Vorausplanen vs. spontanes Backpacken: Wieviel Planung brauchst du?

Reiseplanung

Viele Reisende lieben das Backpacken gerade wegen seiner Freiheiten. Spontan von einem Tag in den nächsten leben und sich im Meer der Möglichkeiten treiben lassen. Alles, was man zum Leben braucht hat man ja in seinem Backpack auf dem Rücken. Das ist jedoch nicht immer möglich. Gerade in der Reisesaison müssen Backpacker Unterkünfte und Transfers vorausplanen, um am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen. Wann eignet es sich also seinen Backpackerurlaub vorauszuplanen und wann kann man sich ganz dem Flow an ungeahnten Möglichkeiten hingeben?

Einfach in den Tag hineinleben. Heute nicht wissen, was dir morgen begegnen wird. Jeden Moment intensiv und spontan erleben. Das klingt für die einen wie ein Traum, der in Erfüllung geht. Für Andere eher wie ein gelebter Albtraum.

Weniger Planung, mehr Erlebnis

Doch wer sich spontan in den Urlaub stürzt, gibt sich bewusst dieser Unsicherheit und der Planlosigkeit hin und nimmt sich zugleich die Freiheit, genau dort zu verweilen, wo es schön ist und die Sicherheit, dass immer etwas schiefgehen kann – und meistens auch wird. Doch das ist Teil des Reizes spontaner Reisen.

Abenteuer

Abenteuer

Auf diese Art und Weise erlebst du Menschen und Kultur in ihrer natürlichsten Form und meistens auch hautnah. Du kannst dich auf deine Umgebung und andere Menschen einlassen und Vertrauen fassen. Unterhalte dich mit anderen Reisenden, vielleicht findest du sogar einen Local-Guide, der dich etwas herumführt. Die schönsten Orte stehen selten im Reiseführer.

Doch spontanes Backpacking ist längst nicht für jedermann geeignet und auch egal wie unorganisiert du selbst bist, braucht sogar ein solcher Spontanurlaub ein Mindestmaß an Planung.

Wie viel Planung braucht dein Backpacking-Abenteuer?

Du brauchst zumindest eine*n Hin- und eine*n Rückfahrt/flug und solltest vielleicht auch die erste Übernachtung im Voraus buchen, je nachdem wie lange du unterwegs bist und wann du ankommst. So musst du dich nach der anstrengenden Anreise nicht noch mit der Suche nach der passenden Unterkunft herumschlagen.

Auch ich liebe das spontane Backpacken und versuche, mich möglichst wenigen Verpflichtungen im Urlaub hinzugeben, um in den Tag leben zu können. Trotzdem informiere ich mich schon vor der Reise über mögliche Sehenswürdigkeiten und schaue mir an, wohin es grob gehen soll.

Planung

Planung

Zu viel Freiheit kann nämlich böse enden. Ehe du dich versiehst, endest du in einem ausgebuchten Ferienort und musst notgedrungen an der Bushaltestelle übernachten, weil du spontan mit dem letzten Fernbus um zwei Uhr nachts völlig übermüdet an deinem Ziel angelangt bist. (Mit der daraus resultierenden Erkältung hatte ich jedoch zwei Tage lang zu schaffen und mehr verpasst, als ich eigentlich sehen wollte und hätte sehen können.)

Wichtig: Reisezeit und Zeitplan

Es gibt auch nicht überall Internet, weshalb es sich immer lohnt, ein grobes Bild von deinem Vorhaben vor Augen und eine Landkarte im Gepäck zu haben.

Eine Reise wird nämlich von verschiedenen Faktoren beeinflusst, die man bei seiner Entscheidung, ob und was man nun vorausplant, beachten sollte. Die Zeit ist eine davon, nämlich die Reisezeit (Saison, in der du reist) und auch die gesamte Zeit der Reise, die du zur Verfügung hast.

Menschenmasse

Menschenmasse

Ist deine Reisezeit mitten in den Schulferien und der allgemeinen Urlaubszeit? Während der Hochsaison können viele Orte oder Unterkünfte in Nationalparks, weniger besiedelten Gebieten oder nahe Sehenswürdigkeiten schnell ausgebucht sein.

Je mehr Zeit du für deinen Backpackingurlaub einplanst, desto mehr Freiheiten kannst du dir natürlich erlauben. Wenn du einen engeren Zeitplan hast, empfehle ich dir vorab mehr zu planen.

Informieren und einen Plan ausarbeiten 

Gerade, wenn du bestimmte Sehenswürdigkeiten wie Tempel, Museen, Nationalparks, Feste oder Zeremonien sehen möchtest, solltest du dich auch unbedingt vorab  ausreichend über die Öffnungszeiten und angebotenen Touren informieren.

Ansonsten geht es dir wie mir, die spontan ein drei Tage Mountain-Trek zu einem wunderschönen balinesischen Tempel buchen wollte, nur um festzustellen, dass die wunderschöne Tempelanlage wegen einem heimischen Feiertag zwei Tage geschlossen ist. Zwei Tage, die ich nicht warten konnte.

Einzelgänger oder Gruppenreise

Wie flexibel du im Urlaub bist, hängt auch von der Art deiner Reise ab. Reist du alleine, zu zweit oder in einer Gruppe? Allein bist du nur dir selbst verantwortlich, während du in einer Gruppe verschiedene Wünsche und Vorstellungen koordinieren musst. Auch der Urlaub mit Kindern, älteren Menschen oder Menschen mit chronischer Erkankung erfordert mehr Planung.

Zelten

Zelten

Auch einen Mietwagen würde ich je nach Land von zu Hause aus über einen Vermittler buchen, auch wenn es etwas teurer ist. Ist das Land nicht besonders touristisch, kannst du leicht über das Ohr gezogen werden oder die Versicherungssummen sind viel zu niedrig, so dass du im Falle eines Unfalls möglicherweise viel Geld selbst zahlen musst.

Sicherheit vs. Spontanität

Am Ende ist es jedoch auch typabhängig, wie du reist. Bist du eher der Typ, der im Urlaub abschalten und sich einfach um so wenig wie möglich kümmern und schon gar nicht sorgen möchte, dann wirst du deine Urlaube generell lieber schon vor der Abreise minutiös durchgetaktet und alle Unterkünfte nagelfest gemacht haben.

Wenn du das Abenteuer suchst und die Safari oder die Abenteuerreise noch nicht genug für dich sind, du die möglichen finanziellen Mittel sowie Spontanität mit dir bringst, kannst du dich deiner Abenteuerlust hingeben und nur den Hinflug buchen.

Mit dem gewissen Maß an Planung hast du etwas Sicherheit und dennoch genügend Flexibilität, deine Pläne allesamt über den Haufen zu werfen und deine Reise vor Ort neu zu strukturieren. Doch bedenke, das Beste passiert meistens unerwartet. Plane also nur so viel, wie dein Sicherheitsbedürfnis dir abverlangt.

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