Naturkatasprohen wie Tornados, Erdbeben und Tsunamis – Was tun als Backpacker?

Vulkanausbruch

Aus aktuellem und auch leider traurigem Anlass widmen wir uns heute einmal Katastrophen, mit denen ihr bei eurem Backpackertrip, egal wo auch immer auf dem Planeten, in Konflikt kommen könntet. Zum gleichen Zeitpunkt gab es ein Erdbeben in Japan, ein Erdbeben in Ecuador und einen Tornado mit sintflutartigen Überschwemmungen in Uruguay. Sicherlich waren in allen Szenarien auch Traveler in der Nähe. Noch während ich das hier schreibe, befinde ich mich seit Tagen inmitten von El Niño-bedingten Unwettern in Uruguay. Ich beobachte auf den Straßen, während ich selbst bis zum Hals im Wasser stehe, die Evakuation und Rettung von Menschen, denen das Haus unter den Füßen von reißenden Fluten weggerissen wurde. Ein Tag zuvor wurde Dolores, ein kleiner Ort am Rio Uruguay, fast komplett von einem Tornado ausradiert.

Reisen, Backpacken und Naturkatastrophen – Glück braucht der Traveler

Ich selbst bin seit 17 Jahren unterwegs und habe in dieser Zeit im asiatischen und südamerikanischen Raum einiges an Naturkatastrophen mitgemacht, und bis heute auch glücklicherweise schadlos überstanden. Es war wirklich viel Glück dabei, denn oft nur wenige Meter oder Kilometer entfernt, passierten schlimme Naturereignisse, bei denen Mensch und Material zu Schaden kamen, man selbst aber blieb verschont. Auch das Timing war manchmal perfekt. Noch kurze Zeit vor dem großen Tsunami 2004 war ich damals in Thailand. 2 Jahre habe ich an vielen der später am stärksten betroffenen Gebiete verbracht. Ok, nennen wir es Schicksal, Glück im Unglück, Vorhersehung oder einfach nur den Lauf der Dinge.

Sicher ist, die Erde kümmert sich einen Sch… um uns. Was die sogenannten Naturkatastrophen anbelangt, so sind einige hausgemacht und andere halt einfach nur das Resultat von natürlichen Erdbewegungen und Wetterereignissen. Für die Erde selbst sind das keine Katastrophen, sondern nicht vielmehr als eine Entwicklung oder Veränderung. Nur für den Mensch, der sich als das Überwesen betrachtet und meint alles beherrschen zu können, werden daraus Naturkatastrophen. Einige Fragen stellen sich uns rein aus dem Selbsterhaltungstrieb dennoch, darunter: Wie können wir uns schützen und wie sollten wir uns verhalten, wenn es zum Ernstfall kommt?

Sinn und Unsinn von Verhaltensregeln bei Naturkatastrophen für Backpacker

Verwüstung eines Tornados

Verwüstung eines Tornados

Ich kenne Hurrikans, Taifune, Tornados und Erdbeben. Damit einher gingen Erdrutsche, sintflutartiger Regen, Überschwemmungen und viele Todesopfer. Nach dem Erdbeben in Ecuador am 16.4.2016 wurde für den gesamten nördlichen Teil Südamerikas eine Tsunami-Warnung ausgerufen. Ok, in diesem Fall kommt diese von den Behörden auf Grund eines schon passierten Ereignisses. Da ist es selbst für Polizeistationen und Behörden in abgelegenen Regionen kein großes Problem die Bevölkerung auf ein solches eventuell mit einem Erdbeben oft in Verbindung stehenden Naturphänomens hinzuweisen.

Millionenschweres Hightech-Material benötigt es dazu nicht. Nur einen gesunden Menschenverstand. Und der ist auch das einzig wirklich hilfreiche Mittel, das euch als Traveler vor Schlimmerem bewahren kann. Abgesehen von viel Glück. Dennoch, nicht immer lassen sich Phänomene wie Vulkanausbrüche und Erdbeben exakt voraussagen, doch Anzeichen gibt es. Und hier gilt es für den Backpacker Augen und Ohren aufzuhalten. Denn wer solche Ansagen in Presse, Funk, Internet und TV außer Acht lässt, der muss sich nicht wundern, wenn er sich selbst tief in die Sch*** reitet. Das hat nichts mit Abenteuer zu tun – solche Wahnsinnigen soll es ja geben, die bewusst in gefährdete Regionen reisen -, das ist reiner Schwachsinn und kann zum Selbstmordkommando mutieren.

Manchmal gibt es keine Vorwarnsysteme, weil die eben teuer sind!

Allerdings gibt es auch Wetterphänomene, die lassen sich nicht oder nur mit einer sehr kurzen Vorlaufzeit voraussagen. So wie im Falle des Tornados in Uruguay (Live Videos und Bilder siehe unten im Video). Selbst mit der modernsten Technologie, wie sie in den USA für die Vorhersage von Twistern genutzt wird, hätten die Betroffen im Ort Dolores gerade einmal 15 Minuten Zeit gehabt sich passend zu schützen. Wenn sie denn überhaupt gewarnt worden wären. Ihr reist in vielen Fällen durch Länder und Regionen, in denen es solche Hightech-Vorwarnsysteme nicht gibt oder auch die Kommunikation zwischen den einzelnen Orten nicht immer 100 Prozent funktioniert.

Daher könnt ihr auch nicht mit einer effektiven Vorwarnung rechnen. Im Ernstfall muss alles rasend schnell gehen. Wichtig ist es einen kühlen Kopf zu behalten. Natürlich kann ich euch hier kein Pauschalrezept geben, da jedes Wetterereignis seine eigene Dynamik hat und dementsprechend heftig ist. Im Falle des Tornados in Uruguay waren es Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 km/h. Wo der Rüssel des Tornados durchgefahren ist, blieb nichts mehr wie es war. Das Einzige was euch bleibt, ist ein Keller. Dummerweise gibt es in südamerikanischen Häusern selten Keller. In den Twister-erfahrenen Landstrichen der USA vielleicht schon, aber in Südamerika und in Asien bei Taifunen, wenn ihr euch in kleinen Orten aufhaltet, dann sicherlich nicht.

Schutz vor Tornados, Erdbeben und Tsunamis

Die Märchen, dass Steinhäuser einen Schutz bieten, könnt ihr vergessen, wie ihr auf den Fotos erkennen könnt. Hoffentlich habt ihr Glück und befindet euch während eines Tornados, Twisters oder anderer starker Windphänomene in einer größeren Stadt. Dann sucht eine Tiefgarage in einem Einkaufscenter oder wo auch immer auf. Autos, selbst LKWs und Busse bieten keinen ausreichenden Schutz. Diese werden gegebenenfalls wie Spielzeug weggefegt. Experten behaupten, dass die Räumlichkeiten, in denen sich kein Fenster befindet (der Flur zum Beispiel) die beste Sicherheit bietet. Aber auch einen Flur haben nicht viele Häuser in kleinen Fischerorten, Badeorten etc. Das Bad ist meist wegen seiner kleinen Dimension ebenfalls ein möglicher Zufluchtsort.

Wenn die Feuerwand kommt

Wenn die Feuerwand kommt

Werdet ihr draußen überrascht, dann weg von Brücken und Unterführungen. Dort ist der Windeffekt noch größer. Die Chance einem Tornado zu entkommen, sind faktisch zu Fuß gleich 0. Versuchen kann man es in einem Erdloch, wenn sich gerade eins findet. Bei Erdbeben ist die Situation nicht viel anders. Der Unterschied besteht in der noch kürzeren Reaktionszeit. Hinlegen, möglichst unter einen Tisch oder andere stabilere Gegenstände, die von oben fallende Gegenstände aufhalten können, sind die einzigen Möglichkeiten des Schutzes in einem Haus. Wer sich draußen (nicht mitten in der Stadt) gerade aufhält, der hat wohl die besseren Karten. Denn es kann wenig von oben kommen. Und bei einer Tsunami-Warnung gilt: möglichst weit weg vom Wasser und das so schnell wie nur irgendwie.

Nach der Naturkatastrophe

Versucht zuerst einmal den Überblick über die Situation zu erlangen. In Ecuador wurden nach dem Erdbeben zahlreiche Sammelstellen eingerichtet, an denen sich Opfer und Helfer zusammenfinden. Die Einwohner, die Polizei und das Militär kennen sicherlich den schnellsten Weg dorthin. Dort werdet ihr auch auf ärztliche Hilfe treffen. Zudem wurden nationale und internationale Notrufnummern eingerichtet. In Uruguay ist das wegen der geringen Bevölkerungsdichte nicht der Fall. Die Sammelstellen gibt es aber ebenfalls schon nach 2 Tagen. Meist befinden sich diese (falls noch vorhanden) in Schulen oder anderen größeren Gebäuden.

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