Grüne Großstadt: Die schönsten Natur-Oasen in Hamburg

Ich liebe Hamburg, denn es ist grün! Du brauchst keine 15 Minuten mit der Bahn vom Stadtzentrum bis du eine schöne Grünfläche findest. Überall gibt es Naturschutzgebiete und weitläufige Parks, die zum Wandern, Radfahren, Baden und Entspannen einladen. Eines schöner als das andere. Das Beste: Es gibt eine Möglichkeit oder „Weg“, sie fast alle gleichzeitig oder in einzelnen Etappen zu erkunden und so einen Einblick in die unterschiedlichen Naturlandschaften Hamburgs zu erhalten.

Naturwanderung im Raakmoor

Raakmoor

Als ich noch in Langenhorn in der Nähe des Hamburger Flughafens gewohnt habe, war das Raakmoor mein Ruhepol zum städtischen Alltag. Ich bin hier fast täglich joggen oder spazieren gegangen und habe in den Morgen- und Abendstunden großartige Begegnungen mit Rehen, Spechten und einmal sogar einem Wildschwein gemacht. Im Winter wirken die von Buchen und Bruchholz umsäumten, offenen Wasserflächen geheimnisvoll und mystisch. Im Frühling und Sommer hingegen sind sie grün und von Leben erfüllt mit vielen bunten Blumen-Blickfängern wie dem Fingerhut.

Raakmoor Wald

Das 35 Hektar große Naturschutzgebiet im Nordwesten Hamburgs ist ursprünglich ein Hochmoor gewesen. Bis zum 2. Weltkrieg hat man jedoch versucht, das Moor trocken zu legen, um die Fläche für den Ackerbau zu verwenden. Erst ab dem 1970 Jahren hat die Hansestadt angetrieben durch NABU die Renaturierung und Wiedernernässung des Raakmoors vorangetrieben. Das Raakmoor durchläuft jetzt die erste Phase der Renaturierung nach seiner Wiedervernässung, bisher konnten Teile des Moors wiedergewonnen werden. Es sind intakte Moorbereiche entstanden, die viele bedrohte Pflanzenarten der Roten Liste beherbergen.

Abkühlung im Wasserpark Dover-Elbe

Im Osten Hamburgs bei den zwei Unterarmen der Elbe, die Dove-Elbe und Gose-Elbe, versteckt sich eine wahres Plantsch- und Paddelparadies. Hier ist das Wasser noch um einiges sauberer als in der Binnenalster oder an der Elbe. Zudem gibt es eine 2.000 Meter lange Ruder- und Regattastrecke. Dementsprechend viel ist auch meistens auf dem Wasser los. In er Dove-Elbe dürft ihr nach Herzenslust schwimmen, rudern und paddeln – oder einfach im Schatten der Bäume bei dem Rudertraining der anderen zuschauen. Im angrenzenden Eichbaumsee ist Schwimmen jedoch nicht erlaubt. Allein schon der Weg von Zentrum Hamburgs und entlang des 18 Kilometer langen Nebenarms der Elbe durch die Vier- und Marschlande von Bergedorf ist wunderschön.

Dover-Elbe

Strand-Feeling in den Boberger Dünen

Auch gut Faulenzen lässt es sich inmitten der Boberger Dünen. Da kommt schon richtig Küstenfeeling auf und das inmitten einer Großstadt – ein wenig zumindest. Die Dünenlandschaft Boberger Niederung zwischen Bille und Bergedorfer Straße beherbergt die letzte Wanderdüne Hamburgs. Die Dünenlandschaft war aufgrund der regelmäßigen Winde am Nordufer des früheren Elburstromtals im Übergangsbereich von Marsch zu Geest entstanden. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden die Dünen jedoch nach und nach für Bauzwecke und Geländeeinebnungen abgetragen. Der letzte Teil der Dünenlandschaft blieb nur erhalten, weil man sich 1927 nicht auf einen Sandpreis einigen konnte.

Boberger Dünen

Lasst eure Füße im Sand versinken und schaut den Segelfliegern des Segelflugplatzes nebenan beim Flugtraining zu, sonnt euch auf den Trockenwiesen und kühlt euch später im Badesee ab.

Tiere beobachten im Niendorfer Gehege

Villa Mutzenbecher

Das Niendorfer Gehege im Nordwesten Hamburgs ist ein beliebtes Wochenendziel vieler Hamburger*innen, um dem Lärm der Großstadt zu entfliehen. Darum lohnt es sich durchaus einen Blick! Das Waldgebiet bietet 15 Kilometer Wanderwege für kleine und mittellange Wanderungen und Spaziergänge sowie ein Wildgehege, in dem man Hirsche, Rehe oder Füchse beobachten kann.

Besonders schön sind die bis zu 200 Jahre alten Buchen, Eichen und Fichten des Naturreservats. Was sie wohl zu erzählen hätten?

Mitten im Wald gelegen steht etwas verwahrloste die Villa Mutzenbecher, die um 1900 von Hermann Mutzenbecher als Sommerunterkunft erbaut worden ist. Sie ist ein zeittypischer Bestandteil der Villen-ähnlichen Bebauung um das Niendorfer Gehege. Die Villa wird derzeit saniert.

 

100 Kilometer Wanderng um Hamburg

Hamburgs Stadtkern ist von zwei grünen Ringen umgeben. Die zwei Grüngürtel bilden neben den Landschaftsachsen das Grüne Netz Hamburgs. Der erste grüne Ring verbindet Park- und Kleingartenanlagen, Sportflächen und Friedhöfe wie de Elbpark, die Wallanlagen sowie Planten un Blomen. Der 2. Ring umrundet in acht bis zehn Kilometern Entfernung vom Stadtzentrum (beim Rathaus) und verbindet Parkanalgen, Wald- und Naturschutzgebiete. Im Norden der Stadt sind es vorwiegend Parks, Kleingartenparks und Wald, im südöstlichen und südwestlichen Teil landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaften der Marsch mit Grünland, Blumen- und Gemüseanbau sowie Obstplantagen. Das Niendorfer Gehege, der Altonaer Volkspark, der Friedhof Ohlsdorf, der Öjendorfer Park und die Boberger Niederung und sogar der Wasserpark Dove-Elbe gehören alle zum 2. Ring. Wollt ihr also alle auf einmal mitnehmen, gibt es nichts Besseres, als den 2.Ring in Etappen zu erwandern! Hier ein Überblick des Hamburger Abendblatts:

 

Die Stadt Hamburg hat den 100 Kilometer langen Wanderweg in insgesamt 8. Gut laufbare Etappen aufgeteilt.  Folgt man den Tourenvorschlägen von hamburg.de beginnt der Grüne Ring mit einer Schiffsreise nach Teufelsbrück. Die vorgeschlagenen Wege lassen sich hier und da noch mit individuellen Abstechern ausschmücken wie dem Jenisch-Park und dem Loki Schmidt Park, der als einen der schönsten Paks Hamburgs gilt.

Wer nicht lange genug wandern kann, kann an dem jährlichen Hamburger Megamarsch teilnehmen, der dem 2. Ring folgt. Die ultimative Herausforderung: 100 Kilometer in 24 Stunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.