Unkontaktierte Völker Brasiliens (indigene Völker)

Ureinwohner in Brasilien

Nur noch wenige unkontaktierte Völker dürfte es mittlerweile auf dem Planeten geben. Und die letzten Völker, die noch in den Genuss kommen, von den teilweise doch recht zweifelhaft anmutenden gesellschaftlichen und kulturellen Fortschritten der sogenannten Zivilisation, verschont geblieben zu sein, sind dies auch nur dank Schutzprogramme. Allerdings darf man an dem Erfolg dieser Programme, gerade seitens der brasilianischen Regierung, auf Dauer allerdings zweifeln. Denn das bis in die letzten Winkel mit Korruption verseuchte Land hat kaum die Möglichkeit sich gegen geldgeile Geschäftemacher und Glücksritter zur Wehr zu setzen.

Gerade in den politischen Gremien, wo der Schutz, egal welcher Art auch immer aufgebaut werden kann, sind die schwerreichen und mächtigen Hacienderos auf irgendeine Art direkt oder indirekt vertreten. Was schert sich diese Bande um ein paar „wilde“ für sie rückständige Urwaldbewohner, wenn sich auf deren Terrain eine gewinnbringende Monokultur anpflanzen lässt?

Und wer meint, dass sich durch moderne Überwachungssysteme der Urwald und die darin lebenden Menschen besser schützen ließe, dem sei gesagt, dass der Kahlschlag des Amazonas sich gegenüber des Jahres 2014 im Jahr 2015 wieder um 16 Prozent erhöht hat. Statistiken gemäß verlor der Amazonas Urwald in nur 12 Monaten eine Fläche von mehr als 5 500 km2. Allein in Mato Grosso fielen mehr als 1500 km2 Urwald den Sägen der geldgierigen Hacienderos und Geschäftemachern zum Opfer. Damit verschärft sich nicht nur der Treibhauseffekt, sondern auch die Indigenen werden immer mehr zurückgedrängt.

Welche unberührten indigenen Völker gibt es noch in Brasilien und wie ist ihre Situation?

Man sollte dieser Bilder nicht allzu ernst nehmen, die irgendwelche Indios zeigen, die auf Flugzeuge mit Pfeil und Bogen schießen. Ob diese wirklich unendeckt bis zu diesem Zeitpunkt blieben, darf bezweifelt werden. Denn unentdeckt heißt immer nur, dass die breite Öffentlichkeit sie nicht kannte. Die einheimischen Nachbarvölker kannten sie schon lange. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass der deutsche Entwickungshelfer Stefan Ziemendorff den mit 771m zweithöchsten Wasserfall Perus und zugleich dritthöchsten der Erde auch erst im Jahr 2002 entdeckt haben soll?

Die ersten brasilianischen Indigenen kamen wohl mit der ersten Einwanderungswelle vor 11 000 Jahren während einer Eiszeit über Nordamerika ins Land. Was allerdings nur eine von mehreren Theorien ist. Skelettfunde wie der von „Luzia“ die am Lagoa Santa (Minas Gerais) gefunden wurde, zeigen aber auch, dass die brasilianischen Indigenen auch australische oder afrikanische Vorfahren gehabt haben könnten.

Indigenous in Brasilien

Indigenous in Brasilien

Als die portugiesischen Eroberer im 15. und 16. Jahrhundert ins Land kamen, kam es schnell zu einer Vermischung. Auch wenn sich einige Ureinwohner lange gegen den „weißen Mann“ mit allen Mitteln zur Wehr setzten. Ganz krass trieben es einige Hacendieros schon zu dieser Zeit mit den Indios. Sie verschenkten mit Bakterien und Keimen verseuchte Kleider, die normalerweise verbrannt wurden, unter den Indios, um so schnell zu mehr Land zu gelangen.

Verschiedene heute angeblich unkontaktierte indigene Gruppen sind Nachfahren ehemaliger versklavter Indios. Einige davon leben im brasilianischen Bundesstaat Acre. Auch in diesem Fall steckte Geldgier hinter ihrem Schicksal. Denn damals waren es die Kautschukbarone, die ihre Schwäche ausnutzten. Andere indigene Stämme leben wie vor Urzeiten von der Jagd. Die Aiwa zum Beispiel gelten als flexible Nomaden, die ihre einfachen Behausungen in wenigen Stunden auf- und abbauen.

Vor allem in den brasilianischen Bundesstaaten Rondônia, Mato Grosso und Maranhão sollen angeblich noch über 300 dieser unkontaktierten Völker leben. Doch die meisten von ihnen hatten wohl im Laufe der Zeit schon die bittere Bekanntschaft mit nimmersatten Viehzüchtern, Sojabauern und Holzfällern, abgesehen von Gold- und Edelsteinsuchern, auf irgendeine Art und Weise gemacht. Um nicht vollends unterzugehen, suchten sie ihr Heil in der Flucht und wurden im tiefsten brasilianischen Urwald erst zu Unkontaktierten.

Wie sicher sind die kontaktierten Indigenen in Brasilien?

Machen wir uns nichts vor. Sie sind in keinster Weise vor der „Zivilisation“ sicher. Der Grund dafür liegt darin, dass der FUNAI (brasilianische Behörde für indigene Angelegenheiten) der Aufenthaltsort der Gruppen bekannt ist. Und wenn diese den Aufenthaltsort kennt, wissen es auch alle anderen bei Bedarf (siehe Korruption). Wenn schert es, wenn Staudamm- und Straßenbauprojekte ihre bislang geschützten Territorien durchschneiden oder mitunter ganz vernichten? Niemand. Denn die Macht des Geldes und die Gier bestimmt wo es lang geht. Auch mit den unkontaktierten Indios in Brasilien.

 

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