Südengland erleben: Drei Tage Stonehenge, Dartmoor, Bath und Exeter

Durdle Door

Schroffe Klippen, wunderschöne weiße Sandstrände, mystische Moorlandschaften, historische Städte und kleine wilde Ponys – Südengland ist ein Paradies für alle, die Wandern, Campen, Abenteuer, Geschichte, Mythologie und Blumen lieben.  Für mich sind Dartmoor und Cornwall ohnehin die schönsten Orte Englands. Auf meiner dreitägigen Pressereise durch Südengland habe ich jedoch einen neuen Lieblingsort entdeckt, das knuffige Durdle Door an der sonnigen Jurassic Coast. So könnt ihr Südengland erleben.

Hinweis: Bei diesem Blogbeitrag handelt es sich um eine unentgeltliche Pressereise, was meine Ansichten jedoch nicht beeinflusst. Sprich, auch in diesem Artikel lest ihr meine ungefilterte, ehrliche Meinung. Es wird in erster Linie um die Reiseroute und Sehenswürdigkeiten, sowie meine Erfahrungen und Ansichten dazu gehen. In den letzten Zeilen werde ich auch ein paar Worte zu dem Reiseanbieter verlieren, der vorweggenommen ein astreines Südengland-Erlebnis abgeliefert hat.

Am Mittwochmorgen startete ich in meine drei Tage Abenteuer durch Südengland. Los ging es mit einem kleinen 16-Sitzer vom überfüllten und geschäftigen London Victoria über die M25, auch bekannt als „Britain’s biggest car park“ raus aus der Großstadt, hinein ins Grüne. Denn außerhalb von London, ihr werdet euch wundern, ist alles grün. Wenn ihr vorher wochen- oder tagelang in der Betonstadt wart, löst allein die Farbe schon ein Gefühl von Freiheit und Fernweh in einem aus. Der erste Halt  der 3-Tagestour durch Südengland mit rabbie’s war Stonehenge.

Haben unsere Vorfahren für Stonehenge Steine 225 km weit geschleppt?

Der berühmte Steinkreis Stonehenge ist der Touristenmagnet im Südwesten Englands schlechthin. Wurde er von Aliens erbaut oder von Menschen als eine Art religiöses Monument oder als Sonnenuhr? Und wieso und wie haben unsere Vorfahren vor 4.500 Jahre tonnenschwere Steine aus Wales 225 Kilometer weit geschleppt? Fragen über Fragen. Die Wissenschaft weiß kaum etwas über den Nutzen Stonehenges. Riten und Denkweisen hinterlassen kaum Spuren in der Geschichte. Vielleicht zieht es deswegen jährlich Tausende von Besuchern an diesen mystischen Ort.

Stonehenge

Stonehenge

Ich fand ihn jedenfalls sehr eindrucksvoll, jedoch nur in Kombination mit dem schönen Museum, das die ganzen Fragen, Mythen und Rätsel begreifbar visualisiert. Ansonsten ist und bleibt es nur ein überlaufener Steinkreis. An die Steine selbst kommt ihr nur noch zu bestimmten Events heran. Der Eintritt in das Museum und zu dem Rundgang kostet £19 (21 €), was schon teuer ist.

Es gibt zwar einen öffentlichen Fußweg, auf dem du 3 km durch Felder kostenlos zu Stonehenge laufen kannst, ohne Eintritt kommst du aber nicht wirklich nahe ran. Dafür und auch für das Museum ist eine Eintrittskarte schon empfehlenswert.

Ich habe mir gegenüber den Preis dadurch gerechtfertigt, dass das Geld auch dem Erhalt kleinerer, unbekannterer Sehenswürdigkeiten zugutekommt. Wer länger in England ist und Kulturelles mag, sollte über eine Mitgliedschaft fürs English Heritage nachdenken. Das lohnt sich preislich, wenn du mehrere Kulturdenkmäler besuchst, da dann keinen Eintritt zahlen brauchst.

Baden beim Durdle Door an der Jurassic Coast

1 ½ Stunden Autofahrt von Stonehenge entfernt an der Südwestküste liegt das Durdle Door, eine vom Meer ausgewaschene natürliche Felsbrücke. Der gesamte Küstenabschnitt der Kreideküste, auch bekannt als Jurassic Coast, wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt. Der Spitzname der Küste hat nicht mehr mit Dinos zu tun, als dass bei gelegentlichen Felsabbrüchen Fossilien freigelegt werden und auf den Strand fallen. Es ist mehr ein Marketinginstrument, um Touristen anzulocken.

Dabei braucht das die Küste gar nicht. Die weiß-grauen Felsen und das türkisblaue Meer zusammen mit den Klippen, die im Frühjahr und Sommer von bunten Wildblumen umsäumt sind, sind einfach wunderschön. Das fühlt sich so gar nicht wie England, sondern eher wie Südeuropa an. Hier vergesst bei schönem Wetter die Badesachen nicht. Beim Durdle Door lässt es sich gut ins kalte Nass hüpfen.

Schön ist auch der halbstündige Spaziergang an der Küste entlang zur Lulworth Cove. Das kleine Dörfchen, das sich in der Bucht befindet, hat hervorragende und englandweit bekannte Eissorten, die lokal in Dorset hergestellt werden.

Jurassic Coast

Jurassic Coast

Durch die Grafschaft Devon hindurch, mit ihren für ganz England typischen eingezäunten Feldern, kommt man in den Dartmoor National Park. Die nur 954 km2 große Moor- und Heidelandschaft ist ein beliebtes Urlaubsziel zum Wandern und Zelten. Im Moor gibt es keine Bäume oder Büsche, da auf dem harten Granit kaum etwas wachsen kann und entwurzelt würde, sobald der Wind über die Steine peitscht.

Dartmoor: nachts regieren die Mythen, tagsüber die Schafe

Die 100 bis 300 Meter hohen Hügel mit ihren Tors (bis zu 200.000 Jahre alte, nackte Felsen, auf denen meist eine zerfallene Burg oder Rundhaus steht) sowie die Schafsherden, die die Straßenverkehrsordnung bestimmen, und die circa 300 verbliebenen wilden Dartmoor Ponys sind die Blickfänger der Landschaft.

In Dartmoor gibt es 170 Tors und jeder ist individuell, nie sehen sich zwei auch nur ähnlich, nie bilden sie zweimal die gleichen Formen. Diese raue vom Wind und Wetter gezeichnete Landschaft hat schon viele Autoren wie Arthur Conan Doyles dazu inspiriert, mysteriöse und gespenstische Geschichten wie Der Hund von Baskerville zu schreiben.

Südengland

Südengland

In Dartmoor gibt es nur wenige Menschen, viel Ruhe und noch mehr Steinmauern. Eine unendliche Kette von Mauern aus Feldsteinen zieht sich entlang der Felder, um Häuser und Höfe. Auch viele der Steine sind bewachsen, so dass sie wie ein organischer Teil der Landschaft wirken. Doch aufgepasst lieber Autofahrer*innen: Die Straßen sind eng und oft nur einspurig mit wenigen Ausweichstellen. Auch wenn die Hecken grün aussehen, in jeder befindet sich auch eine Steinmauer.

Exeter als Basis für Tagesauflüge

Exeter ist die Hauptstadt Devons und das perfekte Startziel oder Basis, um das Dartmoor zu erwandern. Die Stadt mit ihren circa 130.000 Einwohnern selbst ist vor allem für die St. Peter Kathedrale und die Ruine des Schlosses Rougemont bekannt. Die Kathedrale wurde ab 1112 errichtet und erst 2018 restauriert.

Der Figurenschmuck von außen ist imposant, auch von innen ist das Gebilde ein architektonischer Augenschmaus. Jedoch ist der Eintritt unverschämt teuer. Tipp: Geht einfach zur abendlichen Andacht um 17:30 Uhr mit. Ihr müsst dann zwar eine Stunde den Chören lauschen, könnt euch aber danach frei in der Kathedrale bewegen und umschauen, ohne Eintritt zu bezahlen.

Exeter Kathedrale

Exeter Kathedrale

Der zweite Tag führte uns nach Tavistock, einem kleinen und überschaubaren Örtchen. Nennenswert ist der Pennier Markt, der seit Eintrag in die Royal Charter 1105 für über 900 Jahre ununterbrochen überlebt hat. Heute präsentieren sich auf dem Markt vor allem lokale Geschäfte. An sich existiert der lokale Handel in der Stadt noch heute und die Einkaufsstraße lebt von kleinen, individuellen Einzelhändler*innen, was Tavistock besonders charmant macht. Das Städtchen ist durchaus einen Halbtagsausflug wert.

Am dritten Tag ging es nach Glastonbury in Somerset. Die Stadt ist eigentlich für das große, jährliche Glastonbury Musikfestival bekannt, ist aber selbst auch sehenswert. Hier tummelt sich vor allem die alternative Szene, die  Menschen tragen ihre volle Steampunk- oder Zauberer-Montur als Alltagskleidung, was ziemlich cool ist. An jeder Ecke ist Straßenkunst zu sehen und ihr findet viele Esoteriklädchen. Außerdem ist Glastonbury eine Hanfhochburg. In den kleinen, bunten Läden bekommt ihr das grüne Gewächs in allerlei Verarbeitungen von Klamotten über Aromen bis hin zu Hygiene- und Entspannungsartikeln und anderen Dingen. Hier werdet ihr das etwas andere Südengland erleben.

Südengland erleben und Entspannung in Bath

Bath

Natürlich darf auch Bath nicht fehlen. Es liegt am südlichen Ende der Cotswolds nahe dem Fluss Avon. In diesem Kurort haben schon die Römer 43 nach Christus das Wasser der heißen Quellen genossen. Sie sind die einzigen heißen Quellen in England, weswegen Bath sich schon früh zu einem Kurort entwickelte. Viele Gebäude wie der kreisrunde Circus und die königlichen Gärten stammen noch aus der Zeit Elisabeth I. Der entspannteste Ort in Bath, um den Trubel zu entfliehen, sind die Gärten direkt im Zentrum am Fluss mit einem direkten Blick auf die Pulteney Brücke. Die Stadt ist wunderschön und sehr atmosphärisch.

Stonehenge, Durdle Door, Dartmoor, Glastonbury und Bath – drei bis fünf Tage braucht man für diese Strecke schon, um sie zu genießen. Eine Woche ist noch besser. Mein Tagesbudget lag bei etwa £45 pro Tag mit Essen, Eintritt und Übernachtungen. Die schottische Reiseorganisation rabbie’s, mit der ich unterwegs war, hat die Reise einwandfrei getaktet.

Reiseroute eignet sich auch super als Roadtrip

Unser Fahrer Christo war ein sehr belesener Guide und gewandter Storyteller. Wenn ihr eine günstige Reiseorganisation für Kurzreisen in England oder Schottland sucht, würde ich euch rabbie’s nach dieser Erfahrung wirklich ans Herz legen. Es war eine kleine und sehr individuelle Reisegruppe von 10 Leuten, sodass wir uns untereinander flexibel abstimmen konnten und auch einmal länger an manchen Orten verweilten.

Mir hat es sehr gut gefallen und das, obwohl ich normalerweise Busreisen nicht sonderlich mag. Wir hatten relativ wenig Programm und genug freie Zeit, um alles selbst auf eigene Faust zu erkunden. Auch war ich allein unterwegs und habe sofort Anschluss an die Gruppe gefunden. Zwei weitere Personen waren auch Alleinreisende.

Südengland ist und bleibt eine der schönsten Ecken England, wenn nicht sogar des ganzen United Kingdoms und diese Route ist – egal, ob organisiert oder auf eigene Faust – ein optimales Grundgerüst Südengland zu erleben. Die Route eignet sich bestimmt auch sehr gut als Roadtrip mit Wanderschuhen, Badesachen und Zelt im Gepäck.

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