Tierquälereien auf Reisen – Unser Umgang mit Tieren

delfin baby stirbt

Durch die internationalen Gazetten und die sozialen Netzwerke ging kürzlich nicht nur ein Bild, sondern auch ein Video von Touristen, die an einem argentinischen Strand einen Baby-Delfin aus dem Wasser zogen und sich mit diesem dann in Selfies brüsteten. In der brütenden Hitze und ohne die Möglichkeit lebenswichtigen Sauerstoff aus dem Wasser zu filtern, verendete das Tier bald daraufhin. Man darf sich wirklich fragen, wie ignorant muss denn einer sein, um solche eine Schwachsinnsaktion zu begehen? Doch damit nicht genug?

Es gibt andere Aufnahmen von echten „Kerlen“, die Haie und andere Fische mit bloßen Händen aus dem Wasser ziehen und sich dann an dem Todeskampf der Tiere zu laben scheinen. Ein weiteres krasses Bild ist von einer Touristin im Netz zu sehen, die sich mitten in einer Schildkrötenwanderung an einem Strand zur Schau stellt. Jeder Reisende sollte doch wissen, welche Konsequenzen für die Fauna damit verbunden ist. Schließlich handelt es sich bei den Betreffenden in den allermeisten Fällen um Menschen mindestens aus der Mittelklasse, egal aus welchem Land, von denen man ein Minimum an Verstand erwarten dürfte. Was könnte hinter solch einem abartigen Verhalten stecken und was sollten wir als Reisende nicht tun? Das versuchen wir einmal zu hinterfragen.

Ignoranz und Dummheit beim Umgang mit der Tierwelt

Affe als Haustier missbraucht

Affe als Haustier missbraucht

Es könnten verschiedene Punkte oder Anlässe zu solch einem irrationalen Verhalten gegenüber Tieren führen. Zum einen die schlichte Dummheit und Ignoranz, zum anderen aber psychische Störungen. Ignoranz könnte man zum Beispiel als einen Zustand des künstlichen Gleichmuts bezeichnen, bei dem Nichtauffallen, Nichtwissenwollen und einfach nur das Mitlaufen in der Masse ein Leben ohne viel Stress garantiert.

Es wird einfach alles mitgemacht, angefangen vom TV-Schauen der oberflächlichsten Sendungen wie „Deutschland sucht den Superstar“, „Germanys Next Topmodel“ etc. bis hin zum Besuch von Sport-Massenspektakel und dem Aktivsein in den sozialen Netzwerken um in zu sein. Absurd dabei. Grotesk dabei ist, dass die meisten noch über jene TV-Sendungen, Sportveranstaltungen und dergleichen lästern und doch diesen weder entfliehen wollen noch können. So auch bei dem Delfin. Jeder weiß doch von den Konsequenzen für einen Kiemenatmer, wenn dieser aus dem Wasser gezogen wird.

Die Gier nach dem aussergewöhnlichen Erlebnis

Man könnte in vielen Fällen auch von den berühmten „15 minutes of fame“, die von dem US-amerikanischen Künstler Andy Warhol geprägt wurden, reden. Damit ist die Sucht von gleichgeschalteten Herdentieren gemeint, einmal im Leben richtig aufzufallen und berühmt zu sein. Oder etwas ganz Besonders zu tun. Da passt es doch einen kleinen hilflosen Delfin aus dem Wasser zu ziehen und diesen in brütender Hitze zu streicheln.

Oder einen Hai mit bloßen Händen zu fangen und sich nach dem gelungenen Fang auf diesem sitzend vor den Handy-Kameras der Schaulustigen zu brüsten. Eine von den Medien ins Leben gerufene Massen-Paranoia treibt schon die Kleinsten dazu mit Absurditäten, Rekorden und dergleichen möglichst netzweit aufzufallen. YouTube ist voll von solchen Filmchen.

Tierquäler beim Reisen

Eine weitere Reihe von Mensch, die Tieren Schaden zufügt, sind die Tierquäler. Es gibt gleich mehrere Arten von Tierquälern und bei einigen wird sich der ein oder andere Traveler selbst wieder entdecken. Stichwörter: Elefantentourismus, Schlangenfarmen, Zoobesuche, Souvenirverkauf etc. Auch das Pferd beim Reitausflug muss ungewollt arbeiten. Zu welcher der drei Kategorien „normale“ Tierquälerei, so was gibt es, krankhafte Tierquälerei und delinquente Tierquälerei sich der einzelne Reisende zählen muss, darf er sich einmal in aller Ruhe selbst überlegen. Sind manche Traveler nun aktive Tierquäler, wenn Sie das Quälen, Misshandeln oder unnötige Töten von Tieren mit veranstalten oder „nur“ passive Tierquäler, wenn sie die Ausbeutung, Vernachlässigung oder Verwahrlosung von Tieren billigend in Kauf nehmen?

Die Gründe für solche abartigen Verhalten sind übrigens sehr komplex und in manchen Fällen nur mit fachmännischer Hilfe zu bewältigen. Dennoch, laut Forschern bekannte Motive für Tierquälereien sind Gruppendruck, Neugierde, extreme Liebe bzw. Bindungen an Tiere, aber auch das Gegenteil, die Tierphobie. Hinzu kommen weitere Gründe wie die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen, auch in der Kindheit.

Aber muss es uns nicht traurig stimmen, dass trotz eines weltweit recht hohen Bildungsstandes auch in Südamerika und anderen exotischeren Regionen, Menschen fähig sind solche Handlungen auszuüben?

Was können wir tun, um solchen Exzessen entgegenzuwirken?

Ich mache es kurz. Von allen Angeboten dieser Art beim Reisen fernbleiben. Und im positiven Sinne alles damit Zusammenhängende ignorieren. Aktiv mit seiner Haltung für die Sache geradestehen und die möglichen Folgen erläutern. Gegebenenfalls auch Missbrauch anzeigen. Was im Ausland bedingt durch die verschiedenen Kulturen nicht ganz einfach ist. Einen Stierkämpfer in Spanien anzuzeigen, wird problematisch. Aber auch dort soll es ja bereits Fortschritte in dieser Hinsicht geben. Des Weiteren die Lebensräume der Tiere respektieren. Gemeint sind unter anderem Taucher und Schnorchler, Trekker und Abenteurer.

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