Botswana ist das Land, bei dem ich am längsten gebraucht habe, um mir eine Meinung zu bilden. Die Natur hat mich weggehauen. Elefantenherden, die abends in Reihen zum Chobe runterlaufen, ein Delta, das mitten in der Trockenzeit voll Wasser steht, Nächte in der Kalahari, in denen man den eigenen Atem hört. Und gleichzeitig bin ich dort um 1.800 US-Dollar erleichtert worden, von einem Typen, der mir neun Tage Tour verkauft hat und nach meiner Landung in Maun einfach abgetaucht ist. Das färbt.
Deshalb vorweg meine ehrliche Einordnung: Botswana ist kein Einsteigerland für Backpacker. Es ist teuer, die Wege sind lang, die Infrastruktur für Selbstreisende dünn. Wer schon zwei, drei Safarien in Kenia, Tansania oder Südafrika hinter sich hat und genau weiß, was er sehen will, der bekommt hier das beste Wildniserlebnis des südlichen Afrikas. Wer zum ersten Mal einen Elefanten sehen will und dafür 3.000 Euro ausgibt, fährt woanders besser. Reden wir über Routen, echte Preise und die Fallen, in die ich selbst getappt bin.
Reisen in Botswana ist anders
Botswana fährt seit Jahrzehnten eine Tourismusstrategie, die sie selbst „high value, low volume“ nennen. Übersetzt: wenige Gäste, viel Geld. Das ist ökologisch nachvollziehbar und für den Rucksackreisenden ein Problem. Es gibt kaum eine Backpacker-Szene, keine Hostelkette, keine Minibusse, die dich in einen Nationalpark bringen. Du bist entweder motorisiert oder du buchst.
Die Zahlen machen das greifbar. Auf rund 582.000 Quadratkilometer, also gut eineinhalb Mal Deutschland, kommen etwa 2,4 Millionen Menschen. Maun, das Tor zum Okavango, hatte beim Zensus 2022 rund 85.000 Einwohner, Gaborone knapp 250.000. Dazwischen liegen Hunderte Kilometer Mopanewald, Salzpfanne und Sand. Von Maun nach Kasane sind es rund 600 Kilometer über Nata, gut sieben bis acht Stunden auf Teer, und unterwegs steht ungefähr nichts.
Dafür bekommst du etwas, das kaum ein anderes Land bietet. Botswana beherbergt nach Schätzungen von Elephants Without Borders etwa 130.000 Elefanten, die größte Population der Welt. Ein Großteil davon lebt im Norden, im Chobe und im Grenzgebiet zu Namibia. Die Zahl ist übrigens umstritten: Andere Auswertungen sprechen von einem seit 2010 relativ konstanten Bestand um 140.000 Tiere und warnen davor, daraus eine „Überpopulation“ abzuleiten. Was du merkst, wenn du dort stehst: Es sind wahnsinnig viele.
Was mich am meisten überrascht hat, war die Ruhe in den Parks. In der Masai Mara stehen zwölf Wagen um einen Leoparden. In Moremi hatte ich Wildhunde für mich allein, eine halbe Stunde lang, kein anderes Auto weit und breit. Das ist genau das, wofür du die hohen Gebühren zahlst. Ob es dir das wert ist, musst du vorher entscheiden, nicht am Gate.
Kultur in Botswana
Etwa vier von fünf Menschen im Land gehören zu den Tswana, die Sprache heißt Setswana und du kommst mit drei Wörtern schon erstaunlich weit. „Dumela rra“ zu einem Mann, „dumela mma“ zu einer Frau, „ke a leboga“ für danke. Wer grußlos in ein Gespräch reinplatzt, gilt als unhöflich. Die Landeswährung heißt Pula, das bedeutet Regen. In einem Land, das zu großen Teilen aus Halbwüste besteht, ist das keine Poesie, sondern ein Programm.
Politisch gilt Botswana seit der Unabhängigkeit 1966 als eine der stabilsten Demokratien Afrikas, wirtschaftlich getragen von Diamanten. Der Tourismus ist die zweitgrößte Branche. Das Geld ist im Land sichtbar, Gaborone hat Malls und Kreisverkehre wie eine südafrikanische Provinzstadt, und trotzdem sitzt in den Dörfern der Kgotla, die traditionelle Versammlung unter dem Baum, an der Dorfangelegenheiten besprochen werden.
Der schwierige Teil der Geschichte betrifft die San, im Land oft Basarwa genannt. Sie leben seit Jahrtausenden in der Kalahari, und in den 1990er und 2000er Jahren wurden Tausende aus dem Central Kalahari Game Reserve umgesiedelt. Es gab Gerichtsverfahren, ein Urteil zugunsten der San, danach jahrelanges Ringen um Wasserrechte und Zugang. Wenn dir jemand in Ghanzi oder D’Kar eine „Bushman-Tour“ verkauft, frag nach, wem der Betrieb gehört und wie viel bei der Community ankommt. Ich habe beides gesehen, ehrliche Community-Projekte und ziemlich üble Folklore-Shows.
Kulturelle Sehenswürdigkeiten in Botswana
Botswana hat zwei UNESCO-Welterbestätten, und die zweite kennt fast jeder, ohne es zu wissen. Das Okavango Delta wurde 2014 aufgenommen, als tausendste Stätte der Liste überhaupt. Die erste ist deutlich unbekannter und für mich der stärkste Kulturort des Landes: die Tsodilo Hills im Nordwesten, seit 2001 auf der Liste. Über 4.500 Felsmalereien auf mehr als 500 Fundstellen, teils Jahrtausende alt, gemalt mit dem Finger statt mit dem Pinsel. Sie nennen es die Louvre der Wüste, und ausnahmsweise ist so ein Spitzname mal nicht komplett übertrieben.
Hier eine Übersicht der Orte, die kulturell etwas hergeben, plus ein paar, die eher Landschaft als Kultur sind, aber in dieselbe Planung gehören:
- Tsodilo Hills bei Shakawe, UNESCO-Welterbe, Felskunst der San
- Okavango Delta, UNESCO-Welterbe seit 2014
- Nationalmuseum und Kunstgalerie in Gaborone
- Three Dikgosi Monument in Gaborone
- Kgotla-Versammlungsplätze, unter anderem in Serowe und Molepolole
- Khama III Memorial Museum in Serowe
- Matsieng Footprints nördlich von Gaborone, Felsgravuren
- Felsgravuren im Tuli Block am Limpopo
- Gubatshaa Hills im Chobe-Gebiet
- Kubu Island in der Makgadikgadi-Pfanne, Baobabs und Steinmauern
- Nata Bird Sanctuary an der Sua Pan
- Handwerksmärkte in Etsha 6 und Gumare, Korbflechterei der Hambukushu
Botswanareise: Was gibt es zu beachten?
Jetzt der Abschnitt, den ich mir selbst vorher gewünscht hätte. Botswana gilt als sicheres Land, und im Sinne von Straßenkriminalität ist es das auch. Was mir passiert ist, war anders: eine sauber aufgezogene Buchungsabzocke. Ich habe eine neuntägige Tour bei einem Anbieter aus Kasane gebucht, vorab bezahlt, Vertrag und Voucher bekommen, eine Woche vor Anreise nochmal per WhatsApp bestätigen lassen. Eine Stunde nach der Landung in Maun kam die Nachricht, die Firma operiere nicht mehr. Danach Wochen aus Lügen, Ausreden, Polizeianzeige und am Ende eine Teilrückzahlung durch seinen Onkel. Die ganze Geschichte mit Dokumenten steht hier: Botswana Scam (Kalahari Under Canvas).
Daraus meine Regeln, die ich dir wirklich ans Herz lege:
- Firmennummer verlangen und selbst prüfen. Botswana hat ein öffentliches Handelsregister, die CIPA. Mein Anbieter war dort seit Juli 2024 gelöscht, wegen nicht eingereichter Jahresmeldung. Das hätte ich in fünf Minuten sehen können.
- Niemals 100 Prozent im Voraus. Anzahlung ja, das ist in Afrika üblich, weil Camps vorab reserviert werden müssen. Rest bei Ankunft. Wer darauf nicht eingeht, hat ein Problem, nicht du.
- Zeitdruck ist ein Alarmsignal. „Buch jetzt, sonst sind die Parktickets weg“ war bei mir der erste Warnschuss, den ich ignoriert habe.
- In die Facebook-Gruppe „DriveBots“ posten, bevor du zahlst. Da sitzen Hunderte Selbstfahrer und Guides, die Anbieter kennen. Die Gruppe war später meine wichtigste Hilfe.
- Bewertungen auf TripAdvisor und Safaribookings sind kein Schutz. Meiner hatte welche.
Was mich am meisten beschäftigt hat: Die Leute in Botswana sind freundlich und ruhig. Und trotzdem hatte ich immer wieder das Gefühl, dass beim zweiten Satz die Frage im Raum steht, wie man an mein Geld kommt. Das ist eine unangenehme Beobachtung und ich weiß, dass sie unfair gegenüber all denen ist, die sauber arbeiten. Mein Airbnb-Gastgeber in Maun hat für mich telefoniert, ein Fremder hat mich zum Sheriff vermittelt, mir wurde ohne Gegenleistung geholfen. Beides stimmt gleichzeitig.
Praktisch noch das hier: Fahr nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr über Land. Elefanten und Rinder stehen nachts auf der Straße, und ein Elefant auf der A3 bei Nata ist kein Wildunfall, sondern ein Totalschaden. Tank voll machen, wo es geht, zwischen Maun und Kasane sind die Abstände unangenehm. Nimm Bargeld mit, zum Monatsende sind Automaten häufig leer, das schreibt sogar das Auswärtige Amt. Und in den Parks gilt ein striktes Off-Road-Verbot mit Bußgeldern ab etwa 500 Pula aufwärts.
Backpacker Routen in Botswana
Die Routenplanung in Botswana entscheidet über dein Budget, viel stärker als in anderen Ländern. Jeder Parktag kostet dich Eintritt, Fahrzeuggebühr und Campgebühr, und die Wege zwischen den Highlights sind so lang, dass du schnell halbe Tage nur mit Fahren verbrennst. Wer alles sehen will, sieht am Ende überall ein bisschen und zahlt dafür doppelt.
Der klassische Korridor läuft von Maun über Moremi, Khwai und Savuti nach Kasane. Das ist die Strecke, für die Botswana berühmt ist, und sie ist auch wirklich gut. Die zweite Achse geht von Maun nach Süden in die Kalahari und zu den Salzpfannen, die dritte in den Nordwesten in den Panhandle und zu den Tsodilo Hills. Wenn du nur zwei Wochen hast, nimm eine Achse, nicht drei. Hier zwei Vorschläge mit unterschiedlicher Länge:
Route 1: Der Klassiker (14-18 Tage)
- 2 Tage: Ankunft Maun, Fahrzeug oder Tour organisieren, Supermarkt in Maun leerkaufen
- 2-3 Tage: Mokoro und Buschwanderung im Okavango Delta ab Maun
- 3-4 Tage: Moremi Game Reserve mit South Gate, Xakanaxa und Third Bridge
- 2 Tage: Khwai Community Concession, Nachtfahrten sind hier erlaubt
- 2 Tage: Savuti im Chobe Nationalpark, Löwen und der berühmte Savuti Channel
- 2-3 Tage: Chobe Riverfront und Kasane, Bootsfahrt am späten Nachmittag
- 1 Tag bzw. Nacht Abstecher zu den Victoriafällen über Kazungula
- 1-2 Tage: Nata Bird Sanctuary und Rückfahrt Richtung Maun oder Weiterreise
Route 2: All or Nothing (30-40 Tage)
Die oben genannten Ziele sind auch hier Teil des Trips
- 2-3 Tage: Central Kalahari Game Reserve mit Deception Valley
- 2 Tage: Makgadikgadi Pans Nationalpark und der Boteti River bei Khumaga
- 2 Tage: Kubu Island, Baobabs auf einer Insel aus Fels mitten in der Pfanne
- 2 Tage: Nxai Pan mit Baines Baobabs, in der Regenzeit voller Zebras
- 2-3 Tage: Panhandle bei Shakawe, Bootstouren und Vogelbeobachtung am Okavango
- 1-2 Tage: Tsodilo Hills, Felskunst mit lokalem Guide
- 2 Tage: Ghanzi und Umgebung, San-Community-Projekte statt Folklore-Show
- 2-3 Tage: Kgalagadi Transfrontier Park im Südwesten, rote Dünen und Kalahari-Löwen
- 1-2 Tage: Khama Rhino Sanctuary bei Serowe, hier sind Nashörner realistisch
- 2 Tage: Tuli Block am Limpopo, Felsgravuren und kaum Touristen
- 1-2 Tage: Gaborone, Nationalmuseum und Mokolodi Nature Reserve
Reisezeiten in Botswana
Die Trockenzeit von Mai bis Oktober ist die klassische Safarizeit. Wenig Regen, dünne Vegetation, Tiere sammeln sich am Wasser. Mai und Juni sind mild und ruhig, September und Oktober bringen die höchste Tierdichte und richtig Hitze. Nachts kann es im Juni und Juli dagegen saukalt werden, zehn Grad im Zelt sind normal, und niemand rechnet damit. Pack einen Fleecepullover ein, sonst sitzt du morgens um sechs im offenen Wagen und frierst dich durch.
Das Kuriose am Okavango: Das meiste Wasser steht ausgerechnet in der Trockenzeit im Delta. Der Regen fällt tausend Kilometer entfernt im Hochland von Angola und braucht Monate, bis er sich durch die Kanäle schiebt. Zwischen Juni und August kommt die Flut an. Wer Mokoro fahren will, sollte genau dieses Fenster nehmen, sonst schiebt der Poler dich durch Schlamm.
Bei den Salzpfannen ist es umgekehrt. Von etwa Dezember bis März ziehen Zehntausende Zebras in die Makgadikgadi Pans und die Nxai Pan, es wird grün, Fohlen kommen zur Welt, in guten Jahren stehen Flamingos in den Pfannen. Das ist eines der größten Tierschauspiele Afrikas und kaum jemand redet darüber. Dafür sind die Pisten matschig, das Gras hoch, und im Delta siehst du weniger. November ist oft der beste Kompromiss aus Preis und Erlebnis, mit dem Risiko, dass dich ein paar Nachmittagsgewitter erwischen.
Backpacker Budget in Botswana
Also eins ist schon mal klar, billig ist Botswana nicht. Es ist das teuerste Land im südlichen Afrika, teurer als Namibia, deutlich teurer als Sambia. Der Grund sind die Parkgebühren und die Tatsache, dass du für fast alles ein Fahrzeug brauchst. Wer aus Südafrika kommt und dort mit 40 Euro am Tag hingekommen ist, bekommt in Maun einen kleinen Schock.
Die Parkgebühren sind in den letzten Jahren kräftig gestiegen. Für 2026 werden für Chobe und Moremi rund 500 Pula pro Person und Tag für internationale Gäste genannt, das sind bei einem Kurs um 16 Pula je Euro etwa 31 Euro. Für die übrigen Parks wie Makgadikgadi, Nxai Pan und das Central Kalahari Game Reserve liegen die Sätze bei rund 380 Pula, also gut 23 Euro. Dazu kommt eine Fahrzeuggebühr von etwa 138 Pula in Chobe und Moremi und rund 90 Pula in den anderen Parks. Wichtig: Diese Sätze ändern sich häufig und werden pro angefangenem Tag berechnet, auch am Abreisetag. Prüf sie vor der Buchung direkt beim DWNP in Maun oder Kasane, verlass dich nicht auf Blogs. Auch nicht auf diesen hier.
Dazu kommt bei Einreise die Tourism Development Levy von 30 US-Dollar pro Person, zahlbar am Flughafen oder Grenzposten, für alle außer SADC-Bürger. Der Beleg gilt 30 Tage und für mehrfache Einreisen. Wer also einen Abstecher nach Simbabwe zu den Victoriafällen macht und zurückkommt, zahlt nicht doppelt.
Tägliches Budget pro Person etwa 95 bis 120 Euro im Selbstfahrer-Modus zu zweit
- Unterkunft und Camping 15-50 Euro
- Parkgebühren 23-31 Euro pro Parktag
- Essen aus dem Supermarkt 10-15 Euro
- Anteil Mietwagen bei zwei Personen 60-80 Euro
- Sprit je nach Etappe 10-25 Euro
Ohne eigenes Fahrzeug, also mit Bussen, Combis und einzelnen gebuchten Aktivitäten, kommst du auf etwa 45 bis 70 Euro am Tag. Das ist realistisch, aber du siehst dann eben deutlich weniger Wildnis und mehr Teerstraße.
Preiswert in Botswana Reisen
Der größte Hebel heißt Gruppe. Ein voll ausgestatteter 4×4 mit Dachzelt, Kühlbox und Campingküche kostet ab etwa 135 US-Dollar am Tag für einen Hilux, ein Land Cruiser liegt bei rund 170. Allein ist das Wahnsinn. Zu viert sind es 35 bis 45 Dollar pro Kopf, und plötzlich rechnet sich die Sache. In Maun findest du im Hostel oder über Couchsurfing-Alternativen ziemlich zuverlässig Leute, die dasselbe vorhaben. Das Old Bridge Backpackers ist dafür der klassische Treffpunkt.
Der zweite Hebel ist, Zwischenhändler wegzulassen. Für den Okavango kannst du direkt zum Okavango Kopano Mokoro Community Trust in Maun gehen statt über die Lodge zu buchen. Zuletzt gemeldete Sätze dort: rund 105 Pula Eintritt pro Person, etwa 315 Pula für den Poler pro Tag, rund 105 Pula für das Mokoro und ungefähr 105 Pula pro Nacht fürs Camping. Für zwei Leute mit einer Übernachtung landest du damit bei grob 45 bis 55 Euro pro Kopf, Zelt und Essen selbst mitgebracht. Ein voll betreutes Zwei-Nächte-Paket ab Maun mit Meru-Zelten, Koch und Transfer kostet dagegen 625 US-Dollar pro Person für die Saison 2026/2027. Beides hat seine Berechtigung, aber der Unterschied ist heftig.
Ganz ehrlich: Wer wenig Geld hat, sollte die teuren Parks weglassen statt sie halbherzig abzuklappern. Ein Tag Chobe Riverfront ab Kasane mit Bootsfahrt für 40 bis 50 Dollar und Pirschfahrt für 55 bis 64 Dollar zeigt dir mehr, als drei gestresste Tage in Moremi, für die du an jedem Gate 31 Euro pro Person plus Fahrzeug hinlegst. Kombitouren ab Kasane liegen bei 135 bis 185 Dollar pro Person, Parkgebühr meistens extra.
Ein paar Preise zum Einordnen aus Maun und Kasane:
- Bus Gaborone nach Francistown rund 155 Pula, etwa 10 Euro, 4 bis 6 Stunden
- Combi Francistown nach Nata rund 70 Pula, etwa 4,50 Euro
- Kurze Combi-Fahrt innerorts 5 bis 10 Pula
- Sprit rund 1,50 US-Dollar pro Liter
- Bier in einer Bar etwa 3 US-Dollar
- Teller Seswaa mit Pap in einem lokalen Laden ab etwa 10 US-Dollar
- Bett im Hostel in Maun oder Kasane um 30 US-Dollar
- Camping im Khama Rhino Sanctuary rund 93,50 Pula pro Person, Eintritt 71,50 Pula plus 88 Pula fürs Fahrzeug
Weitere günstige Ziele im Vergleich findest du in unserer Übersicht der billigsten Backpacker Länder. Botswana taucht dort aus gutem Grund nicht auf.
Backpacker Unterkünfte in Botswana
Das Unterkunftsangebot in Botswana ist gespalten wie kaum ein zweites. Auf der einen Seite Lodges im Delta für 900 Dollar die Nacht, auf der anderen Seite Campingplätze mit einer Dusche und einem Wasserhahn. Dazwischen gibt es wenig. Ein klassisches Hostel im südostasiatischen Sinne findest du praktisch nur in Maun und Kasane.
Wichtig zu verstehen: Die meisten Campsites in den Parks sind privatisiert. Du zahlst also zweimal. Einmal die Parkgebühr an das DWNP, einmal die Campgebühr an den Betreiber. In Moremi laufen South Gate und Xakanaxa über Kwalate Safaris, Third Bridge über die Xomae Group, Khwai North Gate über SKL Camps. In Chobe sind Savuti und Linyanti bei SKL. Die Preise dort liegen für internationale Gäste je nach Anbieter und Saison bei etwa 40 bis 60 US-Dollar pro Person und Nacht, für Camping, wohlgemerkt. Kinder zahlen meistens die Hälfte.
Deutlich günstiger sind die Camps, die das DWNP selbst betreibt, unter anderem im Central Kalahari Game Reserve mit Deception Valley, Kori und Xaka, im Kgalagadi Transfrontier Park und die zwei Plätze Njuca Hills und Tree Island im Makgadikgadi. Das sind einfache Plätze ohne Strom, oft ohne Wasser, und genau deshalb schlafe ich dort am liebsten. In der Khwai Community Concession direkt vor dem North Gate von Moremi kostet Magotho zuletzt rund 300 Pula pro Person, Matswere und Sable Alley eher 410 Pula.
Der wichtigste Tipp bei Camps in Botswana: Buch früh und schriftlich. Für Juli und August sind Third Bridge und Xakanaxa oft ein Jahr im Voraus weg. Und lies dir Bewertungen der Betreiber durch, bevor du überweist. Kwalate Safaris bekommt regelmäßig Kritik dafür, Geld zu nehmen und dann nicht mehr zu antworten. Wer keine schriftliche Bestätigung mit Platznummer hat, hat keine Buchung.
Als Alternative würde ich außerhalb der Parks campen und tageweise reinfahren. Rund um Maun liegen mehrere Plätze am Thamalakane River, in Kasane gibt es Campsites am Fluss, in Nata und Gweta Stopover-Camps an der Hauptstraße. Du sparst dir die teure Nacht im Park und zahlst nur den Eintritt für die Tage, an denen du wirklich drin bist. Zum Packen hilft dir unsere Backpacking Packliste, für Botswana ergänzt um Stirnlampe, Moskitonetz und einen ordentlichen Schlafsack.
Backpacker Trips, Tipps & Highlights in Botswana
Wer nach Reisezielen in Botswana sucht, sollte sich vorher ehrlich fragen, worauf er eigentlich steht. Das ist hier wichtiger als anderswo, weil jede Fehlentscheidung Geld kostet. Willst du Wasser, Kanäle und Vögel, gehst du ins Delta. Willst du Masse an Großwild, fährst du an den Chobe. Willst du Weite und Stille, fährst du in die Kalahari oder auf die Pfannen. Diese drei Botswanas fühlen sich völlig unterschiedlich an.
Mein persönlicher Favorit ist die Kombination aus Khwai und Savuti. Khwai liegt außerhalb der Reservatsgrenzen, deshalb sind dort Nachtfahrten und Buschwanderungen erlaubt, was in Moremi und Chobe verboten ist. Der Fluss zieht Elefanten und Leoparden an, und wer Glück hat, sieht Wildhunde. Das Camp liegt so, dass abends alles direkt vor dir vorbeiläuft. Savuti ist trockener, rauer und berühmt für Löwenrudel, die es tatsächlich auf Elefanten abgesehen haben.
Die schönsten Naturplätze in Botswana
Chobe Riverfront bei Kasane
Der zuverlässigste Ort des Landes. Späte Nachmittage auf dem Boot, Elefanten, die den Fluss durchqueren, Büffelherden auf Sedudu Island. Sechs Kilometer vom Ort zum Sedudu Gate.
Third Bridge und Mboma Island im westlichen Moremi, dazu die Lagunen bei Xakanaxa. Die Fahrt über die Holzbrücken ist das, was man aus Botswana-Dokus kennt. Achtung: Baden ist keine gute Idee, Krokodile.
Deception Valley im Central Kalahari. Ein fossiles Flussbett, im Januar und Februar voller Springböcke und Oryx, dazwischen Löwen mit dunkler Mähne. Absolute Stille, komplett anderes Botswana.
Die Baines Baobabs in der Nxai Pan, gemalt von Thomas Baines 1862 und seitdem kaum verändert. In der Regenzeit steht Wasser davor und das Motiv ist kaum zu schlagen. Kubu Island in der Sua Pan, eine Granitinsel voller Baobabs mitten in der Salzwüste, mit Steinmauern aus vorkolonialer Zeit. Der Panhandle bei Shakawe, wo der Okavango noch ein richtiger Fluss ist, gut für Angeln und Vogelbeobachtung. Und der Boteti River bei Khumaga im Makgadikgadi, wo sich in der Trockenzeit Zebras und Elefanten drängen.
Backpacker Highlights in Botswana
Die Mokoro-Fahrt im Okavango ist das eine Erlebnis, das ich niemandem ausreden würde. Du sitzt zwanzig Zentimeter über dem Wasser in einem Einbaum, der Poler steht hinter dir, es raschelt im Papyrus und du hörst nichts außer der Stange im Wasser. Der Punkt ist nur: Der Mokoro selbst ist ein Transportmittel, kein Programm. Das eigentliche Erlebnis sind die Buschwanderungen morgens und abends von der Insel aus. Wer ein reines Tagesausflugs-Mokoro für 180 Dollar bucht und danach enttäuscht ist, hat das Falsche erwartet.
Der Rundflug über das Delta ab Maun ist teuer und trotzdem sein Geld wert, weil du erst von oben begreifst, wie riesig und verzweigt das Ding ist. Rechne mit rund 100 Dollar für etwa 45 Minuten. Nimm einen Fensterplatz und lass die Kamera zwischendurch mal unten, sonst siehst du das Delta nur durch ein Display.
Was sich meiner Meinung nach nicht lohnt: die überteuerten „Cultural Village“-Besuche rund um Maun, bei denen dir für 40 Dollar zwanzig Minuten Tanz vorgeführt werden. Da verliert man nur Geld. Auch die Elefantenreit- und Streichel-Angebote im Grenzgebiet zu Simbabwe würde ich links liegen lassen. Als Alternative würde ich das Geld in einen zusätzlichen Tag Khwai stecken oder in einen Guide in Tsodilo, der dir die Felsbilder tatsächlich erklärt.
Für die Tsodilo Hills solltest du einen ganzen Tag einplanen. Die Anfahrt geht ab Shakawe rund 20 Kilometer über die A35 nach Ncamasere und dann über Sandpiste zum Eingang, ohne 4×4 wird das nichts. Vor Ort buchst du am Empfang einen der Trails, zuletzt rund 50 bis 70 Pula pro Erwachsenem plus etwa 120 Pula für den Guide. Sei geduldig, es kann passieren, dass nur ein Guide da ist und du zwei Stunden wartest. Ist mir so berichtet worden und passt zu allem, was ich sonst über den Ort weiß.
Zugfahren in Botswana
Kaum ein Reiseführer erwähnt es, aber Botswana hat einen Personenzug. Der BR Express fährt als Nachtzug zwischen Lobatse und Francistown, mit Halt in Gaborone, Mahalapye, Palapye und Serule. Die Strecke ist rund 640 Kilometer lang und läuft entlang der A1 quer durch den Osten des Landes. Für Selbstfahrer bringt das nichts, für alle, die ohne Auto unterwegs sind, ist es die angenehmste Art, die Nacht von der Hauptstadt in den Norden zu verbringen.
Die zuletzt veröffentlichten Preise: Gaborone nach Francistown 88 Pula in der Standardklasse, 146 Pula Business, 244 Pula erste Klasse. Lobatse nach Francistown liegt bei 102, 171 und 285 Pula. Von Francistown gab es zudem eine Anschlussverbindung nach Bulawayo in Simbabwe für rund 70 Pula. Gepäck sind 20 Kilo in der Standardklasse, 40 Kilo in Business und First.
Ein Hinweis, den ich dir schulde: Der Personenverkehr in Botswana wurde schon einmal komplett eingestellt, von 2009 bis 2016, und einzelne Quellen berichten von weiteren Unterbrechungen seit 2020. Ich kann dir nicht seriös sagen, ob heute jeden Tag ein Zug fährt. Frag direkt bei Botswana Railways nach oder ruf im Bahnhof Gaborone an, bevor du deine Route darauf aufbaust.
Wandern und Abenteuer in Botswana
Wandern ist in Botswana ein schwieriges Thema, und zwar aus einem einfachen Grund: In den meisten Schutzgebieten darfst du gar nicht aussteigen. Das Land ist voller großer Tiere, und die Regeln sind streng. Wer trotzdem zu Fuß unterwegs sein will, hat drei realistische Möglichkeiten.
Erstens die geführten Buschwanderungen von den Delta-Inseln aus, im Rahmen einer Mokoro-Tour. Morgens um sechs los, zwei bis drei Stunden mit dem Poler durch hohes Gras, Zebras und Gnus auf Sichtweite. Das ist kein Trekking, aber es ist die intensivste Form, in der du dem Delta begegnest.
Zweitens die Tsodilo Hills. Dort gibt es echte markierte Trails über Male Hill, Female Hill und Child Hill, die Female Hill ist am zugänglichsten und trägt die meisten Felsbilder. Der Male Hill ist mit rund 1.400 Metern die höchste Erhebung Botswanas und ein Aufstieg von etwa zweieinhalb Stunden. Nimm doppelt so viel Wasser mit, wie du für nötig hältst, Schatten gibt es kaum.
Drittens Community-Konzessionen wie Khwai, wo Walking Safaris mit bewaffnetem Guide erlaubt sind. Deutlich teurer als selbst laufen, dafür der einzige legale Weg, im Wildtiergebiet zu Fuß zu sein. Wer Adrenalin sucht, findet es eher jenseits der Grenze: Von Kasane sind es keine 80 Kilometer zu den Victoriafällen, wo Rafting und Bungee warten. Das gehört strenggenommen zu Simbabwe und Sambia, aber fast jeder baut es in seine Botswana-Route ein.
Essen und Trinken in Botswana
Die botswanische Küche ist bodenständig und fleischlastig. Kompliziert wird hier nichts. Rinderzucht ist neben Diamanten und Tourismus ein Standbein der Wirtschaft, und das merkst du auf jedem Teller. Das Nationalgericht heißt Seswaa: Rind oder Ziege, stundenlang in Salzwasser gekocht, bis das Fleisch in Fasern zerfällt, dann im Topf zerstampft. Dazu gibt es Pap oder Bogobe, ein Maisbrei, den man mit der Hand isst, und Morogo, wilder Blattspinat. Für ungefähr 85 bis 95 Pula bekommst du in einem lokalen Laden einen Teller, von dem du satt wirst.
Die Spezialität, über die alle reden, sind Phane. Das sind die Raupen des Mopane-Falters, getrocknet oder in Tomatensoße gedünstet, gesammelt in den Mopanewäldern im Osten. Sie schmecken erdig und ein bisschen nach Nuss, die Konsistenz ist gewöhnungsbedürftig. Ich habe sie in Nata probiert und würde sagen: einmal muss man das machen. Zweimal muss man nicht.
Getrunken wird viel Tee, oft süß mit Milch, und in ländlichen Gegenden Bojalwa ja Setswana, ein selbstgebrautes Sorghumbier. Die industrielle Variante heißt Chibuku und kommt im Pappkarton, den man vor dem Trinken schüttelt. Das Zeug ist sauer, dickflüssig und für europäische Zungen ein echter Test. Wer es lieber normal mag: St Louis und Kgalagadi sind die üblichen Lagerbiere, ein Bier in der Bar kostet um die 3 Dollar. Alkohol wird in Botswana übrigens besteuert und der Verkauf ist zeitlich eingeschränkt, sonntags kann es schwierig werden.
Für Selbstversorger ist die Sache einfach: Choppies, Spar und Pick n Pay in Maun, Kasane, Nata und Ghanzi. Maun ist der letzte richtig gute Einkaufsort vor dem Norden, danach wird es dünn und teuer. Kauf Gemüse, Eier, Fleisch und Wasser dort in Ruhe ein, nicht an der Tankstelle in Gweta. Und rechne mit mindestens fünf Litern Wasser pro Person und Tag, wenn du im Oktober in der Kalahari unterwegs bist.
Backpacker Visum und Impfungen in Botswana
Die Einreise nach Botswana ist für Deutsche, Österreicher und Schweizer unkompliziert. Laut Auswärtigem Amt benötigen deutsche Staatsangehörige mit regulärem Reisepass kein Visum, die Einreiseerlaubnis für touristische Zwecke wird gebührenfrei an der Grenze erteilt. Reisedokumente für die Einreise sind:
- Reisepass: Ja
- Vorläufiger Reisepass: Nur mit gültigem Visum
- Personalausweis: Nein
- Kinderreisepass: Ja
Anmerkungen: Der Pass sollte bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein und über mehrere freie Seiten verfügen. Der Aufenthalt ist auf maximal 90 Tage pro Kalenderjahr beschränkt, verlängern kannst du in einem Immigration Office in Gaborone, Maun oder Francistown. Für Kinder unter 18 Jahren musst du eine Geburtsurkunde im Original oder als beglaubigte Kopie mitführen, bei Reisen mit nur einem Elternteil zusätzlich eine beglaubigte Vollmacht des anderen. Gelegentlich wird nach ausreichenden Geldmitteln oder einem Rückflugticket gefragt. Und nicht vergessen: die 30 US-Dollar Tourism Development Levy bei Ankunft.
Wer Botswana mit Simbabwe oder Sambia kombiniert, braucht dort separate Visa. Simbabwe kostet 30 US-Dollar für Single Entry und 45 für Double Entry, Sambia 50 beziehungsweise 80 Dollar. Wer über Victoria Falls ein- und ausfliegt, nimmt das Double Entry. Bargeld in US-Dollar mitbringen, die Automaten am Grenzübergang sind regelmäßig leer.
Impfungen und medizinische Hinweise
Eine Gelbfieberimpfung wird nur verlangt, wenn du aus einem Gelbfieberendemiegebiet einreist. Die EU und die Schweiz gehören nicht dazu, Südafrika, Sambia und Simbabwe momentan ebenfalls nicht. Wer allerdings vorher in Kenia, Tansania oder Uganda war, sollte den Impfpass dabeihaben. Botswana selbst gilt als gelbfieberfrei.
Malaria ist im Norden real, also im Okavango Delta, in Ngamiland und im Chobe-Gebiet, mit dem höchsten Risiko in und kurz nach der Regenzeit zwischen November und Juni. Der Süden und die zentrale Kalahari gelten als deutlich risikoärmer. Ob Prophylaxe oder Notfallmedikament sinnvoll ist, hängt von Route, Jahreszeit und deiner Vorgeschichte ab. Das gehört zu einem Tropenmediziner, nicht in einen Reiseblog, und der Termin sollte sechs bis acht Wochen vor Abflug stehen. Konsequenter Mückenschutz mit DEET, langen Ärmeln ab Sonnenuntergang und Moskitonetz gehört in jedem Fall dazu.
Empfohlen werden ansonsten die Standardimpfungen inklusive Tetanus, Diphtherie und Polio, dazu Hepatitis A. Bei längeren Aufenthalten, Camping und Rucksackreise kommen Typhus, Hepatitis B und Tollwut in Betracht. Tollwut ist bei Wanderungen und in ländlichen Gebieten kein exotisches Thema, streunende Hunde gibt es genug.
Zwei praktische Dinge zum Schluss: Die medizinische Versorgung ist in Gaborone ordentlich, in Maun und Kasane brauchbar, in den Parks nicht vorhanden. Der nächste Arzt kann sechs Stunden Fahrt entfernt sein. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholung ist für Botswana keine Formalie, sondern Pflicht. Und trink kein Wasser aus stehenden Gewässern, Bilharziose ist im Delta ein Thema.
Wer nach Botswana noch weiter will: Backpacking in Afrika gibt dir den Überblick, und für die naheliegenden Kombinationen lohnen sich Südafrika, Tansania und Sansibar.