Backpacking in Turkmenistan
Turkmenistan ist das Land, das kaum jemand auf dem Zettel hat und das trotzdem jeder kennt, sobald man das Wort „brennendes Loch in der Wüste“ fallen lässt. Rund 70 Prozent der Fläche sind Karakum, also Sandwüste. Dazwischen liegen eine weiße Marmorhauptstadt, die aussieht wie eine Filmkulisse ohne Statisten, alte Seidenstraßenruinen und ein Regime, das dir vorschreibt, wo du schläfst und wer neben dir sitzt. Backpacking im klassischen Sinn geht hier nicht. Trotzdem lohnt es sich.
Ich sag es gleich vorweg, damit niemand falsche Erwartungen mitbringt: Turkmenistan ist eines der teuersten Länder Zentralasiens für Reisende, obwohl im Land selbst fast alles spottbillig ist. Klingt paradox, ist es auch. Wer aus Kasachstan oder dem Iran kommt und günstiges Reisen gewohnt ist, bekommt hier einen Schlag ins Kontor. Lasst uns trotzdem mal durchgehen, was das Land kann, was es kostet und wo du dein Geld sinnlos verbrennst.
Reisen in Turkmenistan ist anders
Vergiss alles, was du über Backpacking gelernt hast. In Turkmenistan gibt es kein Aufspringen auf den nächsten Bus, kein spontanes Umplanen, kein Couchsurfing bei netten Leuten. Für ein Touristenvisum brauchst du eine Einladung von einer lizenzierten turkmenischen Agentur, und mit dieser Einladung kommt automatisch ein Guide. Der begleitet dich für die komplette Dauer deines Aufenthalts. Deine Route wird vorher eingereicht und genehmigt. Eine Reisende berichtet, dass sie sogar eine Freigabe brauchte, um in einem anderen Restaurant essen zu gehen als geplant.
Das klingt erstmal furchtbar. In der Praxis ist es halb so wild, weil die Guides meistens keine Aufpasser im schlechten Sinn sind, sondern normale Leute, die deinen Kram organisieren. Aber du solltest wissen, worauf du dich einlässt. Wer Freiheit sucht, findet sie in Mongolei oder Kirgistan. Wer sehen will, wie ein hermetisch abgeriegelter Petrostaat von innen aussieht, ist hier goldrichtig.
Die Besucherzahlen sind entsprechend winzig. Turkmenistan zählt zu den am wenigsten bereisten Ländern der Welt und wird in der Traveler-Szene regelmäßig in einem Atemzug mit Nordkorea genannt. Der Vergleich hinkt an vielen Stellen, aber beim Punkt „du kommst nicht allein rein“ stimmt er ziemlich genau.
Kultur in Turkmenistan
Die Turkmenen waren bis vor wenigen Generationen Nomaden, und das merkst du überall. Der Teppich ist hier kein Bodenbelag, sondern Nationalsymbol. Die fünf großen Stammesornamente, die Göl, stehen im Staatswappen und in der Flagge. Es gibt ein eigenes Teppichmuseum in Aschgabat und einen eigenen Feiertag für Teppiche. Wer sowas albern findet, hat noch keinen turkmenischen Teppich aus der Nähe gesehen.
Das zweite große Ding ist das Pferd. Der Achal-Tekkiner mit seinem metallisch schimmernden Fell gilt als eine der ältesten Reitpferderassen überhaupt und taucht ebenfalls im Staatswappen auf. Rund um Gökdepe kannst du auf private Gestüte, wo dir die Besitzer ihre Tiere vorführen. Das ist einer der wenigen Momente, in denen sich turkmenischer Stolz nicht nach Staatspropaganda anfühlt, sondern nach echter Begeisterung.
Dann wäre da noch der Personenkult. Saparmyrat Nyýazow, der sich selbst Turkmenbaschi nannte, hat das Land bis 2006 regiert und dabei Monate umbenannt, ein eigenes Buch zur Pflichtlektüre gemacht und sich vergolden lassen. Sein Nachfolger Gurbanguly Berdimuhamedow hat den Stil übernommen und weitergebaut, inzwischen regiert dessen Sohn Serdar. Goldene Reiterstatuen, Präsidentenporträts in jedem Amtszimmer, riesige leere Prachtboulevards. Du wirst das dauernd sehen und solltest es nie kommentieren. Zivilpolizei ist in Aschgabat kein Gerücht.
Die russische Sprache hilft übrigens enorm. Englisch sprechen außerhalb der Tourismusbranche extrem wenige Leute, Deutsch praktisch niemand.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten in Turkmenistan
Turkmenistan hat drei Welterbestätten der UNESCO, und alle drei sind Seidenstraßen-Schwergewichte. Merw war im 12. Jahrhundert zeitweise eine der größten Städte der Welt, bis die Mongolen kamen. Konye-Urgentsch war die Hauptstadt von Choresm. Nisa war die erste Hauptstadt der Parther, jener Leute, die dem Römischen Reich jahrhundertelang die Ostgrenze zugemacht haben. Dazu kommen Orte, die es nie in die Listen geschafft haben und trotzdem beeindrucken. Hier die Übersicht:
- Alt-Merw bei Mary (UNESCO), riesiges Ruinenareal mit dem Mausoleum von Sultan Sandschar
- Konye-Urgentsch bei Daschogus (UNESCO), Minarett des Kutlug Timur und das Mausoleum der Törebeg Chanym
- Parthische Festungen von Nisa bei Aschgabat (UNESCO)
- Gonur Depe, bronzezeitliche Palastanlage der Margiana-Kultur nördlich von Mary
- Aschgabat mit Neutralitätsmonument, Unabhängigkeitsdenkmal und dem sternförmigen Hochzeitspalast
- Nationales Teppichmuseum Aschgabat
- Staatliches Historisches Museum Aschgabat, nach Aussage vieler Reisender das beste Museum Zentralasiens
- Gypjak-Moschee bei Aschgabat, Grabmoschee von Nyýazow
- Gökdepe-Moschee, Gedenkort für die Schlacht von 1881 gegen die Russen
- Astana Baba und Alamberdar, mittelalterliche Mausoleen im Osten bei Atamurat
- Bergdorf Nokhur im Kopet Dag mit seinem Friedhof voller Steinbockhörner
- Altyn Asyr Basar (Tolkutschka) am Rand von Aschgabat
- Dinosaurier-Plateau bei Hojapil im Koytendag
- Mausoleum von Paraw Bibi, Pilgerort an der Straße nach Westen
- Gozli Ata, abgelegener Wallfahrtsort in der Wüste nahe Yangykala
Turkmenistanreise: Was gibt es zu beachten?
Ein paar Dinge solltest du vor der Buchung wissen, weil sie deine Reise komplett bestimmen.
Erstens die Fotografie. Regierungsgebäude, Militär, Polizei, Flughäfen und Bahnhöfe sind tabu. In Museen zahlst du oft extra fürs Fotografieren, und zwar in kleinen Dollarnoten. Nimm einen Stapel Einer mit. Bei allem, was du nicht einordnen kannst, fragst du kurz deinen Guide. Der weiß, wo die Grenze verläuft, und hat kein Interesse an Ärger.
Zweitens das Internet. Facebook, Instagram, WhatsApp und ein großer Teil des restlichen Netzes sind blockiert. VPNs sind offiziell verboten. Die Verbindung gilt ohnehin als eine der langsamsten weltweit. Plane also damit, für ein paar Tage weg vom Netz zu sein, und sag zu Hause vorher Bescheid.
Drittens Bargeld. Ausländische Karten funktionieren praktisch nirgends, Geldautomaten spucken dir nichts aus. Du bringst deine gesamten Ausgaben in US-Dollar in bar mit, saubere Scheine ohne Risse.
Viertens Rauchen. In der Öffentlichkeit ist es außerhalb ausgewiesener Zonen verboten, und das wird auch durchgesetzt. Tabak als Gastgeschenk ist ebenfalls keine gute Idee.
Fünftens Sperrgebiete. Das Visum gilt nicht automatisch für Grenz- und Naturschutzgebiete. Wer nach Daschogus, ins Koytendag oder in Reservate wie Repetek will, muss das laut Auswärtigem Amt schon im Visumsverfahren angeben. Eine Agentur macht das mit, wenn du es frühzeitig sagst. Kommt der Wunsch erst vor Ort, ist die Sache meistens gelaufen.

Backpacker Routen in Turkmenistan
Backpacker Routen in Turkmenistan sind keine freie Bastelei, sondern eine Verhandlung mit deiner Agentur. Trotzdem hast du mehr Spielraum, als die meisten denken. Die Standardtouren fahren alle dieselbe Achse: Aschgabat, Darvaza, Konye-Urgentsch, dann raus nach Usbekistan. Das ist die Drei-Tage-Variante, die dir jeder Anbieter zuerst anbietet, weil sie sich gut verkauft.
Wer mehr Zeit hat, sollte die Strecke aufmachen. Der Westen mit Yangykala und der Kaspiküste ist landschaftlich das Beste, was das Land zu bieten hat, und taucht in Kurztouren nie auf. Der Osten mit Koytendag ebenfalls nicht. Entscheidend sind wie immer Zeit und Budget, wobei Budget hier schwerer wiegt als anderswo, weil jeder zusätzliche Tag direkt Geld kostet. Hier zwei Vorschläge:
Route 1: Der Klassiker (7-9 Tage)
- 2 Tage: Aschgabat mit Nisa, Teppichmuseum und Historischem Museum
- 1 Tag: Gökdepe, Achal-Tekkiner-Gestüt und Unterwassersee Kow Ata
- 1 Tag: Bergdorf Nokhur im Kopet Dag, Übernachtung im Homestay
- 1 Nacht: Darvaza Gaskrater, Zelt oder Jurte direkt am Loch
- 1 Tag: Konye-Urgentsch und Daschogus
- 2 Tage: Mary, Alt-Merw und Gonur Depe
- 1 Tag Puffer für Inlandsflüge, die gern mal ausfallen
Route 2: All or Nothing (14-18 Tage)
Die oben genannten Ziele sind auch hier Teil des Trips
- 1 Tag: Fahrt nach Balkanabat, unterwegs Halt am Pilgerort Paraw Bibi
- 2 Tage: Yangykala Canyon mit Übernachtung auf dem Plateau
- 1 Tag: Gozli Ata und die Salzwüste Richtung Garabogaz
- 1-2 Tage: Turkmenbaschi und die Ferienzone Awaza am Kaspischen Meer
- 1 Tag: Wüstensiedlung Damla mitten im Karakum, Kamelmilch inklusive
- 1 Tag: Flug nach Turkmenabat und Fahrt Richtung Osten
- 2-3 Tage: Koytendag mit Dinosaurier-Plateau, Umbar-Dere-Schlucht und Wasserfall
- 1 Tag: Astana Baba und Alamberdar bei Atamurat
- 1-2 Tage: Basartage in Aschgabat, Altyn Asyr am Sonntagvormittag
Die zweite Route kostet dich schnell das Dreifache. Ob dir das der Westen wert ist, musst du selbst wissen. Ich würde es machen, weil Yangykala ehrlich gesagt der beste Ort im ganzen Land ist und der Krater inzwischen zur Enttäuschung neigt. Mehr dazu weiter unten.
Reisezeiten in Turkmenistan
Unterschätze das Klima nicht. Turkmenistan hat ein ausgeprägtes Kontinentalklima, und die Wüste macht daraus einen Extremsport. Im Juli und August klettert das Thermometer regelmäßig über 40 Grad, in schlechten Jahren an die 45. In Aschgabat sind die Ampeln verchromt, weil schwarzes Plastik in der Hitze schmilzt. Ich kenne niemanden, der eine Sommerreise hierher rückblickend empfohlen hätte.
Im Winter dreht sich das Spiel. Im Norden und in der Wüste kann es auf minus 20 Grad runtergehen, in Aschgabat fällt gelegentlich Schnee auf den weißen Marmor. Nachts in der Karakum wird es auch im Frühling saukalt, das vergessen die Leute beim Packen ständig.
Die beiden Fenster, die wirklich funktionieren, sind Mitte März bis Ende Mai und Mitte September bis November. Tagsüber liegst du dann meist zwischen 23 und 35 Grad, nachts zwischen 10 und 23. April und Oktober sind der süße Punkt. Regen fällt fast nie, im Norden bei Daschogus kommen um die 100 Millimeter im ganzen Jahr zusammen. Warme Schichten für nachts gehören trotzdem in den Rucksack, egal wann du fährst. Wer noch keine vernünftige Packliste hat, sollte sich vorher eine bauen.

Backpacker Budget in Turkmenistan
Also eins ist klar, billig ist Turkmenistan nicht. Und zwar aus einem einzigen Grund: dem Pflichtguide. Alles andere im Land kostet fast nichts.
Ein Reisender, der 2025 mit einer lokalen Agentur unterwegs war, hat für drei Tage 700 US-Dollar pro Kopf gezahlt, weil er sich die Tour mit einer weiteren Person geteilt hat. Allein wären es 800 Dollar gewesen. Dazu kamen rund 140 Dollar für Visum, Registrierung, Aufkleber und Bearbeitungsgebühren. Macht 840 Dollar für drei Tage. Für eine Fünf-Tage-Tour hätte er nach eigener Aussage nur 200 bis 300 Dollar mehr gezahlt, was den Tagesschnitt deutlich drückt.
Bei den internationalen Anbietern liegen die Preise höher. Advantour nimmt für eine fünftägige Gruppentour rund 1.650 Dollar, für acht Tage rund 2.390 und für zehn Tage rund 2.730 Dollar pro Person. Young Pioneer Tours bietet eine Neujahrstour über fünf Tage für etwa 1.095 Dollar an. Budget Your Trip kommt bei organisierten Touren auf einen Durchschnitt von rund 265 Dollar pro Tag. Das deckt sich ungefähr mit dem, was du bei lokalen Agenturen zahlst, wenn du allein reist.
Tägliches Budget pro Person etwa 200 bis 280 Euro bei kleinen Gruppen
- Tour inklusive Unterkunft, Fahrer, Guide und Verpflegung 180-260 Euro
- Visum und Gebühren einmalig 100-140 Euro
- Souvenirs, Fotogebühren, Trinkgeld 10-20 Euro
- Getränke und Extras außerhalb der Tour 5-15 Euro
Der wichtigste Hebel ist die Gruppengröße. Der Wagen, der Fahrer und der Guide kosten pauschal, egal ob eine oder vier Personen drinsitzen. Zu viert wird aus einer 800-Dollar-Tour schnell eine 300-Dollar-Tour pro Nase. Viele Agenturen setzen Alleinreisende auf Anfrage mit anderen zusammen, du musst nur danach fragen. Macht das. Es ist der einzige Trick, der hier wirklich Geld spart.
Preiswert in Turkmenistan Reisen
Jetzt kommt der Teil, den kaum ein deutscher Artikel erklärt, obwohl er dein Kostenempfinden komplett auf den Kopf stellt: der doppelte Wechselkurs.
Offiziell steht der Manat seit 2015 fest bei 3,5 zum US-Dollar. Auf dem Parallelmarkt bekommst du je nach Lage zwischen 18 und 20 Manat für denselben Dollar. Ein Reisender berichtete zuletzt von 19,5. Das heißt im Klartext: Wer offiziell tauscht, zahlt für alles ungefähr das Fünf- bis Sechsfache des realen Werts.
Ein paar Beispiele, damit klar wird, worüber wir reden:
- Essen für 30 Manat sind offiziell 8,60 Dollar, real etwa 1,50
- Taxifahrt durch Aschgabat für 20 Manat sind offiziell 5,70 Dollar, real rund 1
- Hotelzimmer für 200 Manat sind offiziell 57 Dollar, real etwa 10
- Eine Dose Cola für 6 bis 9 Manat kostet offiziell fast 2 Dollar, real ein paar Cent
Praktisch relevant ist das für dich weniger, als es klingt, weil deine Tour ohnehin fast alles abdeckt. Trotzdem: Tausche niemals große Summen offiziell. Und tausche auf keinen Fall auf eigene Faust auf dem Basar. Geldwechsler werden regelmäßig verhaftet, und Ausländer, die mitmachen, kassieren im besten Fall eine saftige Strafe. Frag deinen Guide. Die meisten regeln das für dich oder sagen dir klar, dass sie es nicht tun. Beides ist eine Antwort, mit der du leben kannst.
Sparen kannst du außerdem beim Flug. Turkmenistan Airlines fliegt zweimal die Woche nonstop ab Frankfurt nach Aschgabat, mittwochs und samstags, mit einer Boeing 777. Der Hinflug dauert knapp sieben Stunden. Turkish Airlines fliegt ganzjährig über Istanbul, von dort sind es nochmal rund 3 Stunden 45. Flydubai kommt aus Dubai. Preislich liegen die Rückflüge ab Deutschland oft irgendwo zwischen 600 und 800 Euro, das schwankt aber stark. Vom Flughafen Aschgabat kommst du mit den Buslinien 1 und 22 für 0,3 Manat in die Stadt, die Fahrt dauert eine gute halbe Stunde. Ein Taxi kostet 10 bis 12 Dollar. Kleiner Hinweis: Wenn dich deine Agentur abholt, ist das ohnehin im Preis drin.

Backpacker Unterkünfte in Turkmenistan
Hostels im klassischen Sinn gibt es nicht, jedenfalls nichts, was du selbst buchen könntest. Deine Unterkünfte stehen im Tourpaket und werden von der Agentur festgelegt. Ausländer dürfen ohnehin nur in bestimmten registrierten Häusern übernachten. Couchsurfing und ähnliche Modelle kannst du hier komplett vergessen.
Was du bekommst, ist meistens eine von vier Kategorien:
Sowjetische Stadthotels. In Aschgabat, Mary, Turkmenbaschi und Daschogus. Zweckmäßig, oft überdimensioniert und meistens halbleer. Das Ak Altyn in Aschgabat wird von Reisenden als Businesshotel beschrieben, das seine besten Jahre hinter sich hat, mit etwas abgeranztem Bad und dafür beheiztem Handtuchhalter. Klingt nach genau der Sorte Haus, die in dieser Preisklasse völlig in Ordnung geht.
Marmorpaläste. Aschgabat hat eine ganze Reihe protziger Neubauhotels, die auf dem Papier Fünf-Sterne-Niveau haben und in Wahrheit oft leer stehen. Wenn deine Agentur dir sowas anbietet, frag nach dem Aufpreis. Der Mehrwert ist überschaubar.
Jurten- und Zeltcamps. Am Darvaza-Krater übernachtest du im Zelt oder in der Jurte. Zelte sind meist privat, Jurten nach Geschlecht getrennt. Sanitär ist rudimentär bis nicht vorhanden. Nimm Feuchttücher und eine Stirnlampe mit. Nachts wird es kalt, auch im Mai.
Homestays. In Nokhur und im Koytendag schläfst du bei Familien oder in einfachen Gästehäusern. Das sind für viele Reisende die besten Nächte der ganzen Tour, weil du hier zum ersten Mal ohne offizielles Programm mit Leuten redest.
Zu den echten Preisen: Unterkunft ist in Turkmenistan nicht teuer. Ein anständiges Zimmer liegt unter 20 Dollar. Nur siehst du diesen Preis nie einzeln, weil er im Paket verschwindet. Wer wissen will, was er für sein Geld bekommt, sollte die Agentur nach einer Aufschlüsselung fragen. Manche machen das, manche nicht.
Wildcampen ist offiziell keine Option. Am Yangykala und in der Karakum wird trotzdem gezeltet, aber nur im Rahmen der genehmigten Tour und mit dem Guide vor Ort. Auf dem Plateau über dem Canyon bläst regelmäßig ein ordentlicher Wind, das solltest du beim Zeltaufbau einkalkulieren.
Backpacker Trips, Tipps & Highlights in Turkmenistan
Wer nach Reisezielen in Turkmenistan sucht, sollte sich vorher überlegen, was ihn eigentlich interessiert. Das Land zerfällt grob in vier Erlebnisse: die absurde Hauptstadt, die alten Seidenstraßenstädte, die Wüste und die Berge im Osten und Süden. Wer alles drei will, braucht mindestens zehn Tage und ein entsprechendes Budget.
Aschgabat ist der Ort, an dem sich die Geister scheiden. Die Stadt hält seit 2013 den Guinness-Rekord für die höchste Dichte an weiß verkleideten Marmorgebäuden. Alles ist weiß und monumental, und auf den achtspurigen Boulevards ist erstaunlich wenig los. Autos in der Hauptstadt müssen weiß, silber oder gold sein. Das Achteck-Motiv taucht an Straßenlaternen, Bushaltestellen, Fassaden und Zäunen auf, bis du es nicht mehr sehen kannst. Manche Leute finden das faszinierend, andere nach zwei Stunden ermüdend. Ich gehöre zur ersten Gruppe, aber ich verstehe die zweite.
Der Kontrast dazu ist der Altyn Asyr Basar, den alle nur Tolkutschka nennen. Rund 150 Hektar am Stadtrand, tausende Stände, Teppiche, Gewürze, Kleidung und ein Viehmarkt mit Kamelen. Geöffnet ist grob donnerstags, samstags und sonntags vormittags, sonntags ist am meisten los. Das ist der einzige Ort in Aschgabat, an dem sich die Stadt lebendig anfühlt. Wichtig beim Teppichkauf: Stücke über 50 Jahre dürfen nicht ausgeführt werden, für alle anderen brauchst du ein Exportzertifikat. Ohne das Papier nimmt dir der Zoll den Teppich am Flughafen wieder ab.

Die schönsten Strände in Turkmenistan
Jetzt wird es unangenehm, aber das gehört dazu. Turkmenistan hat eine lange Küste am Kaspischen Meer und trotzdem keine Strände, für die du herkommen solltest.
Die Regierung hat bei Turkmenbaschi eine komplette Ferienzone namens Awaza aus dem Boden gestampft, mit Dutzenden Hotels, Promenade und künstlichem Kanal. Das Ding ist über weite Strecken leer. Internationale Gäste kommen wegen der Visabestimmungen kaum, und für die eigene Bevölkerung sind die Preise unerschwinglich. Du läufst also durch eine Ferienanlage in Marmor, in der niemand Ferien macht. Das hat einen gewissen Reiz, ehrlich gesagt sogar mehr als der Strand selbst.
Wer wegen Baden herkommt, verliert nur Geld. Das Wasser ist trüb, und der Weg dorthin frisst einen kompletten Reisetag. Als Alternative würde ich einen Tag am Kow Ata einplanen, dem unterirdischen See im Kopet Dag bei Bäherden. Das Wasser hat zwischen 33 und 38 Grad, ist schwefelhaltig und liegt in einer Höhle. Der See ist etwa 75 bis 80 Meter lang und bis zu 15 Meter tief. Du steigst über eine lange Treppe hinunter, es riecht nach Schwefel und Fledermäusen, und dann schwimmst du in einer warmen Brühe im Berg. Das ist wesentlich mehr Erlebnis als jeder Kaspi-Strand.
Awaza lohnt sich trotzdem als Zwischenstopp, wenn du sowieso in den Westen zum Yangykala fährst. Als eigenes Ziel eher nicht. Und der Fischgrill an der Küste ist gut, das muss man fairerweise sagen.
Backpacker Highlights in Turkmenistan
Der Darvaza-Gaskrater ist das, wofür die meisten überhaupt kommen. Ein rund 70 Meter breites und etwa 30 Meter tiefes Loch mitten in der Karakum, das seit den frühen 1970ern brennt. Sowjetische Bohrleute stießen auf eine Gaskaverne, der Boden brach ein, und um die austretenden Gase loszuwerden, zündete man das Ganze an. Ein paar Wochen sollte es brennen. Es brennt bis heute.
Und jetzt der Teil, den du in fast keinem deutschen Artikel findest: Das Feuer ist massiv zurückgegangen. Berdimuhamedow hatte 2022 angeordnet, den Krater zu löschen. Seitdem wurden Bohrungen rings um das Loch niedergebracht, die das Methan abfangen. Die Auswertung von Satellitendaten durch das Analysehaus Capterio zeigt einen Rückgang der Hitzeabstrahlung um mehr als 75 Prozent binnen drei Jahren. Turkmengaz selbst spricht von einer ungefähren Drittelung der Feueraktivität seit 2022. Ein britischer Veranstalter beschreibt, dass die Flammen zuletzt deutlich schwächer waren. Fotos aus 2025 zeigen nur noch einzelne Flammenzungen statt des früheren Infernos. Ende Dezember 2025 hat Turkmengaz einen technischen Plan angekündigt, um die Gasaustritte vollständig zu beenden. Ein Datum gibt es nicht.
Was heißt das für dich? Erwarte nicht das Bild, das seit Jahren durch Instagram geistert. Nachts sieht man immer noch Feuer, und die Kulisse mit Wüste und Sternenhimmel ist stark. Aber der Krater, der kilometerweit den Horizont glühen ließ, ist Geschichte. Wer nur deswegen kommt, sollte sich das zweimal überlegen. Wer ohnehin fährt, sollte sich beeilen.
Mein persönliches Highlight ist deshalb der Yangykala Canyon im Westen. Rot, rosa, gelb und ocker gebänderte Felswände, die sich über rund 25 Kilometer Richtung Garabogaz-Becken ziehen, entstanden aus dem Kalk eines Urmeeres. Von Balkanabat sind es rund 165 Kilometer, von Turkmenbaschi rund 160, von Aschgabat brauchst du etwa sieben Stunden. Öffentlichen Verkehr gibt es keinen, du brauchst einen Geländewagen und jemanden, der den Weg kennt. Genug Wasser und Reservesprit gehören ins Auto, unterwegs gibt es nichts. Dafür stehst du an einer Kante, an der außer dir vielleicht zwei andere Fahrzeuge sind. Selbst viele Turkmenen wissen nicht, dass es diesen Ort gibt.
Wer sich für Archäologie interessiert, kommt an Gonur Depe nicht vorbei. Die bronzezeitliche Anlage nördlich von Mary war vermutlich das Zentrum der Margiana-Kultur, die zwischen dem 16. und 13. Jahrhundert vor Christus blühte. Die Anfahrt dauert von Mary rund drei Stunden über Wüstenpisten. Vor Ort steht kein Besucherzentrum und kein Café, sondern eine ausgegrabene Palastanlage in der Steppe. Genau deshalb lohnt es sich.
Zugfahren in Turkmenistan
Das Schienennetz ist besser, als du denkst, und die Nachtzüge sind ein echtes Erlebnis. Aschgabat ist mit Turkmenabat, Mary, Daschogus und Turkmenbaschi verbunden. Gefahren wird in klassischen sowjetischen Liegewagenklassen, also Kupe mit vier Betten und Platzkart als offener Großraum.
Die Tickets kosten in Manat gerechnet fast nichts. Ein Reisender berichtet, dass sein Guide für ihn einfach alle vier Betten im Abteil gekauft hat, damit er allein fahren konnte. Über den Gesamtpreis hat er sich offenbar keine Gedanken machen müssen. Das sagt genug über das Preisniveau.
Erwarte allerdings kein Bordbistro und keine Klimaanlage auf europäischem Niveau. Nimm Wasser und Essen mit. Tee bekommst du meistens vom Schaffner. Und plane großzügig, Verspätungen sind normal.
Inlandsflüge sind die Alternative, wenn dir die Zeit fehlt. Turkmenistan Airlines verbindet Aschgabat mit Mary, Daschogus, Turkmenbaschi und Turkmenabat. Die Strecken sind kurz, die Maschinen meistens voll, und Ausländer zahlen mehr als Einheimische. Sei mindestens 90 Minuten vorher am Schalter, sonst wird es eng.

Wandern und Abenteuer in Turkmenistan
Trekking im westeuropäischen Sinn gibt es hier kaum, weil die Genehmigungslage jede längere Tour zu Fuß erschwert. Ein paar Gegenden lohnen trotzdem.
Der Kopet Dag südlich von Aschgabat zieht sich an der iranischen Grenze entlang und ist überraschend grün. Im Frühling steht dort alles voller Blumen. Rund um Nokhur kannst du gut ein paar Stunden laufen. Das Dorf selbst ist ohnehin sehenswert, unter anderem wegen des Friedhofs, auf dem Steinbockhörner auf den Gräbern liegen.
Das Koytendag ganz im Osten ist die eigentliche Überraschung. Ein Ausläufer des Pamir-Alai mit dem höchsten Punkt des Landes, dem Ayrybaba mit 3.137 Metern. Die Berge fangen deutlich mehr Feuchtigkeit als die Wüste. Es gibt Flüsse, tiefe Schluchten, Haine und ein ganzes Karsthöhlensystem im Untergrund. Die Umbar-Dere-Schlucht hat einen Wasserfall, und auf dem Dinosaurier-Plateau bei Hojapil sind mehrere hundert versteinerte Fußabdrücke erhalten, ungefähr 145 bis 150 Millionen Jahre alt. Die Einheimischen hielten sie lange für die Spuren der Elefanten Alexanders des Großen, daher der Ortsname Hojapil, heilige Elefanten.
Nur: Das ist kein Wochenendausflug. Von Turkmenabat sind es je nach Route rund 450 Kilometer und bis zu elf Stunden im Geländewagen. Für Koytendag brauchst du eine gesonderte Genehmigung, weil es Naturschutzgebiet und Grenzregion ist. Rechne mit drei bis fünf Tagen allein für diesen Abstecher. Wer nur eine Woche im Land hat, lässt es besser weg und kommt wieder.
Und noch ein Abenteuer, das viele übersehen: die Anreise mit der Frachtfähre über das Kaspische Meer. Die Schiffe fahren von Alat, rund 70 Kilometer südlich von Baku, nach Turkmenbaschi. Das sind Frachter mit Kabinen, keine Fähren mit Fahrplan. Sie legen ab, wenn sie voll sind und das Wetter passt. Warten von mehreren Tagen ist normal. Dafür kommst du auf einem Schiff voller türkischer Lkw-Fahrer in Zentralasien an, und das ist eine bessere Geschichte als jeder Flug. Wichtig: Dein turkmenisches Visum beziehungsweise deine Einladung muss vorher stehen. Ohne Papiere landest du im Hafen und wieder zurück.
Essen und Trinken in Turkmenistan
Die turkmenische Küche kommt aus der Wüste und aus dem Nomadenzelt. Das merkst du am Fleisch und daran, dass Gewürze hier eine Nebenrolle spielen. Wer aus Georgien oder dem Iran kommt, wird die Küche erstmal karg finden. Wer sich drauf einlässt, findet ein paar richtig gute Sachen.
Grundnahrungsmittel ist Chorek, ein rundes Fladenbrot aus dem Tandyr-Ofen. Es ist fest, es ist dick, und du wirst es zu jeder Mahlzeit bekommen. Brot wird hier mit Respekt behandelt, wegwerfen geht gar nicht.
Das Nationalgericht ist je nach Gesprächspartner Plov oder Ichlekli. Turkmenischer Plov ist weniger ölig und weniger gewürzt als die usbekische Variante, das Fleisch und die Karotten dürfen selbst schmecken. Ichlekli ist eine große Fleischpastete, traditionell in heißer Asche gebacken, was ziemlich genau erklärt, wie man in einer Wüste ohne Ofen kocht.
Das Gericht, das du unbedingt probieren solltest, heißt Dograma. Fladenbrot wird in kleine Stücke gerissen, mit gekochtem Hammelfleisch und Zwiebeln gemischt und dann mit heißer Brühe übergossen. Der Name bedeutet sinngemäß „in Stücke schneiden“. Zubereitet wird es traditionell zu religiösen Anlässen, und das Zerreißen des Brotes ist Familienarbeit. Am besten findest du es in kleinen Straßencafés, nicht in Hotelrestaurants.
Weiter auf der Liste:
- Schaschlik vom Holzkohlegrill, meist Hammel, dazu Zwiebeln und Brot
- Manty, große gedämpfte Teigtaschen mit Hackfleisch, oft mit Joghurt
- Schurpa, kräftige Hammelbrühe mit Kartoffeln und Tomaten
- Gutap, halbmondförmige Teigtaschen mit Fleisch, Spinat oder Kürbis
- Gowurma, in Fett eingekochtes Fleisch, eine alte Konservierungsmethode
- Kakmach, an der Luft getrocknetes Fleisch aus der Wüstenküche
- Pischme, frittierte Teigstücke zum grünen Tee
Getrunken wird vor allem Tee, und zwar viel. Grüner Tee zum Essen, schwarzer Tee gegen die Kälte. Das eigentliche Nationalgetränk ist aber Tschal, vergorene Kamelmilch. Schäumig, säuerlich und beim ersten Schluck für die meisten Europäer ein Schock. In der Wüste, etwa auf dem Weg zum Yangykala, wird dir das früher oder später jemand anbieten. Trink es. Es ist besser als sein Ruf, und die Reaktion der Gastgeber ist es sowieso wert.
Melonen sind ein eigenes Kapitel. Turkmenische Melonen wurden schon in vorislamischer Zeit exportiert und haben ihren eigenen Feiertag im August. Wenn du im Spätsommer da bist, iss sie, so viel du kannst.
Alkohol ist erhältlich, aber gesellschaftlich zurückhaltend eingeordnet und außerhalb von Hotels und wenigen Restaurants schwer zu bekommen. Vegetarier haben es schwer. Fleisch steht im Zentrum von fast allem, was auf den Tisch kommt. Salate aus Tomaten und Gurken sowie Reis- und Brotgerichte lassen sich manchmal anpassen, aber sag es deiner Agentur besser vorher.

Backpacker Visum und Impfungen in Turkmenistan
Die Einreisebestimmungen für Deutsche nach Turkmenistan sind laut dem Auswärtigen Amt wie folgt. Reisedokumente für die Einreise sind für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
- Reisepass: Ja
- Vorläufiger Reisepass: Ja
- Personalausweis: Nein
- Vorläufiger Personalausweis: Nein
- Kinderreisepass: Ja
Anmerkungen: Reisedokumente müssen bei Einreise mindestens sechs Monate gültig sein. Deutsche brauchen ein Visum. Ausgestellt wird es über die Botschaft Turkmenistans in Berlin oder das Konsulat in Frankfurt am Main, und zwar nur, wenn eine Einladung aus Turkmenistan vorliegt. Ein E-Visum gibt es Stand jetzt nicht, auch wenn es seit Jahren angekündigt wird.
Der Ablauf sieht in der Praxis so aus: Du buchst bei einer lizenzierten turkmenischen Agentur eine Tour. Die beantragt für dich die Einladung, das sogenannte Çakylyk, beim staatlichen Migrationsdienst. Die Bearbeitung dauert je nach Quelle zwischen 5 und 20 Werktagen, gängige Angabe sind 10 bis 15. Die genehmigte Einladung ist ab Ausstellung drei Monate gültig. Mit ihr bekommst du dein Visum entweder vorab bei der Botschaft oder bei Ankunft am Flughafen Aschgabat sowie an den größeren Landgrenzen zu Usbekistan und zum Iran.
Plane großzügig. Die Anbieter empfehlen übereinstimmend, mindestens vier Wochen vorher anzufragen, besser acht. Wer drei Wochen vor Abflug anfängt, kann sich das sparen.
Zu den Gebühren. Das Auswärtige Amt nennt eine Konsulargebühr von 25 US-Dollar plus eine Registrierungsgebühr von rund 15 Dollar, zahlbar in Manat. Andere Quellen und Erfahrungsberichte kommen je nach Staatsangehörigkeit auf 50 bis 150 Dollar für das Visum selbst. Ein britischer Reisender zahlte 2025 insgesamt rund 140 Dollar für Visum, Registrierung, Aufkleber und diverse Bearbeitungsgebühren, jeweils 4 Dollar pro Vorgang. Rechne also mit 100 bis 140 Euro on top zur Tour und frag deine Agentur nach der aktuellen Aufstellung. Die Sätze ändern sich, ohne dass jemand Bescheid sagt.
Wichtig noch: Bei Aufenthalten über drei Tage musst du dich beim Migrationsdienst registrieren lassen. Der Stempel wird bei der Ausreise kontrolliert. Bei einer gebuchten Tour übernimmt das normalerweise die Agentur, aber frag lieber einmal zu viel nach. Ohne Stempel wird die Ausreise unangenehm.
Zum Transitvisum: Es gilt für bis zu fünf Tage und wird direkt über die Botschaft in Berlin beantragt. Du brauchst dafür ein gültiges Visum für dein Zielland und darfst dich damit nicht touristisch aufhalten. Früher war das der Backpacker-Trick, um ohne Guide durchs Land zu kommen. Diese Zeiten sind vorbei. Ein Reisender berichtet, dass Transitvisa mittlerweile praktisch nur noch an Lkw-Fahrer gehen. Rechne nicht damit, dass es klappt, und bau dir keine Reiseplanung darauf.
Impfungen und medizinische Hinweise
Vorgeschriebene Pflichtimpfungen gibt es für die Einreise aus Deutschland keine. Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen nach dem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts zu vervollständigen. Als Reiseimpfungen werden üblicherweise Hepatitis A, bei längeren Aufenthalten auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. Sprich das mit einem Reisemediziner durch, nicht mit einem Blog.
Malaria spielt in Turkmenistan keine nennenswerte Rolle. Das größere Thema sind Magen-Darm-Geschichten und die Hitze. Leitungswasser trinkst du nicht. In der Wüste brauchst du deutlich mehr Wasser, als du denkst, und der Fahrer hat nicht automatisch genug dabei. Frag vor der Abfahrt nach, wie viel im Auto ist.
Die medizinische Versorgung außerhalb Aschgabats ist dünn bis nicht vorhanden. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist hier keine Formalie, sondern Pflicht. Nimm deine Medikamente in ausreichender Menge mit, Nachkaufen funktioniert nur bedingt und nur in der Hauptstadt.
Ein letzter praktischer Punkt, der oft untergeht: Satellitentelefone und ähnliche Kommunikationsgeräte sind in Turkmenistan verboten. Drohnen ebenfalls. Lass beides zu Hause, sonst ist die Reise am Flughafen zu Ende, bevor sie angefangen hat.
