Neuartiges Coronavirus: Alle wichtigen Infos für Reisende

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 30. Januar wegen des neuartigen Coronavirus einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Was bedeutet das für euch Reisende? Welche Reiseeinschränkungen gibt es momentan und worauf müsst ihr achten? Wie könnt ihr euch schützen und was ist mit eurer Reiserücktrittsversicherung? Dieser Blogartikel soll Antworten auf die zentralsten Fragen für Reisende liefern.

Coronaviren an sich gibt es schon lange. Sie wurden erstmals in den 60er Jahren identifiziert und können sowohl Menschen als auch Tiere ifizieren. Bekannte Atemwegkrankheiten, die durch Coronaviren ausgelöst worden sind und ähnlich wie COVID-19 die Welt erschreckten, waren SARS (2002) und MERS (2012). Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass das der Vorläufer des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 von Wildtieren stammt und sich die ersten Menschen auf einem Markt in Wuhan in der Provinz Hubei, China, angesteckt haben. Näheres ist über den Ursprung des Virus noch nicht bekannt.

Welche Symptome haben Infizierte und wie verbreitet sich das Virus?

Die Infektion mit dem neuartigen Coronavirus kann zu Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Der Krankheitsverlauf ist meist mild und endet bisher auch zumeist nur für Menschen mit bereits geschwächtem Immunsystem tödlich. Die aktiven offiziellen COVID-19 Fallzahlen könnt ihr auf: www.rki.de/covid-19-fallzahlen

Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Heißt, die Krankheitserreger, die im Rachenraum oder im Atmungstrakt siedeln, gelangen beim Niesen, Husten oder Sprechen durch winzige Speichel-Tröpfchen an die Luft und werden anschließend von anderen Menschen eingeatmet. Oder sie gelangen direkt über die Schleimhäute wie durch einen Kuss oder indirekt über die Hände, die dann mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt kommen. Die Übertragung des neuen Coronavirus über unbelebte Oberflächen wie Obst, Gemüse, Smartphones, Postsendungen oder Oberflächen des öffentlichen Verkehrs wurde bisher nicht festgestellt, wie das Robert Koch-Institut mitteilt.

Momentan steht noch kein Impfstoff gegen das neuartige Virus zur Verfügung. In China soll Medienberichten zufolge ein erster Impfstoff-Kandidat ab Ende April 2020 in einer klinischen Studie erprobt werden.

Mundschutz

Schützt ein Mundschutz vor dem neuen Coronavirus?

Nicht unbedingt. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass gesunde Menschen, die einen Mund-Nasen-Schutz tragen, ihr Ansteckungsrisiko signifikant verringern. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind regelmäßiges und ordentliches Händewaschen und unnötigen Körperkontakt zu Erkrankten vermeiden. Es heißt nicht, dass ihr jeden Menschen, der einmal schnieft oder hustet, panisch meiden sollt. Doch könnt ihr einen Händeschlag oder weiteren Körperkontakt höflich ablehnen.

Wie verhindere ich die Verbreitung des Virus?

Das Tragen einer Maske kann sogar eher kontraproduktiv sein, da sich Träger*innen in falscher Sicherheit wiegen können und andere Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen vernachlässigen können, warnt die Weltgesundheitsorganisation. Der Mund-Nasen-Schutz ist vielmehr dafür gedacht, die Umwelt vor infizierten Träger*innen zu schützen als umgekehrt. Wer also krank ist und andere schützen will, kann darauf zurückgreifen. In diesem Fall sollte die Maske eng am Gesicht anliegen und alle 20 Minuten gewechselt werden, da sie ansonsten befeuchtet und den Barriereschutz aufhebt.

Welche Reisebeschränkungen gibt es?

Das Robert Koch-Institut definiert folgende Gebiete als derzeitige Risikogebiete. Dabei handelt es sich um die Länder und Gebiete, in denen es eine starke Übertragung des neuen Coronavirus von Mensch zu Mensch gibt und in denen bisher die meisten Coronavirus-Fälle dokumentiert wurden (Stand 29.02.2020).

In diese Länder solltet ihr momentan nicht reisen:

  • China: Provinz Hubei (Stadt Wuhan) und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang. Der Verkehr in und aus den Millionenstädten ist gestoppt, sie sind isoliert. Zudem haben viele Fluglinien wie Lufthansa und British Airways ihre Flüge von und nach China bereits gestrichen. Das Reisen in China ist stark eingeschränkt und Attraktionen wie die Verbotene Stadt in Peking oder Teile der Großen Mauer sind nicht zugänglich.
  • Iran: Provinz Ghom. Im Iran kommt es außerdem vielerorts zu verstärkten Einreisekontrollen, Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmesserungen, in Einzelfällen auch Einreisesperren.
  • Italien: Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. Seit dem 23. Februar 2020 wurde durch die lokalen Behörden ein Ein- und Ausreiseverbot für die betroffenen Gemeinden verhängt. Sämtliche Großveranstaltungen wie Sportevents, Karneval, Konferenzen in diesen Regionen wurden abgesagt.
  • Südkorea: Daegu und Cheongdo in der Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang). Am 23. Februar 2020 wurde in Südkorea die höchste Alarmstufe ausgerufen. Behörden wurden angewiesen, Maßnahmen zu treffen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Dazu gehören Reisebeschränkungen, Schulschließungen und das Verbot öffentlicher Veranstaltungen.

Coronavirus Verbreitung

Indien ist noch nicht als Risikogebiet eingestuft, doch auch dort führt die Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19 vielerorts zu verstärkten Einreisekontrollen, Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmesserungen, in Einzelfällen auch Einreisesperren. Die lokalen Behörden raten dazu, nicht erforderliche in diese Gebiete zu unterlassen, Menschenansammlungen zu meiden und, wo nicht anders erforderlich, zu Hause zu bleiben sowie persönliche Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Bekomme ich mein Geld für meine Reise zurück, wenn ich sie wegen des Coronavirus nicht antreten möchte?

Habt ihr also in absehbarer Zukunft vor, in diese Gebiete zu reisen, müsst ihr mit Einschränkungen rechnen. Schaut am besten, ob ihr eure Reise verschieben oder stornieren könnt.

Individualreisende erhalten das Geld zurück, wenn ihr Flug aufgrund des Coronavirus gestrichen wurde. Viele Reiseanbieter*innen haben ihre Reisen nach China oder in andere Risikogebiete bis einschließlich Mitte April verschoben oder ausfallen lassen. Wollt ihr eure Reise jedoch „nur“ aus Angst vor der Krankheit nicht antreten und seid vor Anreise nicht selbst erkrankt, zahlt das leider keine Reiserücktrittsversicherung. Wer unterwegs Symptome bekommt, bräuchte eine Reiseabbruchversicherung, die sich in der Regel aber nur bei teuren Reisen lohnt.

Ich komme aus einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenem Risikogebiet. Was soll ich tun?

Reisende, die sich in einem vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Wenn ihr innerhalb von 14 Tagen nach Rückreise kein Fieber, Husten oder Atemnot entwickelt, ist alles in Ordnung. Ansonsten solltet ihr euch telefonisch bei eurem Arzt melden und die Umstände erklären.

Wie geht es weiter? Eine persönliche Einschätzung.

Die Verbreitung und die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus sind noch nicht einschätzbar. Bisher breitet es sich flächendeckend aus, hat jedoch eine äußerst niedrige Sterberate. Das neuartige Coronavirus ist nun auf allen fünf Kontinenten angelangt und nicht mehr einzufangen. Es breitet sich vor allem in Ländern ausbreiten, die aufgrund ihres Gesundheitswesens hierauf nicht ausreichend vorbereitet sind. Seid also bei der Wahl eures diesjährigen Urlaubszieles bedacht und habt stets die Informationsseite zum Coronavirus des Robert Koch-Instituts sowie die jeweilige Länderseite des Auswärtigen Amtes im Blick, doch lasst euch von dem Medienrummel nicht irreleiten. Es gibt genug offizielle Informationsquellen, um sich selbst aufzuklären.

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