US-Einreisebehörden fordern Angabe von Social-Media-Accounts

Reisepass

Amerika (im speziellen die USA) ist für strenge Einreisebestimmungen bekannt. Jetzt soll es noch weiter Verschärfungen geben. Nach Antrag der Bundesbehörden werden Backpacker und Reisende in Zukunft neben all den persönlichen Daten noch einen weiteren Punkt in ihren ESTA- und Visa-Anträgen auszufüllen müssen. Es handelt sich um die eigenen Social-Media-Profile! Warum genau, wie das passieren soll und was ich davon halte erfahrt ihr in diesem Artikel. Ausserdem gibt es eine Info-Grafik und den NSA Skandal als Video Doku gleich mit.

Freiwillig, aber dennoch gewollt / gefordert

Die Angaben sollen zwar freiwillig erfolgen, aber es ist unklar, inwieweit diese Informationen von den USA überprüft werden und bei der Einreise relevant sein werden. Letztendlich muss man davon ausgehen, dass eine Nichtbeantwortung entsprechend gewertet wird. In der Vergangenheit gab es schon einen Fall bei der die Einreise aufgrund von persönlichen Nachrichten bei Facebook (Ein anderes Beispiel hier von Twitter) verweigert wurde. Durch die Abfrage kann man sich wohl als Behörde die Suche nach den entsprechenden Profilen vereinfachen in dem man nach diesen einfach fragt.

Es gab vorher ähnliche Forderungen, da sich Amokläufen oft vorher auf Facebook oder Twitter ankündigen. Es wird sich zeigen, wie weit das verhalten in den Social Medien ausgelegt wird. Vielleicht folge ich den falschen Leuten? Oder oute ich mich als Gesellschaftskritisch? Werden Privatnachrichten mit den falschen Stichwörtern (Bombe, Angriff, Heiliger Krieg etc.) schon Grund genug für die Verweigerung der Einreise? Viele Fragen und Theorien spuken im Internet.

Eine Kontrolle gestaltete sich in der Vergangenheit schwierig, da viele Social Media Kanäle mit Nicknamen nutzen. Die Jugend entwickelt so schon oft ein Gefühl für „Datenschutz“. Weitere Informationen zu ESTA AnträgeEsta Info

Was war nochmal ein ESTA Antrag?

Grundsätzlich braucht man für die Einreise in die USA ein Visum. Seit 2008 gibt es ein Online- Reisegenehmigungssystem namens ESTA (Electronic System for Travel Authorization).

Das heißt, wenn du bis zu 90 Tagen in den USA reisen willst und deutscher Staatsbürger ist der braucht “kein“ Visum. Vor der Reise braucht man aber die ESTA-Genehmigung des US-Heimatschutzministeriums, denn Deutschland ist Teil des Visa Waiver Programms.

Mehr Information zu ESTA in der Infografik (rechts) von estaformular.org

Angeblich zur Verbesserung der Kommunikation

Die angebliche Begründung des US-Grenzschutzes: Einreisende so besser erreicht werden. Jedem ist aber klar, dass die Information dem Heimatschutz zur besseren Ermittlung dienen soll. Man kann dieses Vorgehen auch als direkte Reaktion der Attentate in den USA ansehen. Bei diesen Aufklärung und Untersuchung haben Social-Media-Profile der Täter immer eine wichtigere Rolle gespielt. Im Zweifel muss man eingestehen, dass auch Terrorgruppen dieses Medium geschickt nutzen um weitere Anhänger zu finden.

Bis zum 22. August hat die Öffentlichkeit Zeit, auf den Vorschlag des Heimatschutzes und des Grenzschutzamts zu reagieren. Wenn es bis dann keine Einsprüche gibt, wird der Antrag weiter verfolgt. Ich bin mir also sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir zur nächsten Einreise auch unsere Social Media Daten beim Antrage eintragen sollten.

Meine Persönliche Meinung zur Meldung

Man kann jetzt entweder dafür oder dagegen sein. Natürlich will jeder „sicher“ sein, aber auf der anderen Seite ist es ein erneuter Eingriff in die Privatsphäre. Datenschutz, Freiheit und Privatsphäre sind in der heutigen Zeit wirklich sehr nah beieinander. Wir sehen fürchterliche Beispiele in der Türkei in 2016. Wir haben den NSA Skandal erlebt.

Natürlich kann es dem ein oder anderen egal sein, weil er nichts zu verbergen hat. Auf der anderen Seite merkt man aber nicht wie man immer mehr Spielball der Gesellschaft wird. Kann ich nur sicher leben, wenn die „Regierung“ alles über mich weiß? Wir schauen uns Filme an in denen wir sagen „das ist ja nicht real“, aber immer mehr Dinge passieren!

Fazit: Auch wenn ich als Travel Blogger sowieso sehr öffentlich lebe und nichts zu verstecken habe…. Ich bin kein Fan von diesem Antrag oder dem Plan diese Daten abzufragen. Ich möchte nicht, dass irgendwann mal jemand sehen kann was ich alles einkaufe, wo ich regelmäßig hingehe oder wen ich treffe.

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