, ein weiches Fladenbrot aus gelben Spalterbsen, gefüllt mit Butterbohnen-Curry (Cari gros pois), Rougaille-Sauce, eingelegtem Gemüse (Achard) und grüner Chilipaste. Wird meist paarweise in Papier gewickelt serviert und heiß gegessen. Fahr zum Zentralmarkt in Port Louis oder zum Markt in Quatre Bornes, dort bekommst du die besten Versionen. Ein Tipp aus Erfahrung: Kein weißes Hemd anziehen, die Tomaten-Rougaille hinterlässt Spuren.
Daneben solltest du Farata und Roti probieren, dünne Fladenbrote mit Curry, sowie die Gadjacks, eine Sammelbezeichnung für frittierte Snacks wie Gateau Piment, Samosas und Chana Puri. Am Straßenrand werden sie frisch gemacht und mit Chutney (Sattini) gegessen. In Chinatown in Port Louis findest du an jeder Ecke Boulettes, die mauritische Version von Dim Sum. Und als kreolisches Hauptgericht lohnt sich Rougaille mit Fisch oder Wurst, ein Tomateneintopf mit Reis.
Getrunken wird lokal das Bier der Marke Phoenix, im Supermarkt deutlich günstiger als in der Strandbar. Der einheimische Rum ist gut und billig, probier ihn mal als Rhum arrangé, also mit Früchten und Gewürzen angesetzt. Wer es alkoholfrei mag, bestellt Alouda, ein süßes Milchgetränk mit Basilikumsamen, das du an vielen Marktständen bekommst. Mit ein paar Euro am Tag isst und trinkst du dich hier glücklich, wenn du die Restaurants links liegen lässt und dem Street Food folgst.
Backpacker Visum und Impfungen auf Mauritius
Die Einreise nach Mauritius ist für Deutsche unkompliziert. Laut Auswärtigem Amt brauchst du für einen touristischen Aufenthalt kein Visum. Bei Ankunft bekommst du eine Einreiseerlaubnis, üblich sind bis zu 90 Tage, maximal 180 Tage innerhalb eines Kalenderjahres. Die Einreise ist mit folgenden Dokumenten möglich:
- Reisepass: Ja
- Vorläufiger Reisepass: Ja
- Personalausweis: Nein
- Kinderreisepass: Ja
Anmerkungen: Der Reisepass muss bei Einreise über das geplante Reiseende hinaus gültig sein. Ein Personalausweis wird nicht akzeptiert, du brauchst zwingend einen Reisepass. Vor der Ankunft musst du außerdem das digitale Formular „All-in-One Travel Digital Form“ ausfüllen und ausgedruckt bei der Einreise vorlegen. Ohne das Formular musst du vor Ort ein Papierformular ausfüllen, was zu Wartezeiten führt. Auf Verlangen solltest du ein Rück- oder Weiterreiseticket sowie eine bestätigte Unterkunftsbuchung vorzeigen können. Für Flüge zwischen Mauritius und der Insel Rodrigues wird ein vorläufiger Reisepass nicht anerkannt.
Bezahlt wird in Mauritius-Rupien. Abheben am Automaten und Kartenzahlung funktioniert vielerorts, etwas Bargeld in Euro als Reserve schadet trotzdem nicht.
Impfungen und medizinische Hinweise
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Eine Gelbfieberimpfung wird nur verlangt, wenn du aus einem Gelbfieber-Gebiet ein- oder über ein solches anreist. Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen zu vervollständigen.
Wichtiger als jede Pflichtimpfung ist aktuell der Mückenschutz. Seit Anfang 2026 steigen die Fälle von Chikungunya-Fieber, vor allem im Zentrum der Insel. Übertragen wird die Krankheit von tagaktiven Mücken, ein normales Moskitonetz nachts reicht also nicht. Trag tagsüber Repellent auf, am besten mit dem Wirkstoff DEET, und deck bei Wanderungen im Landesinneren Arme und Beine ab. Malaria ist auf Mauritius kein Thema. Für aktuelle und rechtsverbindliche Auskünfte schau vor Abreise auf die Seite des Auswärtigen Amts, die Bestimmungen können sich kurzfristig ändern.
