Backpacking auf den Seychellen durch Ethnotourismus

Seychellen Strände

Ihr habt die Nase voll von den typischen Backpacker-Reisezielen und wollt eigentlich nur mal die Natur in ihrer reinsten Form erleben? Ihr sehnt Euch nach einsamen Stränden, authentischen Unterkünften, günstigen und kulinarischen Köstlichkeiten, sowie friedlichen, aufgeschlossenen Landsleuten? Dann erzähle ich Euch hiermit ein Geheimnis, welches Ihr aber für Euch behalten müsst… Preiswertes Backpacking auf den Seychellen ist in Form von Ethnotourismus möglich. Noch dazu könnt Ihr eine Inselvielfalt entdecken, die Ihr so bestimmt nirgends mehr auf unserem wunderschönen Paradies-Planeten Erde findet. Wie Ihr auf der Granit- und Koralleninselgruppe im indischen Ozean günstiger als andere Touristen über die Runden kommt und was unter Ethnotourismus genau verstanden wird, zeige ich Euch in diesem Artikel…

Der Hintergrund einer Vermarktung der Luxus-Reise-Destination

Wie die Überschrift schon sagt, werden die Seychellen oft zuerst mit teuren Luxus-Resorts und 5-Sterne Hotels assoziiert. Dieses Bild spiegelt jedoch nur ein bewusst gewolltes Image wieder und beinhaltet vor allem eine ökologische Strategie, welche dem Massentourismus den Rücken zukehrt. Auf gut Deutsch: den „Mann mit dem eher kleineren Geldbeutel“ möchte die Regierung lieber abschrecken.

Kurz gesagt will man die Inselschönheit auf den Seychellen durch nachhaltige Tourismuskonzepte bewahren – im Wohle der Umwelt und der Einheimischen. Dies hat zum Beispiel zur Folge, dass die meisten Hotels in die Umgebung so integriert werden, dass sie die wunderschöne Natur nicht verschandeln.

Außerdem sind ALLE Strände auf den Seychellen öffentlich und für jeden zugänglich, wo beispielsweise Mauritius und die Malediven mit ihrer Privatisierung der Strände durch die internationalen Hotelketten einpacken können. Jedoch hat der Luxustourismus natürlich auch seinen Preis und ist gerade für uns „Rucksack-Touris“, die ein Land authentisch erleben und keine Tausende von Euro pro Nacht ausgeben wollen, meist ein „NoGo“.

Seychellen Öko Hotels

Seychellen Öko Hotels

Backpacking auf den Seychellen nennt sich Ethnotourismus

 Die positive Nachricht für uns Backpacker ist, dass diese nachhaltige Strategie dann doch vor einigen Jahren von der Regierung modifiziert wurde und der einheimischen Bevölkerung somit erlaubte, selbst Gasthäuser und Apartments zu eröffnen und zu vermieten. Damit spreche ich auch schon direkt den Ethnotourismus an, welchen ich selbst zum Hauptthema meiner vergangenen Feldforschung auf den Seychellen gemacht habe.

Dieser bedeutet nämlich, dass man Tourismus im Sinne der „Locals“ betreibt, die Kultur und Landsleute besser kennenlernen will, gleichzeitig selbst Geld dabei spart und das Einkommen der Einheimischen unterstützt. Man verzichtet dabei nur einfach auf die typischen westlichen Standards, die sich die meisten Europäer bei der Unterkunftswahl nicht wegdenken können.

Die Übernachtung in einem Gästehaus bekommt man übrigens schon um umgerechnet 30-40 Euro pro Person pro Nacht mit Frühstück und teilweise um 60 Euro mit Halbpension. Aus eigener Erfahrung heraus kann ich nur sagen, dass wirklich alle Unterkünfte, in denen ich mich während meiner Reise aufgehalten habe, in einem sehr guten Zustand waren.

Die Übernachtungspreise hören sich vielleicht im Vergleich zu Bali und Co noch immer sehr teuer an – sie sind jedoch für die Seychellen ein absoluter Knaller und immer noch günstiger als andere Orte dieser Welt! Außerdem müsst Ihr Euch bewusst sein, dass Natur und Nachhaltigkeit sich eben gerade in den sauberen und beinahe leeren Bilderbuch-Stränden widerspiegeln. Ihr investiert (nur) auf diese Art und Weise direkt in die einheimische Bevölkerung.

Sind die Seychellen arm?

Eine Kokosnuss kann auf den Seychellen nicht umgerechnet 50 Cent wie in Thailand kosten – ihr zahlt hier eben eure 3 Euro. Jedoch könnt Ihr dann auch zurecht annehmen, dass es diesem Land einfach wirtschaftlich schon bessergeht als anderen Schwellen- oder Drittländern. Die Seychellen haben durch ihren sanften Tourismus schon längst eine kleine Erfolgsgeschichte schreiben können und gelten deshalb als der vermögendste Inselstaat in ganz Afrika.

„Richtige Armut“, und damit meine ich Menschen die nichts zum Anziehen oder zum Essen haben, werdet Ihr dort nicht antreffen, da die Seychellen einen guten Sozialstaat aufweisen. Es gibt dort sogar Arbeitslosengeld, eine kostenlose medizinische Versorgung, sowie geförderte Bildungsprogramme und universitäre Einrichtungen für die Seychellois. Meiner Meinung nach sind das erfreuliche Tatsachen und Entwicklungen in Bezug auf ein tropisches Land und einem Inselstaat, der tausende Kilometer weit weg vom Festland entfernt liegt.

Ganz konkret kann ich zukünftigen Ethno-Touristen das Hotel Lazare Picault auf Mahe oder Apartments im Hauptort Beau Vallon empfehlen, welche noch für kleinere Preise angeboten werden. Dieser Ort ist nämlich der „Touristischste“ auf der Hauptinsel Mahé und deshalb um einiges günstiger.

Auf La Digue müsst Ihr unbedingt ins Rising Sun Gästehaus. Nehmt dort unbedingt die Halbpension in Anspruch, falls es diese Option gibt. Der Besitzer wird Euch jeden Abend mit leckeren kreolischen Spezialitäten und Fischgerichten aus eigenem Fischfang verzaubern. Ansonsten schaut Euch einfach auf Airbnb um. Diese Seite empfiehlt sich am meisten, da hier die Einheimischen am wenigsten Abschlag haben.

Seychellen Lazare Picault Hotel

Seychellen Lazare Picault Hotel

„Take-Aways“ und kostenfreie Strände

Auf den Seychellen könnt Ihr Euch außerdem aufgrund der sicheren Lage frei herumbewegen und kostenfrei beinahe alle Strände (außer die berühmte, filmreife Anse Source D’Argent in einem Naturschutzgebiet) besuchen. Auf den größeren Hauptinseln Mahé und Praslin könnt Ihr Euch mittels eines Mietautos fortbewegen, die vorher günstiger übers Internet zu erwerben sind. Auch Fährverbindungen können zwischen den Inseln entweder davor übers Internet oder spontan am Hafen gebucht werden.

Außerdem gibt es wunderschöne Wanderwege durch Regen- oder Palmenwälder (Vallee de Mai auf Praslin), die relativ gut ausgeschildert sind. Auf La Digue könnt Ihr Euch aufs Fahrrad schwingen oder zu Fuß die Insel entdecken. Diese gibt es entweder direkt in der Unterkunft oder auf der Straße um bereits 7 Euro zu erwerben – und was gibt es besseres, als eine selbstzusammengestellte Tour um so einen sensationellen Tagesdeal?

Wenn dann ein Vegetarisches-, Fisch- oder Fleisch-Gericht auch nur 3 bis 4 Euro kostet, ist man wohl endgültig im Paradies angekommen. Die sogenannten „Take-Aways“ auf den Seychellen sind zwar nicht wie der Sand am Meer anzufinden, jedoch gibt es immer wieder welche in unmittelbarer Umgebung. Das Beste an diesen kleinen Läden ist, dass sie von Einheimischen geführt werden und auch fast nur Seychellois dort anzutreffen sind.

Wie durch Zufall haben wir auf unserer Seychellen-Reise diese versteckten Buden entdeckt, da wir ein paar Einheimischen in ihrer Mittagspause gefolgt sind. Wir sind froh, dass wir fürs Essen nicht mehr als 10 Euro am Tag gebraucht haben, denn in einem durchschnittlichen Restaurant zahlt man locker 25 Euro pro Nase für eine Hauptmahlzeit und ein Getränk.

Seychellen La Digue

Seychellen La Digue

„We are Creoles“ – die Besonderheit der Seychellois

Des Weiteren werdet Ihr von den Menschen dort, den sogenannten „Seychellois“ bzw. „Kreolen“ nicht genug bekommen. Dadurch, dass die Seychellen im 17. Jahrhundert und somit erst relativ spät besiedelt wurden, war das Volk von Tag 0 an durchmischt – bedingt durch den britischen und französischen Kolonialismus, Sklavenhandel und den Gastarbeitern aus Asien. Es gibt auf diesen Inseln daher so gut wie keinen Rassismus.

Der Minister for Tourism Maurice Laustau-Lalanne nennt die Seychellen deshalb auch „Rainbow Nation“, da alle Religionen, Minderheiten und Hautfarben akzeptiert und respektiert werden. Diese positive Atmosphäre werdet Ihr in Form von Festivals, Gesang, Reggae- und Tanzaufführungen am Strand oder in der Hauptstadt Victoria widerfinden und genießen können.

Seychellen Seychellois

Seychellen Seychellois

Egal ob Ihr also Ruhe und Frieden, oder auch Abwechslung in Bezug auf Aktivitäten in Eurem Urlaub sucht… Backpacking auf den Seychellen durch Ethnotourismus ist wirklich eine Erfahrung wert. Auch wenn die Seychellen nicht als das günstigste Plätzchen Erde gelten, sind sie jeden Cent wert… Denn hinter dem Image der Luxus-Destination steht eine einzigartige Tropenlandschaft und aufgeschlossene Ethnie, die nur darauf wartet, Euch den Garten Eden zu zeigen.

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