Die günstigsten Länder der Welt: Wo du 2026 mit 20 bis 30 Euro am Tag durchkommst
Ich habe in Ländern gereist, in denen ein Abendessen 50 Cent kostet, und in Ländern, in denen ein Bier 9 Euro kostet. Rate mal, wo ich länger geblieben bin. Wer mit wenig Geld lange unterwegs sein will, der muss vor allem eine Entscheidung richtig treffen: das Land. Alles andere (Hostel statt Hotel, Streetfood statt Restaurant) sind Feinheiten. Die Wahl des Landes entscheidet, ob dein Erspartes drei Monate reicht oder acht.
Hier bekommst du meine ehrliche Übersicht über die günstigsten Länder der Welt, mit konkreten Tagesbudgets in Euro. Und weil die meisten Ranglisten da draußen aus den USA kommen und einen entscheidenden Punkt ignorieren, rechne ich am Ende auch vor, was der Flug ab Deutschland mit deinem Budget macht. Spoiler: Das billigste Land ist nicht automatisch die billigste Reise.
Was heißt eigentlich „günstig“?
Kurz zur Rechenbasis, damit wir vom Gleichen reden. Alle Tagesbudgets hier gelten für Backpacker-Standard: Bett im Dorm oder einfaches Guesthouse, lokales Essen, öffentliche Verkehrsmittel, ab und zu ein Eintritt oder eine Tour. Flüge, Visa und Versicherung kommen obendrauf.
Und noch eine Unterscheidung, die viele Listen unterschlagen: Es gibt billige Länder und es gibt Länder mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Das ist nicht dasselbe. In Bangladesch bekommst du ein Zimmer für 5 Euro, aber erwarte keinen Luxus. In Thailand oder Malaysia zahlst du mehr, bekommst dafür aber für 40 Euro ein Zimmer mit Pool. Dieser Artikel dreht sich um die wirklich billigen Länder. Wenn du eher Komfort zum fairen Preis suchst, ist das eine andere Liste.
Der Schnellüberblick: Tagesbudgets im Vergleich
Damit du nicht scrollen musst, hier die Hausnummern, grob in Euro umgerechnet und aus mehreren aktuellen Quellen abgeglichen:
- Unter 15 Euro pro Tag: Bangladesch, Pakistan, Laos (auf dem Land), Malawi
- 15 bis 25 Euro pro Tag: Indien, Nepal, Kambodscha, Vietnam, Bolivien, Moldau, Äthiopien
- 25 bis 35 Euro pro Tag: Sri Lanka, Indonesien, Georgien, Kirgistan, Guatemala, Nicaragua, Philippinen, Bulgarien
- 35 bis 50 Euro pro Tag: Thailand, Marokko, Türkei, Kolumbien, Mexiko, Rumänien
Eine Studie von HelloSafe hat Laos sogar zum günstigsten Reiseland der Welt erklärt, mit einem durchschnittlichen Tagesbudget von rund 12 Euro. Das deckt sich mit meiner Erfahrung: In Laos musst du dich schon anstrengen, um Geld auszugeben.
Südostasien: Der Klassiker, und das aus gutem Grund
Wer zum ersten Mal günstig reisen will, der landet fast immer in Südostasien. Zu Recht. Die Region kombiniert niedrige Preise mit guter Infrastruktur, und das Reisen selbst ist simpel. Du findest überall Hostels und Nachtbusse, dazu Leute, die dasselbe machen wie du.

Vietnam ist für mich das beste Gesamtpaket. Eine Schüssel Pho kostet an der Straße oft unter einen Euro, ein Banh Mi ähnlich wenig, ein richtig guter Kaffee etwa einen Euro. Dorm-Betten gibt es in Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt für unter 10 Euro. Mit 25 bis 30 Euro am Tag lebst du hier nicht spartanisch, sondern gut. Praktischer Tipp: Nimm für lange Strecken den Nachtzug mit Schlafabteil. Der kostet ungefähr so viel wie der Bus, du sparst dir aber eine Übernachtung und kommst ausgeruhter an.
Kambodscha ist noch eine Ecke billiger. Hostelbetten ab 4 Euro, Bier in Backpacker-Bars für rund 50 Cent, Homestays auf dem Land teils für 10 Euro inklusive Essen. Was viele unterschätzen: Angkor Wat reißt ein Loch ins Budget, der Eintritt ist happig. Plane das extra ein und leih dir vor Ort ein Fahrrad, statt jeden Tag einen Tuk-Tuk-Fahrer zu buchen. Zwischen April und Oktober ist Nebensaison, dann werden die Unterkünfte nochmal spürbar günstiger. Mehr Infos findest du in unserem Kambodscha-Guide.
Laos wird gerne übersprungen, weil links und rechts davon Thailand und Vietnam locken. Ein Fehler. Streetfood für unter 2 Euro, Betten ab wenigen Euro, und der Slow Boat auf dem Mekong ist eine der entspanntesten Arten, ein Land zu durchqueren. Wichtig zu wissen: Die Landeswährung Kip kannst du außerhalb von Laos praktisch nirgends umtauschen. Also vor der Ausreise ausgeben oder zurücktauschen, sonst hast du am Ende buntes Papier als Souvenir.
Und Thailand? Bleibt großartig, ist aber kein Billigland mehr, jedenfalls nicht überall. Bangkok und der Norden um Chiang Mai gehen noch gut mit 30 bis 35 Euro am Tag. Auf den Inseln im Süden zahlst du für dieselbe Leistung locker das Doppelte. Wenn dein Budget knapp ist, verbringe die meiste Zeit im Norden und auf dem Festland. Alles Wichtige dazu steht in unserem Thailand-Guide.
Indonesien ist ein Sonderfall. Bali ist durch den Boom der letzten Jahre deutlich teurer geworden, vor allem im Süden um Canggu und Uluwatu. Als Alternative würde ich Lombok, Flores oder Java empfehlen. Gleiche Landschaften, teilweise schöner, und du bist wieder bei 25 bis 30 Euro am Tag. Ein Kostenfaktor, den viele übersehen: Indonesien besteht aus tausenden Inseln. Wer kreuz und quer fliegt, der verbrennt sein Budget in der Luft. Bleib in einer Region.
Indien und Nepal: Für 20 Euro am Tag durch den Subkontinent
Indien ist wahrscheinlich das Land mit dem meisten Erlebnis pro ausgegebenem Euro. Unterkünfte gibt es teils ab 5 Euro, Zugfahren in der Sleeper Class kostet fast nichts, und das Essen ist eine eigene Reise wert. Mit 20 bis 25 Euro am Tag bist du solide unterwegs.
Zwei ehrliche Einschränkungen. Erstens: Indien ist anstrengend. Der Lärm, die Menschenmassen, die ständige Reizüberflutung. Manche lieben es, manche fliehen nach zwei Wochen. Zweitens: Beim Essen und bei der Unterkunft würde ich nicht die allerbilligste Option nehmen. Delhi Belly ist real, und ein paar Euro mehr für ein sauberes Zimmer und ein ordentliches Restaurant sind gut investiertes Geld. Wer beim Magen spart, der zahlt später mit Reisetagen.

Nepal klingt exotisch und teuer, ist aber eines der günstigsten Länder überhaupt. Momos an der Straße kosten Centbeträge, Guesthouses und lokale Küche bekommst du für 10 bis 20 Euro am Tag, mit etwas Komfort landest du bei 25 bis 30 Euro. Auch Trekking muss nicht teuer sein: Wer Routen wie Poon Hill auf eigene Faust läuft und in Teehäusern schläft, der gibt am Tag weniger aus als in mancher deutschen Jugendherberge. Einplanen musst du das Visum, rund 50 US-Dollar für 30 Tage, plus die Trekking-Permits von etwa 15 Dollar. Und nimm für Strecken zwischen den Städten die Touristenbusse. Die lokalen Busse sind billiger, aber ihre Unfallstatistik ist kein Ruhmesblatt.
Sri Lanka liegt preislich knapp darüber. Bus- und Zugfahrten kosten teilweise unter einen Euro, Essen um die 3 bis 4 Euro pro Mahlzeit. Der Haken: Die Eintritte für die großen Sehenswürdigkeiten wie Sigiriya summieren sich brutal. Wer alle Kulturstätten abklappern will, der braucht ein deutlich höheres Budget. Wer surft und am Strand hängt, der kommt billig weg.
Die absoluten Preisbrecher: Bangladesch und Pakistan
Jetzt wird es interessant für alle, denen Südostasien zu voll geworden ist. Die wirklich günstigsten Länder der Welt liegen daneben, und fast niemand fährt hin.
Bangladesch wird in mehreren aktuellen Rankings als billigstes Reiseland der Welt geführt, mit Tagesbudgets um 15 Dollar, also grob 13 Euro. Reiseblogger, die dort waren, berichten von Gesamtkosten um 500 Euro im Monat, alles inklusive. Dafür bekommst du eines der am wenigsten bereisten Länder der Welt, den längsten Naturstrand der Erde bei Cox’s Bazar und Bootsfahrten durchs Flussdelta, die du so nirgendwo sonst erlebst. Komfort und Infrastruktur sind entsprechend einfach. Das ist kein Einsteigerland.
Pakistan spielt in derselben Liga. Abendessen für unter einen Euro, Guesthouses für wenige Euro, und im Norden mit Gilgit-Baltistan eine Bergwelt, die sich vor Nepal nicht verstecken muss. Ich bin überzeugt, dass Pakistan in den nächsten Jahren seinen Moment bekommt, so wie Georgien ihn hatte. Wer vorher da war, der kann später angeben. Informier dich aber vor der Reise gründlich über die aktuelle Sicherheitslage beim Auswärtigen Amt, die Einschätzungen ändern sich je nach Region.
Günstig in Europa: Ja, das geht noch
„Europa ist teuer“ stimmt nur, wenn du Westeuropa meinst. Richtung Osten und Kaukasus sieht die Rechnung anders aus. Der große Vorteil: Die Flüge ab Deutschland sind kurz und billig. Dazu unten mehr.
Georgien ist mein Favorit in dieser Kategorie. Dorm-Betten gibt es ab etwa 5 Euro, Einzelzimmer in Guesthouses um die 15 Euro, und die Gastfamilien kochen oft für kleines Geld mit. Die Marshrutkas (Minibusse) verbinden das ganze Land, eine 90-Minuten-Fahrt kostet unter 5 Euro. Dazu kommen Berge auf Weltniveau in Swanetien und Kasbegi und eine Weinkultur, die älter ist als die europäische. Mit 25 bis 30 Euro am Tag lebst du hier gut.

Armenien direkt nebenan ist ähnlich günstig und noch leerer. Wer schon in Georgien ist, der sollte die paar Stunden Busfahrt nach Jerewan dranhängen.
Moldau gilt als günstigstes Land Europas, mit Tagesbudgets unter 20 Euro. Ehrlich gesagt ist es kein Land für drei Wochen, aber für eine Woche mit Weingütern rund um Chisinau und einem Abstecher nach Transnistrien lohnt es sich. Transnistrien ist dieser seltsame, von fast niemandem anerkannte Landstrich, in dem die Sowjetunion nie ganz aufgehört hat. Skurriler wird Europa nicht.
Bulgarien und Rumänien sind die Klassiker für alle, die es weniger abenteuerlich mögen. In Bulgarien findest du Dorms unter 15 Euro und kommst mit rund 35 Euro am Tag hin. Bonus für Outdoor-Leute: Wildcampen wird in Bulgarien weitgehend geduldet und ist unter Reisenden gängig. Mit Zelt und Kocher drückst du dein Budget massiv. Rumänien liegt eher bei 40 bis 50 Euro am Tag, dafür bekommst du die Karpaten, Schlösser wie Bran und Peles, dazu Städte wie Brasov und Sibiu. Wer sowieso über einen Roadtrip durch Europa nachdenkt, der findet in unserem Roadtrip-Europa-Artikel mehr dazu.
Lateinamerika: Bolivien schlägt alle
Südamerika hat den Ruf, teurer zu sein als Asien. Stimmt im Schnitt, aber es gibt Ausnahmen.
Bolivien ist die größte davon. Ein Mittagsmenü mit Bier kostet in einfachen Restaurants um die 5 Euro, Dorm-Betten liegen bei rund 10 Euro, und selbst eine organisierte Tagestour zur Salar de Uyuni gibt es ab etwa 30 Euro. Die mehrtägige Uyuni-Tour kostet mehr, aber ein Tipp spart dir richtig Geld: Buche sie in Bolivien selbst, nicht von Chile aus. Mit 20 bis 30 Euro am Tag reist du durch eines der spektakulärsten Länder des Kontinents. La Paz mit seinen Seilbahnen, der Titicacasee, die Death Road mit dem Mountainbike. Müsst ihr hin.
Guatemala ist das Bolivien Mittelamerikas: Vulkane, der Atitlán-See, die Maya-Ruinen von Tikal, und das alles für 25 bis 35 Euro am Tag. Übernachte in familiengeführten Hospedajes und iss in Comedores, den einfachen lokalen Kantinen, dann bleibt das Budget klein.
Nicaragua funktioniert ähnlich, vor allem an der Pazifikküste mit ihrer Surf-Szene. Dorms unter 10 Euro, einfache Mahlzeiten unter 5 Euro, Busfahrten quer durchs Land selten über 5 Euro. Der Strand kostet nichts, und genau davon lebt das Land als Reiseziel.
Mexiko und Kolumbien tauchen in vielen Billig-Rankings auf, und ich finde das irreführend. Beide sind fantastische Reiseländer mit fairem Preis-Leistungs-Verhältnis, aber mit realistischen 35 bis 50 Euro am Tag eben keine Billigziele mehr. In Tulum oder Cartagena zahlst du teilweise westeuropäische Preise. Kann man also machen, aber nenn es nicht Budget-Reise.

Und Afrika? Ehrlich gesagt: kompliziert
Afrika fehlt in den meisten Billig-Listen, und das hat Gründe. Die Lebenshaltungskosten vor Ort sind oft niedrig, aber drei Dinge machen die Rechnung kaputt: teure Flüge, teure Visa, dazu ein Tourismus, der auf zahlungskräftige Safari-Gäste ausgerichtet ist statt auf Backpacker.
Ausnahmen gibt es. Marokko ist von Deutschland aus billig zu erreichen und vor Ort mit 35 bis 45 Euro am Tag machbar, wenn du in Riads der einfachen Kategorie schläfst, mit den CTM-Bussen fährst und auf den Märkten handelst. Äthiopien und Malawi sind vor Ort spottbillig (in Malawi gab es laut Reiseberichten Bohnengerichte für Centbeträge und Guesthouses um 5 Euro), aber die Anreise kostet dich schnell 600 bis 800 Euro. Meine ehrliche Einschätzung: Afrika lohnt sich als längere Reise von zwei, drei Monaten. Für einen dreiwöchigen Budget-Trip fressen Flug und Visa den Preisvorteil auf. Da verliert man nur Geld.
Der Rechenfehler, den fast alle machen: der Flug ab Deutschland
Jetzt zum Punkt, den die großen englischsprachigen Ranglisten komplett ignorieren, weil sie für Amerikaner schreiben. Für dich als Reisenden aus Deutschland verschiebt der Flugpreis die ganze Tabelle.
Ein Beispiel: Bangladesch ist vor Ort das billigste Land der Welt. Aber Flüge nach Dhaka sind rar und selten günstig. Georgien ist vor Ort doppelt so teuer, aber du fliegst ab Deutschland mit Billigairlines oft für unter 200 Euro hin und zurück. Rechne das auf eine zweiwöchige Reise um (die Flugpreise sind typische Beispielwerte, check sie tagesaktuell):
- 2 Wochen Georgien: ca. 150 Euro Flug + 14 x 28 Euro = rund 540 Euro
- 2 Wochen Bangladesch: ca. 700 Euro Flug + 14 x 13 Euro = rund 880 Euro
Das billigste Land der Welt ist für dich die teurere Reise. Erst ab etwa sechs bis acht Wochen Reisedauer dreht sich das Verhältnis, weil dann die niedrigen Tageskosten den teuren Flug wieder reinholen. Meine Faustregel: Für Kurztrips bis drei Wochen schau nach Osteuropa, Kaukasus oder Marokko. Für Reisen ab einem Monat lohnt sich Asien richtig. Und check die Flugpreise, bevor du dich in ein Land verliebst, nicht danach.
Versteckte Kosten, die dein Budget leise auffressen
Noch so ein Thema, das in den Hochglanz-Listen fehlt. Die Tagesbudgets stimmen, aber drumherum lauern Kosten, die sich summieren.
Geldautomaten-Gebühren. Das krasseste Beispiel ist ausgerechnet Thailand. Dort kassieren die Banken pro Abhebung mit ausländischer Karte eine feste Gebühr, jahrelang waren das 220 Baht, inzwischen zeigen viele Automaten 250 Baht bei Visa und bis zu 350 Baht bei Mastercard an, also bis zu 9 Euro pro Abhebung. Wer alle zwei Tage kleine Beträge zieht, der schenkt den Banken im Monat einen Betrag, für den er in Laos drei Tage leben könnte. Drei Gegenmittel: Hebe selten und dafür viel ab (die Gebühr ist ein Festbetrag, egal ob du 3.000 oder 20.000 Baht ziehst). Such dir AEON-Automaten, die stehen oft in Big-C- und Lotus-Supermärkten und nehmen nur 150 Baht. Und lehne am Automaten IMMER die Umrechnung in Euro ab, wähle die Landeswährung. Diese „Dynamic Currency Conversion“ ist eine Abzocke mit miesem Wechselkurs, und die Automaten drücken dir den teuren Knopf gerne in freundlichem Grün aufs Auge.
Visagebühren. Nepal will rund 50 US-Dollar für 30 Tage, Kambodscha 30 Dollar beim Visa on Arrival oder etwa 36 Dollar fürs eVisa. Klingt nach wenig, sind aber zwei bis drei Reisetage Budget, bevor du überhaupt angekommen bist. Rechne die Visakosten für deine Route vorher zusammen, bei einer Tour durch vier Länder kommt da ein niedriger dreistelliger Betrag zusammen.
Eintritte für die Highlights. Angkor Wat, Machu Picchu, Sigiriya, die Taj-Mahal-Region: Ausgerechnet die Orte, wegen derer du hinfliegst, kosten oft ein Vielfaches deines Tagesbudgets. Kein Grund, sie auszulassen. Aber plane sie als eigene Posten ein, sonst stimmt deine Monatsrechnung hinten und vorne nicht.
Länder, die günstiger klingen als sie sind
Zum Schluss noch eine Warnliste, weil dieser Blog davon lebt, ehrlich zu sein.
Bali lebt vom Ruf der 2000er. Der Süden der Insel ist heute ein Preisniveau-Mix aus Australien und Instagram. Günstig ist Indonesien weiterhin, aber eben auf Lombok, Java oder Flores, nicht in Canggu.
Die thailändischen Inseln hatte ich schon erwähnt: Inseln wie Koh Samui oder Phuket spielen preislich in einer anderen Liga als der Norden. Wer nur Inselhopping macht, der sollte Thailand nicht mehr als Billigziel einplanen.
Marokko in den Touristenzentren. Marrakeschs Medina hat gelernt, was Touristen zu zahlen bereit sind. Zwei Straßen weiter isst du für ein Drittel. Das Land bleibt günstig, aber nur, wenn du dich wie ein Reisender verhältst und nicht wie ein Tourist.
Generell gilt: Sobald ein Land auf allen Social-Media-Kanälen als „Geheimtipp“ gefeiert wird, hat es meist schon zwei Preisrunden hinter sich. Die echten Schnäppchen stehen selten in den Reels.
Der einfachste Spartrick zum Schluss: Nebensaison
Egal welches Land du wählst, der größte Hebel neben der Länderwahl ist der Reisezeitpunkt. In Kambodscha fallen die Unterkunftspreise zwischen April und Oktober deutlich, in Südostasien generell sind Dezember und Januar die teuerste Zeit. In Europa sind der Frühsommer und der September die goldenen Monate: gutes Wetter, halbe Preise, keine Massen. Und Flüge sind dienstags und mittwochs sowie außerhalb der Ferien am billigsten.
Meine konkrete Empfehlung für deine erste richtige Budget-Reise: Flieg im Februar oder März für vier Wochen nach Vietnam, häng Kambodscha dran und komm mit weniger als 1.500 Euro Gesamtkosten zurück, Flug inklusive. Wenn du nur zwei Wochen hast: Georgien im Juni. Beides funktioniert, beides habe ich so oder so ähnlich selbst gemacht, und bei beidem wirst du dich fragen, warum du dafür jemals mehr Geld ausgegeben hast.
