Kostenlos Übernachten: 8 Couchsurfing Alternativen

Couchsurfing

Couchsurfing erfreut sich seit einigen Jahren besonders in der Backpacker-Community großer Beliebtheit. So lässt sich beim Übernachten trotz vieler günstiger Hostelangebote noch etwas Geld sparen und schnell Kontakte knüpfen. Doch Couchsurfing selbst, das einst als Tauschbörse für Übernachtungsmöglichkeiten startete, ist längst keine Gegenbewegung zur kommerziellen Tourismusbranche mehr. Mit der Kommerzialisierung der Onlineseite ist für viele die eigentliche Authentizität des Netzwerks verloren gegangen. Es gibt jedoch noch einige alternative Gastfreundschaftsnetzwerke zum kostenlosen Übernachten und Leute kennenlernen.

Couchsurfing hat mit seinen über 12 Millionen Mitglieder*innen definitiv das weltweit größte Netzwerk unter Reisenden, allerdings ist die angebotene Verifizierung teuer. Du zahlst 60 USD bzw. 54 Euro für eine lebenslange Verifizierung und kannst in der kostenlosen Version nur zehn Anfragen pro Woche versenden.

Couchsurfing Alternativen

Das Geld fließt in ein Unternehmen, das zu diesem Zweck gekauft wurde und immer mehr und größere Investoren anlockt. Zudem bietet die Verifizierung der Handynummer oder Adresse kaum Sicherheit, es gibt immer noch genügend Fake-Accounts und unseriöse Anfragen. Und mal so unter uns: Die Postkarte zur Verifizierung der Adresse kann von jedem empfangen werden. Außerdem finden viele, dass die Plattform inzwischen schon zu groß und zu standardisiert geworden ist und von einigen Mitglieder*innen für unseriöse und unangemessene Zwecke (schon fast als zweites Tinder) genutzt wird.

Daher stellen wir euch hier ein paar Alternativen zum Marktführer vor:

1. Hospitality Club

Beim Hospitality Club steht nicht unbedingt der kostenlose Schlafplatz oder die Low-Budget-Reise im Vordergrund, es geht vielmehr um den Kulturaustausch. Im Jahre 2000 in Dresden gegründet, ist der Hospitality Club die älteste Couchsurfing Plattform. Von Malta und Luxembourg bis nach Zimbabwe ist der Hospitality Club mit über 320.000 Mitglieder*innen weltweit aktiv.  Besonders stark vertreten ist die Community in Europa, besonders in Frankreich, Deutschland, Schweiz oder Spanien als auch in den USA, den Vereinigten Emiraten, auf den Philippinen und in Indonesien, um nur ein paar zu nennen. Die Webseite wirkt auf den ersten Blick nicht besonders schön oder funktional, bietet aber alle wichtigen Funktionen wie ein Diskussionsforum, eine Suchleiste und einen Messenger-Dienst sowie Anzeigen als auch Gesuche.

2. BeWelcome

BeWelcome ist eine der bekanntesten Alternativen zu Couchsurfing. Die Webseite wurde 2007 von Mitglieder*innen des Hospitality Clubs gegründet. BeWelcome zählt inzwischen etwa 120.000 User*innen in weltweit 2016 Ländern. Anders als bei Couchsurfing steht hier keine Firma mit wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund, die Internetseite wird allein durch ihre Freiwilligen betrieben. Du wirst zwar nicht überall einen Schlafplatz bekommen, doch sicherlich in Europa und anderen beliebten Reiseländern.

3. Global Freeloaders

Global Freeloaders ist ein weiteres schon länger bestehendes Couchsurfing Netzwerk, dessen Website auf den ersten Blick  einen negativen Eindruck vermittelt. Die Seite ist jedoch sehr direkt und gerade auf den Punkt gebracht: Günstig um die Welt kommen. Wie der Name schon andeutet, geht es hier nur wenig um den kulturellen Austausch, sondern in erster Linie darum, einen kostenlosen Schlafplatz zu finden. Sie macht sich also das zu nutzen, was viele an Couchsurfing kritisieren. Es geht um das Nehmen und weniger um das Geben oder den Austausch dazwischen. Dafür weiß man immerhin, wo man dran ist. Die über 120.000 Nutzer*innen verteilen sich über die ganze Welt, doch die meisten sind in Europa, Australien oder den USA zu finden. Eine Besonderheit ist die Rundmail, mit der man gleich eine Anfrage an eine ganze Stadt versenden kann.

Couch surfen

4. Staydu

Bei Staydu hast du gleich drei Möglichkeiten bei anderen Menschen auf deinen Reisen unterzukommen: gegen kleines Geld, eine Hilfeleistung oder kostenlos. Nach was genau die über 17.000 Nutzer*innen aus weltweit 102 Ländern schauen, geben sie jeweils in ihrem Profil an. Die Staydu Community ist zwar noch am Wachsen, aber die Community ist freundlich und transparent für ihre Wünsche. So kannst du deinen Hosts für die kostenlose Couch etwas zurückgeben. Staydu ist besonders für längere Aufenthalte an einem Ort geeignet.

5. LGHEI

LGHEI (ausgesprochen Elle-Gay) ist ein Gastfreundschaftsnetzwerk speziell für Reisende der LGBTQIA+ Community. Die 1998 gegründete NGO hat über 500 eingetragene Gastgeber*innen in über 30 Ländern. In der Community werden keine Arten des Rassismus oder der Diskriminierung geduldet.  Die Forenregeln raten, dass man sich zu Beginn nicht länger als zwei Tage bei einem oder einer Gastgeber*in einbuchen sollte, um mögliche unangenehme Situationen zu vermeiden. Der Beitritt in die LGHEI Community kostet allerdings 20 Euro.

6. WWOOF

WOOF steht für World-Wide Opportunities on Organic Farms. Die WOOF Community verbindet Menschen mit einem naturverbundenen Lebensstil. Hier hast du die Möglichkeit, im Gegenzug für Verpflegung und einen Schlafplatz als Freiwilligenarbeiter*in bei der Arbeit auf einem ökologischen Bauernhof oder Selbstversorgerhof in über 60 Ländern auf der ganzen Welt verstreut zu helfen. WWOOF hat weltweit 90.000 Mitglieder und verbindet Konsumenten und Produzenten der ökologischen Landwirtschaft. WOOF Hosts dürfen kein Geld von ihren Freiwilligenarbeiter*innen verlangen und die täglichen Arbeitszeiten sollten sich auf vier bis fünf Stunden beschränken.

7. Warmshowers

Wenn du leidenschaftliche*r Fahrrad-Tourist*in bist, dann ist Warmshowers genau das richtige Netzwerk für dich! Über 79.000 Hosts in weltweit 161 Ländern haben ein Bett oder eine Couch und einen Fahrradschuppen für andere Fahrradbegeisterte bereit. Das 1993 gegründete Gastfreundschaftsnetzwerk ist eine eingetragene Non-Profit-Organisation, deren Webseite von Freiwilligen verwaltet wird. Dort kannst du eine Couch, einen Zeltplatz im Garten, eine warme Mahlzeit oder auch nur eine nette Unterhaltung bei einem Bier, Geschichten und Weghinweise über einem kühlen Thekenbier finden.

Auf Katzen aufpassen

8. Trusted Housesitters

Anstatt nur einer Couch oder Matratze  kannst du auch gleich ein ganzes Haus für dich haben, wenn du in der Zwischenzeit auf die tierischen Hausbesitzer aufpasst. Auf Trusted Housesitters schauen Gastgeber*innen nach vertrauenswürdigen Tier- und Hausbetreuer*innen, die während ihres Urlaubs das Haus oder die Wohnung bewachen. Als Gegenleistung kannst du dort für die Zeit kostenlos leben. Das Gute daran ist, dass du die Wohnungen oder Häuser meist für eine längere Zeit, mehrere Wochen oder gar Monate, bewohnen kannst. Dafür sind jedoch 100 Euro Anmeldegebühr fällig.

Für alle genannten Webseiten und Netzwerke solltest du zumindest grundlegende Englischkenntnisse besitzen, um eine möglichst große Auswahl an Hosts zu haben und dich vor Ort mit deinen Gastgeber*innen unterhalten zu können. Nur mit etwas Glück findest du auch deutsche Hosts in anderen Reiseländern. Normalerweise sprechen die Menschen die lokale Landessprache und Englisch. Nur so kannst du sicher gehen, dass du das Reiseland aus dem Blickwinkel der Einheimischen kennenlernst und mit lokalen Insider-Tipps versorgt werden kannst, nach denen du in jedem Reiseführer vergeblich suchen würdest.

Wenn du dir immer noch zu unsicher bist auf deiner Reise bei fremden Menschen zu übernachten, kannst du auch die Horizon App ausprobieren. Sie scannt deine sozialen Netzwerke und sucht nach möglichen Übernachtungsmöglichkeiten in deinen unmittelbaren und entfernteren Bekanntenkreisen, deinen Freundes-Freunden und dazugehörigen Interessengruppen.

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