Frauenhygiene: Backpacking mit Menstruationstasse und Schwamm

Menstruationstasse

Die Monatsblutung ist für viele Frauen eine nervige Begleiterin. Bei kurzen Urlauben lässt sich der Monatszyklus durch die durchgehende Einnahme der Pille leicht um zwei Wochen verschieben. Bei drei Monaten Backpacking im Dschungel sieht das jedoch anders aus. Nun steht Frau vor der Wahl, Monatsvorräte an Tampons mitzunehmen oder auf die – nicht immer vorhandenen- lokalen Angebote zurückzugreifen. Auch das Wechseln von Binden und Tampons ist ein wichtiges Thema, da die hygienischen Standards nicht überall gegeben sind – gerade in den sogenannten Dritte-Welt-Ländern. Wer schon einmal vor einem fliegenumschwirrten „Plumpsklo“, einem Loch im Boden, stand, dessen Eingangstür aus Wellblech man am liebsten nicht einmal berühren wollte, weiß, was ich meine. Und die finale Frage, wohin mit den blutdurchtränkten Tampons? Die ganzen Fragen zur Frauenhygiene kannst du dir mit einfachen Alternativen wie einer Menstruationstasse oder einem Schwämmchen ersparen.

Nach zwei Monate Backpacking in Australien, einer unsäglich langen Busfahrt, ein Dutzend ekliger Hostel-Toiletten und Plumpsklos fernab der Zivilisation, wusste ich: Tampons und Binden können nicht die Lösung für meine Monatsblutungen auf Reisen sein. Außerdem: Wann und wo werde ich sie wieder los?

Beim Wechseln und auch beim Entsorgen der Frauenhygieneartikel bin ich persönlich schon an meine hygienischen Grenzen gestoßen. Im australischen Hinterland und auch in vielen asiatischen Ländern ist Toilettenpapier nämlich ein Fremdwort oder schlichtweg aufgebraucht.

Tampons und Binden verbrauchen Platz und werden schnell zur Last

Menstruationstasse und Tampon

Menstruationstasse und Tampon

Abgesehen davon, dass sie unnötig viel Platz verschwenden, den man gut und gern für andere Dinge bräuchte, sind sie nicht die hygienischste und schon gar nicht die gesündeste Frauenhygiene beim Backpacken. Zu lang getragene Tampons waren schon häufiger die Ursache von TSS (Toxisches Schocksyndrom), einer seltenen, doch ernstzunehmenden Infektion.

Dabei gibt es eine umweltfreundliche, doch in erster Linie so praktische Alternative zu XXL-Tampons und windelgroßen Binden, die Menstruationstasse. Es ist eine trichter- oder auch glockenförmige Tasse aus medizinischem Silikon. Sie wird gefaltet und wie ein Tampon in die Vagina eingeführt. Dort ploppt das elastische Material auf und passt sich der Scheide an, so dass es die Regelblutung auffängt.

Backpacking mit Menstruationstasse, die platzsparende Alternative

Anders als ein Tampon wird sie jedoch nach dem Gebrauch nicht weggeschmissen, sondern ausgewaschen und am Ende eines Zyklus ausgekocht und sterilisiert aufbewahrt. Die Tasse ist also wiederverwendbar und soll laut Hersteller bis zu 15 Jahren halten.

So produzierst du keinen Müll, den du in einer Plastiktüte verknotet mit bis zum nächsten Mülleimer schleppst, um ihn diskret zu entsorgen und brauchst auch keinen Endlosvorrat an Tampons und Binden mit auf deiner Backpacking- oder Trekkingtour mitnehmen. Die Menstruationstasse erzeugt ein Vakuum und hält dadurch dicht.

Merula Cup

Merula Cup

Mit ihr kannst du problemlos wandern, schwimmen, reiten und tauchen. Entnommen wird sie auch ähnlich wie ein Tampon mittels einer kleinen Leiter am Ende. Außerdem hat sie ein größeres Volumen als jeder Tampon und kann nach eigenen Erfahrungen auch mal bis zu zwölf Stunden durchhalten, ohne zwischenzeitlich entleert werden zu müssen.

Eine Flasche Wasser und eine Extrarolle Klopapier

Das Falten und Einführen der Tasse brauchen wahrlich etwas Übung. Beim. Entleeren solltest du immer eine Flasche Wasser mit dabeihaben, um die Hände und die Tasse abzuspülen. Außerdem eine Extrarolle Klopapier im Gepäck und auf deiner Packliste zu haben ist nicht verkehrt (auch wenn du keine Menstruationstasse verwendest).

Auch die Auswahl der Tasse ist nicht leicht. Es gibt verschiedene Modelle, Formen und Größen. Bei der Wahl der Menstruationstasse spielen unter anderem die Stärke der Periode, Absenkung des Muttermundes während der Menstruation und die Stabilität des Beckenbodens eine Rolle. Sie mag nicht jederfraus Fall sein, doch gilt „Probieren geht über Studieren“.

Naturschwamm

Naturschwamm

Menstruationsschwämmchen als alternative Frauenhygiene

Ein Menstruationsschwämmchen funktioniert wie ein Tampon und saugt das Blut auf. Nur wird das Menstruationsschwämmchen nicht entsorgt, sondern auch ausgewaschen und wiederverwendet.

Meistens handelt es sich dabei um einen feinporigen Luffaschwamm (den kannst du in fast allen Bioläden kaufen). Davon kannst du dir daumengroße Stücke abschneiden und dir wie beim Tampon einen Rückholfaden annähen oder festknoten.

Unterwegs kannst du ihn auswaschen und ihn in einem Glas mit sauberem Wasser und etwas Zitronensaft aufbewahren, um ihn natürlich zu desinfizieren. Danach muss er einige Stunden trocknen. In der Zeit, in der das Schwämmchen trocknet, kommt ein anderes zum Einsatz. Deswegen empfiehlt es sich immer drei oder vier Stück mit auf Reisen zu nehmen.

Menstruationsschwämmchen sind biologisch abbaubar

Durch die Benutzung des Menstruationsschwämmchen ersparst du dir Müll und unnötiges Übergepäck an Frauenhygieneartikeln. Da der Schwamm biologisch ist, kannst du ihn auch leichter als ein Tampon im Notfall in der Natur entsorgen. Außerdem bist du unabhängig von dem Angebot an Hygieneartikeln vor Ort. Da ich jedoch noch keine eigenen Erfahrungen mit den Schwämmchen gemacht habe, weiß ich nicht, wieviel Blut er aufnehmen kann oder wie oft er gewechselt werden muss.

Pille

Pille

Wem die Menstruationstasse beim Wandern, Sport, Schlafen oder für längere Zeiträume zu unsicher ist, kann sie auch mit dem Schwämmchen kombinieren. Die Tasse einfach etwas weiter einführen und noch ein Schwämmchen daruntersetzen.

Natürlich besteht auch immer noch die Option, die Pille über einen längeren Zeitraum durchzunehmen, um seine Blutungen zu unterbinden. Trotz Zweifel, auch dies habe ich schon getan und es ist alles gut gegangen (bei Unsicherheiten wende dich an deinen Gynäkologen oder deine Gynäkologin). Doch finde ich, dass das keine Frau ihrem Körper antun muss, da es doch so viele Alternativen gibt.

In diesem Sinne eine gute Reise, Mädels!

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